F 160 - Funcke & Hueck (Bestand)
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Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv (Archivtektonik) >> F - Firmen
1842-1970
Firmensitz: Hagen Branche: Eisen-, Blech- und Metallwarenindustrie / Stahlverformung (Schraubenfabrik, Gesenkschmiede) 1844 gründeten Bernhard Wilhelm Funcke I (1793-1857) und sein Neffe Friedrich Hueck die Schraubenfabrik Funcke & Hueck. Noch im selben Jahr stellten sie eine Dampfmaschine auf, die erste in Hagen. Wilhelm Funcke I schied bereits 1846 aus, sein Sohn Wilhelm Funcke II (1820-1896) führte das Unternehmen mit Friedrich Hueck weiter. Wilhelm Funcke, bekannt und volkstümlich als "Schruwen-Willm", wurde zur treibenden Kraft des Ausbaus der Firma. 1850 nahm sie auch die Produktion von Schienenbefestigungsmaterial auf, 1860 gliederte sie sich eine Gesenkschmiede an (mit dem ersten Riemenfallhammer Deutschlands). Die Beschäftigtenzahl lag schon Mitte der 1850er Jahre zwischen 300 und 400 und kletterte bis 1913 auf 1.500; 1933 waren es rund 1.000 Arbeiter und Angestellte. Sehr früh setzte Funcke auf betriebliche Sozialpolitik (1855 Betriebskrankenkasse, 1869 Arbeitersparkasse, später auch Arbeiterwohnungsbau und Konsumverein). Darüber hinaus engagierte sich Wilhelm Funcke II im Verbändewesen (zeitweise Präsident der Handelskammer, Mitgründer des Langnamvereins) und als liberaler Politiker. Auch darin folgte ihm sein Sohn Wilhelm Funcke III (1856-1910). Er gründete z.B. mit anderen den Verein der märkischen Kleineisenindustrie. Der Teilhaber Friedrich Hueck schied Ende des Jahres 1862 aus. 1875 trat Theodor Springmann (1840-1927) als Teilhaber ein. Nach dem Ausscheiden der Familie Springmann (1926) blieb das Unternehmen allein im Besitz der Nachkommen von Wilhelm Funcke III. Von 1910 bis 1947 führten es die Brüder Wilhelm Funcke IV und Oscar Funcke, danach Fritz Falkenroth (bis 1959) und Wilhelm Harkort (ab 1959), beide Enkel von Wilhelm Funcke III. Der Betrieb wurde 1970 an die Firma Bauer & Schaurte (Neuss) verkauft. 1,5 lfm Firmengeschichte, verfaßt von Oscar Funcke (3); Handelsregister (1); Teilhaber und Gesellschaftsverträge (3); Bilanzen und Gewinne (2); Geheimbücher, 1891-1925 (3); Wilhelm Funcke II (2); privates Hauptbuch Wilhelm Funcke II, 1842-1875 (1); Theodor Springmann (1); Firmenjubiläen (1); Werksansichten (1); Grundstückswesen (2); Rundschreiben (2); Eingaben an Regierung und Parlament, 1870/85 (1); Verlagerungsbetrieb Kleinpresswerk GmbH, 1944 (1); Wiederaufbau 1945/46 (1); Produktkataloge und Preislisten (5); betriebliche Sozialpolitik (3); Arbeitsordnungen (2); Verkauf an Bauer & Schaurte (1); Korrespondenzbuch Johann Peter Funcke, 1850-1875 (1); Eisen- und Stahlwaren-Industriebund [Esti], Wuppertal-Elberfeld (4); Schraubenfabrikation (1).
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.11.2025, 14:00 MEZ