(1) F 2127 (2)~Kläger: Witwe des lipp. Rates Theodor Fuchs, Detmold, (3)~Beklagter: Amalie, verwitwete Gräfin zur Lippe, geb. Gräfin zu Hohensolms, und Konsorten, nämlich Graf Christoph Ludwig zur Lippe; Johannette Wilhelmine, geb. Fürstin zu Nassau, verwitwete Gräfin zur Lippe, beide als Vormünder (4)~Prokuratoren (Kl.): Lic. Simon Heinrich Gondela 1739 ( Subst.: Lic. A. F. Spoenla Prokuratoren (Bekl.): Dr. Hofmann (1739) (5)~Prozessart: Citationis ad videndum adimpleri transactionem initam, cum omni damnum, interesse et expensis, ac ad condemnandum juncto mandato arresti sine clausula Streitgegenstand: Die Klägerin erklärt, ihr Mann habe gegen Gräfin Amalie 1737 am RKG eine Ladung zur Eintreibung einer Schuld (Citatio ad videndum exigi debitum) erbeten, sich dann aber zu einem Vergleich beschwatzen lassen. Statt aber diesen Vergleich zu erfüllen, habe die Gräfin die im Vergleich zugesagten Varenholzschen Einnahmen anderweitig assigniert und suche durch ein am RKG erbetenes beneficium competentiae (zur Sicherung eines angemessenen Lebensstandards vor Befriedigung der Gläubigeransprüche) (vgl. L 82 Nr. 487 (L 2182)) die Ansprüche der Gläubiger zu hintertreiben, so daß sie nunmehr die von ihrem Mann eingeleitete Klage auf Auszahlung der schuldigen Gelder wiederaufnimmt. Die beklagte Gräfin Amalie bestätigt zwar die bestehende Schuld, sieht aber durch das am RKG eingeleitete Verfahren gegen die Gläubiger und ihre Zusage zur Überlassung der Hälfte ihrer Wittumsgelder und sogar noch von weiteren 1500 Rtlr. alle anderen Vereinbarungen als hinfällig an. Nach 1741 außer Completum- (9. März 1743), Visum- (25. September 1744), Revisum- (14. Dezember 1744) und Expeditum- (23. Dezember 1744) Vermerken keine Handlungen protokolliert. (6)~Instanzen: RKG 1739 - 1744 (1706 - 1740) (7)~Beweismittel: Schuldverschreibung der Gräfin Amalie zur Lippe über 100 Rtlr. zugunsten des Kanzleisekretärs Johann Ernst Kestner, 1706 (in Q 3). Dgl. 1707 (in Q 3). Schuldverschreibung der Gräfin Amalie zur Lippe über 1000 Rtlr. zugunsten des Regierungssekretärs Theodor Fuchs, 1718 (in Q 3). Verschreibung, in der Gräfin Amalie zusagt, die dem Rat und Geheimen Sekretär Fuchs schuldigen 1200 Rtlr. in Raten zu 300 Rtlr. aus ihren Varenholzschen Einnahmen abtragen zu wollen, 1737 (Q 8). Botenlohnquittung (Q 11). (8)~Beschreibung: 2 cm, 95 Bl., lose; Q 1 - 17, es fehlt Q 12* (Vollmacht Dr. Hofmann), 3 Beil.; auf der Innenseite des Deckblattes des Protokolls der Hinweis: "Post ultimam publicat[ionem] defuant quadr[anguli] 5 et 6. Wetzlarea 26. Dezember 1744."