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In der Mark
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Weimarische Zeitung, Nr. 231, 02.10.1872, S. 2: „Ungleich fertiger und darum vortheilhafter [als im „Egmont“] trat er [Hr. Thies] in dem neuen Stück „In der Mark“ von Hans Hopfen auf. Mit natürlicher Kraft und Wärme schilderte er den echten märkischen Junker des 18. Jahrhunderts; das Maß in der Wüstheit des leeren, verkommenden Lebens, die Wärme in der Empfindung der erwachenden Liebe, die Lebhaftigkeit der Begeisterung für König und Vaterland, Alles dies trat in seiner Darstellung prägnant und künstlerisch wirkungsvoll zu Tage und man muß aus der Lösung dieser Aufgabe einen sehr vortheilhaften Schluß für die Begabung des jungen Künstlers ziehen, welchem zur Anforderung der höheren Tragödie eben wohl nur die Jahre der naturgemäßen künstlerischen Entwicklung fehlen. Das Publikum zeichnete Herrn Thies mit lebhaftem Beifall und öfterem Hervorrufen aus. Von Seiten unserer einheimischen Künstler wurde das Stück ganz vortrefflich gespielt; Frl. Lüdt, Frl. Siegl und die Herren Savits, Reinhardt, Edgar, Lehmann und Cabus vereinigten sich zu einem Ensemble, wie es sich der Dichter nicht besser hätte wünschen können. Was das Stück selbst anlangt, so hat es den äußerst seltenen Vorzug einer knappen, theatralisch sehr wirksamen Form. Die Handlung spielt sich ohne Breite, eher hier und da mit etwas phantastischen Sprüngen, rasch ab. Die Charaktere sind originell und prägnant, somit recht dankbare Aufgaben für die Künstler; ihre psychologische Motivirung anlangend, halten sie wohl den höheren ästhetischen Anforderungen nicht durchweg Stand, aber sie haben dramatisches Leben und manche recht poetisch empfundene Züge. Es ist dem Dichter im Allgemeinen die hervorragende Befähigung zur dramatischen Gestaltung entschieden zuzusprechen und das will uns in unserer damit kärglich bestellten Zeit recht viel dünken. Auf das Publikum schien das Stück einen entschieden günstigen Eindruck zu machen.“