[Johann Löher an Johann Herzog zu Sachsen]: Schickt eine Kopie der Wahlbulle für die Propstei [zu Allendorf], dazu eine Kopie der Supplik, die in Gegenwart des Papstes signiert und vom Erzbischof von Mainz (Maguntino) quittiert worden ist. Ein mächtiger Mann in der Umgebung des Papstes, ein Spanier namens Antonio de Burgos, hat, nachdem er erfahren hatte, daß der Adressat der Reform zuneigt, geraten, dieser solle an den Kardinal Tit. Quattri Coronati über den Zustand des Klosters schreiben. Wenn Löher ihm ein Pferd und 15 oder 16 Gulden brächte, werde er die Sache beim Papst fördern, damit das Kloster exemt oder dem unreformierten Abt von Fulda (Fuld) entzogen, ihm ein reformierter Abt gegeben oder es dem Provinzialkapitel unterstellt werde. Über weitere Dinge wird er berichten, wenn er vor dem Herzog persönlich erscheint. Ihm kommt es schwer an, daß ein vom Herzog eingesetzter Propst sein Holz an das Kloster verkauft und dem Kloster Schaden bringt. Er bittet daher den Herzog, ihn als rechtmäßigen Propst anzusehen, weil er die Propstei vom verstorbenen Abt von Fulda und jetzt auch aufgrund päpstlicher Bestätigung innehat, und ihm zu gestatten, unnütze Kosten abzustellen, diese Beträge einzusparen und davon seinen Krieg in Rom weiterzuführen, damit er nicht in die Lage kommt, dem Kloster zu schaden. Er ist willens, der armen Kinder wegen wieder nach Rom zu ziehen und sie mit Hilfe des Herzogs vor Schaden zu schützen, denn wenn die Reform hinfällig wird (es umb fielle), wäre es schlimmer als zu Beginn. Damals waren es drei Nonnen, die hatten awß gebulet, jetzt wären es 20. Der Herzog wird abschätzen können, welche Sünde und welcher Schaden daraus kommen kann. Daher möge er Löher gestatten, seine Propstei so zu bestellen, daß er mit dem Überschuß in Rom Widerstand leisten kann. Der Herzog möge dieses Schreiben bei sich behalten.