Christlicher Blindendienst (Bestand)
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CBD
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1955-1991
Bis 1990 Fachverband im Diakonischen Werk der DDR: Aufgabe war die Koordination der praktischen Blindenarbeit in den Landesverbänden sowie die Organisation von Wissens- und Erfahrungsaustausch der in der christlichen Blindenarbeit Tätigen.
Vorwort: Geschichte der Institution
Die 1904 gegründete „Gesellschaft für christliches Leben unter den Blinden e.V.“ in Wernigerode, die bis 1945 alleiniger Fachverband für Blindenarbeit in der Inneren Mission war, konnte nach Kriegsende ihre Tätigkeit nicht fortsetzen und wurde 1953 aufgelöst. Die Blindenarbeit wurde nach dem Krieg in Westdeutschland durch den Christlichen Blindendienst e.V. Heidelberg (späterer Sitz: Marburg) und in der SBZ/DDR durch den Christlichen Blindendienst Oberoderwitz (CBD) aufgebaut. Nach Gründung einer gesamtdeutschen Arbeitsgemeinschaft für den Christlichen Blindendienst im Oktober 1951 wurde 1953 der Antrag gestellt, den CBD als Fachverband in die Innere Mission einzugliedern. Seit Januar 1954 bestand der Fachverband mit einem Leiter, der die Gesamtverantwortung für die Arbeit trug, einem Rat und einer Vertreterversammlung. Faktisch war der CBD der Fachverband für Ostdeutschland.
Organisatorisch ist der CBD hierbei zu unterscheiden von dem 1952 gegründeten Christlichen Bindendienst in der Inneren Mission in Wernigerode mit Blindendruckerei, -bücherei und –erholungsheim, der zeitgleich ein eigener Fachverband der Inneren Mission wurde. Seit den 1970er Jahren bestand jedoch ein enger organisatorischer Zusammenhang.
1970 erfolgte eine Neufassung der „Ordnung des Christlichen Blindendienstes“. Der CBD organisierte Erfahrungs- und Informationsaustausch zwischen in der christlichen Blindenarbeit Tätigen, und koordinierte praktische Blindenarbeit in Zusammenarbeit mit den Landesverbänden der Inneren Mission bzw. des DWDDR. Zu seinen Aufgaben zählten das Organisieren geistlicher und kultureller Angebote insbesondere für christliche Blinde, die Gründung und Betreuung von Blindenkreisen, die Verbesserung der Betreuung Blinder, die Förderung der Kommunikation Blinder untereinander und mit Sehenden, die Verbreitung von Information über und Werbung um Verständnis für Blinde und Blindheit, die Publikation und Übertragung christlicher Schriften in Blindenschrift, Erstellung einer Hörbücherei, die Ihren Sitz in Oberoderwitz hatte, Jugendarbeit und Taubblindenarbeit.
Die Geschäftsstelle des CBD hatte ihren Sitz zuerst in Oberoderwitz. Leiter war bis 1974 Georg Hentsch. Ab 1974 leitete Peter Bendin den CBD. 1975 verlegte der CBD seinen Sitz nach Graustein, ab 1988 nach Guben.
1990 wurde der CBD als Fachverband des Diakonischen Werks in der DDR aufgelöst. Der alleinige Fachverband im Diakonischen Werk der EKD war seither der Evangelische Blinden- und Sehbehindertendienst in Deutschland e.V. mit Sitz in Marburg.
Als Nachfolgeorganisation führen verschiedene Organisationen die regionale Arbeit in eingeschränktem Umfang weiter. Ab 5.1.1991 arbeitet der Bartimäusring Brandenburg e.V. in Guben mit Peter Bendin als Vorsitzendem. Auch der Christliche Blinden- und Sehbehindertendienst Sachsen (CBSDS) versteht seine Arbeit als Anknüpfung an die Geschichte des CBD.
Zum Bestand
Von den Unterlagen des CBD ist nur ein kleiner Teil erhalten. Am 16.07.1991 wurden Personalakten, Lohnkonten (1964 – 1990), und verschiedene andere Finanzunterlagen an den Archivar des DWDDR übergeben, von wo die vorliegenden Teile der Überlieferung ins ADW gelangten.
Eine Übergabe von Materialien an das ADW erfolgte 15.5.1995. Die Verzeichnung wurde im November 2003 von Herrn Roland Wicher durchgeführt. Unterlagen des CBD Wernigerode, der eine separate Organisation darstellte, befinden sich nicht im Bestand.
Quellen
1. Literatur
Georg Hentsch, Hilfe für den blinden Menschen, in: Fröhlich Helfen (1972), S. 32 – 37, S. 35.
