Mainz, 1776 Mai 2. Vor dem Kammeramts- und Stadtgerichtsassessor Martin Mayer verkauft nach gerichtlicher Deputation Frau Hofrat Anna Margaretha Francisca Baes ("Bähsin") an den Hofrat und Leibarzt Franz Georg Ignaz Ittner den 12. Teil an dem Grundzins der in der offenen Judengasse gelegen Judenhäuser, den sie gemeinsam mit den Ittner'schen Erben besitzt, im Wert von 18 Gulden 45 Kreuzer jährlich für 416 Gulden 40 Kreuzer. Ittner bezahlt den Kaufschilling bar. Baes gibt an, dass der Grundzins auf folgenden Häusern liegt: 1.) auf dem der Erben des Juden Auerbach mit 37 Gulden 30 Kreuzer, 2.) auf dem der Erben des Isaak Daniel mit 20 Gulden 50 Kreuzer, 3.) auf dem des Mair Bickert, vor kurzem ("modo") des Alexander Oppenheimer mit 20 Gulden 50 Kreuzer, 4.) auf dem des Jakob Loeser, vor kurzem ("modo") Schlaffer mit 20 Gulden 50 Kreuzer, 5.) auf dem des Feist Hamburg mit 20 Gulden 50 Kreuzer, 6.) auf dem der Erben des verstorbenen Mayer mit 20 Gulden 50 Kreuzer, 7.) auf dem der Erben des Ellinger mit 20 Gulden 50 Kreuzer, 8.) auf dem der Erben des Isaak Ingelheim mit 20 Gulden 50 Kreuzer, 9.) auf dem des Löw Speyer, vor kurzem ("modo") des Amtmanns Weise mit 20 Gulden 50 Kreuzer, 10.) auf dem der Erben des Juden Reinach mit 20 Gulden 50 Kreuzer. Insgesamt handelt es sich um 225 Gulden. Beide Parteien verzichten nach vorhergehender Belehrung auf Rechtsmittel ("doli, vis, metus, persuasionis, rei non sic, sed aliter gestae, laesionis enormis et ultra dimidium") "handtreulich an Eydstatt". Baes bezahlt die 400 Gulden einschließlich halbjähriger Zinsen in Höhe von 10 Gulden, die sie von der am 26.10.1767 aufgenommenen Hypothek der St. Christophs-Pfarrkirche in Höhe von 500 Gulden noch schuldete, gegen die Rückgabe der Schuldverschreibung. Der Kaufhausmeister Jagemann quittiert als Kircheniurat und Baumeister der Pfarrei. Siegel des kurfürstlichen Kammeramts- und Stadtgerichts und eigenhändige Unterschrift Mayers werden angekündigt. "So geschehen Mainz d. 2t. May 1776."