Paffendorf, Akten AA 0609 (Bestand)
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AA 0609 110.24.02
Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland (Archivtektonik) >> 1. Behörden und Bestände vor 1816 >> 1.3. Herrschaften >> 1.3.2. N - Z >> 1.3.2.3. Paffendorf (v.d. Bongart)
(1313)-[19. Jh.]
Archivinventare, Familiensachen, Besitzungen und Güter, Landesherriche Sachen, Prozesse, Unterherrschaft Heyden, Herrschaft Wijnandsrade, Haus Winnenthal und Archiv Leeordt zu Born
Bestandsbeschreibung: Das Archiv v. d. Bongart (Paffendorf) setzt sich aus verschiedenen Bestandteilen zusammen. Den Kern bildet das Archiv der Herren v.d. Bongart, der Erbkämmerer des Herzogtums Jülich (seit 1331), auf Bergerhausen (seit 1429). Im Jahre 1629 erfolgte die Erhebung der Familie in den Freiherrnstand. Durch Erbschaften erhielten die v.d. Bongart 1531 die Herrschaft Herwinandsrode (Winandsrath, Holl.-Limburg) nach dem Aussterben der v. Maschereil, Drosten von Breda, sowie 1564 die Herrschaft Heiden nach dem Aussterben der v. Schoenrode, worauf sich das Geschlecht in die Linien Heiden und Winandsrath-Paffendorf teilte. Die Briefschaften über Besitzungen' im Luxemburgischen und in Brabant (Veltz, Beffort, Moefstorf, Zessingen) kamen infolge des zugunsten seines Neffen Wilhelm v.d. Bongart lautenden Testaments des Otto Heinrich Frhr. von Vlodorp (1620) ins Archiv. Schließlich gelangten hierher durch die Heirat des Sigismund Reinhard Hugo v. Bongart mit Maria Anna Augusta Gräfin von Leerodt (1770) auch Archivalien der v. Leerodt und der v. Wylich-Winnenthal. Der letzte Sprosse des Geschlechts, Ludwig Joseph Fortunat Felix Frhr. v. Bongart, Besitzer der Fideikommißgüter Paffendorf, Bohlendorf und Heiden, starb 1877 kinderlos, nachdem er seinen Neffen Pius Graf Walderdorff adoptiert hatte, der Besitz und Namen erbte.
Eine Ordnung des Archivs erfolgte in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts durch Josef Strange (vgl. Repertorium 1,22). Nach Tille 1 (1899), S. 103 war das Archiv "gut geordnet und übersichtlich aufgestellt, detailliertes Repertorium vorhanden". Die Ordnung wurde in der Kriegs- und Nachkriegszeit zerstört. Als Ende 1944 der Kreis Bergheim frontnahes Gebiet wurde, konnte das Archiv durch eine Luftwaffeneinheit geborgen werden. Als der Besitzer sich 1952 zum Verkauf entschloß, befand es sich z.T. im Archivdepot auf Schloß Gymnich, teils in Liblar. Die Vermittlung übernahm Landesarchivar i.R. Dr. W. Kisky ( s. Dienstakten E 1, 1, Vol. II); die Taxierung erfolgte durch ihn und Dr. C. Wilkes. Die Urkunden sind beim Verkauf chronologisch geordnet und in Kästen gelegt worden (z.T. jedoch als "Nachträge"), während sich die Akten in Unordnung befanden. Das Archiv wurde am 19.12.1952 ins Staatsarchiv Düsseldorf übernommen.
