Amt Varenholz (Bestand)
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L 25
Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe (Archivtektonik) >> 1. Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe >> 1.1. Land Lippe (bis 1947) >> 1.1.2. Verwaltung, Justiz >> 1.1.2.2. Allgemeine und innere Verwaltung >> 1.1.2.2.4. Städte und Ämter
1352-1809
Verfassung, Verwaltung, Bedienstete, Polizei 1573-1809 (24); Hoheit und Weserbau 1537-1805 (34); Erwerb der von Wendtschen Besitzungen 1360, 1541-1768 (16); Verhältnis zu den Nachbarn 1493, 1553-1806 (29); Forsten und Abgaben 1352, 1512-1773 (29); Ortschaften: Hof- und Personalsachen, Hude, Gemeinheiten, Dienste 1425-1806 (150).
Bestandsgeschichte: Städte und Ämter (Akten) von Knoch 1769-1800 zusammengestellte Pertinenzbestände, mit Nachträgen.
Form und Inhalt: Ortsakten
In der zweiten Hälfte des 15. Jh. wurde Detmold ständiger Sitz der lippischen Regierung, nachdem der regierende Graf bis dahin zeitweise auch in Brake bei Lemgo, Blomberg und an anderen Orten file://fn@01 residiert hatte. Dort gab es eine "schriverigge", bei sich nach und nach ein umfangreiches, aber chaotisch geordnetes und unter ungünstigen räumlichen Bedingungen aufbewahrtes Archiv entwickelte, das im Laufe der Zeit immer mehr verwahrloste; es enthielt Unterlagen verschiedenster Behörden, die - auch infolge diverser Ordnungsversuche - vielfach durcheinander gerieten.
Erst dem 1762 eingestellten erfahrenen Archivar Johann Ludwig Knoch gelang es in jahrelanger Arbeit, Abhilfe zu schaffen und die unübersichtliche Archivalienmenge zu verschiedenen "Registraturen" (Beständen) zu ordnen, deren Bestandteile er "aus hundert Ecken" (Kiewning, S. 300) zusammensuchen musste.
Eine besondere Vorliebe muss Knoch für seine Ortsakten gehabt haben, also Registraturen über die Städte und Ämter des Landes, deren Schriftgut hauptsächlich bei der Regierung entstanden war (vgl. dazu den Abschnitt "Ämter und Städte" im Bestand L 77 A / Regierung, Ältere Registratur); er sah sie wohl als Fundament des ganzen Archivs an. Allerdings "stopfte" (Kiewning, S. 303) Knoch in seine Ortsakten "mit Vorliebe" auch Prozessakten, weil er meinte, dass man dort eher nach Familien und Gütern nachforschen würde als anderwärts.
Die Findbücher zu den Ortsakten L 17 - L 25, 27, 30, 33 und 34 versah Knoch jeweils mit historischen oder rechtsgeschichtlichen Abhandlungen [Remarquen], eventuell auch mit Landesbeschreibungen sowie Nachrichten über "merckwürdige Orthe und Gegenstände" oder mit genealogischen Informationen über bedeutende Familien und was ihm sonst noch mitteilenswert erschien.
Das Findbuch zum vorliegenden Bestand "Renovirte Archivs-Registratur und Repertorium über das Amt Varenholtz " wurde von Knoch "ausgefertiget im November 1800 und continuirt 1803". Es ersetzt eine erste Version aus dem Jahre 1772, die er wegen der überaus vielen "bey dem verwirrten Zustand des Archivs von dieser Zeit an bey der Continuation der archivalischen Ordnung" noch vorgefundenen einschlägigen Dokumente "in meinen gegenwärtigen alten Jahren" zu überarbeiten sich "gemüßiget" sah.
In den 1970er Jahren wurden die Bestände L 17 - L 25 von Ingeborg Kittel und Rohtraut Müller-König mit neuen Archivsignaturen (lfd. Nr.) versehen, dabei wurden Nachträge eingearbeitet, mitunter mehrere kleinere Knochsche Verzeichnungseinheiten zusammengefasst sowie gelegentlich einzelne Schriftstücke anderen Akten zugeordnet.
