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Familienarchiv (von) Schmidt (Bestand)
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Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Nachlässe, Verbands- und Familienarchive >> Verbands- und Familienarchive
1736-1987
Überlieferungsgeschichte
Archivalien gleichen Betreffs und vermutlich gleicher Provenienz finden sich in J 54 Familienarchiv Schmidt-Alberti
Inhalt und Bewertung
Das Familienarchiv (von) Schmidt besteht aus zwei Teilen: zum einen die Familienkorrespondenz und sonstige persönlich-familiäre Papiere der Familien Thill, Seybold und von Schmidt und weiteren Verwandten. Der zweite Teil enthält Unterlagen zum Genuss und Verwaltung der Familienstiftung Thill, sowie zur Berechtigung an weiteren Stiftungen (Martinianum, Hochmannianum, Mendlinsche Neubau-Stiftung, Färberstiftung, Erasmus-Grüningersche Stiftung, Schollsche Stiftung, Brollsche Stiftung, Grubener-Schwabsche Stiftung, Stiftung von Felix Simon Hofmann). Das Familienarchiv wurde im Jahr 1995 dem Hauptstaatsarchiv Stuttgart übergeben.
1. Zur Geschichte der Familie (von) Schmid(t): Die älteste Generation der Familie Schmidt, aus der sich im vorliegenden Bestand Dokumente erhalten haben, sind Eberhard Friedrich Schmid (1733-1806) und seine Frau Christine Sophie Rosine geb. Neundorf (1745-1818). Nach einer Laufbahn im württembergischen Militärdienst bekleidete Eberhard Friedrich Schmid im Rang eines Hofrats eine Stelle als Kameralverwalter in Backnang. Sein Tod, 1806, hinterließ die Witwe mit zwei noch am Anfang ihrer militärischen Karriere stehenden Söhnen, mit fünf unversorgten Töchtern und einem für damalige Verhältnisse ungeheuren Defizit in der Amtskasse. Die Hoffnungen von CSR Schmid, wie sie selbst ihre Briefe zu unterzeichnen pflegte, richteten sich auf ihre Söhne Louis (gef. 1815) und vor allem auf ihren ältesten Friedrich Karl (1773-1812). Friedrich Karl von Schmidt, der als erster in der Familie den Personaladel verliehen bekam (1804) und ab dem sich die Familie üblicherweise mit "dt" schrieb, absolvierte die Militärakademie in Stuttgart und trat 1794 in den württembergischen Militärdienst (Infanterie-Regiment von Hügel) ein. Weil ein Vorankommen über den Leutnantsrang hinaus hier zu dieser Zeit nicht möglich war, reichte er 1797 seine Entlassung ein und wechselte in österreichische Dienste. Mit der Neuorganisation des württembergischen Heeres boten sich auch in Württemberg wieder Stellen für Berufsoffiziere, so daß Friedrich Karl von Schmidt 1802 als Oberleutnant und Adjutant im Regiment Kronprinz Verwendung fand. Die folgenden Koalitionskriege mit den Feldzügen gegen Österreich (1805) und gegen Preußen (1806/07), den Österreichisch-Französischen Krieg (1809) und schließlich, seit 1809 im Rang eines Hauptmanns, Napoleons Feldzug gegen Rußland machte Friedrich Karl von Schmidt im württembergischen Militärdienst mit. Keine vierzig Jahre alt, starb er am 22. November 1812 an Fieber und Entkräftung in Orscha bei Smolensk. Er hinterließ eine junge Witwe, Wilhelmine geb. von Naso (1781-1842), und zwei kleine Söhne. Wilhelmine von Naso war die Tochter des Oberstleutnants Gottlob Friedrich von Naso (1742-1811), der ursprünglich aus Thüringen stammte, aber ebenfalls im württembergischen Militärdienst gestanden hatte, und seiner Frau Maximiliane Henriette Wilhelmine von Wöllwarth (1751-1791). Ihre Schwester Caroline (1780-1844) hatte Friedrich Notter (1777-1812) geheiratet, einen Freund Karl Friedrich Schmidts aus der militärischen