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Prolog
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Burkhardt1891, 1.
Der Prolog lautet wie folgt: // Der Anfang ist an allen Sachen schwer, / Bei vielen Werken fällt er nicht ins Auge. / Der Landmann deckt den Samen mit der Egge, / Und nur ein guter Sommer reift die Frucht; / Der Meister eines Baues gräbt den Grund / Nur desto tiefer, als er hoch und höher / Die Mauern führen will; der Maler gründet / Sein aufgespanntes Tuch mit vieler Sorgfalt, / Eh' er sein Bild gedankenvoll entwirft, / Und langsam nur entsteht, was jeder wollte. // Nun, dächten wir, die wir versammelt sind, / Euch manches Werk der Schauspielkunst zu zeigen, / Nur an uns selbst, so träten wir vielleicht / Getrost hervor, und jeder könnte hoffen, / Sein weniges Talent euch zu empfehlen. / Allein bedenken wir, daß Harmonie / Des ganzen Spiels allein verdienen kann / Von euch gelobt zu werden, daß ein jeder / Mit jedem stimmen, alle mit einander / Ein schönes Ganzes vor euch stellen sollen: / So reget sich die Furcht in unsrer Brust. // Von allen Enden Deutschlands kommen wir / Erst jetzt zusammen, sind einander fremd / Und fangen erst nach jenem schönen Ziel / Vereint zu wandeln an, und jeder wünscht, / Mit seinem Nebenmann, es zu erreichen; / Denn hier gilt nicht, daß einer atemlos / Dem andern heftig vorzueilen strebt, / Um einen Kranz für sich hinwegzuhaschen. / Wir treten vor euch auf, und jeder bringt / Bescheiden seine Blume, daß nur bald / Ein schöner Kranz der Kunst vollendet werde, / Den wir zu eurer Freude knüpfen möchten. // Und so empfehlen wir, mit bestem Willen / Uns eurer Billigkeit und eurer Strenge. // (In: Goethes sämtliche Werke. Neu durchgesehene und ergänzte Ausgabe in sechsunddreißig Bänden. Mit Einleitungen von Karl Goedeke. Stuttgart, 1866-1868. Bd. 4. S. 246f.)