F 42 - Anker-Werke AG (Bestand)
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1861-1861
Firmensitz: Bielefeld Branche: Maschinenindustrie Der Mechaniker Carl Schmidt hatte seit 1867 mit Nicolaus Dürkopp in Kompagnie Nähmaschinen hergestellt, ehe er sich 1876 selbständig machte. Die "Bielefelder Nähmaschinenfabrik Carl Schmidt" spezialisierte sich auf die Produktion von "Circular-Elastique"- Nähmaschinen für Schuhmacher, später auf Lang- und Schwungschiff-Nähmaschinen. 1883 schied Schmidt aus; die Firma hieß seit 1884 nach dem 1878 eingetretenen Hugo Hengstenberg "Bielefelder Nähmaschinenfabrik Hengstenberg & Co.". 1894 kam als weiterer Produktionszweig die Herstellung von Fahrrädern hinzu. Mitte 1895 Umwandlung zur Aktiengesellschaft "Bielefelder Nähmaschinen- und Fahrrad-Fabrik A.G. vorm. Hengstenberg & Co.", 1906 umbenannt in "Anker-Werke A.G. vorm. Hengstenberg & Co." (Aktienkapital 1,875 Millionen M). 1900 Aufnahme der Produktion von Registrierkassen, 1912 Buchungsmaschinen, seitdem ständig wachsende Bedeutung des Büromaschinensektors; gleichzeitig Aufbau eines Vertriebsnetzes im In- und Ausland trotz der amerikanischen Konkurrenz. In den 1920er Jahren Anstieg der Beschäftigtenzahl von 1000 (1920) auf 1500 (1930), 1938 sind über 2000 Personen bei den Anker-Werken beschäftigt. 1926 wurden die Betriebsstätten durch ein weiteres Werk neben dem Stammwerk in der Rohrteichstraße erweitert. Ab 1948 Wiederaufbau, Konzentration auf die Büromaschinen- und Registrierkassenproduktion. Die Fahrradherstellung wird in Lizenz vergeben; 1956 erste elektromechanische Buchungsmaschine. 1958 Ausgliederung der Nähmaschinenproduktion durch Gründung einer Tochtergesellschaft "Anker-Nähmaschinen AG", mit der ein Jahr später die "Phoenix-Nähmaschinen-AG" (gegr. 1865 als Baer & Rempel, ab 1934 AG) verschmolzen wird. 1969 Einstellung der Nähmaschinenherstellung. 1967 Gründung einer hundertprozentigen Tochter für den Vertrieb ADS Anker Data System GmbH. 1976 Konkurs; zuletzt 8.000 Beschäftigte. 14,5 m Der Bestand enthält originär im Unternehmen erwachsenes Schriftgut, vor allem Akten des Vorstands und des Aufsichtsrats, sowie das sog. Anker-Archiv, eine vom Leiter der Abt. Information Dr. Paul Ammon seit 1938 angelegte Dokumentation (z.T. angereichert durch Schriftgut seit Firmengründung). Das gesammelte Material zur Firmengeschichte wurde in erheblichen Teilen in der Werkszeitschrift "Die Ankerkette" abgedruckt, Ausschnitte aus "Die Ankerkette" sind zugleich im Anker-Archiv enthalten. Die Klassifikation des ehemaligen Anker-Archivs wurde im WWA beibehalten: I Numerischer Aufbau der Überlieferung der Zentrale (001.00 bis 901) II Mnemotechnisch-numerischer Aufbau der Dokumentation zu den einzelnen Abteilungen [=Produkte], vor allem B Buchungsmaschinen F Fahrräder K Registrierkassen N Nähmaschinen Der Bestand bietet reiches Material zu den Produkten, die die Ankerwerke hergestellt haben. Vor allem bildliche Quellen zu den wichtigsten Produkten - Nähmaschinen, Fahrräder, Kassen und Büromaschinen - sind hervorzuheben. Absatz und Vertrieb nehmen einen großen Teil ein, ferner der soziale Bereich. 1. Geschäftsbücher Hauptversammlungen mit Geschäftsberichten 1896-1974 Aufsichtsrat: Protokollbücher 1899-1932, 1957-1959; Akten 1917-1941 Kopiebücher mit Zeugnissen 1877-1909; Versandbücher. 2. Akten Berichte an den Vorstand, vor allem an Direktor Otto Kramer 1925-1976 (32); Kriegs- und Nachkriegswirtschaft 1939-1948 (27); Kalkulationen 1924-1930; Asien- und USA-Reise von Dir. Otto Kramer 1930 Prozesse, Konkurrenz mit amerikanischen Herstellern 1907-1926. Betriebskrankenkassen: Protokollbücher 1892-1953 (2); Statistiken 1876-1976. Beteiligungen und Tochtergesellschaften, vor allem ADS 1949-1973; Kooperation im In- und Ausland 1954-1976; Patente und Lizenzen 1906-1972; Presse- und Informationsdienst 1953-1976; Werbung und Design 1888-1970; Absatz, Verkaufsniederlassungen, Rundschreiben an Vertreter 1881-1976; Personal und soziale Einrichtungen 1880-1971; Erholungsheim Lichtenfels 1941-1975; Betriebsrat 1954-1975. Produkte: Lochbandgeräte 1956-1960; Nähmaschinen 1876-1960; Fahrkartenkontrollapparate 1924-1928; Warenautomaten 1934-1938; Frankiermaschinen 1926-1974; Wertkartenstempelmaschinen 1959-1967; Buchungsmaschinen (1876) 1920-1976; Elektronische Maschinen 1962-1975; Fahrräder 1896-1963; Registriermaschinen 1900-1976. Darin: Baer & Rempel, ab 1934 Phoenix-Nähmaschinen AG: Geheimbücher 1886-1922; Akten (1865) 1948-1955. Anker-Phönix-Nähmaschinen AG: Protokollbuch 1957-1959; Akten 1958-1970.
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.11.2025, 13:59 MEZ