Ausbildungszeit, der wie Schmidt selbst aus dem Rußlandfeldzug nicht zurückkehrte. Der Sohn dieses Paares, der Schriftsteller und Politiker Friedrich Notter (1801-1884) lebte zeitweise im Haushalt seiner Tante Wilhelmine von Schmidt, die eine kluge und tatkräftige Frau gewesen sein muß. Der älteste Sohn von Wilhelmine und Friedrich Karl von Schmidt, Bernhard Schmidt (1811-1853), schlug ebenfalls eine militärische Laufbahn ein. Der Nachlaß aus diesem Zweig der Familie ging nicht in den vorliegenden Bestand ein, sondern ging über eine der Töchter Bernhard Schmidts, Marie, in den Besitz der Familie Alberti über (dazu s.u.). Der zweite Sohn, Gottlob Friedrich (genannt Fritz) von Schmidt (1812-1883), besuchte die Landwirtschaftliche Akademie in Hohenheim. Zur Erweiterung seiner Kenntnisse über die Herstellung von Rübenzucker, einem in Württemberg in den 1830er und 1840er Jahren noch neuen und umstrittenen Fabrikationszweig, bildete er sich u.a. auch durch Aufenthalte in französischen Zuckerraffinerien weiter. Zu den weiteren Abschnitten seines Berufswegs gehörten die Tätigkeit als Hofkameralamtsverwalter in Altshausen, das Wirken als Ökonomierat in Hohenheim, als Domänenrat in Hechingen und schließlich, 1864, die Ernennung zum Vorstand der K. Bau- und Gartendirektion in Stuttgart. Seine Frau Marie (1819-1888) entstammte der Familie Seybold. Ihre Eltern waren Christoph Georg Jacob Seybold (1778-1846), Oberamtsrichter in Brackenheim, und Christiana Henriette Wilhelmine (genannt Henriette) geb. Nestel (1786-1864). Bekannte Angehörige der Brackenheimer Fami lie Seybold waren u.a. der humanistische Gelehrte David Christoph Seybold (1747-1804), ein Großonkel Marie Schmidts (geb. Seybold), und dessen Sohn Friedrich Seybold (1783-1842), Gründer der Heilbronner "Neckar-Zeitung" und Redakteur des "Beobachters". Durch diese Schmidt-Seyboldsche Verbindung enthält der Familiennachlaß Schmidt zahlreiche Unterlagen von den Eltern Marie Schmidts (geb. Seybold) und von ihren Geschwistern Amalie, Bertha und Otto Seybold. Die Familie Seybold war u.a. verwandt und verschwägert mit den Familien Notter, Märklin, Weißhaar und von Naso, was die verwirrende Vielzahl der Familiennamen erklärt, die im Nachlaß der Familie Schmidt in Erscheinung treten. Marie Schmidts (geb. Seybold) Vater war ein Cousin des Ehemanns von Caroline Notter (geb. von Naso), die wiederum die Schwester von Wilhemine Schmidt (geb. von Naso), also der Schwiegermutter Marie Schmidts war. Ein verbindendes Element, nicht nur in ideeller, sondern auch in materieller Hinsicht, stellte die Berufung auf den gemeinsamen Vorfahren Georg Friedrich Thill (1693-1770) dar, den Begründer der Thillschen Familienstiftung. Marie Schmidts (geb. Seybold) Großmutter väterlicherseits, Christiana Friederike Seybold, geb. Thill, war eine Großnichte von Georg Friedrich Thill. Dieser hatte 1769/70 testamentarisch eine dreiteilige Stiftung errichtet. Deren wesentliche Bestimmungen sahen Studien- und Reisestipendien in nicht unbeträchtlicher Höhe für Nachkommen seiner Familie vor, außerdem erhielten das Martinianer Stipendium (der sogenannte Neue Bau) und das Hochmannianum in Tübingen jeweils einen Beitrag mit der Bestimmung, daß dafür die Thillschen Nachkommen gegebenenfalls in den Genuß dieser Stipendieneinrichtungen an der Universität Tübingen kommen sollten. Die Stiftung wurde von der Stiftungsverwaltung in Brackenheim mit Beteiligung aller sich auf die Verwandtschaft mit dem Stifter Thill berufenden Familien, die in der Regel durch