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Erbschaftsstreit um einen Hof zu Garzweiler (Kr. Grevenbroich) und insbesondere um den Rittersitz Pesch unter dem Gerichtszwang von Holzweiler (Kr. Erkelenz). Pesch gehörte zur Hinterlassenschaft der Adelheit Hoen (gestorben 1536), Tochter des Heinrich Hoen [von Pesch] und der Mechtilde von Melick (Melich) zu Tüschenbroich und Gattin des Werner von Schönrath. Diese hatte verfügt, daß ihr geistlicher Sohn Johann von Schönrath, Domherr zu Aachen, den Rittersitz erhalten sollte, wenn er nach dem Tod seiner Eltern in den weltlichen Stand zurückkehren würde. Johann von Schönrath entsagte 1540 dem geistlichen Stand und heiratete Gräfin Maria von Reifferscheid, der er 1541 Haus und Herrschaft Pesch „inter vivos“ schenkte, weil er von seinem Bruder Franz von Schönrath und seinem Vater viel Schmach erlitten hatte. Da die Ehe kinderlos blieb, übertrug Maria von Reifferscheid (gestorben 1546) das streitige Gut ihrer Schwester Katharina von Reifferscheid, Gattin des Franz Berner. Von deren Tochter Johanna Berner, der Gattin des Wolf Wilhelm von Maxelrein (Maxlrain) zu Waldeck, leiten die Appellanten von Hohenwaldeck ihre Erbansprüche her. Die Appellaten von (dem) Bongart erheben als Nachkommen der Margaretha von Schönrath, Werner von Schönraths Schwester, deren Tochter Maria von Maschereil (Marseriel) mit Wilhelm von dem Bongart verehelicht worden war, Anspruch auf Pesch. Die Appellaten von Eyll sind Erben der Bela von Melick zu Tüschenbroich, Gattin des Sibert von Eyll und Schwester der Mechtilde von Melick zu Tüschenbroich. Katharina von Reifferscheid, verheiratete Berner, hatte den Rittersitz Pesch 1549 durch das Gericht von Holzweiler mit „Kummer und Arrest“ belegen lassen und war 1573 im Zuge einer Urteilsvollstreckung in seinen Besitz tatsächlich eingewiesen worden. Die 3. Instanz erkärte mit Urteil vom 3. Sept. 1669 die Familie von dem Bongart für die rechten Erben des Hauses Pesch. Das RKG urteilt am 13. Dez. 1697, daß die Appellanten Haus Pesch abtreten müssen, aber von der Erstattung des Nießbrauchs von 1549 - 1573 freizusprechen sind, da das Kummerrecht ein volles Nutzungsrecht erlaube. Das RKG-Urteil erfolgt aufgrund des nach kaiserlichem Bankrecht eingeführten alten Brauchs. Die Appellanten verweisen demgegenüber auf das jül.-berg. Landrecht von 1574, wonach das Kummerrecht dort, wo es Geltung hatte, auch weiterhin gelten soll, aber die Familie des Bekümmerten, sein Hofgesinde, seine Halfleute und Pächter zu schützen sind, und gehen in Revision.
Erbschaftsstreit um einen Hof zu Garzweiler (Kr. Grevenbroich) und insbesondere um den Rittersitz Pesch unter dem Gerichtszwang von Holzweiler (Kr. Erkelenz). Pesch gehörte zur Hinterlassenschaft der Adelheit Hoen (gestorben 1536), Tochter des Heinrich Hoen [von Pesch] und der Mechtilde von Melick (Melich) zu Tüschenbroich und Gattin des Werner von Schönrath. Diese hatte verfügt, daß ihr geistlicher Sohn Johann von Schönrath, Domherr zu Aachen, den Rittersitz erhalten sollte, wenn er nach dem Tod seiner Eltern in den weltlichen Stand zurückkehren würde. Johann von Schönrath entsagte 1540 dem geistlichen Stand und heiratete Gräfin Maria von Reifferscheid, der er 1541 Haus und Herrschaft Pesch „inter vivos“ schenkte, weil er von seinem Bruder Franz von Schönrath und seinem Vater viel Schmach erlitten hatte. Da die Ehe kinderlos blieb, übertrug Maria von Reifferscheid (gestorben 1546) das streitige Gut ihrer Schwester Katharina von Reifferscheid, Gattin des Franz Berner. Von deren Tochter Johanna Berner, der Gattin des Wolf Wilhelm von Maxelrein (Maxlrain) zu Waldeck, leiten die Appellanten von Hohenwaldeck ihre Erbansprüche her. Die Appellaten von (dem) Bongart erheben als Nachkommen der Margaretha von