Es wird bekundet: Der verstorbene Kaspar Zanger zu Bingen hat ein Spital daselbst gestiftet, welches viele Jahre von armen Leuten bewohnt und genutzt worden ist. Es steht nicht nur gleich an des Jakob Sautters Behausung unter einen Dach - dies ist gefährlich wegen der Feuerstatt -, sondern ist auch sonst etwas in Abgang gekommen. Jakob Stültzer (auch: Stiltzer) hat mit Zustimmung und Bewilligung der hornsteinischen Herrschaft, von Schultheiß, Gericht und Gemeinde des Fleckens Bingen und von Jerg Scheffolt und Kaspar Schnieder, Pfleger des Spitals, mit der von dem verstorbenen Kaspar Zanger hinterlassenen Freundschaft vereinbart, daß er aus seiner abseits stehenden Scheuer eine Spitalsbehausung mit sovielen Gemachen, Stuben und Kammern, wie es im anderen Haus gewesen sind, erbauen und richten läßt, wo dann künftig die Spitalsgenossen Unterschlupf (Unterschlauf) und Wohnung haben sollen mit allem Recht und aller Gerchtigkeit, Holzanteil u. a., die vom alten Spital in das neue Haus transferiert werden sollen. Jakob Stültzer soll das alte Spital als Scheuer gebrauchen, jedoch nicht als Feuerstatt. Wenn das [alte] Spital durch Feuer zugrunde geht, braucht des Stültzer nicht von neuem zu erbauen; dies soll von dem dem Spital gestifteten Geld geschehen. Was jährlich am Bau vergeht, sollen Jakob Stültzer, seine Erben und Nachkommen am "ingebaw Thach" und Gemach auf ihre Kosten verbessern und erhalten alles bei Verpfändung und Angreifung ihres Hab und Gutes. - Es werden drei Urkunden ausgefertigt: Je eine wird der Gemeinde, den Spitalpflegern und Jakob Stültzer zugestellt Dorsualvermerk: Alldiwilen gegenwertiger brieff durch daz laidige kriegsweesen deß Sigils beraubt und zumahlen, wie herin vermeldt würdt, derer 3 gleich lauthendt außgefertiget, ausser diesen aber die übrige alle verlohren, worden alß haben uff underthäniges pitten Melchior Schrökhen undt Hans Leidins (?) alß dermahligen Spitalspflegeren solche brief mit meinem anhangendtem adelichen Secret-insigill, jedoch in all andere weegen mir unschädlich, becröfftiget, so beschehen den 17ten brachmonat A(nr)o etc. 1672. J. H. von Hornstain

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Landesarchiv Baden-Württemberg
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