Familienälteste vertreten wurden, verwaltet. Gottlob Friedrich und Marie Schmidt hatten vier Kinder. Im Familiennachlaß befinden sich vor allem Unterlagen von Hermann Schmidt (1839-1915), Richard Schmidt (1845-1928) und Marie Schmidt (1851-1935). Dr. Hermann Schmidt war Arzt und Offizier, 1865/66 diente er als Oberarzt im Hauptmannsrang im kaiserlich mexikanischen Korps österreichischer Freiwilliger. Sein Bruder Richard war fürstlich hohenzollerischer Domänenrat in Hechingen. Ihre Schwester Marie blieb unverheiratet. Sie wirkte von der Gründung im Jahr 1901 bis 1919 als Vorsitzende der Ortsgruppe Stuttgart des Deutsch-Evangelischen Frauenbundes und engagierte sich in zahlreichen, überwiegend der konfessionellen Frauenbewegung zuzurechnenden Vereinen. Von den Angehörigen der jüngeren Generationen findet sich im Familiennachlaß Schmidt nur noch wenig. Frau Hildegard Baur geb. Mallebrein, die den Familiennachlaß 1995 an das Hauptstaatsarchiv Stuttgart übergab, ist eine Enkelin des Domänenrats Richard Schmidt.
2. Inhalt, Geschichte, Ordnung und Verzeichnung des Bestandes: Der Bestand teilt sich in zwei deutlich zu trennende Teile. Er enthält zunächst und zum überwiegenden Teil private Unterlagen der Familien Schmidt und Seybold. Besonders hervorzuheben sind die ausgedehnten Korrespondenzen. Hauptmann Friedrich Karl von Schmidt und seine zukünftige Frau Wilhelmine von Naso führten über Jahre hinweg einen regelmäßigen Briefwechsel. Die Briefe Schmidts schildern seine Tätigkeit an den verschiedenen militärischen Schauplätzen zur Zeit der Napoleonischen Kriege. Die Briefe des Familienkreises um dieses Braut- und Ehepaar spiegeln das alltägliche Leben im württembergischen Bürgertum zu Beginn des 19. Jahrhunderts und erlauben vor allem zahlreiche Einblicke in die Lebensumstände der an diesen Briefwechseln beteiligten Frauen Wilhelmine von Schmidt und ihrer Schwiegermutter Christine Sophie Rosine Schmid geb. Neundorf. Auch aus der nächsten Generation, der Familie des königlichen Gartenbaudirektors Gottlob Friedrich von Schmidt, sind zahlreiche private Briefe im Familiennachlaß erhalten. Dazu kommen andere Erinnerungsstücke, so z.B. das Notiz- und Tagebuch Marie Schmidts, in dem ihre Tätigkeit in den evangelischen Frauenorganisationen Stuttgarts und Württembergs dokumentiert ist. Obwohl formal von ganz anderer Art, dokumentiert auch der zweite Teil des Familiennachlasses die Sozialgeschichte und das Selbstverständnis dieser Familien des württembergischen Bürgertums. Hier handelt es sich um Unterlagen zur Thillschen Familienstiftung und zu anderen Familienstiftungen, zu denen die Angehörigen der Familien Schmidt, Seybold, Notter und Märklin eine Verbindung sahen. Die ausgedehnten genealogischen Untersuchungen, die einen großen Teil dieser Familienstiftungsunterlagen ausmachen, dienten nicht nur der Selbstvergewisserung über das eigene Herkommen und dem Festhalten am Zusammenhang eines großen Familienverbands, sondern entsprangen auch unmittelbar materiellen Interessen. Ein exakter genealogischer Abstammungsnachweis war die Voraussetzung für den Genuß eines Stipendiums. Der Überblick darüber, welche Stiftungen für die Angehörigen des eigenen Familienverbands in Frage kommen könnten, aber auch die Verwaltung der eigenen Thillschen Familienstiftung war eine Aufgabe der Familienältesten, so daß der Bestand neben zahlreichen genealogischen Notizen auch Akten zur Verwaltung der Thillschen Familienstiftung und zur Wahrung der Ansprüche auf andere Familienstiftungen enthält. Das