Schönrath, Werner von Schönraths Schwester, deren Tochter Maria von Maschereil (Marseriel) mit Wilhelm von dem Bongart verehelicht worden war, Anspruch auf Pesch. Die Appellaten von Eyll sind Erben der Bela von Melick zu Tüschenbroich, Gattin des Sibert von Eyll und Schwester der Mechtilde von Melick zu Tüschenbroich. Katharina von Reifferscheid, verheiratete Berner, hatte den Rittersitz Pesch 1549 durch das Gericht von Holzweiler mit „Kummer und Arrest“ belegen lassen und war 1573 im Zuge einer Urteilsvollstreckung in seinen Besitz tatsächlich eingewiesen worden. Die 3. Instanz erkärte mit Urteil vom 3. Sept. 1669 die Familie von dem Bongart für die rechten Erben des Hauses Pesch. Das RKG urteilt am 13. Dez. 1697, daß die Appellanten Haus Pesch abtreten müssen, aber von der Erstattung des Nießbrauchs von 1549 - 1573 freizusprechen sind, da das Kummerrecht ein volles Nutzungsrecht erlaube. Das RKG-Urteil erfolgt aufgrund des nach kaiserlichem Bankrecht eingeführten alten Brauchs. Die Appellanten verweisen demgegenüber auf das jül.-berg. Landrecht von 1574, wonach das Kummerrecht dort, wo es Geltung hatte, auch weiterhin gelten soll, aber die Familie des Bekümmerten, sein Hofgesinde, seine Halfleute und Pächter zu schützen sind, und gehen in Revision.
Erbschaftsstreit um einen Hof zu Garzweiler (Kr. Grevenbroich) und insbesondere um den Rittersitz Pesch unter dem Gerichtszwang von Holzweiler (Kr. Erkelenz). Pesch gehörte zur Hinterlassenschaft der Adelheit Hoen (gestorben 1536), Tochter des Heinrich Hoen [von Pesch] und der Mechtilde von Melick (Melich) zu Tüschenbroich und Gattin des Werner von Schönrath. Diese hatte verfügt, daß ihr geistlicher Sohn Johann von Schönrath, Domherr zu Aachen, den Rittersitz erhalten sollte, wenn er nach dem Tod seiner Eltern in den weltlichen Stand zurückkehren würde. Johann von Schönrath entsagte 1540 dem geistlichen Stand und heiratete Gräfin Maria von Reifferscheid, der er 1541 Haus und Herrschaft Pesch „inter vivos“ schenkte, weil er von seinem Bruder Franz von Schönrath und seinem Vater viel Schmach erlitten hatte. Da die Ehe kinderlos blieb, übertrug Maria von Reifferscheid (gestorben 1546) das streitige Gut ihrer Schwester Katharina von Reifferscheid, Gattin des Franz Berner. Von deren Tochter Johanna Berner, der Gattin des Wolf Wilhelm von Maxelrein (Maxlrain) zu Waldeck, leiten die Appellanten von Hohenwaldeck ihre Erbansprüche her. Die Appellaten von (dem) Bongart erheben als Nachkommen der Margaretha von Schönrath, Werner von Schönraths Schwester, deren Tochter Maria von Maschereil (Marseriel) mit Wilhelm von dem Bongart verehelicht worden war, Anspruch auf Pesch. Die Appellaten von Eyll sind Erben der Bela von Melick zu Tüschenbroich, Gattin des Sibert von Eyll und Schwester der Mechtilde von Melick zu Tüschenbroich. Katharina von Reifferscheid, verheiratete Berner, hatte den Rittersitz Pesch 1549 durch das Gericht von Holzweiler mit „Kummer und Arrest“ belegen lassen und war 1573 im Zuge einer Urteilsvollstreckung in seinen Besitz tatsächlich eingewiesen worden. Die 3. Instanz erkärte mit Urteil vom 3. Sept. 1669 die Familie von dem Bongart für die rechten Erben des Hauses Pesch. Das RKG urteilt am 13. Dez. 1697, daß die Appellanten Haus Pesch abtreten müssen, aber von der Erstattung des Nießbrauchs von 1549 - 1573 freizusprechen sind, da das Kummerrecht ein volles Nutzungsrecht erlaube. Das RKG-Urteil erfolgt aufgrund des nach kaiserlichem Bankrecht eingeführten alten Brauchs. Die Appellanten verweisen demgegenüber auf das jül.-berg. Landrecht von 1574, wonach das Kummerrecht dort, wo es Geltung hatte, auch weiterhin gelten soll, aber die Familie des Bekümmerten, sein Hofgesinde, seine Halfleute und Pächter zu schützen sind, und gehen in Revision.