* * *
Die Übertragung des Knochschen Findbuchs nach VERA erfolgte im Rahmen der Konvertierung analoger Findmittel. - Für die vorliegende Datei wurden auf Grundlage der Knochschen Repertorien modernen Verzeichnungsgrundsätzen entsprechende Klassifikationsbezeichnungen und Aktentitel gebildet (*); die ursprüngliche Gliederung wurde nicht verändert. Eine Erschließung des Akteninhalts wie vor über 200 Jahren ist unter heutigen Umständen nicht mehr möglich (siehe dazu auch Bender). Zusätzlich werden die Knochschen Repertorien als "Images" in VERA Benutzung und ins Internet gestellt (VZE 9999). Ihre Benutzung bleibt für eine detaillierte Recherche weiterhin unverzichtbar.
(*) Der von Knoch häufig verwendete Begriff "Privata" bzw. in diesem Bestand "Personalia Localia" wurde mit "Kolonatssachen" wiedergegeben in Anlehnung an die im Landesarchiv/Staatsarchiv Detmold seit langem geläufige Bezeichnung des Bestands L 92 T 1 (Kolonate/Kolonatsakten - alte Bezeichnung: Privata Incolarum, Privatsachen). - Bei Ortsnamen wurde möglichst die heutige Schreibweise benutzt, bei Personennamen die heute gebräuchliche Form (Meier statt Meyer, Schalk statt Schalck, Barkhausen statt Barckhausen u.ä.; s.a. die genealogische Sammlung D 77 Brenker).
Detmold, im Dezember 2011
gez. Arno Schwinger
Literatur
Wolfgang Bender, Archivar aus Leidenschaft - Johann Ludwig Knoch, in: Lippische Mitteilungen 75 (2006), S. 15-36.
Hans Kiewning, Das Lippische Landesarchiv in Detmold, in: Archivalische Zeitschrift Bd. 42/43 (1934), S. 282-321.
Bestandsgeschichte: Städte und Ämter (Akten) von Knoch 1769-1800 zusammengestellte Pertinenzbestände, mit Nachträgen.
Form und Inhalt: Ortsakten
In der zweiten Hälfte des 15. Jh. wurde Detmold ständiger Sitz der lippischen Regierung, nachdem der regierende Graf bis dahin zeitweise auch in Brake bei Lemgo, Blomberg und an anderen Orten file://fn@01 residiert hatte. Dort gab es eine "schriverigge", bei sich nach und nach ein umfangreiches, aber chaotisch geordnetes und unter ungünstigen räumlichen Bedingungen aufbewahrtes Archiv entwickelte, das im Laufe der Zeit immer mehr verwahrloste; es enthielt Unterlagen verschiedenster Behörden, die - auch infolge diverser Ordnungsversuche - vielfach durcheinander gerieten.
Erst dem 1762 eingestellten erfahrenen Archivar Johann Ludwig Knoch gelang es in jahrelanger Arbeit, Abhilfe zu schaffen und die unübersichtliche Archivalienmenge zu verschiedenen "Registraturen" (Beständen) zu ordnen, deren Bestandteile er "aus hundert Ecken" (Kiewning, S. 300) zusammensuchen musste.
Eine besondere Vorliebe muss Knoch für seine Ortsakten gehabt haben, also Registraturen über die Städte und Ämter des Landes, deren Schriftgut hauptsächlich bei der Regierung entstanden war (vgl. dazu den Abschnitt "Ämter und Städte" im Bestand L 77 A / Regierung, Ältere Registratur); er sah sie wohl als Fundament des ganzen Archivs an. Allerdings "stopfte" (Kiewning, S. 303) Knoch in seine Ortsakten "mit Vorliebe" auch Prozessakten, weil er meinte, dass man dort eher nach Familien und Gütern nachforschen würde als anderwärts.
