Herrschafts- und Familienarchiv Rüdt von Collenberg-Bödigheim (Teilbestand 2: Nr. 4109-4445) (Bestand)
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Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 69 Rüdt von Collenberg (Nachtrag)
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe (Archivtektonik) >> Nichtstaatliches Archivgut >> Familien- und Herrschaftsarchive >> Adel >> Rüdt von Collenberg >> Herrschafts- und Familienarchiv Rüdt von Collenberg-Bödigheim
1588, 1842 - 1965
Inhalt und Bewertung
Neuere Familienpapiere Rüdt von Collenberg und Akten der Forst- und Rentämter Bödigheim und Sennfeld
Geschichte der Familie Rüdt von Collenberg: Die aus der Gegend um Amorbach und Rüdenau (bayr. Kreis Miltenberg) stammende niederadelige Familie Rüdt ist erstmals im 13. Jh. in Diensten des Klosters Amorbach bezeugt. Als Vertreter seiner Vögte, der Edelherren von Dürn, waren sie in dieser Zeit mit der Verwaltung der Amorbacher Grundherrschaft in Bödigheim (bei Buchen) und benachbarten Orten betraut, bis sie seit Mitte des 16. Jahrhunderts dort die alleinigen Grundherren waren. Um die Wende des 13. zum 14. Jahrhundert teilte sich die Familie in vier Linien, die beiden älteren zu Bödigheim, die beiden jüngeren auf Burg Collenberg bei Miltenberg. Im Streit mit dem Erzstift Mainz um die Lehennachfolge in der Herrschaft Collenberg legte sich die Familie Ende des 17. Jh. den noch heute gültigen Namen Rüdt von Collenberg zu. Als bedeutendes Mitglied des ritterschaftlichen Adels im östlichen Odenwald und Bauland war sie mit vielen einflußreichen Familien in diesem Raum, aber auch in Franken, im Kraichgau und am Mittelrhein verschwägert. Über Elise von Harprecht, Gemahlin Wolfgang Friedrichs Rüdt von Collenberg (1757-1825), kamen einige Nachlassteile ihres Onkels, des außerordentlichen niederländischen Gesandten Admiral Heinrich August von Kinkel (1747-1821) und ihres Großvaters, Admiral August von Kinkel, k.k. Hofkommissar und Generaladministrator der im 7jährigen Krieg besetzten preuss.-westfäl. Provinz Clewe, in das Rüdtsche Familienarchiv. (siehe auch 48/2262 und 6713 sowie FA, Corr. 9, Nr. 21/20 und Nachtragsband VV, Nr. 56-59; Gesandtschaftsakte 233/9294). Im Lauf der Jahrhunderte dehnten die Rüdt ihre Herrschaft aus mit wechselnden Besitzrechten im Raum zwischen Jagst, Neckar, Itter, Main und Tauber. Zu deren Kern gehörten neben Bödigheim die Dörfer Waldhausen, Eberstadt, Sindolsheim, die Hälfte von Eubigheim, Hainstadt und Waldstetten (zu einem Viertel), später auch die Untere Burg zu Königheim an der Tauber sowie, gemeinsam mit den von Adelsheim, Sennfeld. Die ältere, bis zur Mitte des 19. Jh. reichende Überlieferung dokumentiert einerseits die Geschichte der Familie und ihrer Angehörigen, andererseits die Verwaltung ihrer Grundherrschaft. Die jüngeren, aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts überlieferten Akten der Forst- und Rentämter Bödigheim und Sennfeld zeigen frühe Formen der genossenschaftlichen Betriebsführung, zu der die Familie in dieser Zeit übergegangen war. Zu den Lehen dieser Familie siehe GLA 44_Rüdt, v. und GLA 72 Nr. 7223-7452. Aus dem Bödigheimer Hauptarchiv abgespalten sind die Archive der Linien zu Eberstadt (GLA 69 Rüdt von Collenberg-Eberstadt) und Hainstadt (in Privatbesitz, vgl. zu den Urkunden GLA Q Hainstadt). . . .