AA 0627 Reichskammergericht, Teil IV: H
Reichskammergericht, Teil IV: H >> 1. Buchstabe H
1670 - 1697 (1463 - 1785) - 5
Enthaeltvermerke: Kläger: Grafen Johann Veit, Johann Maximilian Wilhelm und Johann Henrich Franz Dominicus von Hohenwaldeck auf Maxlrain (Maxelrein), Gräfin Maria Anna Katharina Franziska von Hohenwaldeck, Albrecht Wilhelm Lösch (Lesch) von und zu Hilgertshausen, Franz von Neuhaus namens seiner Gattin Johanna Franziska von Hohenwaldeck und Wolf Joseph von Taufkirchen, seit 1767 Clemens Lothar von Fürstenberg zu Adolphsburg, (Bekl.: Katharina von Reifferscheid, Franz Berners Witwe, später Albert Wilhelm Lösch und Konsorten) Beklagter: Johann Bernhard von dem Bongart (Bongardt, Bongard) zu Paffendorf und Maria von Nesselrode, Witwe Ferdinands von dem Bongart zur Heiden, als Vormünderin ihrer Kinder Karl Lothar Melchior Adolph, Maria und Maria Katharina, ferner Anna Leyen und deren Kurator Gottfried Heck, Hofgerichtsprokurator zu Düsseldorf, Anna Haes, verwitwete von Clouth, AdolfWolf von Cloudt (Clauth, Cludt) zu Moers, Jost Wilhelm Friedrich von Hassel zu Duisburg, Reinhard von Preut (Breut) zu Kaldenhausen sowie Siebert, Reinhart und Bernhard von Eyll, seit 1679 Philipp Wilhelm von dem Bongart, seit 1699 Philipp Karl von Hochsteden namens seiner Gattin Maria Anna Klara Blankkart, Witwe des Karl Lothar Melchior Adolph von dem Bongart, seit 1720 Freiherr J. H. (?) von dem Bongart und Franz Winand Bardenhewer als Vormünder für Johann Hugo Ferdinand von dem Bongart zu Paffendorf, (Kl.: Sibert und Reinhard von Eyll und die Vormünder der Kinder ihres Bruders Bernhard von Eyll, später Reinhard von Pfreund (Freundt), Wolf von Cloudt, G. Wilhelm von Hassel und Konsorten) Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Markus Giesenbier 1670 - Subst.: Dr. Henrich Wilhelm Erhardt - Dr. Johann Georg Erhardt 1692 - Subst.: Dr. Krebs - Notar Johann Daniel Zorn 1698 - Subst.: Notar Johann Wilhelm Rehwinckel - Lic. Johann Konrad Albrecht 1702 - Subst.: Lic. Wilhelm Heeser - Dr. Johann Albert Ruland 1767 - Subst.: Lic. C. Scheurer - Notar Johann Henrich Faber 1767 - Subst.: Notar Johann Christian Friedrich Silbermann Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Leonhard Schommartz [1667] 1670 - Subst.: Lic. Johann Eichrodt 1671 - Subst.: Lic. Johann Philipp Nidderer 1679 - Dr. Johann Georg Döler 1689 - Subst.: Dr. Ludwig Ziegler - Lic. Konrad Franz Steinhausen 1692 - Subst.: Dr. Krebs - Subst.: Johann Friedrich Hoffmann 1693 - Lic. Franz Peter Jung 1699 - Subst.: Dr. Klotz - Lic. Konrad Franz von Steinhausen 1720 - Subst.: Dr. Geibel - Subst.: Dr. Johann Rudolph Sachs 1724 - Lic. Franz Peter Jung 1726 - Subst.: Johann Leonhard Krifft - Dr. Georg Andreas Geibel 1726 - Subst.: Lic. Johann Christian Wigandt - Dr. Johann Philipp Gottfried von Gülich [1763] 1769 Prozeßart: Appellationis, nunc (1698) revisionis Instanzen: 1. Gericht (Vogt und Schöffen) zu Holzweiler 1577 - 1590 - 2. Stadt- und Hauptgericht (Schultheiß und Schöffen) zu Düren 1591 - 1593 - 3. Jül.