Urfehde Nr. 264
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A 2 e (Urfehden u.a.) Nr. A 2 e (Urfehden u.a.) Nr. 7345
A 2 e (Urfehden u.a.) Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 19, 21-22, 26)
Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 19, 21-22, 26) >> Bd. 19 Urfehden
1567 Mai 14
Regest: Rudolf Mayer, Bürger zu Reutlingen, bekennt, dass er mit Michel Töttinger wegen einer ringen (= geringfügigen) Sache bei dem Gerbermühltörlin innerhalb, in Uneinigkeit geraten ist, ihn frevelich in sein Angesicht geschlagen hat und deshalb zwischen ihnen Frieden geboten und gemacht worden ist. Mayer aber zeigte sich darüber (= trotzdem) so unruhig, dass er von den Anwesenden heimzugehen vermögt (= bewogen) wurde. Nachdem er eine kleine Weile daheim geblieben war, nahm er ein Schefflein (= einen kurzen Spiess), ging hinaus, fing die Unruh wieder an und unterstand (= wagte), nicht nur den Michel Töttinger entgegen dem gemachten Frieden zu beschädigen, sondern unternahm auch gegen Jörg jung Lamparther und Jörg Beckh so freche, freveliche Handlung, dass man ihn zuletzt zu Boden schlagen und mit Gewalt zum Frieden bringen musste. Mit dieser ungebührlichen, unbedachten Misshandlung (= Verfehlung) und besonders weil es bei Nacht bei dem Tor geschah, hätte er eine peinliche Leibesstraf verdient. Die Herren zu Reutlingen zogen ihn hierum ins Gefängnis ein und wollten ihn strafen. Sie schlugen ihm das Recht (= Gerichtsverfahren) vor. Er aber wollte das nicht annehmen. Auf seine Bitte um Gnade erliessen sie ihm die Strenge des Rechts und entledigten ihn des Gefängnisses. Er schwor einen Eid, wegen dieser Sache und des Gefängnisses gegen die Herren von Reutlingen, die Stadt und all die Ihren ewiglich Urfehde zu halten und sich nie zu rächen. Er soll und will künftig keine Wehr, Degen oder andere Waffe tragen, in keine Zech ausserhalb seines Hauses gehen, auch niemand zu ihm hinein berufen (= einladen), zu keiner Versammlung kommen - alles, bis der Rat es erlaubt. Wenn er über kurz oder lang eine Forderung an die Herren oder die Ihren hätte, will er sie bei ihren ordentlichen Gerichten bleiben lassen. Würde er aber diesen Eid und Urfehde nicht halten, so soll er heissen und sein ein treuloser und meineidiger Mann, den die Herren von Reutlingen als einen solchen richten oder richten lassen mögen.
Beschreibstoff: Pg.
Archivale
Zeugen / Siegler / Unterschriften: Siegler: Hans Khönggott, Bürger zu Reutlingen
Siegel (Erhaltung): Siegel beschädigt
Genetisches Stadium: Or.
Siegel (Erhaltung): Siegel beschädigt
Genetisches Stadium: Or.
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
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