Die Findbücher zu den Ortsakten L 17 - L 25, 27, 30, 33 und 34 versah Knoch jeweils mit historischen oder rechtsgeschichtlichen Abhandlungen [Remarquen], eventuell auch mit Landesbeschreibungen sowie Nachrichten über "merckwürdige Orthe und Gegenstände" oder mit genealogischen Informationen über bedeutende Familien und was ihm sonst noch mitteilenswert erschien.
Das Findbuch zum vorliegenden Bestand "Renovirte Archivs-Registratur und Repertorium über das Amt Varenholtz " wurde von Knoch "ausgefertiget im November 1800 und continuirt 1803". Es ersetzt eine erste Version aus dem Jahre 1772, die er wegen der überaus vielen "bey dem verwirrten Zustand des Archivs von dieser Zeit an bey der Continuation der archivalischen Ordnung" noch vorgefundenen einschlägigen Dokumente "in meinen gegenwärtigen alten Jahren" zu überarbeiten sich "gemüßiget" sah.
In den 1970er Jahren wurden die Bestände L 17 - L 25 von Ingeborg Kittel und Rohtraut Müller-König mit neuen Archivsignaturen (lfd. Nr.) versehen, dabei wurden Nachträge eingearbeitet, mitunter mehrere kleinere Knochsche Verzeichnungseinheiten zusammengefasst sowie gelegentlich einzelne Schriftstücke anderen Akten zugeordnet.
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Die Übertragung des Knochschen Findbuchs nach VERA erfolgte im Rahmen der Konvertierung analoger Findmittel. - Für die vorliegende Datei wurden auf Grundlage der Knochschen Repertorien modernen Verzeichnungsgrundsätzen entsprechende Klassifikationsbezeichnungen und Aktentitel gebildet (*); die ursprüngliche Gliederung wurde nicht verändert. Eine Erschließung des Akteninhalts wie vor über 200 Jahren ist unter heutigen Umständen nicht mehr möglich (siehe dazu auch Bender). Zusätzlich werden die Knochschen Repertorien als "Images" in VERA Benutzung und ins Internet gestellt (VZE 9999). Ihre Benutzung bleibt für eine detaillierte Recherche weiterhin unverzichtbar.
(*) Der von Knoch häufig verwendete Begriff "Privata" bzw. in diesem Bestand "Personalia Localia" wurde mit "Kolonatssachen" wiedergegeben in Anlehnung an die im Landesarchiv/Staatsarchiv Detmold seit langem geläufige Bezeichnung des Bestands L 92 T 1 (Kolonate/Kolonatsakten - alte Bezeichnung: Privata Incolarum, Privatsachen). - Bei Ortsnamen wurde möglichst die heutige Schreibweise benutzt, bei Personennamen die heute gebräuchliche Form (Meier statt Meyer, Schalk statt Schalck, Barkhausen statt Barckhausen u.ä.; s.a. die genealogische Sammlung D 77 Brenker).
Detmold, im Dezember 2011
gez. Arno Schwinger
Literatur
Wolfgang Bender, Archivar aus Leidenschaft - Johann Ludwig Knoch, in: Lippische Mitteilungen 75 (2006), S. 15-36.
Hans Kiewning, Das Lippische Landesarchiv in Detmold, in: Archivalische Zeitschrift Bd. 42/43 (1934), S. 282-321.
78 Kartons = 283 Archivbände 1352-1809. - Findbuch: L 25.
Bestand
German
Stöwer, Herbert, Die lippische Kommunalverfassung, in: Archivpflege in Westfalen und Lippe Nr. 8, Juli 1976, S. 3-14.
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.11.2025, 13:59 MEZ
Hierarchie
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- 1.1.2. Verwaltung, Justiz (Tektonik)
- 1.1.2.2. Allgemeine und innere Verwaltung (Tektonik)
- 1.1.2.2.4. Städte und Ämter (Tektonik)
- Amt Varenholz (Bestand)