Klage auf Wiedereinräumung des Sängerhofs zu Dinker, von dem der Kläger auf Anweisung des Richters von Soest durch 7 Soldaten gewaltsam vertrieben worden ist. Der Kläger beansprucht den Sängerhof einerseits erbrechtlich als dritter Gatte der verst. Anna Schaden, die in erster Ehe mit Goswin Elßman, einem Enkel der Katharina Haver (Hauer), der Inhaberin des Sängerhofs nach dem kinderlosen Tod ihres Bruders Kaspar Haver, verheiratet war. Er leitet andererseits Besitzansprüche daraus ab, daß er Schuldenlasten auf dem Sängerhof unter Verkauf seiner eigenen Patrimonialgüter getilgt (u. a. Befriedigung der Gläubiger Knipping) und durch Investitionen (Meliorationen), z. B. durch das Anlegen eines Grabens und eines Obstgartens, das Düngen der Ackerkrume und die Errichtung einer neuen Scheuer, den Wert des Hofs gesteigert habe. Der Sängerhof sei ein Allodialgut, das von den Ahnherren der Katharina Haver käuflich erworben worden sei. Die Beklagten machen als Enkel der Anna Haver, der Schwester der Katharina Haver, und somit als nächste Agnaten Besitzansprüche auf den streitigen Hof geltend, der außerdem kein Allodial-, sondern ein Lehnsgut sei. Sie verweisen auf ein Urteil des klev. Hofgerichts von 1584, das ihnen die Hälfte des Sängerhofs zusprach. Einrede gegen den Gerichtssstand wegen Verletzung des „privilegium de non appellando“.
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Klage auf Wiedereinräumung des Sängerhofs zu Dinker, von dem der Kläger auf Anweisung des Richters von Soest durch 7 Soldaten gewaltsam vertrieben worden ist. Der Kläger beansprucht den Sängerhof einerseits erbrechtlich als dritter Gatte der verst. Anna Schaden, die in erster Ehe mit Goswin Elßman, einem Enkel der Katharina Haver (Hauer), der Inhaberin des Sängerhofs nach dem kinderlosen Tod ihres Bruders Kaspar Haver, verheiratet war. Er leitet andererseits Besitzansprüche daraus ab, daß er Schuldenlasten auf dem Sängerhof unter Verkauf seiner eigenen Patrimonialgüter getilgt (u. a. Befriedigung der Gläubiger Knipping) und durch Investitionen (Meliorationen), z. B. durch das Anlegen eines Grabens und eines Obstgartens, das Düngen der Ackerkrume und die Errichtung einer neuen Scheuer, den Wert des Hofs gesteigert habe. Der Sängerhof sei ein Allodialgut, das von den Ahnherren der Katharina Haver käuflich erworben worden sei. Die Beklagten machen als Enkel der Anna Haver, der Schwester der Katharina Haver, und somit als nächste Agnaten Besitzansprüche auf den streitigen Hof geltend, der außerdem kein Allodial-, sondern ein Lehnsgut sei. Sie verweisen auf ein Urteil des klev. Hofgerichts von 1584, das ihnen die Hälfte des Sängerhofs zusprach. Einrede gegen den Gerichtssstand wegen Verletzung des „privilegium de non appellando“.
