Lucia Krafft, Ehefrau des Mang Vetzer, Vogt zu Geislingen, stiftet mit dessen Zustimmung einen Jahrtag für ihren Vater Peter Krafft, ihre Mutter Clara Lang (Lengin), ihre Brüder Ludwig und Heinrich sowie ihre Schwester Susanna Krafft, Ehefrau des Ulrich von Liechtenstein, alle verstorben, an der Messpfründe der Krafft in der Dreikönigskapelle zu Ulm. Dafür gibt sie die Einkünfte (müllgült) ihrer Mühle zu Silheim (Sülhaim), die derzeit Heinrich Tyßenmüller innehat, und die jährlich 4 Pfd. Heller, 4 Herbsthühner und ein Fastnachsthuhn zinst. Der Jahrtag soll um das Weihnachtsquatember (cottemer vor Wyhennachten) bei den Predigern [Dominikanern] in Ulm gehalten werden, abends eine Vigilfeier mit Weihrauch, morgens eine gesungene Seelmesse mit vier Rauchkerzen und Opferlichtern. Der Kaplan der Dreikönigskapelle soll dafür fünf weitere Priester hinzuziehen: die zwei anderen Kapläne der Krafft, die beiden Kapläne der Strölin und den "Lanngen" Kaplan. Diese erhalten alle dafür jeweils 12 Pfennig, die Prediger 30 Schilling Heller und eine der Rauchkerzen, dazu noch ein Maß Wein und zwei Brote, die auf das Grab gelegt werden. Sollte der Jahrtag nicht stiftungsgemäß durchgeführt werden, fallen die Einkünfte des jeweiligen Jahres an die Prediger.