Notar Carolus Mayr zu Altdorf beurkundet: vor ihm erscheinen im Haus des Wirts Georg Bichelmayer in der Vorstadt zu Tettnang Hans Brueder d.A., Ulrich Haaß, Jakob Brueder, Melchior Locher und andere Angehörige der Gemeinde Liebenau sowie Balthas Missenhart von Hirschen (=Hirschach) für Hans Bieger, Cristan Steher und Hans Weltz ab der Hochen Reiti (=Hohenreute). Die genannten tragen vor dem Notar und dem ebenfalls anwesenden montfortischen Stadt- und Gerichtsschreiber Jakob Seidenmayer vor, daß sie am 17. März des laufenden Jahres den laymannischen Erben als ihrer niedergerichtlichen Obrigkeit im Schloß Liebenau unter gewissen Bedingungen gehuldigt haben. Sie wollten bei dem alten montfortischen Herkommen gelassen werden und keine höheren Zinsen und Renten entrichten. Die Untertanen beschwerten sich, daß die Witwe des verstorbenen Dr. Laymann, die "Docterin" eine in das Gut Hans Brueders gehörende Wiese daraus gezogen und "eingeschlagen" habe. Obwohl man ihnen bei der Eidesleistung versprochen hatte, sie bei dem alten Herkommen und ihrem Bestand zu lassen, werden sie bedrückt. Sie protestieren dagegen und erklären, daß sie den Eid aufkündigen, wenn man sie nicht beim alten Herkommen und Bestand läßt. Der Notar überbringt die Erklärung den laymannischen Erben im Schloß Liebenau, die sie nicht annehmen wollen. Sie teilen jedoch mit, daß sie einen Gefangenen freilassen werden.