Der öffentliche Notar Philmann Bart von Bingen beurkundet im Jahr 1395, in der dritten Indiktion, im sechsten Jahr des Pontifikats Papst Bonifaz IX., am 29. Tag des Monats April, zwischen Mittag und der Zeit der Vesper, in dem Dorf Großostheim (Ostheym): Vor dem Landgericht – gehegt durch den Vizedom zu Aschaffenburg Eberhard von Fechenbach (Vechinbach) , den Zentgrafen Gerung von Niedernberg (Nedirnburg) und die Schöffen Johann (Henne) Semeler, Konrad (Kunlin) von Radheim (Rode), Rutze von Wenigumstadt (Wenegen Omstad), Johann (Henne) Moller von Pflaumheim (Plumheym), Heinrich von Ringenheim (Rynginheim), Wenzel Schmied (Smyd), Sibold Koch, Hermann Void, Hermann Renne von Stockstadt (Stoxstad), Gerung von Niedernberg, Hermann von Niedernberg, Hermann Sickinhoffer und dem jungen Sefrid – hat in Gegenwart des Notars und der hinzugezogenen Zeugen der Scholaster des Stifts Aschaffenburg Johann Herdan von Büches (Buches) Dekan und Kapitel des Stifts Aschaffenburg für ihre Präsenzen eine Gült von 6 Malter Roggen (korns) verkauft. Davon gefallen 5 Malter von einem Hof und seinen Zugehörungen in Wenigumstadt (Wengin Omstad), den derzeit Heinrich Gruwel und seine Ehefrau Liutgard (Luke) bewirtschaften und der Herdans Gut genannt wird. Dazu gehören: - 2 Morgen Äcker hinter den Zäunen des Heinrich Gruwel. - 3 Morgen in drei Stücken am Streckfuss (Streckfu/o/sze). - 9 Morgen an dem Emesloch (Emeszloche). - 1 Morgen an der Heumahd (Hauwmaden). - 3 Morgen vorne an den Rodungen (Rodern). - 2 Morgen unter demRodelberge. - 4 Morgen auf dem Rodelberge. - 3 Morgen am Schaftalsrain (Schaffstalsteyne). - 1 Morgen Acker durch das Schaftalsfloß (Schaffstalsflosz). 1 Malter Roggen entrichten die Erben des Storke zu Großostheim, nämlich Konrad Zimmermann und seine Ehefrau Elisabeth, von Äckern in der Gemarkung Großostheim jenseits des Remis (Remysz) zwischen Berthold Semeler und Johann (Henchin) Stork. Der Verkäufer hat diese Gült mit Hand und Halm dem Vizedom übergeben. Auf dessen Befehl hat dann der Zentgraf den Vikar und Präsenzmeister (presencier) des Stifts Konrad von Lich (Liechin) als Vertreter der Käufer in deren Besitz gesetzt. Die Schöffen haben eidlich erklärt, dass die Gült durch die erwähnten Güter ausreichend abgesichert ist. Auf Bitte des Präsenzmeisters hat dann der Notar darüber ein Notariatsinstrument ausgefertigt. Zeugen: Der Priester Konrad Bucher (Buchir), der Schreiber des Vizedoms Klaus von Münzenberg (Mintzenberg), der Kleriker Heinrich von Heubach (Heypach), der Priester Konrad Stork, die Aschaffenburger Bürger Johann (Henne) Quittenbaum (Quedinbaum) und Gerlach Kersener sowie Johann Schaffmeister von Babenhausen (Babinhusen). Von den Gütern in Großostheim, auf denen der Malter Roggen lastet, gefällt außerdem jedes Jahr ein Fastnachtshuhn, das Konrad Zimmermann oder der jeweilige Inhaber dieser Güter zusätzlich zu der Pacht geben muss.

Vollständigen Titel anzeigen
Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg
Loading...