gez. Lehrkamp
Die Neuverzeichnung des umfangreichen Aktenbestandes gestaltete sich schwierig, weil die alte, an sich zweckmäßige Ordnung Stranges durch die bedauerliche radikale Trennung aller "Urkunden" (im weitesten Sinne) von den Akten, die beim Verkauf des Archivs vorgenommen wurde, überall zerstört war. Bei Entnahme der Pergament- und Papierurkunden wurden Pakete aufgeteilt und bes. bei den Prozeßakten wertvolle Zusammenhänge zerrissen. Die vorläufige grobe Ordnung und Durchnummerierung der meisten Aktenbündel beim Verkauf hatte eine Aufteilung in 12 Abteilungen zur Folge, wobei jedoch etwa die Hälfte (d.h. die meisten durch Strange erfaßten Archivalien) nicht berücksichtigt wurde. Da eine Wiederherstellung der Strange'schen Archivordnung sich als unmöglich erwies, mußte eine Angleichung der unterzeichneten Hälfte des Archivs an das vorgezeichnete Schema vorgenommen werden, um nicht auch diese bisher geleistete Arbeit überflüssig zu machen. Bei einem kleineren Teil der Prozeßakten und Korrespondenzen gelang es, wenigstens die noch kenntlichen Umschläge Stranges wieder mit ihrem ursprünglichen Inhalt zu füllen. Die Vorordnung der bezifferten Stücke an Hand des vorläufigen Verzeichnisses der Archivberatungsstelle erfolgte im Herbst 1958 durch den Archivinspektoranwärter Drewes; die Verzeichnung der Urkunden und der unverzeichneten Akten nahm Staatsarchivrat Dr. Lahrkamp in den Jahren 1958/59 vor. Das Verzeichnis des gesamten Bestandes Paffendorf wurde 1959/60 durch die Archivberatungsstelle geschrieben.
Retrokonversion des analogen Findbuches: Rheinisches GeschichtsKontor Klein Oesl Opheys GbR, Alfter, 2010 - Abschließende Kontrolle und Überarbeitung: Staatsarchivamtmann Jörg Franzkowiak, Juni bis Juli 2013.
Bestandsbeschreibung: Das Archiv v. d. Bongart (Paffendorf) setzt sich aus verschiedenen Bestandteilen zusammen. Den Kern bildet das Archiv der Herren v.d. Bongart, der Erbkämmerer des Herzogtums Jülich (seit 1331), auf Bergerhausen (seit 1429). Im Jahre 1629 erfolgte die Erhebung der Familie in den Freiherrnstand. Durch Erbschaften erhielten die v.d. Bongart 1531 die Herrschaft Herwinandsrode (Winandsrath, Holl.-Limburg) nach dem Aussterben der v. Maschereil, Drosten von Breda, sowie 1564 die Herrschaft Heiden nach dem Aussterben der v. Schoenrode, worauf sich das Geschlecht in die Linien Heiden und Winandsrath-Paffendorf teilte. Die Briefschaften über Besitzungen' im Luxemburgischen und in Brabant (Veltz, Beffort, Moefstorf, Zessingen) kamen infolge des zugunsten seines Neffen Wilhelm v.d. Bongart lautenden Testaments des Otto Heinrich Frhr. von Vlodorp (1620) ins Archiv. Schließlich gelangten hierher durch die Heirat des Sigismund Reinhard Hugo v. Bongart mit Maria Anna Augusta Gräfin von Leerodt (1770) auch Archivalien der v. Leerodt und der v. Wylich-Winnenthal. Der letzte Sprosse des Geschlechts, Ludwig Joseph Fortunat Felix Frhr. v. Bongart, Besitzer der Fideikommißgüter Paffendorf, Bohlendorf und Heiden, starb 1877 kinderlos, nachdem er seinen Neffen Pius Graf Walderdorff adoptiert hatte, der Besitz und Namen erbte.
Eine Ordnung des Archivs erfolgte in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts durch Josef Strange (vgl. Repertorium 1,22). Nach Tille 1 (1899), S. 103 war das Archiv "gut geordnet und übersichtlich aufgestellt, detailliertes Repertorium vorhanden". Die Ordnung wurde in der Kriegs- und Nachkriegszeit zerstört. Als Ende 1944 der Kreis Bergheim frontnahes Gebiet wurde, konnte das Archiv durch eine Luftwaffeneinheit geborgen werden. Als der Besitzer sich 1952 zum Verkauf entschloß, befand es sich z.T. im Archivdepot auf Schloß Gymnich, teils in Liblar. Die Vermittlung übernahm Landesarchivar i.R. Dr. W. Kisky ( s. Dienstakten E 1, 1, Vol. II); die Taxierung erfolgte durch ihn und Dr. C. Wilkes. Die Urkunden sind beim Verkauf chronologisch geordnet und in Kästen gelegt worden (z.T. jedoch als "Nachträge"), während sich die Akten in Unordnung befanden. Das Archiv wurde am 19.12.1952 ins Staatsarchiv Düsseldorf übernommen.
