Heimfall des beisselschen Gutes Nixer (Nixen-) oder Hürter Hof zu Garzweiler (Gartzweiler; Kr. Grevenbroich) an den Appellaten als Herrn zu Dyck. Im Streit um das alsdorfsche Fideikommiss war dem Appellanten und seinen Miterben in einem Vergleich mit Balduin von Harff statt dessen unter anderem das Gut Garzweiler abgetreten worden, nach Angaben Beissels aber ohne Hinweis auf dessen Lehenscharakter. Er, der zudem über die mütterliche Linie Agnat der früheren Inhaber des Gutes sei, habe den Besitz des Gutes dann angetreten und dem Appellaten die üblichen Lehnsjura entrichtet. Entgegen dessen Angaben habe es keinen Vertrag über eine Übertragung des Gutes ex nova gratia mit der Zusage einer größeren Geldzahlung gegeben, zumal der Appellat auch den Charakter des Gutes als Mannlehen nie bewiesen habe; ein solcher Beweis aber wäre, da in dieser Region das feudum promiscue die übliche Form sei, zur Anerkennung nötig gewesen. Die RKG- Appellation richtet sich dagegen, daß angesichts Ansprüchen, die die von Harff zu Dreiborn als angebliche agnates masculi auf das Gut geltend gemacht hatten, die Vorinstanz das Gut, da Beissel keinen Anspruch auf das Mannlehen habe und die (Zahlungs-)Verpflichtungen aus der Neuvergabe nicht erfüllt habe, für kaduk erklärt und Beissel dessen Räumung anbefohlen hatte. Der Appellat betont den Charakter des Gutes als Mannlehen und daß ein - nicht erfüllter - Vertrag geschlossen worden sei.
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Heimfall des beisselschen Gutes Nixer (Nixen-) oder Hürter Hof zu Garzweiler (Gartzweiler; Kr. Grevenbroich) an den Appellaten als Herrn zu Dyck. Im Streit um das alsdorfsche Fideikommiss war dem Appellanten und seinen Miterben in einem Vergleich mit Balduin von Harff statt dessen unter anderem das Gut Garzweiler abgetreten worden, nach Angaben Beissels aber ohne Hinweis auf dessen Lehenscharakter. Er, der zudem über die mütterliche Linie Agnat der früheren Inhaber des Gutes sei, habe den Besitz des Gutes dann angetreten und dem Appellaten die üblichen Lehnsjura entrichtet. Entgegen dessen Angaben habe es keinen Vertrag über eine Übertragung des Gutes ex nova gratia mit der Zusage einer größeren Geldzahlung gegeben, zumal der Appellat auch den Charakter des Gutes als Mannlehen nie bewiesen habe; ein solcher Beweis aber wäre, da in dieser Region das feudum promiscue die übliche Form sei, zur Anerkennung nötig gewesen. Die RKG- Appellation richtet sich dagegen, daß angesichts Ansprüchen, die die von Harff zu Dreiborn als angebliche agnates masculi auf das Gut geltend gemacht hatten, die Vorinstanz das Gut, da Beissel keinen Anspruch auf das Mannlehen habe und die (Zahlungs-)Verpflichtungen aus der Neuvergabe nicht erfüllt habe, für kaduk erklärt und Beissel dessen Räumung anbefohlen hatte. Der Appellat betont den Charakter des Gutes als Mannlehen und daß ein - nicht erfüllter - Vertrag geschlossen worden sei.