-berg. Hofgericht (Kanzler und Räte) zu Düsseldorf 1593 - 1669 - 4. RKG 1670 - 1697 (1463 - 1785) - 5. Erzbischofvon Mainz 1698 - 1794 Beweismittel: Ehevertrag von 1533 zwischen Franz von Schönrath (Schönrode), dem ältesten Sohn Werners von Schönrath zu Heyden und Adelheids Hoen zu Pesch, und Theodora, der ältesten Tochter Johanns von Bronckhorst und Batenburg (Niederlande) (Q 6). Testament und „donatio inter vivos“ des Johann von Schönrath zugunsten seiner Gattin Maria von Reifferscheid von 1541 (Q 7). Bestätigung des Testaments durch Karl V. von 1545 (Q 8). Päpstliche Bestätigung des Testaments (Q 9). RKG-Urteil von 1573 in Sachen Franz Berner und Gattin Katharina von Reifferscheid ./. Herzog Wilhelm von Jülich und Intervenienten (Q 12). Auszug aus dem Ehevertrag zwischen Karl Lothar Melchior Adolph von dem Bongart und Maria Anna Klara von Blanckart, der ältesten Tochter des Otto Ludwig von Blanckart und der Agnes Odilia von Bocholtz (Q 56). Auszug aus den jül.-berg. Landrechten von 1574 Kap. 16f betr. Kummerrecht (Q 82). Rechtsgutachten der Juristenfakultäten von Ingolstadt von 1701 (Q 83 und Q 101)) und Salzburg von 1701 (Q 86). Stammtafel des Johann von Schönrath und der Maria von Merode (I 583). Umfangreiches Rechtsgutachten mit zwei Genealogien zu den Familien von Eyll und von dem Bongart (I 736-987). Akten des kurköln. Offizialats von 1545 in Sachen Maria von Reifferscheid, Johanns von Schönrath Witwe ./. alle übrigen Erben (IV 2439-2500). Akten des Gerichts Holzweiler von 1598 in Sachen Franz Berner namens seiner Gattin Katharina von Reifferscheid ./. Ritter Wilhelm von dem Bongart, Anthonius von Lülsdorf und seine Brüder, Gotthard von Bocholtz u. a. (IV 2501 -2604). Akten des Gerichts Holzweiler von 1544 in Sachen Franz von Schönrath ./. Maria von Reifferscheid, Johanns von Schönrath Witwe (IV 2605-2664). In den Vorakten befinden sich zahlreiche Dokumente zur Besitzgeschichte des Hauses Pesch, die nicht alle aufgeführt werden können. Beschreibung: 9 Bde., 97,5 cm; Bd. Ia: 15,5 cm, 987 Bl., gebunden; Q 1 - 21, 30 -66, 68 - 112 und 115, Q 67, 113* und 114* fehlen, zahlreiche Beilagen, teilweise schlecht erhalten; Bd. Ib : 12,5 cm, 733 Bl., gebunden; Q 22 (Priora der 1., 2. und 3. Instanz); Bd. II: 11 cm, Bl. 734 - 1401a, gebunden; Q 23 (Priora der 3. Instanz, Fortsetzung, mit Zeugenrotulus); Bd. III: 11,5 cm, Bl. 1402 - 2110a, gebunden; Q 24 (Priora der 3. Instanz, Fortsetzung); Bd. IV: 8,5 cm, Bl. 2111 - 2664, gebunden; Q 25 (Priora der 3. Instanz, Fortsetzung); Bd. V: 11,5 cm, Bl. 2665 - 3280a, gebunden; Q 26 (Priora der 3. Instanz, Fortsetzung); Bd. VI: 11 cm, Bl. 3281 - 3985a, gebunden; Q 27 (Priora der 3. Instanz, Fortsetzung); Bd. VII: 11,5 cm, Bl. 3986 - 4698, gebunden; Q 28 (Priora der 3. Instanz, Fortsetzung); Bd. VIII: 4,5 cm, Bl. 4699 - 4976, gebunden; Q 29 (Priora der 3. Instanz, Ende).
Sachakte
Information on confiscated assets
Further information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person who submitted a compensation claim for damage caused by Nazi persecution. If the application was submitted by a person other than the persecuted person, this other person is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecuted person, if there is one, is noted. In the sources, the persecuted person is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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