Familienarchiv von Schmidt wurde zum größten Teil am 4. Januar 1995 von Frau Hildegard Baur geb. Mallebrein dem Hauptstaatsarchiv Stuttgart übergeben (s. Aktenvermerk vom 7. Febr. 1995, Az. 7511.3-F/528/Bl/Ht), im Jahr 2000 kamen dann weitere Stücke aus ihrem Besitz in das Hauptstaatsarchiv. Die Materialien zu den Familienstiftungen waren überwiegend in Form von Sachakten nach Familienzweigen geordnet. Diese Anlage geht vermutlich auf Finanzrat Heinrich Adolf Märklin (geb. 1800) zurück, der um 1850/60 Mitglied des Familienrats für die Grubener-Schwabsche Familienstiftung und wahrscheinlich auch an der Verwaltung der Thillschen Familienstiftung beteiligt war. Auch Hermann Schmidt war, möglicherweise als Nachfolger Heinrich Adolf Märklins, mit der Verwaltung der Thillschen Familienstiftung befaßt, so daß die gesamten Stiftungsunterlagen in das Familienarchiv der Familie Schmidt übergingen. Während die vorgefundene Struktur der Stiftungsunterlagen bei der Verzeichnung weitgehend beibehalten werden konnte, waren bei den privaten Familienunterlagen ordnende Eingriffe unumgänglich . Die privaten Unterlagen und Korrespondenzen, die von Frau Baur in einer "Ahnentruhe" verwahrt worden waren, waren ursprünglich vermutlich auf verschiedene sammelnde Stellen innerhalb der Familie verteilt gewesen. Bei der Verzeichnung erschienen wiederholt an ganz unterschiedlichen Stellen des Familiennachlasses Briefe an denselben Empfänger, teilweise sogar von derselben Hand geschrieben, die offensichtlich bei verschiedenen Angehörigen der Familie aufbewahrt worden waren. Es wurde zwar eine Ordnung nach den Empfängern der Briefe als Entstehungsprovenienz ihrer Sammlung angestrebt, doch konnte dies nur als Leitprinzip der Verzeichnung, nicht aber als durchgehendes physisches Ordnungsprinzip des Bestands erreicht werden. In früheren Sammel- und Ordnungsversuchen, vermutlich von Hermann Schmidt und vor allem von dessen Sohn General Hans Schmidt (geb. 1877) durchgeführt, deren Handschrift die Bleistiftanmerkungen zuzuweisen sind, waren immer wieder Teile von Korrespondenzen zu Briefalben verklebt worden. Obwohl sich Teile dieser verklebten Briefe in der Zwischenzeit wieder gelöst hatten, läßt sich die Klebung ohne aufwendige restauratorische Maßnahmen nicht mehr rückgängig machen und mußte daher beibehalten werden. Daher finden sich nach wie vor Unterlagen und Briefe an denselben Adressaten in unterschiedlichen Büscheln; es empfiehlt sich der Gebrauch des Personenregisters. Dafür bietet die im wesentlichen fortlaufende Verzeichnung, die bei diesem Bestand vorgenommen wurde, die Möglichkeit, die Geschichte des Familienarchivs und die späteren sammelnden Eingriffe nachzuvollziehen. Unterlagen, die aus derselben Familie Schmidt und zum Teil sogar von denselben Personen stammen, finden sich auch in anderen Beständen des Hauptstaatsarchivs. 1988 schenkte Prof. Dr. Fritz Baur, Tübingen, einige Archivalien (0,08 lfd. m) militärischen Inhalts (s. Aktenvermerk vom 25. Mai 1988, Az. 7511.3-F/1925/Mr/Bö). Sie dürften über Hauptmann Friedrich Notter oder über seinen Schwiegervater, Oberstleutnant Friedrich Gottlieb von Naso, in das Familienarchiv gelangt sein und wurden v.a. eingeordnet in die Bestände A 30a: Bü 108a, Bü 216a und Bü 216b, in A 30b: Bü 28a-28i, in A 39: Bü 214, in E 289a: Bü 9. Bereits vor 1947 hatte das Hauptstaatsarchiv das Familienarchiv von Schmidt-Alberti, jetzt Bestand J 54, erworben. Das von Friedrich Pietsch 1947 angefertigte ausführliche Findbuch weist allerdings kein