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Lippischer Künstlerbund e. V. (Bestand)
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Form und Inhalt: Der Lippische Künstlerbund wurde 1917 als Verbund freischaffender, in Lippe tätiger Künstler gegründet. Nach der ersten Ausstellung 1923 organisierte er regelmäßig Ausstellungen und Versteigerungen. Der Bund erhielt regelmäßige Unterstützungen durch die Lippische Regierung und wurde vom Landespräsidenten Drake stark gefördert. Vor dem Hintergrund der Gleichschaltung von Künstlervereinen im Nationalsozialismus löste sich der Verbund 1933 selbst auf. Die Wiedergründung erfolgte 1945/46 unter großer personeller Erneuerung. Die folgenden Jahre waren gekennzeichnet von starken, auch in der Presse geführten künstlerischen Auseinandersetzungen um neue Kunst- und Ausdrucksformen. Erneut wurde der Künstlerbund durch die Landesregierung und Heinrich Drake gefördert.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts trat der Lippische Künstlerbund durch regelmäßige Ausstellungen, Kunstaktionen und Versteigerungen in Erscheinung. Er organisierte meist mehrere Gemeinschaftsausstellungen im Jahr, an denen sich neben gelegentlichen Gastkünstlern die meisten seiner aktiven Mitglieder beteiligten. Darüber hinaus wurden unregelmäßig Einzelausstellungen von Mitgliedern des Künstlerbunds organisiert und vereinzelt Gastausstellungen nach Lippe geholt. Mehrmals stellte der Bund auch in Partnerstädten Lemgos oder Detmolds aus, so in Beverley (UK), Hasselt (B) und Kaunas (LT). Als Vereinigung von Künstlern spielte er eine aktive Rolle im kulturellen Leben Lippes und äußerte sich gelegentlich zu regionalen kulturpolitischen und gesellschaftlichen Fragen.
Im Jahr 2017 wurde das 100-jährige Bestehen des Lippischen Künstlerbunds mit einer Ausstellung im Lippischen Landesmuseum gefeiert. In diesem Kontext ist auch das Interesse an der Dokumentation seiner Geschichte und die 2016 erfolgte Abgabe von Unterlagen an das Landesarchiv zu sehen.
Auf Initiative des Landesarchivs NRW wurde der Bestand am 20.07.2016 vom Vorsitzenden des Lippischen Künstlerbunds, Günter Schulz dem Archiv als Zugang 77/2016 geschenkt. Neben einer kleinen Plakatsammlung wurden die Unterlagen in drei Umzugskartons übergeben und provisorisch verpackt. Die Ordnung der Dokumente wurde nicht verändert.
Zum Zeitpunkt der Übernahme noch fehlende Portraits aktiver Mitglieder des LKB wurden bei den betreffenden Künstlern angefragt. Im Oktober 2016 wurden die Portraits von Andrea Maurmann und Krista Rodekohr eingereicht und dem Bestand hinzugefügt. Ebenfalls im Oktober 2016 reichte Irene Schramm-Biermann Ergänzungen zu ihrem Dossier nach. Von den zum Zeitpunkt der Abgabe aktiven Mitgliedern des Lippischen Künstlerbunds fehlen Portraits von Robin Jähne, Ernst Thevis und dem kurz darauf ausgetretenen Eckhardt Schmidt.
Der Bestand umfasst 2 lfm Akten (11 Archivkartons) in 52 Archivalieneinheiten. Daneben gehören zum Bestand 17 Plakate, die entnommen und im Bestand D 81 (Plakatsammlung) als Nr. 13240-13256 verzeichnet wurden, sowie 8 CD-ROMs mit Bildern, die ebenfalls entnommen und im Bestand D 80 C (Optische Massenspeicher) als Nr. 607-614 verzeichnet wurden. Die Gesamtlaufzeit des Bestandes umfasst die Jahre 1929-2016.
Der Bestand ist nach dem Schenkungsvertrag vom 20.07.2016 (Az. 3.8.0.1) und dem Gesetz über die Sicherung und Nutzung öffentlichen Archivguts im Lande Nordrhein-Westfalen (Archivgesetz Nordrhein-Westfalen - ArchivG NRW) vom 16. März 2010 in der aktuell gültigen Fassung nutzbar. Er wurde im August/September 2017 von Matthias Herm verzeichnet.
Schwerpunkt des Bestandes sind die Portraits der zum Zeitpunkt der Abgabe aktiven Mitglieder des Lippischen Künstlerbunds sowie Unterlagen zu Ausstellungsprojekten des LKB, vornehmlich aus den 90er und 2000er Jahren. Von besonderer Bedeutung für die Geschichte des Künstlerbunds und des kulturellen Lebens in Lippe sind die in zwei Bänden lückenlos niedergelegten Versammlungsprotokolle von 1929 bis 1950 und 1965 bis 1998. Als beispielhaft für Struktur und Aktenführung mag die Mischakte Nr. 41 gelten, die Organisation von Ausstellungen, Vereins- und Vorstandsbelange mit Redemanuskripten und Engagement des Vorsitzenden in der Industriegewerkschaft Medien verbindet, jedoch nicht sinnvoll in thematische Blöcke teilbar wäre, ohne den chronologischen und inhaltlichen Kontext der Unterlagen zu zerstören. Der Bestand zeichnet sich weiterhin durch seine große Menge und Dichte inserierter Begleitmedien wie Fotos, Dias, Flyer, Plakate und CD-ROMs aus, die die schriftlichen Unterlagen ergänzen.
Akte D 107/83 Nr. 1 ist bis einschließlich 2069 für die Benutzung gesperrt, die Akte Nr. 2 bis einschließlich 2062, die Akte Nr. 3 bis einschließlich 2043, die Akte Nr. 4 bis einschließlich 2043, die Akte Nr. 5 bis einschließlich 2041, die Akte Nr. 6 bis einschließlich 2069, die Akte Nr. 7 bis einschließlich 2050, die Akte Nr. 8 bis einschließlich 2039, die Akte Nr. 9 bis einschließlich 2041, die Akte Nr. 10 bis einschließlich 2044, die Akte Nr. 11 bis einschließlich 2043, die Akte Nr. 12 bis einschließlich 2039, die Akte Nr. 13 bis einschließlich 2067, die Akte Nr. 14 bis einschließlich 2057, die Akte Nr. 15 bis einschließlich 2037, die Akte Nr. 16 bis einschließlich 2036, die Akte Nr. 17 bis einschließlich 2049, die Akte Nr. 18 bis einschließlich 2049, die Akte Nr. 19 bis einschließlich 2063, die Akte Nr. 20 bis einschließlich 2050, die Akte Nr. 21 bis einschließlich 2039, die Akte Nr. 22 bis einschließlich 2055, die Akte Nr. 23 bis einschließlich 2023, die Akte Nr. 24 bis einschließlich 2048, die Akte Nr. 25 bis einschließlich 2039, die Akte Nr. 26 bis einschließlich 2037, die Akte Nr. 27 bis einschließlich 2050, die Akte Nr. 33 bis einschließlich 2065 und die Akte Nr. 47 bis einschließlich 2039.
Es ist nach der Bestellnummer zu zitieren: LAV NRW OWL, D 107/83 Nr. ...........
Detmold, den 08.09.2017
gez. Matthias Herm
Quellen:
50 Jahre Lippischer Künstlerbund e.V., hrsg. vom Lippischen Künstlerbund, Lage 1967.
Lippischer Künstlerbund, Red. Hans-Helmuth von Rath u.a., [Blomberg] 1982.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.