Bestandsgeschichte: Den größten Teil des Archivs hinterlegten Vertreter der Familie in den Jahren 1966 und 1986. Die darin enthaltenen Urkunden sind durch ein Findbuch, die Akten durch eine Kartei erschlossen. Diese war ursprünglich nach den brauerschen Rubriken geordnet. 1996 unternahmen die Referendare Hans Cymorek, Ralf Lusiardi, Gerald Maier und Andrea Wettmann eine Neugliederung in drei Hauptkategorien: 1. Familie Rüdt von Collenberg (Familienarchiv), 2. Verwandte und verschwägerte Familien, 3. Orts und Grundherrschaft (Verwaltungsarchiv). In den ersten beiden Kapiteln sind die Familienmitglieder in genealogischer Reihenfolge aufgeführt. Ihre Nummerierung entspricht den Nummern auf den beigefügten Stammtafeln. Für das dritte Kapitel wurde die Brauersche Rubrikenordnung nur leicht abgewandelt. Noch unverzeichnet sind einige 1985 angekaufte Tagebücher des Ludwig Rüdt von Collenberg und eine Stammtafel. Die meisten der im folgenden Kurzverzeichnis aufgeführten Akten der Forst- und Rentämter Bödigheim und Sennfeld wurden 2003 einem Östringer Altpapierhändler abgekauft. Einige Archivalien der Provenienz Rüdt von Collenberg übergab das Stadtarchiv Buchen; ein Schriftstück das Hauptstaatsarchiv Stuttgart. Im Kurzverzeichnis ist die Gliederung der älteren Archivteile übernommen. Karlsruhe, im Mai 2007 Jutta Krimm-Beumann
Literatur: Walther Möller, Stamm-Tafeln westdeutscher Adels-Geschlechter im Mittelalter Bd. 3 (Darmstadt 1936) S. 284ff. u. Tfl. Gustav Weiss, Freiherrlich Rüdt'sches Archiv zu Bödigheim, in: Mitteilungen der Badischen Historischen Kommission 18 (1896) S. m32-m46 Das Briefbuch des Ritters Friedrich Rüdt von Bödigheim (+1481). Urkundenregesten 1323-1478, bearb. von Kurt Andermann (= Veröffentlichungen der Gesellschaft für Fränkische Geschichte, III. Reihe: Fränkische Urkundenbücher und ihre Regestenwerke, 8. Bd., Neustadt/Aisch 2002)
Erweiterte Stammtafeln (Druckfassung, Seiten 2 a-d): .
Neuere Familienpapiere Rüdt von Collenberg und Akten der Forst- und Rentämter Bödigheim und Sennfeld
Geschichte der Familie Rüdt von Collenberg: Die aus der Gegend um Amorbach und Rüdenau (bayr. Kreis Miltenberg) stammende niederadelige Familie Rüdt ist erstmals im 13. Jh. in Diensten des Klosters Amorbach bezeugt. Als Vertreter seiner Vögte, der Edelherren von Dürn, waren sie in dieser Zeit mit der Verwaltung der Amorbacher Grundherrschaft in Bödigheim (bei Buchen) und benachbarten Orten betraut, bis sie seit Mitte des 16. Jahrhunderts dort die alleinigen Grundherren waren. Um die Wende des 13. zum 14. Jahrhundert teilte sich die Familie in vier Linien, die beiden älteren zu Bödigheim, die beiden jüngeren auf Burg Collenberg bei Miltenberg. Im Streit mit dem Erzstift Mainz um die Lehennachfolge in der Herrschaft Collenberg legte sich die Familie Ende des 17. Jh. den noch heute gültigen Namen Rüdt von Collenberg zu. Als bedeutendes Mitglied des ritterschaftlichen Adels im östlichen Odenwald und Bauland war sie mit vielen einflußreichen Familien in diesem Raum, aber auch in Franken, im Kraichgau und am Mittelrhein verschwägert. Über Elise von Harprecht, Gemahlin Wolfgang Friedrichs Rüdt von Collenberg (1757-1825), kamen einige Nachlassteile ihres Onkels, des außerordentlichen niederländischen Gesandten Admiral Heinrich August von Kinkel (1747-1821) und ihres Großvaters, Admiral August von Kinkel, k.k. Hofkommissar und Generaladministrator der im 7jährigen Krieg besetzten preuss.