gez. Lehrkamp
Die Neuverzeichnung des umfangreichen Aktenbestandes gestaltete sich schwierig, weil die alte, an sich zweckmäßige Ordnung Stranges durch die bedauerliche radikale Trennung aller "Urkunden" (im weitesten Sinne) von den Akten, die beim Verkauf des Archivs vorgenommen wurde, überall zerstört war. Bei Entnahme der Pergament- und Papierurkunden wurden Pakete aufgeteilt und bes. bei den Prozeßakten wertvolle Zusammenhänge zerrissen. Die vorläufige grobe Ordnung und Durchnummerierung der meisten Aktenbündel beim Verkauf hatte eine Aufteilung in 12 Abteilungen zur Folge, wobei jedoch etwa die Hälfte (d.h. die meisten durch Strange erfaßten Archivalien) nicht berücksichtigt wurde. Da eine Wiederherstellung der Strange'schen Archivordnung sich als unmöglich erwies, mußte eine Angleichung der unterzeichneten Hälfte des Archivs an das vorgezeichnete Schema vorgenommen werden, um nicht auch diese bisher geleistete Arbeit überflüssig zu machen. Bei einem kleineren Teil der Prozeßakten und Korrespondenzen gelang es, wenigstens die noch kenntlichen Umschläge Stranges wieder mit ihrem ursprünglichen Inhalt zu füllen. Die Vorordnung der bezifferten Stücke an Hand des vorläufigen Verzeichnisses der Archivberatungsstelle erfolgte im Herbst 1958 durch den Archivinspektoranwärter Drewes; die Verzeichnung der Urkunden und der unverzeichneten Akten nahm Staatsarchivrat Dr. Lahrkamp in den Jahren 1958/59 vor. Das Verzeichnis des gesamten Bestandes Paffendorf wurde 1959/60 durch die Archivberatungsstelle geschrieben.
Retrokonversion des analogen Findbuches: Rheinisches GeschichtsKontor Klein Oesl Opheys GbR, Alfter, 2010 - Abschließende Kontrolle und Überarbeitung: Staatsarchivamtmann Jörg Franzkowiak, Juni bis Juli 2013.
Archivbestand
Deutsch
J. Strange, Genealogie der Herren und Freiherren v. Bongart, Köln und Neuss 1866; J.J. Michel, Die Jülich'sche Unterherrschaft Heiden, in: Ztschr. d. Aachener Geschichtsvereins 5, 1883, S. 241-264 (unter Benutzung des Paffendorfer Archivs); H.J. Groß, Schönau (b. Richterich), in: Aus Aachens Vorzeit, Jg. 9/10 (1896-97) (Streitigkeiten der Herren v. Schönau mit den v. d. Bongart zu Heiden); H. Goldschmidt, Das Erbkämmereramt im Herzogtum Jülich 1331-1796, in: Aus Politik u. Geschichte, Gedächtnisschrift für Georg v. Below, Berlin 1928, S. 112-127; L. Sels, Amt des Erbkämmerers im Herzogtum Jülich, in: Rur-Blumen 1934, Nr. 19, S. 146 ff.; G. Drewes, Quellen zur Geschichte von Stadt und Amt Bergheim, 1960, S. 71 ff.; zu Schloss Paffendorf vgl. Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Bergheim, 1899, S. 142 ff.; s.a. F.W. Oediger, Das Hauptstaatsarchiv Düsseldorf und seine Bestände Bd. 2, Siegburg 1970, S. 349 ff.
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
21.04.2026, 8:22 AM CEST
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