170/26 - Familie/Firma (von) Heyl (Bestand)
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Stadtarchiv Worms, 170/26
Stadtarchiv Worms (Archivtektonik) >> Nachlässe/Nachlass-Splitter
1796-2010
Verwaltungsgeschichte/biografische Angaben:
Vorwort: Abt. 170/26 Familie/Firma von Heyl
Umfang: 22 Archivkartons u. zwei lfm Überformate (= vier lfm = 217 Verzeichnungseinheiten, 28.09.2023)
Laufzeit: 1796 - 2010
Es handelt sich bei dieser Abteilung um einen Misch- bzw. Sammlungsbestand unterschiedlicher Provenienz, der bei der Neuverzeichnung 2006 in drei Gruppen eingeteilt wurde; so gesehen ist die Position in der Archivtektonik (unter den Nachlässen) nicht ganz korrekt bzw. entspricht dem Charakter des Bestandes nicht. Wann Abt. 170/26 (bis 1996 Signatur: Abt. 199) eingerichtet wurde und woher die ältesten Teile stammen, ist unklar.
Schwerpunkt ist in erster Linie Material zur Firmenentwicklung des 19. und frühen 20. Jahrhunderts sowie Unterlagen zur Familie (von) Heyl. Die unter der Nr. 40 zusammengefaßten Archivalien wurden nach der Notiz im bisherigen maschinenschriftlichen Findmittel im Oktober 1992 von Herrn Roger Andreas Knobloch aus Worms angekauft. Die Unterlagen entstammen großenteils der Aktenführung der Cornelius Heyl AG und sind auf ungeklärte Weise an den Vorbesitzer gelangt.
Die ursprünglich hier verwahrte Sammlung von Predigten, Schriften und theologisch-zeitgeschichtlichen Beiträgen sowie Dichtungen von Pfr. Maximilian von Heyl (1927-2006) aus der Zeit seit ca. 1943, die dieser v.a. seit den 1990er Jahren sukzessive dem Archiv übergeben hat, wurde 2008 in die neue Abt. 188 mit weiteren Unterlagen aus seinem Nachlass überführt und 2008 verzeichnet.
Der Bestand dient auch künftig der Aufnahme von Sammlungsgut zu Familie und Werken unterschiedlicher Provenienz.
Ergänzende Bestände: Zahlreiche Archivbestände enthalten ergänzende Dokumente, darunter in erster Linie die Abt. 180/1, Abt. 185, 186, 187 und 188 (Familien- und Firmennachlässe).
Dr. Gerold Bönnen
Worms, im Juni 2006/Jan. 2015
Zugang September 2016:
Im September 2016 konnten über das Auktionshaus Stargardt Archivalien betr. Heyl im Umfang von einem Archivkarton erworben werden. Bei der Sichtung und Verzeichnung des Materials wurden 18 Archiveinheiten gebildet - StadtA Wo Abt. 170/26 Nr. 121 - 138. Die Laufzeit der erworbenen Schriftstücke und Urkunden umfasst den Zeitraum ca. 1785 - 1906, wobei sowohl das älteste Papier wie das jüngste zeitlich gesehen "Ausreißer" sind. Es handelt sich zum einen um eine Beschreibung der "Isher-Bach", auch Eisbach, von ihrem Ursprung und Lauf durch das Wormser Stadtgebiet mit stehenden Mühlen und Ableitungen (mit Skizze, erstellt durch den Stadtschreiber H. Hallungius, um 1785; StadtA Wo Abt. 170/26 Nr. 126) und zum anderen um eine Kaufofferte für das Schlossgut Monsheim (1906; StadtA Wo Abt. 170/26 Nr. 130). Der zeitliche Schwerpunkt liegt jedoch zwischen 1815 - ca. 1860.
Besonders hervorzuheben sind die vielfältigen inhaltlichen Aspekte, die diese Sammlung an Quellen für die Firma und die Familie von Heyl bergen. Familiäres wird durch verschiedene Vertrags- und Nachlasspapiere dokumentiert (Cornelius Heyl, Wilhemine Martenstein, Erben). Geschäftliche Unterlagen betreffen die Geschäftstrennung der Brüder Leonhard und Cornelius Heyl (1826/27; StadtA Wo Abt. 170/26 Nr. 124) und die Geschäftverbindung zwischen Cornelius Heyl und seinem Schwager Carl Martenstein. Bisher unbekannt war der bei der Gründung des Unternehmens Heyl & Martenstein (30. Jan. 1834) beteiligte Johann Friedrich Köhler, der das Knowhow als Lederfabrikant und Gerber einbrachte. Er war verheiratet mit Anna Sophia Heyl, Nichte des Geschäftspartners Cornelius Heyl. Köhlers Ausstieg aus dem Geschäft erfolgte in Raten, endgültig am 30. Oktober 1841. Zwei Inventarien des Unternehmens Heyl & Martenstein vom 31. August und vom 31. Dezember 1841 geben Aufschluss über die damalige Geschäftslage (StadtA Wo Abt. 170/26 Nr. 122).
