Landratsamt Löbau (Bestand)
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XIV. HA, Rep. 200
Tektonik >> TERRITORIALÜBERLIEFERUNGEN, PROVINZIAL- UND LOKALBEHÖRDEN >> Westpreußen >> Die preußische Provinz bis 1920 >> Innere und Polizeiverwaltung
Laufzeit: 1829 - 1945
Findmittel: Datenbank; Findbuch, 1 Bd.
Vorwort
1. Behördengeschichte
Nach der Neuorganisation der Kreisgliederung in Preußen auf Basis der auf dem Wiener Kongress beschlossenen Grenzziehungen entstand am 1. April 1818 der Kreis Löbau im Regierungsbezirk Marienwerder. Hatten die Kreise generell schon vor den Stein-Hardenbergschen Verwaltungsreformen in einer Doppelfunktion als ständische Verbände und untere staatliche Verwaltungsbezirke fungiert, blieb diese Charakteristik auch anschließend erhalten: der Landrat als Vertreter des Staates wurde vom König auf Vorschlag des Kreistags ernannt, die Landratsämter waren der dienstlichen Aufsicht der Regierungen unterstellt. Zum Geschäftskreis des Landrates zählten die allgemeine Landesverwaltungspolizei, Militärsachen, Gewerbeangelegenheiten sowie die Aufsicht über das Regalien- und Abgabewesen, insbesondere Steuerveranlagung und -einziehung. Der vom Landrat einberufene Kreistag hatte beratende Funktion, seine Aufgaben beschränkten sich weitestgehend auf die Steuerverteilung und Prüfung der Verwendung der Kreismittel.
Die Bestimmungen des Versailler Vertrages führten am 28. Juni 1919, also gut ein Jahrhundert nach Begründung des Kreises Löbau, zu seiner Auflösung. Das Gebiet der preußischen Provinz Westpreußen fiel größtenteils an den polnischen Staat; ein schmaler Streifen an der Ostgrenze kam an die Freie Stadt Danzig. Im Zuge der Besetzung Polens durch deutsche Truppen wurde die ehemalige preußische Verwaltungsstruktur im westpreußischen Territorium größtenteils wiederhergestellt, so auch der Kreis Löbau - 1941 umbenannt in "Landkreis Neumark" - als Teil des 1939 geschaffenen Reichsgaues (Danzig) Westpreußen. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebiet erneut Polen zugesprochen.
2. Bestandsgeschichte
Die wechselnde staatliche Zugehörigkeit des Gebietes der Provinz Westpreußen spiegelt sich auch in der Geschichte des Schriftguts der dortigen Behörden und seiner archivalischen Quellen wider. Die sich bereits 1918 anbahnende und im Versailler Vertrag ein Jahr später beschlossene Eingliederung des Territoriums in den wiedererstandenen polnischen Staat bzw. die neubegründete Freie Stadt Danzig führte zu einer Verlagerung sowohl von archivischen (Teil-) Beständen als auch laufendem Behördenschriftgut auf preußisches Gebiet vor allem nach Königsberg und Berlin; ein Prozess, der sich zum Ende der erneuten Zugehörigkeit des Territoriums zum Deutschen Reich 1939-1944 (s.o.) wiederholen sollte.
Ein Großteil der vorliegenden Überlieferung des Landratsamtes Löbau gelangte in zwei Abgaben - 1925 und 1927 - an das Staatsarchiv Danzig und wurde dort unter der Repositurnummer 200 aufgestellt. Wann konkret und auf welchem Wege diese Archivalien anschließend in das Geheime Staatsarchiv gelangt sind, ist nach derzeitigem Kenntnisstand ebensowenig zu beantworten wie die Frage nach der Herkunft der Verzeichnungseinheiten aus den Jahren 1941 ff.
Für das vorliegende Findbuch wurde durch die beiden Praktikanten Janik Hollnagel und Paul-Julius Meyer die Verzeichnung überarbeitet und der Bestand klassifiziert, die vorhandenen Signaturnummern trotz Überlieferungsverlusten jedoch der besseren Wiedererkennung wegen beibehalten.
Quellen und Literatur
- Geheimes Staatsarchiv PK, I. HA Rep. 178 Generaldirektion der Staatsarchive, Nr. 2199, 1919-1940
- Grundriss zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815-1945, Reihe A: Preußen, hg. v. Walther Hubatsch, Bd. 1: Ost- und Westpreußen, bearb. v. Dieter Stüttgen, Marburg/Lahn 1975, S. 174 ff.
- Peter Letkemann, Archivalien zur Geschichte Westpreußens im Geheimen Staatsarchiv in Berlin, in: Beiträge zur Geschichte Westpreußens. Zeitschrift der Coppernicus-Vereinigung zur Pflege der Heimatkunde und Geschichte Westpreußens e.V. Nr. 3, 1970, S. 138-153
- Staatsarchiv Danzig - Wegweiser durch die Bestände bis zum Jahr 1945. Generaldirektion der Staatlichen Archive Polens, bearb. v. Czes?aw Biernat, aus dem Polnischen übers. v. Stephan Niedermeier (Schriften des Bundesinstituts für ostdeutsche Kultur und Geschichte, Bd. 16), München 2000
Bestandsumfang: 28 Verzeichnungseinheiten
Laufzeit: 1829 - 1945
Letzte vergebene Nummer: 74
Der Bestand lagert derzeit in Dahlem.
