Mainz, 1589.08.30. Vor Friedrich Hund von Saulheim, Gewaltbote, und Gerhard Ebersheimer, Baumeister, beiden Bauverwesern der Stadt Mainz, verkaufen in Beisein von Michael Gotter, Schaffner des Stifts zu Oppenheim, Adam Strauss, Apotheker, und Hans Erckel Peunder, beiden Bürgern zu Mainz, der ehrsame und vornehme Johann Schönwetter, des Rats, und seine Ehefrau Maria dem Ehrsamen Hans Strauss und seiner Ehefrau Maria zu Erbe die Eckbehausung Starckenberg in der Betzelsgasse (unten an Bastian Füllen, hinten an der Behausung Klein-Würtenberg), Judenerbe, zinst 5 fl. (zu je 24 Albus) Grundzins auf Michaeli dem Kurfürsten, für 2000 fl. Mainzer Währung. Zahlungsmodus: Die Käufer verzinsen fortan an St. Alban 750 fl., an St. Quintin 100 fl. Der Rest (1150 fl.) wird ihnen zinslos auf Lebenszeit des Verkäufers gestundet; dieser behält auch den Zugang zur verkauften Behausung, um wie früher dort einiges Bier zu brauen; nach dem Tode des Verkäufers hat der Käufer jährlich 100 fl. abzuzahlen; bis zur völligen Abzahlung bleibt das verkaufte Haus Unterpfand. Der Verkäufer hat dieses Haus 1581 von Philipp Ingelheimer um einen Mehrbetrag von 125 fl. an sich gekauft; da aber neue Baueinrichtungen, insbesondere wegen Abnützung ein neuer Braukessel, angeschafft werden müssen, hat er das Haus einem Tochtermann (dem Käufer) um den genannten Betrag billiger verkauft. Der Käufer hat das Haus als Judenerbe instandzuhalten und darf es ohne Bewilligung des Kurfürsten nicht belasten; bei Nichtinstandhaltung und Zinsverzug kann der kurfürstliche Zinsmeister das Haus beschlagnahmen; bei Weiterveräußerung hat der Inhaber das Haus zuerst den Baumeistern und dem Zinsmeister im Namen des Kurfürsten anzubieten. S. der beiden Bauverweser. "So beschehen in Meintz mittwochs den dreissigisten monnatstag Augusti [...] funffzehenhundert achtzig vnnd neün jahr".