Ein anderes Inventar betrifft die Mobilien und anderen Gegenstände in Schloss Herrnsheim vor dem Verkauf an die Familie Heyl (Stand: April 1882; StadtA Wo Abt. 170/26 Nr. 121). Auch über den Kauf des Gutes Schmittshausen samt Inventar findet sich eine Verzeichnungseinheit (StadtA Wo Abt. 170/26 Nr. 127).
Für die Schulgeschichte der Stadt Worms bilden verschiedene Vertragsentwürfe in Zusammenhang mit der Errichtung einer höheren Töchterschule ein Mosaikstein (StadtA Wo Abt. 170/26 Nr. 136).
Worms, im September 2016
Margit Rinker-Olbrisch
Zugang September 2022
Im August 2022 bot die Rechtsanwaltskanzlei Denschlag, Weiß, Stange (Worms, Siegfriedstr. 12) dem Archiv nach Rücksprache und Zustimmung der Familie die Übernahme von Unterlagen aus der Tätigkeit des vormaligen RA Syndikus Willhelm Lahm (selbe Kanzlei) im Dienst der Freiherrlich Heyl zu Herrnsheimschen Gesamt-Güter- bzw. Nachlassverwaltung an, Schwerpunkt der Unterlagen (Laufzeit vor allem 1945 bis 1956) sind die rechtlichen und anderen Auseinandersetzungen innerhalb der Familienzweige vor allem um die nach 1945 sukzessive verkauften Güter und Besitzungen sowie weitere Vermögensauseinandersetzungen. Die ohne größeren Kassationen übernommenen Unterlagen kamen am 6.9.2022 in das Archiv und wurden bis September 2023 verzeichnet (neue Klassifikationsgruppe 4, VE Nr. 157-200).
Grundlegend für die Zeit bis 1918 jetzt:
- Ines Heisig, Kulturförderung als Prestigepolitik. Der Aufstieg der Unternehmerfamilie Heyl im Deutschen Kaiserreich, Berlin/Boston 2023 (Elitenwandel in der Moderne 24) (502 S., Diss. Univ. Saarbrücken 2021, 33 Abb.) - https://doi.org/10.1515/9783110683431 - ISBN: 9-783-110683288 - DNB-Datensatz: https://d-nb.info/1299972160
Gerold Bönnen, 25.09.2023
Zitierhinweis: Abt. 170/26
Erschließungszustand, Umfang: Augias-Datei (Juni 2006, ergänzt und abgeschl. Febr. 2010), laufende Fortschreibung
Vorwort: Abt. 170/26 Familie/Firma von Heyl
Umfang: 22 Archivkartons u. zwei lfm Überformate (= vier lfm = 217 Verzeichnungseinheiten, 28.09.2023)
Laufzeit: 1796 - 2010
Es handelt sich bei dieser Abteilung um einen Misch- bzw. Sammlungsbestand unterschiedlicher Provenienz, der bei der Neuverzeichnung 2006 in drei Gruppen eingeteilt wurde; so gesehen ist die Position in der Archivtektonik (unter den Nachlässen) nicht ganz korrekt bzw. entspricht dem Charakter des Bestandes nicht. Wann Abt. 170/26 (bis 1996 Signatur: Abt. 199) eingerichtet wurde und woher die ältesten Teile stammen, ist unklar.
Schwerpunkt ist in erster Linie Material zur Firmenentwicklung des 19. und frühen 20. Jahrhunderts sowie Unterlagen zur Familie (von) Heyl. Die unter der Nr. 40 zusammengefaßten Archivalien wurden nach der Notiz im bisherigen maschinenschriftlichen Findmittel im Oktober 1992 von Herrn Roger Andreas Knobloch aus Worms angekauft. Die Unterlagen entstammen großenteils der Aktenführung der Cornelius Heyl AG und sind auf ungeklärte Weise an den Vorbesitzer gelangt.
Die ursprünglich hier verwahrte Sammlung von Predigten, Schriften und theologisch-zeitgeschichtlichen Beiträgen sowie Dichtungen von Pfr. Maximilian von Heyl (1927-2006) aus der Zeit seit ca. 1943, die dieser v.a. seit den 1990er Jahren sukzessive dem Archiv übergeben hat, wurde 2008 in die neue Abt. 188 mit weiteren Unterlagen aus seinem Nachlass überführt und 2008 verzeichnet.
Der Bestand dient auch künftig der Aufnahme von Sammlungsgut zu Familie und Werken unterschiedlicher Provenienz.
Ergänzende Bestände: Zahlreiche Archivbestände enthalten ergänzende Dokumente, darunter in erster Linie die Abt. 180/1, Abt. 185, 186, 187 und 188 (Familien- und Firmennachlässe).