AA 0627, 254 - B 463/2341
AA 0627 Reichskammergericht, Teil I: A-B
Reichskammergericht, Teil I: A-B >> 2. Buchstabe B
1682-1719 (1242-1687)
Enthaeltvermerke: Kläger: Wilhelm Friedrich Beissel von Gymnich, Frhr. zu Schmidtheim, (Bekl: Erben von Harff zu Alsdorf) Beklagter: Ernest Salentin Grafvon Salm und Reifferscheid, Herr zu Bedburg (Kr. Bergheim) und Dyck (Kr. Grevenbroich), Erbmarschall des Erzstiftes Köln, (Kl.) Prokuratoren (Kl.): Dr. Franz Heinrich Krebs [1681] 1682 - Subst.: Dr. Rolmann Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Leonhard Schommartz [1666] 1682 - Subst.: Lic. Johann Eichrodt - Lic. Johann Eichrodt [1683] 1683 - Subst.: Dr. Franz Philipp Högele Prozeßart: Appellationis Instanzen: 1. Gräflich-salmsche Mannkammer (Pares curiae) zu Dyck, 1678-1681 - 2. Jül.-berg. Geheimer Rat zu Düsseldorf 1681 (nicht angenommen, sondern an das RKG oder den RHR verwiesen) - 3. RKG 1682-1719 (1242-1687) Beweismittel: Acta priora (Q 10) und Rationes decidendi (Q 11). Urteil der Mannkammer Dyck 1681: Heimfall an den Grafen, doch können die Frhrn. von Harff ihr Recht an dem Lehen vor der Mannkammer vorbringen (13). Auszug aus dem dyckschen Mannbuch 1621: Belehnung Wilhelms von Harff, Frhr. zu Alsdorf, mit dem Gut durch Ernst Friedrich Graf von Salm-Reifferscheid-Dyck (30a). Urkunde der Mannkammer Dyck und der Schöffen zu Garzweiler, Jüchener Dingstuhls 1642: Jakob von Locquenghien (Loquenghien) zu Laach (Lach) (Kr. Bergheim) verkauft zur geistl. Aussteuer seiner Töchter Anna Gertrud und Maria (Anna, Gertrud und Maria?) aus 1. Ehe (mit Anna von der Arck) den Eheleuten Adam von Blittersdorf zu Königshoven (Kr. Bergheim) und Maria Gertrud von Baetzen zu 128 der Arft 30 oberländ. Gulden erblicher Jahrrente, die Engelbert Hurth von Schöneck und seine Ehefrau Margaretha von Orley am 5. Nov. 1510 dem Grevenbroicher Bürger Johann Witkamer und seiner Ehefrau Odilie für 625 ders. Gulden verkauft haben (120-123). Bestätigung des 1672 geschlossenen Vergleichs zwischen Balduin Frhr. von Harff zu Alsdorf und den Gebrüdern Franz Dietrich und Wilhelm Friedrich von Beissel zu Schmidtheim betr. den Laachischen Vertrag von 1621 (76-79a). Auszug aus dem Lager- und Rentbuch des Hauses Alsdorf von 1624, fol. 1, mit Nachrichten ab 1242, und aus dem Bericht und Register der zum Haus Alsdorf gehörenden Renten und Güter von 1623, fol. 57, mit Nachricht von 1511 (96f., 124f.). Gutachten der juristischen Fakultät der Universität Salzburg 1679, in Sachen Grafvon Salm zu Dyck ./. Witwe Nievenheim, geb. von Preut, zu Kaldenhausen (104-111). „Grundtliche Deduction, worin deß Ertzstiffts Collen Rechtsam in denen Lehensachen wieder Wernerum Thummermuht und deßen Nachfolgere klahrlich wirdt vorgestelt und auß den Kays. Urtheilen, Sanctionen und Declarationen unwiedertreiblich bevestiget“ (141-169). Beschreibung: 4,5 cm, 169 Bl., lose; Q 1-38. Vgl. RKG 255 (B 464/ 2342).
Diverse Registraturbildner
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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11.05.2026, 9:26 AM CEST
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- 1.4. Reichsbehörden (Archival tectonics)
- 1.4.1. Reichskammergericht (Archival tectonics)
- Reichskammergericht AA 0627 (Archival tectonics)
- Reichskammergericht, Teil I: A-B (Archival holding)
- 2. Buchstabe B (Classification)