-westfäl. Provinz Clewe, in das Rüdtsche Familienarchiv. (siehe auch 48/2262 und 6713 sowie FA, Corr. 9, Nr. 21/20 und Nachtragsband VV, Nr. 56-59; Gesandtschaftsakte 233/9294). Im Lauf der Jahrhunderte dehnten die Rüdt ihre Herrschaft aus mit wechselnden Besitzrechten im Raum zwischen Jagst, Neckar, Itter, Main und Tauber. Zu deren Kern gehörten neben Bödigheim die Dörfer Waldhausen, Eberstadt, Sindolsheim, die Hälfte von Eubigheim, Hainstadt und Waldstetten (zu einem Viertel), später auch die Untere Burg zu Königheim an der Tauber sowie, gemeinsam mit den von Adelsheim, Sennfeld. Die ältere, bis zur Mitte des 19. Jh. reichende Überlieferung dokumentiert einerseits die Geschichte der Familie und ihrer Angehörigen, andererseits die Verwaltung ihrer Grundherrschaft. Die jüngeren, aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts überlieferten Akten der Forst- und Rentämter Bödigheim und Sennfeld zeigen frühe Formen der genossenschaftlichen Betriebsführung, zu der die Familie in dieser Zeit übergegangen war. Zu den Lehen dieser Familie siehe GLA 44_Rüdt, v. und GLA 72 Nr. 7223-7452. Aus dem Bödigheimer Hauptarchiv abgespalten sind die Archive der Linien zu Eberstadt (GLA 69 Rüdt von Collenberg-Eberstadt) und Hainstadt (in Privatbesitz, vgl. zu den Urkunden GLA Q Hainstadt). . . .
Bestandsgeschichte: Den größten Teil des Archivs hinterlegten Vertreter der Familie in den Jahren 1966 und 1986. Die darin enthaltenen Urkunden sind durch ein Findbuch, die Akten durch eine Kartei erschlossen. Diese war ursprünglich nach den brauerschen Rubriken geordnet. 1996 unternahmen die Referendare Hans Cymorek, Ralf Lusiardi, Gerald Maier und Andrea Wettmann eine Neugliederung in drei Hauptkategorien: 1. Familie Rüdt von Collenberg (Familienarchiv), 2. Verwandte und verschwägerte Familien, 3. Orts und Grundherrschaft (Verwaltungsarchiv). In den ersten beiden Kapiteln sind die Familienmitglieder in genealogischer Reihenfolge aufgeführt. Ihre Nummerierung entspricht den Nummern auf den beigefügten Stammtafeln. Für das dritte Kapitel wurde die Brauersche Rubrikenordnung nur leicht abgewandelt. Noch unverzeichnet sind einige 1985 angekaufte Tagebücher des Ludwig Rüdt von Collenberg und eine Stammtafel. Die meisten der im folgenden Kurzverzeichnis aufgeführten Akten der Forst- und Rentämter Bödigheim und Sennfeld wurden 2003 einem Östringer Altpapierhändler abgekauft. Einige Archivalien der Provenienz Rüdt von Collenberg übergab das Stadtarchiv Buchen; ein Schriftstück das Hauptstaatsarchiv Stuttgart. Im Kurzverzeichnis ist die Gliederung der älteren Archivteile übernommen. Karlsruhe, im Mai 2007 Jutta Krimm-Beumann
Literatur: Walther Möller, Stamm-Tafeln westdeutscher Adels-Geschlechter im Mittelalter Bd. 3 (Darmstadt 1936) S. 284ff. u. Tfl. Gustav Weiss, Freiherrlich Rüdt'sches Archiv zu Bödigheim, in: Mitteilungen der Badischen Historischen Kommission 18 (1896) S. m32-m46 Das Briefbuch des Ritters Friedrich Rüdt von Bödigheim (+1481). Urkundenregesten 1323-1478, bearb. von Kurt Andermann (= Veröffentlichungen der Gesellschaft für Fränkische Geschichte, III. Reihe: Fränkische Urkundenbücher und ihre Regestenwerke, 8. Bd., Neustadt/Aisch 2002)
Erweiterte Stammtafeln (Druckfassung, Seiten 2 a-d): .
336 Akten und Rechnungen
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
03.04.2025, 11:03 MESZ
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