Vorwort auf und teilt Näheres über den Erwerb nicht mit. In J 54 Bü 2-6 und Bü 8, finden sich Unterlagen, Briefe, teilweise auch Porträts der Familie um Bernhardt Schmidt (1811-1853) und seine Frau Maria Henriette von Harling, von seiner Mutter Wilhelmine von Schmidt geb. von Naso, von seinem Bruder Gottlob Friedrich von Schmidt und von dessen Tochter Marie Schmidt. Der Teilnachlaß von General Hans Schmidt (geb. 1877), einem Sohn von Dr. Hermann Schmidt, bildet den Bestand M 660/301 (noch unverzeichnet); neben einigen privaten Unterlagen befindet sich dort hauptsächlich Material zu der Verhandlung gegen Generaloberst Reinhardt im Nürnberger Prozeß. Titelaufnahmen und Einleitung fertigte im September/Oktober 1997 Archivreferendarin Elke Koch, die Leitung dieser Arbeit und die abschließende Redaktion oblagen Frau Dr. Margareta Bull-Reichenmiller. Da nach Fertigstellung des gedruckten Findbuchs weitere Unterlagen zum Bestand abgegeben wurden, mußten diese in den vorhandenen Bestand eingearbeitet werden Zum Teil konnten Unterlagen bestehenden Verzeichnungseinheiten zugeordnet werden, zum Teil wurden neu Einheiten gebildet. Der Bestand umfaßt 112 Einheiten in 1,6 lfd. m.
3. Nachtrag: 2019 erhielt das Hauptstaatsarchiv zum Familienarchiv (von) Schmidt eine weitere Ergänzung vor allem mit Dokumenten des Generals Hans Schmidt, seines Vaters Hermann und auch früherer Familienmitglieder. Sie stammen von Verwandten der Stieftochter von Hans Schmidt, Dr. Gerda Gestrich, geb. Wintterlin aus der Gegend von Trier. Sie hat die Unterlagen geordnet und auch kommentiert. Diese Unterlagen waren eng verzahnt mit den schon vorliegenden Unterlagen aus einem anderen Familienzweig. Sie wurden als Bü 113-268 verzeichnet und dem Bestand eingefügt. Da in großem Umfang Unterlagen zum Nachlass Hans Schmidt vorliegen, wurde der kleine militärische Nachlass M 660/301 von Hans Schmidt aufgelöst und dem Familienarchiv eingegliedert. Da der Bestand sich nummernmäßig verdoppelt hatte und um alle Unterlagen aufnehmen zu können, musste die Gliederung angepasst und erweitert werden. Der Bestand umfasst jetzt insgesamt 268 Einheiten in ca. 3 lfd. m. mit einer Laufzeit von 1736-1987 sowie einigen Nachakten bis 2004. Stuttgart, im Februar 2020 Dr. Peter Schiffer
Literatur: Angerbauer, Wolfram (Hg.): Brackenheim. Heimatbuch der Stadt Brackenheim und ihrer Stadtteile. Brackenheim 1980. Faber, Ferdinand Friedrich: Die württembergischen Familienstiftungen nebst genealogischen Nachträgen über die zu denselben berechtigten Familien. 2., völlig umgearb. Aufl., Stuttgart 1853ff. Fischer, Hermann: Friedrich Notter, in: Allgemeine deutsche Biographie, Bd. 24, Leipzig 1887, S. 44f. Forderer, J.: Aus der Geschichte des Martinsstiftes, in: Tübinger Blätter 29 (1938), S. 51-53. Franz, Günther (Hg.): Universität Hohenheim. Landwirtschaftliche Hochschule, 1818-1986. Stuttgart 1968. Georgii-Gorgenau, Eberhard Emil von: Biographisch-genealogische Blätter aus und über Schwaben, Stuttgart 1879; S. 843-849: Schmidt; S. 914-927: Seybold. Hagen, Walter: Friedrich Notter: Schriftsteller und Politiker, 1801-1884, in: Lebensbilder aus Schwaben und Franken, Bd. 11, Stuttgart 1969, S. 214-236. Klüpfel, Karl: Geschichte und Beschreibung der Universität Tübingen. Tübingen 1849. Wippern, Jürgen: "... so wird die Zeit mich rechtfertigen": Humanistischer Gelehrter, Reformpädagoge und Romanschriftsteller der Aufklärung: David Christoph Seybold aus Brackenheim (1747-1804), in: Zeitschrift des Zabergäuvereins H. 3/4 (1997), S. 33-64.
