Mandatum de solvendo Auseinandersetzung um Bezahlung der Prozeßkosten
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(1) 0199
Wismar B 99 (W B 3 n. 99)
Abt. IV. Rep. 1. B Prozeßakten des Tribunals 1653-1803
Prozeßakten des Tribunals 1653-1803 >> 02. 1. Kläger B
(1696) 05.01.1697-26.04.1697
Kläger: (2) Jacob Boeckel, Bürger zu Wismar
Beklagter: Albert Thieß und Jacob von der Fehr als Vormünder der Dorothea Boeckel zu Wismar
Anwälte, Prokuratoren: Kl.: Dr. Jacob Gerdes (A & P) Bekl.: Dr. Adam von Bremen (A & P)
Fallbeschreibung: Parteien befinden sich in einem Streit um das mütterliche Erbe. Da Dorothea Böckel das Erbe nutzt und Kl. mittellos ist, erbittet er vom Rat Zuweisung der Prozeßkosten aus dem Erbe. Nachdem ihm zunächst 10 Rtlr bewilligt werden, drohen Bekl., bei Bewilligung weiterer 10 Rtlr gegen diese Entscheidung zu appellieren. Kl. erbittet ein entsprechendes Mandat an Bekl. und erhält dieses am 09.02.1697. Am 02.03. beschwert sich Kl., daß Bekl. dem Mandat keine Folge geleistet haben und erbittet Vollstreckung. Am 08.03. wehren sich Bekl. dagegen, Kl. die Prozeßkosten zu bezahlen. Das Tribunal fordert Kl. am 12.03. zur Stellungnahme auf und erhält diese am 20.03., in der Kl. auf seiner Forderung besteht. Am 23.03. weist das Tribunal Bekl. unter Androhung der Vollstreckung zur Zahlung von 20 Rtlr an. Am 31.03. akzeptieren Bekl. die Einsetzung des Kl.s in das Haus ihres Mündels und den Kramhandel, das Tribunal weist sie am 12.04. jedoch zur Zahlung der geforderten Prozeßkosten an. Am 20.04. erklären Bekl., kein Geld ihres Mündels zu haben, am 23.04.1697 werden Bekl. erneut zur Bezahlung angewiesen.
Instanzenzug: 1. Tribunal 1697
Prozessbeilagen: (7) von Tribunalspedell Ries ausgestellte Übergabequittung für ein Tribunalsmandat vom 13.02.1697; Prozeßkostenrechnung 1695-1696; Aufstellung über Begräbniskosten, Einnahmen und Ausgaben aus Kramhandel; Rechnung über Aufteilung des Erbes; Schreiben des David Otto Henningssohn an Albrecht Thieß vom 23.03.1697; Ratsgerichtsurteile vom 25.01. und 23.07.1696; Bericht des Notars Jacob Paries vom 27.03.1697
Beklagter: Albert Thieß und Jacob von der Fehr als Vormünder der Dorothea Boeckel zu Wismar
Anwälte, Prokuratoren: Kl.: Dr. Jacob Gerdes (A & P) Bekl.: Dr. Adam von Bremen (A & P)
Fallbeschreibung: Parteien befinden sich in einem Streit um das mütterliche Erbe. Da Dorothea Böckel das Erbe nutzt und Kl. mittellos ist, erbittet er vom Rat Zuweisung der Prozeßkosten aus dem Erbe. Nachdem ihm zunächst 10 Rtlr bewilligt werden, drohen Bekl., bei Bewilligung weiterer 10 Rtlr gegen diese Entscheidung zu appellieren. Kl. erbittet ein entsprechendes Mandat an Bekl. und erhält dieses am 09.02.1697. Am 02.03. beschwert sich Kl., daß Bekl. dem Mandat keine Folge geleistet haben und erbittet Vollstreckung. Am 08.03. wehren sich Bekl. dagegen, Kl. die Prozeßkosten zu bezahlen. Das Tribunal fordert Kl. am 12.03. zur Stellungnahme auf und erhält diese am 20.03., in der Kl. auf seiner Forderung besteht. Am 23.03. weist das Tribunal Bekl. unter Androhung der Vollstreckung zur Zahlung von 20 Rtlr an. Am 31.03. akzeptieren Bekl. die Einsetzung des Kl.s in das Haus ihres Mündels und den Kramhandel, das Tribunal weist sie am 12.04. jedoch zur Zahlung der geforderten Prozeßkosten an. Am 20.04. erklären Bekl., kein Geld ihres Mündels zu haben, am 23.04.1697 werden Bekl. erneut zur Bezahlung angewiesen.
Instanzenzug: 1. Tribunal 1697
Prozessbeilagen: (7) von Tribunalspedell Ries ausgestellte Übergabequittung für ein Tribunalsmandat vom 13.02.1697; Prozeßkostenrechnung 1695-1696; Aufstellung über Begräbniskosten, Einnahmen und Ausgaben aus Kramhandel; Rechnung über Aufteilung des Erbes; Schreiben des David Otto Henningssohn an Albrecht Thieß vom 23.03.1697; Ratsgerichtsurteile vom 25.01. und 23.07.1696; Bericht des Notars Jacob Paries vom 27.03.1697
Akten
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
29.10.2025, 11:27 AM CET