Fried. Krupp Grusonwerk AG, Magdeburg (Maschinenbau, Eisen- und Stahlgießerei) (Bestand)
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I 28 (Benutzungsort: Magdeburg)
Landesarchiv Sachsen-Anhalt (Archivtektonik) >> 07. Wirtschaft (mit Bergbehörden bis 1990 und Bankwesen) >> 07.06. Maschinen- und Anlagenbau
1855, 1880 - 1945 (- 1949, 1954, 1961)
Findhilfsmittel: Findkartei (online recherchierbar)
Registraturbildner: Hermann August Jaques Gruson (1821-1895) gründete am 1. Juni 1855 unter der Firma "H. Gruson Buckau-Magdeburg" eine an der Elbe gelegene Schiffswerft in Verbindung mit einer kleinen Maschinenfabrik und Eisengießerei, für die der Hartguß von grundlegender Bedeutung wurde: Aus der Herstellung von Zubehörteilen für die Eisen- und Straßenbahn, von Walzmühlen, Pressen und Walzwerken entstand der Schwermaschinen- und Anlagenbau. Nach der Produktion von Hartgußgranaten in den 1860er Jahren nahm Hermann Gruson auch den Bau von Panzertürmen, Hartgußpanzern für Land- und Küstenbefestigungen sowie von Lafetten, Schnellfeuerkanonen und Kugelmörsern auf. Der Großbetrieb wurde 1886 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Die Firma Fried. Krupp übernahm am 1. Mai 1893 das Grusonwerk auf Grund eines Betriebsüberlassungsvertrages. Mit dem Besitzwechsel ging bis auf wenige Ausnahmen die gesamte Kriegsmaterialherstellung an das Essener Werk über. Im Jahre 1923 erhielt das Grusonwerk eine eigene Rechtspersönlichkeit als Fried. Krupp Grusonwerk AG, verblieb jedoch als 100%iges Tochterunternehmen im Eigentum der Fried. Krupp AG, Essen.
Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges stellte die Werksleitung den unbedeutenden Munitionsbetrieb um und begann mit der massenhaften Fertigung von Gußeisen- und Stahlgußgeschossen für die Artillerie sowie mit der Geschützherstellung mit allem Zubehör und von Maschinen zur Produktion von Rüstungsgütern für andere Betriebe, z. B. Pulvermaschinen, Patronenpressen und Hebezeug.
Im Zweiten Weltkrieg diente der Schwermaschinenbau der Herstellung von Panzern und Sturmgeschützen. Das Grusonwerk erhielt zweimal die Anerkennung als Kriegsmusterbetrieb.
Die Fried. Krupp Grusonwerk AG wurde 1945 sequestriert und im Mai 1946 dem Präsidenten der Provinz Sachsen unterstellt. Damit war die juristische Trennung des Werkes vom Essener Stammwerk vollzogen. Infolge des Sonderbefehls Nr. 223 des Chefs der SMA der Provinz Sachsen vom 30. Okt. 1946 übernahm für die Zeit vom 1. Nov. 1946 bis 31. Dez. 1953 die Sowjetische Staatliche Aktiengesellschaft (SAG) für Maschinenbau in Deutschland die Verwaltung des Betriebes. Der SAG-Betrieb erhielt 1951 den Namen "Schwermaschinenbau Ernst Thälmann", am 1. Jan. 1954 ging er als Volkseigener Betrieb gleichen Namens an die DDR über.
(Quelle: Quellen zur Geschichte der Juden in den Archiven der neuen Bundesländer, Bd 3, München 1999)
Registraturbildner: Hermann August Jaques Gruson (1821-1895) gründete am 1. Juni 1855 unter der Firma "H. Gruson Buckau-Magdeburg" eine an der Elbe gelegene Schiffswerft in Verbindung mit einer kleinen Maschinenfabrik und Eisengießerei, für die der Hartguß von grundlegender Bedeutung wurde: Aus der Herstellung von Zubehörteilen für die Eisen- und Straßenbahn, von Walzmühlen, Pressen und Walzwerken entstand der Schwermaschinen- und Anlagenbau. Nach der Produktion von Hartgußgranaten in den 1860er Jahren nahm Hermann Gruson auch den Bau von Panzertürmen, Hartgußpanzern für Land- und Küstenbefestigungen sowie von Lafetten, Schnellfeuerkanonen und Kugelmörsern auf. Der Großbetrieb wurde 1886 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Die Firma Fried. Krupp übernahm am 1. Mai 1893 das Grusonwerk auf Grund eines Betriebsüberlassungsvertrages. Mit dem Besitzwechsel ging bis auf wenige Ausnahmen die gesamte Kriegsmaterialherstellung an das Essener Werk über. Im Jahre 1923 erhielt das Grusonwerk eine eigene Rechtspersönlichkeit als Fried. Krupp Grusonwerk AG, verblieb jedoch als 100%iges Tochterunternehmen im Eigentum der Fried. Krupp AG, Essen.
Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges stellte die Werksleitung den unbedeutenden Munitionsbetrieb um und begann mit der massenhaften Fertigung von Gußeisen- und Stahlgußgeschossen für die Artillerie sowie mit der Geschützherstellung mit allem Zubehör und von Maschinen zur Produktion von Rüstungsgütern für andere Betriebe, z. B. Pulvermaschinen, Patronenpressen und Hebezeug.
Im Zweiten Weltkrieg diente der Schwermaschinenbau der Herstellung von Panzern und Sturmgeschützen. Das Grusonwerk erhielt zweimal die Anerkennung als Kriegsmusterbetrieb.
Die Fried. Krupp Grusonwerk AG wurde 1945 sequestriert und im Mai 1946 dem Präsidenten der Provinz Sachsen unterstellt. Damit war die juristische Trennung des Werkes vom Essener Stammwerk vollzogen. Infolge des Sonderbefehls Nr. 223 des Chefs der SMA der Provinz Sachsen vom 30. Okt. 1946 übernahm für die Zeit vom 1. Nov. 1946 bis 31. Dez. 1953 die Sowjetische Staatliche Aktiengesellschaft (SAG) für Maschinenbau in Deutschland die Verwaltung des Betriebes. Der SAG-Betrieb erhielt 1951 den Namen "Schwermaschinenbau Ernst Thälmann", am 1. Jan. 1954 ging er als Volkseigener Betrieb gleichen Namens an die DDR über.
(Quelle: Quellen zur Geschichte der Juden in den Archiven der neuen Bundesländer, Bd 3, München 1999)
Laufmeter: 12.3
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
14.04.2025, 8:12 AM CEST