Familie Schmidt: Biographische Übersicht: (erstellt nach den Angaben in Q 3/48 und in der oben angegebenen Literatur) Vorbemerkung: Die Generationen der Familie wurden mit arabischen Ziffern durchgezählt, den verschiedenen Zweigen wurden verschiedene Buchstaben zugeordnet. 1. Jakob Schmid Anfang 16. Jh. Steuerherr zu Munderkingen 2. Joachim Schmid in Munderkingen 1547-13.11.1622 in Stuttgart Ratsverwandter, Bürgermeister in Stuttgart 1.=> 3 Kinder; 2. => 13 Kinder + 1. N.N. ; + 2. Maria Dauch 3. Johannes Schmid 4.9.1585-(nach 1637) Rentkammerrechenbankrat in Stuttgart => Johann (4) + 1. (1605) Maria Hüttenschmid Tochter des Zaltmeisters Johann Hüttenschmid 4. Johann Schmid 20.1.1616-29.6.1681 Rechenbanksrat, Tutelarrat in Stuttgart 1.=> Johannes (5) Anna Maria 2. => Maria Jakobine + 1. (15.5.1637) Anna Magdalena Sattler (+1660) + 2. (1660) Maria Jakobina Heerbrandt verw. Hölder (1. 8.1629-29.4.1684) Tochter des Georg Sattler, Pfleger zu Münster 5. Johann Schmid 3.5.1649-1714 Rechenbanksrat, Kammerrat in Stuttgart 1.=> 4 Töchter 2. => 2 Söhne + 1. (1674) Sofie Christiane Breining + 2. (1678) Justine Helene Hauff (1.) Tochter des Leibmedicus Breining; (2.) Tochter des Hofadvokaten Johann Ludwig Hauff 6. Johann Ludwig Schmid 9.5.1697-1763 Kirchenrat, Expeditionsrat in Stuttgart und Ludwigsburg => 7 Kinder + (8.5.1725) Christine Elisabethe Hauff Tochter des Johannes Andreas Hauff, Visitationssekretär, Registrators 7. Eberhard Friedrich Schmid 6.2.1733-21.1.1806 Rittmeister; Kriegsrat, Hofrat, Kameralverwalter in Backnang => - Friedrich Karl (8) - Louis (gef. 1815) - Sophie Friederike - Franziska - und 3 weitere Töchter + (1762) Christine Sophie Rosine Neundorf (12.11.1745-Jan. 1818) 8. Friedrich Karl von Schmidt 1.6.1773 (Stuttgart) - 22.11.1812 (Orscha bei Smolensk) Hauptmann => - Bernhard (9a) - Gottlob Friedrich (9b) + (10.5.1810) Wilhelmine Freiin von Naso 19.8.1781 (Solitude) - 26.4.1842 (Stuttgart) Tochter von: Gottlob Friedrich Freiherr von Naso 16.3.1741 (Flarchheim, Thüringen) - 12.9.1811 (Berkheim bei Esslingen), Oberstleutnant, + Maximiliane Henriette Wilhelmine von Wöllwarth 1751-1791 9b. Gottlob Friedrich von Schmidt 16.7.1812 (Ludwigsburg) - 3.11.1883 (Stuttgart) K. Bau- und Gartendirektor => - Hermann(10a) - Wilhelm(10b) - Richard (10c) - Marie (10d) + (2.10.1838) Marie Seybold 12.9.1819 (Brackenheim) - 26.11.1888 (Stuttgart) Tochter von: Christoph Georg Jacob Seybold + Christiania Henriette Wilhelmine Nestel -> s. Übersicht SEYBOLD 