Weimarer Zeitung, Nr. 68, 21. März 1858, S. 270: „“Bürgerlich und romantisch“ ist ein bekanntes und beliebtes Bauernfeldsches Lustspiel, welches auch diesmal wieder, bei fast durchweg sehr guter Aufführung, einen ganz angenehmen Eindruck machte. Die Ehre des Abends gebührt, neben Fräulein Reinecke, welche die „bürgerliche“ Geliebte mit gewohnter Anmuth und Natürlichkeit spielte, den HH. Grans und Hermann, welche die beiden männlichen Hauptrollen ganz vortrefflich durchführten, der Erstere mit einem äußerst glücklichen Humor in Auffassung und des etwas philisterhaft trocknen, aber charaktertüchtigen und wackern Badecommissars, der Andere (als Baron Ringelstern) mit seiner bekannten und oft bewährten Virtuosität in der Darstellung solcher Rollen, welche ein Gemisch von Genialität oder auch Leichtfertigkeit und tiefer Gemüthlichkeit enhalten. Was die Darstellerin der „romantischen“ weiblichen Partie, Frau Feldern, anbetrifft, so erkennen wir an, daß ihr Betonung und Ausdruck in manchen Partien dieses Stücks recht wohl und jedenfalls viel besser gelang, als in der kurz zuvor gespielten Rolle der Lady Milford, wie wir denn überhaupt glauben, daß das gesellschaftliche Drama und Conversationsstück mehr im Bereiche des Berufs und der natürlichen Begabung dieser Schauspielerin liegt, als die Tragödie; doch lassen namentlich die Bewegung der Frau Feldern noch Viel zu wünschen übrig, und überhaupt fehlte die feinere Nüancirung des Spiels, welche gerade bei solchen etwas pointirten Rollen, wie die der jungen vornehmen Dame, die sich in romantischer Bizarrerie allein in die Welt wagt, durchaus nothwendig ist.“