Differenzen zwischen der Kirchenherrschaft zu Vorra und der Kirchenherrschaft zu Artelshofen wegen angeblich unbefugter Verheiratung des Hans Pickelmann mit Margaretha Loos
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E 49/II Nr. 928
E 49/II Holzschuher/Akten und Rechnungen
Holzschuher/Akten und Rechnungen
1779 - 1782
Enthält:
(1.) 1782 September 28: Pro memoria der Scheurl'schen Kirchenherrschaft an die Kirchenherrschaft in Artelshofen.
Hans Pickelmann von Vorra hatte Margaretha Loosin von Stöppach geschwängert, aber zu Heirat eingewilligt, falls sie 500 Gulden Mitgift erhielte. Daraufhin erteilte die hiesige Herrschaft einen Kopulationsschein für eine Trauung in Kirchensittenbach, wohin die Loos gepfarrt ist.
Nun erfuhr man aber, dass am 27. August des Jahres die Trauung in Artelshofen stattgefunden hat. Dies ist den oberherrlichen Bestimmungen, insbesondere aber dem Ratsverlass von 1779 Januar 8 (= Nr.920) ganz zuwider. Die Jura Stolae wurden nach Kirchensittenbach gezahlt, wobei sie doch nach Vorra gehörten. Protest, sowie Begehren eines Reverses, dass dies der Kirche zu Vorra nicht präjudizierlich sei. Nur so könne man von einer Anzeige beim Rat absehen.
(2.) 1782 Oktober 1: Schreiben der Hieronymus-Wilhelm-Ebner'schen Fideikommissadministration und Kirchenherrschaft an Pfarrer Winterschmidt. Bericht innnerhalb von 8 Tagen verlangt.
(3.) 1782 Oktober 10: Bericht des Pfarrers Matthäus Friedrich Winterschmidt. Die Hochzeit fand nicht am 27., sondern am 28. August statt, und zwar, wie bei solchen Fällen üblich, in der hiesigen Amtsknechtsstube. Die Verlegung der Hochzeit sei dem Pfarrer durch den hiesigen Ebnerischen Verwalter, Johann Konrad Gröschel, anbefohlen worden. (Umständlicher weiterer Bericht).
(4.) 1782 Oktober 12: Pro memoria der Ebnerischen Fideikommiss-Administration an die Kirchenherrschaft zu Vorra. Dem Pro memoria vom 28. September wird widersprochen, u.a. deshalb, weil Trauungen in Fällen wie dem vorliegenden entweder dort stattfinden, wo die "Dirne" eingepfarrt ist, oder aber sie arrestiert ist. Nun gehörte die Frau zur Pfarrei Kirchensittenbach, und an diese Pfarrei wurden auch die Gebühren abgeführt. Der Protest wird daher zurückgewiesen.
(1.) 1782 September 28: Pro memoria der Scheurl'schen Kirchenherrschaft an die Kirchenherrschaft in Artelshofen.
Hans Pickelmann von Vorra hatte Margaretha Loosin von Stöppach geschwängert, aber zu Heirat eingewilligt, falls sie 500 Gulden Mitgift erhielte. Daraufhin erteilte die hiesige Herrschaft einen Kopulationsschein für eine Trauung in Kirchensittenbach, wohin die Loos gepfarrt ist.
Nun erfuhr man aber, dass am 27. August des Jahres die Trauung in Artelshofen stattgefunden hat. Dies ist den oberherrlichen Bestimmungen, insbesondere aber dem Ratsverlass von 1779 Januar 8 (= Nr.920) ganz zuwider. Die Jura Stolae wurden nach Kirchensittenbach gezahlt, wobei sie doch nach Vorra gehörten. Protest, sowie Begehren eines Reverses, dass dies der Kirche zu Vorra nicht präjudizierlich sei. Nur so könne man von einer Anzeige beim Rat absehen.
(2.) 1782 Oktober 1: Schreiben der Hieronymus-Wilhelm-Ebner'schen Fideikommissadministration und Kirchenherrschaft an Pfarrer Winterschmidt. Bericht innnerhalb von 8 Tagen verlangt.
(3.) 1782 Oktober 10: Bericht des Pfarrers Matthäus Friedrich Winterschmidt. Die Hochzeit fand nicht am 27., sondern am 28. August statt, und zwar, wie bei solchen Fällen üblich, in der hiesigen Amtsknechtsstube. Die Verlegung der Hochzeit sei dem Pfarrer durch den hiesigen Ebnerischen Verwalter, Johann Konrad Gröschel, anbefohlen worden. (Umständlicher weiterer Bericht).
(4.) 1782 Oktober 12: Pro memoria der Ebnerischen Fideikommiss-Administration an die Kirchenherrschaft zu Vorra. Dem Pro memoria vom 28. September wird widersprochen, u.a. deshalb, weil Trauungen in Fällen wie dem vorliegenden entweder dort stattfinden, wo die "Dirne" eingepfarrt ist, oder aber sie arrestiert ist. Nun gehörte die Frau zur Pfarrei Kirchensittenbach, und an diese Pfarrei wurden auch die Gebühren abgeführt. Der Protest wird daher zurückgewiesen.
Archivale
Indexbegriff Person: Gröschel, Johann Konrad
Indexbegriff Person: Loos, Margaretha verh Pickelmann
Indexbegriff Person: Pickelmann, Hans d. J. (zu Stöppach)
Indexbegriff Person: Pickelmann, Margaretha geb Loos
Indexbegriff Person: Winterschmidt, Matthäus Friedrich
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Kirchengerechtigkeit
Indexbegriff Person: Loos, Margaretha verh Pickelmann
Indexbegriff Person: Pickelmann, Hans d. J. (zu Stöppach)
Indexbegriff Person: Pickelmann, Margaretha geb Loos
Indexbegriff Person: Winterschmidt, Matthäus Friedrich
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Kirchengerechtigkeit
Artelshofen, Amtsknechtsstube
Artelshofen, Kirche
Kirchensittenbach
Stöppach
Vorra
Schwängerung
Mitgift
Trauschein
Ratsverlass
Jus Stolae
Protest
Revers
Präjudiz
Pfarrer, Artelshofen
Hieronymus Wilhelm Ebner'sche Fideikommiss-Administration
Kirchenherrschaft
Bericht
Verwalter
Pro memoria
Pfarrzugehörigkeit
Arrest
Scheurlsche Kirchenherrschaft
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
05.06.2025, 1:00 PM CEST
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