9a. Bernhard Schmidt 1811-1853 => - Wilhelm - Marie, verheiratete Alberti - Louise + Maria Henriette von Harling 10a. Dr. Hermann (Adolf) Schmidt 23.12.1839 (Brackenheim) - 1915 => - Hans (11a-1) - Ellen (11a-2) + (14.6.1870): Adelheid Krell geb. 30.10.1849 (Plieningen) 10b. Wilhelm Schmidt 25.3.1842-nach 1922 General + (1874) Emma Müller 10c. Richard Schmidt 24.9.1845-13.12.1928 Fürst. Hohenzoll. Domänenrat => - Gertrud Dorothee + Wilhelm Schmidt + Marie König 10d. Marie Schmidt 26.5.1851-16.8.1935 Vorsitzendes des Deutsch-Evangelischen Frauenbunds, Stuttgart, 1901-1919 11a-1. Hans (Joachim Hermann) Schmidt 28.4.1877 (Ulm a.D.) General + (22.3.1922) Selma Nagel 12.4.1884 (Ulm a.D.) 11a-2. Ellen Schmidt 11b. Elisabeth Schmidt => Hildegard(8) + Mallebrein Oberstabsarzt 12. Hildegard Mallebrein 21.1.1909 (Diedenhofen) - + 1936/37 Dr. jur. Fritz Baur, Tübingen
Familie Seybold-Thill: Biographische Übersicht: 1. David Christoph Seybold, 24.2.1713-29.4.1775, Stadtschreiber in Brackenheim => 1.- Marie Friederike Justine (2a) - David Christoph Seybold (1747-1804) - Joseph Johann Friedrich (2b) + 1. (1736) Johanna Maria Thill (1714-1743) + 2. (1744) Christina Elisabeth Jenisch (1720-1800) Tochter von:Johann Martin Thill, Bürgermeister in Brackenheim 2a. Marie Friedrike Justine Seybold 28.2.1738-2.5.1808 => - Friedrich Jacob Notter (3a) + (1759) Johann Martin Notter 2b. Joseph Johann Friedrich Seybold 17.2.1749-1814 Jurist, Prof. an der Karlsschule, Stadtschreiber in Brackenheim => - Christoph Georg Jacob von Seybold (3b) + 1775 Christiana Friderike Thill Tochter von: Georg Jacob Thill 1717-1804, Pfarrer in Großheppach; Großnichte des Geh. Legationsrats Georg Friedrich Thill (1693-1770), Stifter des Thillschen Stipendiums 3a. Friedrich Jacob Notter 24.7.1777-1812 Hauptmann => - Friedrich Notter, 1801-1884, Schriftsteller, Politiker - Maria, geb. 1802, verh. Weißhaar - Elisabeth, geb. 1809, verh. Märklin + Caroline von Naso 1780-1844 Tochter von: Friedrich Gottlieb von Naso -> s. Übersicht SCHMIDT, bei Wilhelmine von Schmidt (4) 3b. Christoph Georg Jacob von Seybold 7.11.1778-15.4.1846 Oberamtsrichter Brackenheim => - Amalia Seybold, 1815-1904 - Marie (4b) - Bertha Seybold, 1822-1901 - Otto Seybold, 1814-1859 + (1805) Christiana Henriette Wilhelmine Nestel 28.8.1786-4.4.1864 4b. Maria Henriette Seybold 12.9.1819-26.11.1888 + (2.10.1838) Gottlob Friedrich von Schmidt, -> s. Übersicht SCHMIDT (5a)
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.