Kurfürst Friedrich I. von der Pfalz bekundet, dass die vom jüdischen zum christlichen Glauben konvertierten Jost und Matthis, die ehemals Jeckel und Salman genannt wurden und Söhne des zu Heilbronn gesessenen Wolf (+) sind, ihm ihr gesamtes väterliches Erbe, namentlich Barschaft, Schulden, Schuldbriefe und Kleinode, als Eigengut verschrieben haben. Der Pfalzgraf übereignet dasselbe an die Juden Samuel zu Sinsheim und Isaak zu Mosbach, Brüder, Guntricht zu Mosbach sowie Benedikt zu Hoffenheim (Hopickeim). Diese mögen das Erbe von Christen wie von Juden einfordern und in Besitz nehmen, wo immer sie es in Erfahrung bringen. Der Pfalzgraf versichert den vier dafür bis Johannistag [24.06.1472] freies Geleit und weist seine Amtleute um Beachtung und Unterstützung in der Sache an. Alle zuvor ergangenen Gebote über das Hab und Gut sollen aufgehoben sein.
Vollständigen Titel anzeigen
Kurfürst Friedrich I. von der Pfalz bekundet, dass die vom jüdischen zum christlichen Glauben konvertierten Jost und Matthis, die ehemals Jeckel und Salman genannt wurden und Söhne des zu Heilbronn gesessenen Wolf (+) sind, ihm ihr gesamtes väterliches Erbe, namentlich Barschaft, Schulden, Schuldbriefe und Kleinode, als Eigengut verschrieben haben. Der Pfalzgraf übereignet dasselbe an die Juden Samuel zu Sinsheim und Isaak zu Mosbach, Brüder, Guntricht zu Mosbach sowie Benedikt zu Hoffenheim (Hopickeim). Diese mögen das Erbe von Christen wie von Juden einfordern und in Besitz nehmen, wo immer sie es in Erfahrung bringen. Der Pfalzgraf versichert den vier dafür bis Johannistag [24.06.1472] freies Geleit und weist seine Amtleute um Beachtung und Unterstützung in der Sache an. Alle zuvor ergangenen Gebote über das Hab und Gut sollen aufgehoben sein.
Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 67 Nr. 814, 258
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 67 Kopialbücher
Kopialbücher >> Weltliche Territorien und Herrschaften >> Kurpfalz >> Einzelne Pfalzgrafen und Kurfürsten >> Friedrich I. >> Liber ad vitam II (Kurfürst Friedrichs I. von der Pfalz) >> Urkunden
1471 Dezember 14 (uff samstag nach sant Lucien tag)
175r-175v [alt: 155r-155v]
Urkunden
Ausstellungsort: Heidelberg
Siegler: Kurfürst Friedrich I. von der Pfalz (Sekretsiegel)
Siegler: Kurfürst Friedrich I. von der Pfalz (Sekretsiegel)
Kopfregest: "Verschribung Wolff juden sone zu Heilpronn und damit gleit".
Benedikt; Jude zu Hoffenheim, erw. 1471
Guntricht; Jude zu Mosbach, erw. 1471
Isaak; Jude zu Mosbach, erw. 1471
Jost (ehemals Jeckel); Sohn des Wolf zu Heilbronn, Konvertit, erw. 1471
Matthis (ehemals Salman); Sohn des Wolf zu Heilbronn, Konvertit, erw. 1471
Samuel; Jude zu Sinsheim, erw. 1471
Wolf; Jude zu Heilbronn, 1471 tot
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
04.04.2025, 08:19 MESZ
Hierarchie
Hierarchie Detailansicht
- Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe (Archivtektonik)
- Ältere Bestände (vornehmlich aus der Zeit des Alten Reichs) (Tektonik)
- Amtsbücher (Tektonik)
- Kopialbücher (Tektonik)
- Kopialbücher (Bestand)
- Weltliche Territorien und Herrschaften (Gliederung)
- Kurpfalz (Gliederung)
- Einzelne Pfalzgrafen und Kurfürsten (Gliederung)
- Friedrich I. (Gliederung)
- Liber ad vitam II (Kurfürst Friedrichs I. von der Pfalz) (Archivale)
- Urkunden (Teil)
Public Domain Mark 1.0 Universell