Nachlass Kübel, Theodor (Bestand)
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NL Kübel
Bayerisches Hauptstaatsarchiv (Archivtektonik) >> Beständetektonik des Bayerischen Hauptstaatsarchivs >> 4 Abteilung IV: Kriegsarchiv >> 4.5 Sammlungen >> 4.5.6 Nachlässe >> 4.5.6.2 Nachlässe >> Nachlässe F-K
1881-1918
Vorwort: Theodor Kübel wurde am 28. Dezember 1870 als Sohn eines Pfarrers im mittelfränkischen Neustadt a.d.Aisch geboren. Nach dem Abitur am Gymnasium Ansbach trat er 1889 als Dreijährig-Freiwilliger und Offiziersadjutant im 7. Infanterieregiment (Bayreuth) in die Bayerische Armee ein. In den Folgejahren besuchte er die Kriegs- und Artillerieschule München und diente im 2. Fußartillerieregiment in Metz als Regimentsadjutant. Als Absolvent der Münchner Kriegsakademie bemühte er sich um eine Verwendung im Kolonialdienst und erreichte 1900/01 schließlich seinen Einsatz beim II. Bataillon des 4. ostasiatischen Infanterieregiments im Zuge des Boxeraufstands in China. Nach seiner Rückkehr und dem Wiedereintritt in die Bayerische Armee diente er zunächst beim 19. Infanterieregiment (Erlangen), dann als Adjutant bei der 6. Infanteriebrigade (Landau). Am 20. Oktober 1907 wurde Kübel als Hauptmann schließlich zum Kompaniechef im 1. Infanterieregiment (München) ernannt. 1910 wurde er zur Eisenbahnabteilung des preußischen Großen Generalstabs abkommandiert und befasste sich unter anderem mit dem im Aufbau befindlichen türkischen Eisenbahnwesen. Bei zwei ausgedehnten Orientreisen 1893 und 1912 konnte er persönliche Eindrücke aus dem Osmanischen Reich sammeln. Aufgrund seiner Qualifikationen trat er im Rahmen einer deutschen Militärmission 1914 auf ein halbes Jahr befristet in osmanische Dienste. Dabei leitete er die Eisenbahnabteilung des türkischen Generalstabs und beaufsichtigte in dieser Funktion den militärischen Ausbau der Bagdadbahn. Seine durch Kompetenzstreitigkeiten behinderte Tätigkeit endete abrupt mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Zunächst als Linienkommandant in München wiedereingestellt, wurde Kübel im September 1914 zum Stab der Armeeabteilung Falkenhausen versetzt. Der Position als Stabsoffizier folgten später mehrere Feldkommandos in Frankreich und Galizien, die am 6. Dezember 1916 in seiner Ernennung zum Kommandeur des 7. Infanterieregiments gipfelten. Oberstleutnant Theodor Kübel fiel am 10. August 1918 zum Beginn der alliierten Hunderttageoffensive in der Schlacht von Amiens bei dem Ort Lihons. Kübel hinterließ seine Frau Luise aus der Dresdner Bürgersfamilie Chrambach (sein Schwiegervater war der königlich sächsische Hofjuwelier und kaiserlich türkische Generalkonsul Fritz Chrambach), die er 1903 geheiratet hatte, und vier Kinder. Der stetige Briefwechsel des Paares seit der Zeit ihres Kennenlernens stellt den Großteil der umfassenden Privatkorrespondenz dar, die daneben eine Reihe von Briefen an bzw. von Familie, Freunden und Kameraden enthält. In akribisch geführten Tagebüchern sind die beiden Orientreisen 1893 und 1912, der Dienst im Ostasiatischen Expeditionskorps 1900/01, die Militärmission in der Türkei 1914 und die ersten Weltkriegsmonate dokumentiert. Ergänzt wird dies durch umfangreiche Alben mit Fotografien und Postkarten aus dem Ersten Weltkrieg und von den über Italien und Griechenland nach Ägypten, Palästina und Konstantinopel führenden Orientreisen. Der Nachlass enthält auch zahlreiche Andenken an die verschiedenen Auslandsaufenthalte, unter denen die während seines Einsatzes in China gesammelten Objekte hervorzuheben sind. Ausschließlich dienstlichen Bezug haben einzelne Handakten zur Militärmission im Osmanischen Reich und aus dem Ersten Weltkrieg. Daneben enthält der Nachlass kleine Materialsammlungen zu Publikationen und Vorträgen über das militärische Eisenbahnwesen und die Ostasiatische Expedition. Der Nachlass gelangte als Schenkung von Theodor Kübels Enkel am 11. Januar 2006 ins Bayerische Hauptstaatsarchiv, Abteilung IV Kriegsarchiv. Personalakt: OP 32616 München, 28.02.2015 Verena Ott M.A. Patrick Rieblinger M.A. Ferdinand Wagner M.A.
Nachlass Kübel
Verena Ott, Patrick Rieblinger, Ferdinand Wagner
86
Bestand
Akten
ger
Schenkung des Enkels Dr. Till von Egidy am 11. Januar 2006.
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
03.04.2025, 11:05 MESZ