AA 0627, 2075 - G 709/2371
AA 0627 Reichskammergericht, Teil III: E-G
Reichskammergericht, Teil III: E-G >> 3. Buchstabe G
1619 - 1657 (1382 - 1627)
Enthaeltvermerke: Kläger: Georg Gropper (Gröpper), Bürger zu Soest, Konrad Zweiffeler (Zwyveler), Dr. Goswin Merkelbach (Merdehelbach) und andere Konsorten, die in den Akten Soest ./. Knipping genannt werden Beklagter: Fürstlich pfalzneuburgische Statthalter und Hofräte zu Düsseldorf und Konsorten: Peter Schönebeck (Schonebeck), Richter zu Soest, die Junker und Brüder Kaspar, Niklaus und Dietherich Knipping zu Dinker und Scheidingen (beides Kr. Soest), und Georg Steinweg, klevischer Sekretär, zu Kleve, seit 1627 auch Dietherich Knipping, Sohn des verst. Niklaus Knipping Prokuratoren (Kl.): Dr. Johannes Philipp Hirter [1616] 1619 Prokuratoren (Bekl.): Dr. Konrad Fabri 1619 - Lic. Martin Khun [1611] 1619 - Dr. Henrich Eilinck 1627 Prozeßart: Mandati de restituendo et inhibitorii sine clausula Instanzen: RKG 1619 - 1657 (1382 - 1627) Beweismittel: Urteil des klev. Hofgerichts vom 8. März 1584 in Lehnssachen Goddert Haver, nun Erben der Katharina Haver, Witwe des Goswin (Gossen) Schlingworm (Schlinckworm, Schlinckwurm) ./. Othmar Knipping betr. Teilung des Sängerhofs (Q 6). RKG-Urteil vom 6. Okt. 1587 in Appellationssachen Elisabeth Schlingworm, Tochter der Katharina Haver ./. Othmar Knipping betr. Einstellung des Verfahrens wegen Versäumung (desertio) (Q 7). RKG- „Mandatum executoriale poenale“ in der obigen Sache an Herzog Johann Wilhelm von Jülich, Kleve und Berg vom 7. Juli 1601 (Q 8). RKG-Urteil vom 7. Juli 1601 in Appellationssachen Schlingworm ./. Othmar Knipping betr. Bestätigung des Urteils vom 6. Okt. 1587 und Abweisung der appellantischen Restitutionsklage (Q 9). Bescheid des Pfalzgrafen Wolfgang Wilhelm bei Rhein vom 19. Okt. 1618 über die Berechtigung der Geschwister Johann und Dorothee Fürstenberg, Kinder des Johann Fürstenberg und der Anna Schaden und Erben der Eheleute Heinrich (Gossen) Schlingworm und Katharina Haver, sowie der Brüder Kaspar, Niklaß und Dieterich Knipping und des Georg Steinweg namens der Elisabeth Spicker als Erben der Eheleute Johann Knipping und Anna Haver zur Belehnung mit dem Sängerhof (Q 13). „Privilegium de non appellando“ Kaiser Maximilians II. vom 29. Mai 1556 für Herzog Wilhelm von Jülich, Kleve und Berg (Q 14). Kaufvertrag von 1487 zwischen den Brüdern Johann und Hindrich Hobers als Verkäufern und den Brüdern Engelbert und Gerd Haver als Käufern des Aschhofs und des Hofs in der Bauerschaft Dinker beim Sängerhof (Q 17). Urkunde des Henrich de Swinde, Freigrafen zu Soest, von 1382 über den Verkauf des Lohhofs in dem Ettorpe durch die Eheleute Andres von dem Romberg (Rodenberge), Knappe, und Fredern an Detmar von dem Hamme (Q 18). Kaufvertrag von 1446 zwischen Johann Cloidt (Kloet) zu Nateln (Nordhollen, Norhalen, Kr. Soest), seiner Gattin Ellseken und seines Sohns Johann als Verkäufern und Engelbert Haver als Käufer betr. den Cloetschen Kamp (Q 19). Quittung der Katharina Mellinck, Witwe des Othmar Knipping, und ihrer Söhne Kaspar, Niklaus und Dietherich Knipping von 1610 (Q 20). Quittung der drei Brüder Knipping von 1612 für Andres von Daell und Ebbert Dinckerman als Vormünder für Anna Schadens Kinder (Q 21). Genealogie beginnend bei Engelbert Haver 1517 (in Q 25). Ehevertrag von 1547 zwischen Kaspar (Jaspar) Haver zum Sängerhof und Anna Schuelen, Tochter der Eheleute Johann und Gertrud Schuelen (Q 26). Kaufvertrag von 1572 zwischen Anna Schuelen, Witwe des Kaspar Haver, und ihrem Schwager Othmar Knipping betr. Anteil am Sängerhof (Q 27). Liste der Knippingschen Güter von 1618 (Q 30). Lehnsbrief des Herzogs Adolf von Kleve von 1438 für Johann Cloidt (Kloet) von Nateln und Henrick von Galen betr. den Hof zu Dorfwelver (Kr. Soest) mit Zubehör im Kirchspiel Dinker (Q 37). RKG- „Citationis ad reassumendum“ vom 13. Jan. 1627 (Q 50). RKG-(Bei-)Urteil vom 20. Aug. 1619 (Prot.). Beschreibung: 6 cm, 268 Bl., lose; Q 1 - 34, 36 - 50, 52, 2 Beilagen prod. 12. Juni 1610 und 6. Juli 1627, es fehlen Q 35* und 51*. Lit.: Vogeler, Ältere Nachrichten über die Besitzverhältnisse des Ritterguts Sängerhof, in: Zeitschr. d. Vereins für die Gesch. von Soest und Börde H. 27 (1909/1910) S. 109ff.
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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11.05.2026, 9:56 AM CEST