2. Weitere Archivalien im ADW:
ADW, CA / O 25
ADW, DWDDR 112 - 118
CA W 34
3. Internetadressen (November 2003)
http://www.thur.de/org/kom-in/org-blind/index.html
http://www.thur.de/org/kom-in/org-blind/brb/
http://www.thur.de/org/kom-in/org-blind/brb/kontakt.html
http://www.thur.de/org/kom-in/org-blind/brb/brb.html
http://www.thur.de/org/kom-in/org-blind/cbsds/index.html
Vorwort: Geschichte der Institution
Die 1904 gegründete „Gesellschaft für christliches Leben unter den Blinden e.V.“ in Wernigerode, die bis 1945 alleiniger Fachverband für Blindenarbeit in der Inneren Mission war, konnte nach Kriegsende ihre Tätigkeit nicht fortsetzen und wurde 1953 aufgelöst. Die Blindenarbeit wurde nach dem Krieg in Westdeutschland durch den Christlichen Blindendienst e.V. Heidelberg (späterer Sitz: Marburg) und in der SBZ/DDR durch den Christlichen Blindendienst Oberoderwitz (CBD) aufgebaut. Nach Gründung einer gesamtdeutschen Arbeitsgemeinschaft für den Christlichen Blindendienst im Oktober 1951 wurde 1953 der Antrag gestellt, den CBD als Fachverband in die Innere Mission einzugliedern. Seit Januar 1954 bestand der Fachverband mit einem Leiter, der die Gesamtverantwortung für die Arbeit trug, einem Rat und einer Vertreterversammlung. Faktisch war der CBD der Fachverband für Ostdeutschland.
Organisatorisch ist der CBD hierbei zu unterscheiden von dem 1952 gegründeten Christlichen Bindendienst in der Inneren Mission in Wernigerode mit Blindendruckerei, -bücherei und –erholungsheim, der zeitgleich ein eigener Fachverband der Inneren Mission wurde. Seit den 1970er Jahren bestand jedoch ein enger organisatorischer Zusammenhang.
1970 erfolgte eine Neufassung der „Ordnung des Christlichen Blindendienstes“. Der CBD organisierte Erfahrungs- und Informationsaustausch zwischen in der christlichen Blindenarbeit Tätigen, und koordinierte praktische Blindenarbeit in Zusammenarbeit mit den Landesverbänden der Inneren Mission bzw. des DWDDR. Zu seinen Aufgaben zählten das Organisieren geistlicher und kultureller Angebote insbesondere für christliche Blinde, die Gründung und Betreuung von Blindenkreisen, die Verbesserung der Betreuung Blinder, die Förderung der Kommunikation Blinder untereinander und mit Sehenden, die Verbreitung von Information über und Werbung um Verständnis für Blinde und Blindheit, die Publikation und Übertragung christlicher Schriften in Blindenschrift, Erstellung einer Hörbücherei, die Ihren Sitz in Oberoderwitz hatte, Jugendarbeit und Taubblindenarbeit.
Die Geschäftsstelle des CBD hatte ihren Sitz zuerst in Oberoderwitz. Leiter war bis 1974 Georg Hentsch. Ab 1974 leitete Peter Bendin den CBD. 1975 verlegte der CBD seinen Sitz nach Graustein, ab 1988 nach Guben.
1990 wurde der CBD als Fachverband des Diakonischen Werks in der DDR aufgelöst. Der alleinige Fachverband im Diakonischen Werk der EKD war seither der Evangelische Blinden- und Sehbehindertendienst in Deutschland e.V. mit Sitz in Marburg.
Als Nachfolgeorganisation führen verschiedene Organisationen die regionale Arbeit in eingeschränktem Umfang weiter. Ab 5.1.1991 arbeitet der Bartimäusring Brandenburg e.V. in Guben mit Peter Bendin als Vorsitzendem. Auch der Christliche Blinden- und Sehbehindertendienst Sachsen (CBSDS) versteht seine Arbeit als Anknüpfung an die Geschichte des CBD.
Zum Bestand
Von den Unterlagen des CBD ist nur ein kleiner Teil erhalten. Am 16.07.1991 wurden Personalakten, Lohnkonten (1964 – 1990), und verschiedene andere Finanzunterlagen an den Archivar des DWDDR übergeben, von wo die vorliegenden Teile der Überlieferung ins ADW gelangten.
Eine Übergabe von Materialien an das ADW erfolgte 15.5.1995. Die Verzeichnung wurde im November 2003 von Herrn Roland Wicher durchgeführt. Unterlagen des CBD Wernigerode, der eine separate Organisation darstellte, befinden sich nicht im Bestand.
Quellen
1. Literatur
Georg Hentsch, Hilfe für den blinden Menschen, in: Fröhlich Helfen (1972), S. 32 – 37, S. 35.
2. Weitere Archivalien im ADW:
ADW, CA / O 25
ADW, DWDDR 112 - 118
CA W 34
3. Internetadressen (November 2003)
http://www.thur.de/org/kom-in/org-blind/index.html
http://www.thur.de/org/kom-in/org-blind/brb/
http://www.thur.de/org/kom-in/org-blind/brb/kontakt.html
http://www.thur.de/org/kom-in/org-blind/brb/brb.html
http://www.thur.de/org/kom-in/org-blind/cbsds/index.html
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
22.04.2025, 11:01 MESZ