Dr. Gerold Bönnen
Worms, im Juni 2006/Jan. 2015
Zugang September 2016:
Im September 2016 konnten über das Auktionshaus Stargardt Archivalien betr. Heyl im Umfang von einem Archivkarton erworben werden. Bei der Sichtung und Verzeichnung des Materials wurden 18 Archiveinheiten gebildet - StadtA Wo Abt. 170/26 Nr. 121 - 138. Die Laufzeit der erworbenen Schriftstücke und Urkunden umfasst den Zeitraum ca. 1785 - 1906, wobei sowohl das älteste Papier wie das jüngste zeitlich gesehen "Ausreißer" sind. Es handelt sich zum einen um eine Beschreibung der "Isher-Bach", auch Eisbach, von ihrem Ursprung und Lauf durch das Wormser Stadtgebiet mit stehenden Mühlen und Ableitungen (mit Skizze, erstellt durch den Stadtschreiber H. Hallungius, um 1785; StadtA Wo Abt. 170/26 Nr. 126) und zum anderen um eine Kaufofferte für das Schlossgut Monsheim (1906; StadtA Wo Abt. 170/26 Nr. 130). Der zeitliche Schwerpunkt liegt jedoch zwischen 1815 - ca. 1860.
Besonders hervorzuheben sind die vielfältigen inhaltlichen Aspekte, die diese Sammlung an Quellen für die Firma und die Familie von Heyl bergen. Familiäres wird durch verschiedene Vertrags- und Nachlasspapiere dokumentiert (Cornelius Heyl, Wilhemine Martenstein, Erben). Geschäftliche Unterlagen betreffen die Geschäftstrennung der Brüder Leonhard und Cornelius Heyl (1826/27; StadtA Wo Abt. 170/26 Nr. 124) und die Geschäftverbindung zwischen Cornelius Heyl und seinem Schwager Carl Martenstein. Bisher unbekannt war der bei der Gründung des Unternehmens Heyl & Martenstein (30. Jan. 1834) beteiligte Johann Friedrich Köhler, der das Knowhow als Lederfabrikant und Gerber einbrachte. Er war verheiratet mit Anna Sophia Heyl, Nichte des Geschäftspartners Cornelius Heyl. Köhlers Ausstieg aus dem Geschäft erfolgte in Raten, endgültig am 30. Oktober 1841. Zwei Inventarien des Unternehmens Heyl & Martenstein vom 31. August und vom 31. Dezember 1841 geben Aufschluss über die damalige Geschäftslage (StadtA Wo Abt. 170/26 Nr. 122).
Ein anderes Inventar betrifft die Mobilien und anderen Gegenstände in Schloss Herrnsheim vor dem Verkauf an die Familie Heyl (Stand: April 1882; StadtA Wo Abt. 170/26 Nr. 121). Auch über den Kauf des Gutes Schmittshausen samt Inventar findet sich eine Verzeichnungseinheit (StadtA Wo Abt. 170/26 Nr. 127).
Für die Schulgeschichte der Stadt Worms bilden verschiedene Vertragsentwürfe in Zusammenhang mit der Errichtung einer höheren Töchterschule ein Mosaikstein (StadtA Wo Abt. 170/26 Nr. 136).
Worms, im September 2016
Margit Rinker-Olbrisch
Zugang September 2022
Im August 2022 bot die Rechtsanwaltskanzlei Denschlag, Weiß, Stange (Worms, Siegfriedstr. 12) dem Archiv nach Rücksprache und Zustimmung der Familie die Übernahme von Unterlagen aus der Tätigkeit des vormaligen RA Syndikus Willhelm Lahm (selbe Kanzlei) im Dienst der Freiherrlich Heyl zu Herrnsheimschen Gesamt-Güter- bzw. Nachlassverwaltung an, Schwerpunkt der Unterlagen (Laufzeit vor allem 1945 bis 1956) sind die rechtlichen und anderen Auseinandersetzungen innerhalb der Familienzweige vor allem um die nach 1945 sukzessive verkauften Güter und Besitzungen sowie weitere Vermögensauseinandersetzungen. Die ohne größeren Kassationen übernommenen Unterlagen kamen am 6.9.2022 in das Archiv und wurden bis September 2023 verzeichnet (neue Klassifikationsgruppe 4, VE Nr. 157-200).
Grundlegend für die Zeit bis 1918 jetzt:
- Ines Heisig, Kulturförderung als Prestigepolitik. Der Aufstieg der Unternehmerfamilie Heyl im Deutschen Kaiserreich, Berlin/Boston 2023 (Elitenwandel in der Moderne 24) (502 S., Diss. Univ. Saarbrücken 2021, 33 Abb.) - https://doi.org/10.1515/9783110683431 - ISBN: 9-783-110683288 - DNB-Datensatz: https://d-nb.info/1299972160
Gerold Bönnen, 25.09.2023
Zitierhinweis: Abt. 170/26
Erschließungszustand, Umfang: Augias-Datei (Juni 2006, ergänzt und abgeschl. Febr. 2010), laufende Fortschreibung
Bestand
15.12.2023, 2:57 PM CET