Die Akten sind auf rosa Leihscheinen wie folgt zu bestellen:
XIV. HA, Rep. 200, Nr. #
Zitierweise:
XIV. HA, Rep. 200 Landratsamt Löbau, Nr. #
Berlin, 18. Oktober 2017
Susanne Brockfeld, Ref. II 2
Zitierweise: GStA PK, XIV. HA, Rep. 200
Vorwort
1. Behördengeschichte
Nach der Neuorganisation der Kreisgliederung in Preußen auf Basis der auf dem Wiener Kongress beschlossenen Grenzziehungen entstand am 1. April 1818 der Kreis Löbau im Regierungsbezirk Marienwerder. Hatten die Kreise generell schon vor den Stein-Hardenbergschen Verwaltungsreformen in einer Doppelfunktion als ständische Verbände und untere staatliche Verwaltungsbezirke fungiert, blieb diese Charakteristik auch anschließend erhalten: der Landrat als Vertreter des Staates wurde vom König auf Vorschlag des Kreistags ernannt, die Landratsämter waren der dienstlichen Aufsicht der Regierungen unterstellt. Zum Geschäftskreis des Landrates zählten die allgemeine Landesverwaltungspolizei, Militärsachen, Gewerbeangelegenheiten sowie die Aufsicht über das Regalien- und Abgabewesen, insbesondere Steuerveranlagung und -einziehung. Der vom Landrat einberufene Kreistag hatte beratende Funktion, seine Aufgaben beschränkten sich weitestgehend auf die Steuerverteilung und Prüfung der Verwendung der Kreismittel.
Die Bestimmungen des Versailler Vertrages führten am 28. Juni 1919, also gut ein Jahrhundert nach Begründung des Kreises Löbau, zu seiner Auflösung. Das Gebiet der preußischen Provinz Westpreußen fiel größtenteils an den polnischen Staat; ein schmaler Streifen an der Ostgrenze kam an die Freie Stadt Danzig. Im Zuge der Besetzung Polens durch deutsche Truppen wurde die ehemalige preußische Verwaltungsstruktur im westpreußischen Territorium größtenteils wiederhergestellt, so auch der Kreis Löbau - 1941 umbenannt in "Landkreis Neumark" - als Teil des 1939 geschaffenen Reichsgaues (Danzig) Westpreußen. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebiet erneut Polen zugesprochen.
2. Bestandsgeschichte
Die wechselnde staatliche Zugehörigkeit des Gebietes der Provinz Westpreußen spiegelt sich auch in der Geschichte des Schriftguts der dortigen Behörden und seiner archivalischen Quellen wider. Die sich bereits 1918 anbahnende und im Versailler Vertrag ein Jahr später beschlossene Eingliederung des Territoriums in den wiedererstandenen polnischen Staat bzw. die neubegründete Freie Stadt Danzig führte zu einer Verlagerung sowohl von archivischen (Teil-) Beständen als auch laufendem Behördenschriftgut auf preußisches Gebiet vor allem nach Königsberg und Berlin; ein Prozess, der sich zum Ende der erneuten Zugehörigkeit des Territoriums zum Deutschen Reich 1939-1944 (s.o.) wiederholen sollte.
Ein Großteil der vorliegenden Überlieferung des Landratsamtes Löbau gelangte in zwei Abgaben - 1925 und 1927 - an das Staatsarchiv Danzig und wurde dort unter der Repositurnummer 200 aufgestellt. Wann konkret und auf welchem Wege diese Archivalien anschließend in das Geheime Staatsarchiv gelangt sind, ist nach derzeitigem Kenntnisstand ebensowenig zu beantworten wie die Frage nach der Herkunft der Verzeichnungseinheiten aus den Jahren 1941 ff.
Für das vorliegende Findbuch wurde durch die beiden Praktikanten Janik Hollnagel und Paul-Julius Meyer die Verzeichnung überarbeitet und der Bestand klassifiziert, die vorhandenen Signaturnummern trotz Überlieferungsverlusten jedoch der besseren Wiedererkennung wegen beibehalten.
Quellen und Literatur
- Geheimes Staatsarchiv PK, I. HA Rep. 178 Generaldirektion der Staatsarchive, Nr. 2199, 1919-1940
- Grundriss zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815-1945, Reihe A: Preußen, hg. v. Walther Hubatsch, Bd. 1: Ost- und Westpreußen, bearb. v. Dieter Stüttgen, Marburg/Lahn 1975, S. 174 ff.
- Peter Letkemann, Archivalien zur Geschichte Westpreußens im Geheimen Staatsarchiv in Berlin, in: Beiträge zur Geschichte Westpreußens. Zeitschrift der Coppernicus-Vereinigung zur Pflege der Heimatkunde und Geschichte Westpreußens e.V. Nr. 3, 1970, S. 138-153
- Staatsarchiv Danzig - Wegweiser durch die Bestände bis zum Jahr 1945. Generaldirektion der Staatlichen Archive Polens, bearb. v. Czes?aw Biernat, aus dem Polnischen übers. v. Stephan Niedermeier (Schriften des Bundesinstituts für ostdeutsche Kultur und Geschichte, Bd. 16), München 2000
Bestandsumfang: 28 Verzeichnungseinheiten
Laufzeit: 1829 - 1945
Letzte vergebene Nummer: 74
Der Bestand lagert derzeit in Dahlem.
Die Akten sind auf rosa Leihscheinen wie folgt zu bestellen:
XIV. HA, Rep. 200, Nr. #
Zitierweise:
XIV. HA, Rep. 200 Landratsamt Löbau, Nr. #
Berlin, 18. Oktober 2017
Susanne Brockfeld, Ref. II 2
Zitierweise: GStA PK, XIV. HA, Rep. 200
Umfang: 0,6 lfm (28 VE); Angaben zum Umfang: 0,6 lfm (28 VE)
Bestand
deutsch
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
19.08.2025, 12:19 MESZ