Nachlass Troost, Paul Ludwig und Gerdy (Bestand)
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NL Troost Paul Ludwig und Gerdy Nachlass Troost, Paul Ludwig und Gerdy
Bayerisches Hauptstaatsarchiv (Archivtektonik) >> Beständetektonik des Bayerischen Hauptstaatsarchivs >> 5 Abteilung V: Nachlässe und Sammlungen >> 5.1 Nachlässe und Familienarchive >> 5.1.2 Nachlässe >> Nachlässe T - Z
1912-1994
Kurzbeschreibung Nachlass Professor Paul Ludwig Troost: Lebensdaten:
Geboren am 17.8.1878 in Elberfeld (Nordrhein-Westfalen)
Gestorben am 21.1.1934 in München
Seit frühester Jugend künstlerisch interessiert, Ausbildung zum Architekten in Darmstadt. 1898 / 1899 einjähriger Aufenthalt in Italien. 1900 Übersiedlung nach München, zuletzt wohnhaft Kaulbachstraße 10. Mit 23 Jahren selbständiger Architekt, in den ersten Jahren vor allem Arbeiten im Künstlermilieu.
1910 erste Aufträge zur Innengestaltung von Ozeandampfern. Hierauf allgemeine fachliche Anerkennung im In- und Ausland.
Kunsttheoretisch ein ausgesprochener Traditionalist mit klarer Präferenz für die Antike, die Renaissance und den Klassizismus.
Dies führte zu einer radikalen Ablehnung modernistischer Architektur.
In den 1920er Jahren kam es zu einer Bekanntschaft mit Hitler und aufgrund der allgemeinen Übereinstimmung im politisch-künstlerischen Bereich zu einer echten Freundschaft.
Ab 1930 plante Troost das "Braune Haus", die NSDAP-Verwaltungsbauten in der Arcisstraße, die Ehrentempel für die Toten des Hitlerputsches von 1923 und das Haus der Deutschen Kunst.
Nach der Übernahme weiterer Aufträge Hitlers erlitt er Ende 1933 infolge Überarbeitung einen Schlaganfall und starb an nachfolgenden Komplikationen.
Für die Nazis war Troost der Begründer "ihres" monumentalen Baustils, den er, von Hitler beauftragt, als erster architektonisch verwirklichte. Die hohe Wertschätzung der Nazis zeigte sich besonders im pompösen Staatsbegräbnis und in zahlreichen Ehrungen.
Noch im Kriegsjahr 1942 berief sich Albert Speer bei seinen Planungen für die NS-Bauten ausdrücklich auf Troost.
Beruf bzw. Ämter:
Architekt; 1903 Bürochef bei Martin Dülfer in München; 1910 Innenausstattung der Luxusschnelldampfer des Norddeutschen Lloyd; Architekt Hitlers; 1931 Umgestaltung des Braunen Hauses in München, Briennerstraße; ab 1933 Umgestaltung des Königsplatzes und Bau des Hauses der Deutschen Kunst, München
Inhalt des Nachlasses:
Originalzeichnungen; Fotos (u.a. von Gebäuden, Möbeln, Gemälden, Büsten und Innenräumen von Ozeandampfern); Ausstattung der Wohnungen Hitlers in München und Berlin; Korrespondenz (u.a. Norddeutscher Lloyd, Verleger); Rechnungen über Ausstattung des Hauses Wachenfeld auf dem Obersalzberg; Korrespondenz der Ehefrau Gerdy (u.a. Elsa und Hugo Bruckmann, Karl Fiehler, Rosa Thöny, geb. Vierthaler, Dr. med. Hans Deutschl, Ernst Haiger, Juga Krannhals-Russell, Kurt Trampler); Prospekte und Fachliteratur
Geboren am 17.8.1878 in Elberfeld (Nordrhein-Westfalen)
Gestorben am 21.1.1934 in München
Seit frühester Jugend künstlerisch interessiert, Ausbildung zum Architekten in Darmstadt. 1898 / 1899 einjähriger Aufenthalt in Italien. 1900 Übersiedlung nach München, zuletzt wohnhaft Kaulbachstraße 10. Mit 23 Jahren selbständiger Architekt, in den ersten Jahren vor allem Arbeiten im Künstlermilieu.
1910 erste Aufträge zur Innengestaltung von Ozeandampfern. Hierauf allgemeine fachliche Anerkennung im In- und Ausland.
Kunsttheoretisch ein ausgesprochener Traditionalist mit klarer Präferenz für die Antike, die Renaissance und den Klassizismus.
Dies führte zu einer radikalen Ablehnung modernistischer Architektur.
In den 1920er Jahren kam es zu einer Bekanntschaft mit Hitler und aufgrund der allgemeinen Übereinstimmung im politisch-künstlerischen Bereich zu einer echten Freundschaft.
Ab 1930 plante Troost das "Braune Haus", die NSDAP-Verwaltungsbauten in der Arcisstraße, die Ehrentempel für die Toten des Hitlerputsches von 1923 und das Haus der Deutschen Kunst.
Nach der Übernahme weiterer Aufträge Hitlers erlitt er Ende 1933 infolge Überarbeitung einen Schlaganfall und starb an nachfolgenden Komplikationen.
Für die Nazis war Troost der Begründer "ihres" monumentalen Baustils, den er, von Hitler beauftragt, als erster architektonisch verwirklichte. Die hohe Wertschätzung der Nazis zeigte sich besonders im pompösen Staatsbegräbnis und in zahlreichen Ehrungen.
Noch im Kriegsjahr 1942 berief sich Albert Speer bei seinen Planungen für die NS-Bauten ausdrücklich auf Troost.
Beruf bzw. Ämter:
Architekt; 1903 Bürochef bei Martin Dülfer in München; 1910 Innenausstattung der Luxusschnelldampfer des Norddeutschen Lloyd; Architekt Hitlers; 1931 Umgestaltung des Braunen Hauses in München, Briennerstraße; ab 1933 Umgestaltung des Königsplatzes und Bau des Hauses der Deutschen Kunst, München
Inhalt des Nachlasses:
Originalzeichnungen; Fotos (u.a. von Gebäuden, Möbeln, Gemälden, Büsten und Innenräumen von Ozeandampfern); Ausstattung der Wohnungen Hitlers in München und Berlin; Korrespondenz (u.a. Norddeutscher Lloyd, Verleger); Rechnungen über Ausstattung des Hauses Wachenfeld auf dem Obersalzberg; Korrespondenz der Ehefrau Gerdy (u.a. Elsa und Hugo Bruckmann, Karl Fiehler, Rosa Thöny, geb. Vierthaler, Dr. med. Hans Deutschl, Ernst Haiger, Juga Krannhals-Russell, Kurt Trampler); Prospekte und Fachliteratur
33
Bestand
Akten
deutsch
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
03.04.2025, 11:05 MESZ