Sigmund Raiser von Ulm, zu Stuttgart gef., weil er seinem Bruder Felix Raiser geholfen haben soll, die ältere Frau von Limpurg, Anna geb. von der Laitern, Vintzentz und Bern, zu entführen - er war mit ihr allein von Eßlingen nach Reutlingen geritten - auf sein Bitten unter der Bedingung freigel., daß er sich jederzeit auf Anforderung wieder stellt, in der betreffenden Angelegenheit nichts weiter unternimmt, sondern sich wohl verhält, verpflichtet sich, dies auszuführen, und schwört U. Aufgeklebt ein Zettel mit Vermerk, daß S.Raiser am 11. Mai 1554 im Wächterstüble in des Königs Gemach im Beisein der Kammerräte Jörg von Au d.Ä. und Johann Rörach, des Rentkammerschreibers Nikolaus Felleisen, des Wächters Melchior und des Dieners des Jörg von Ow, Melchior Maister, den Eid erstattet hat. Datum 10.05.1554. Beiliegend: 1 Kopie der Urfehde, außerdem neun nummerierte Schriftstücke (Papier): 1) Bericht der (Räte) E. von Karpfen und Jörg Ow an Herzog Christoph über die Ausführung des Befehls, den S. Raiser, Diener des Grafen Ludwig von Öttingen, zu verhaften und einem Verhör zu unterziehen. Die wichtigsten Punkte der Aussage des Gefangenen: a) Er sei an der Entführung nicht beteiligt gewesen, er sei auf Wunsch der Frau nach Esslingen gegangen, wo sich dieselbe schon längere Zeit in schwangerem Zustand aufgehalten habe, und er sei von ihr gebeten worden, sie und das junge Fräulein nach Reutlingen zu begleiten. In Reutlingen habe er die beiden verlassen und sei zu seinem Bruder nach Ulm geritten, von wo aus sie beide nach Schaffhausen gereist wären. Dort hätten sie die beiden Frauen und den Herrn von Öttingen im Wirtshaus zur Krone wieder getroffen; er habe sich aber bald von ihnen getrennt und wisse nicht, ob dieselben noch dort seien. Die Frau hätte außer 50 Gulden, zwei Ketten, einigen Ringen und ihrem Heiratsbrief nichts mitgenommen. b) Er habe nicht vor, die Tochter zu heiraten. Sie sei ihm auch nicht von ihrer Mutter oder seinem Bruder versprochen worden. Die Räte berichten ferner, dass der Gefangene auf ihre Anweisung einen Brief an seinen Bruder geschrieben habe mit der Einladung, sich mit ihm in Donzdorf zu treffen. Der Gefangene habe jedoch geäußert, dass sein Bruder nicht in die Falle gehen werde, dafür sei er zu schlau. Datum: 1554 April 27. Innenliegend der Brief des Gefangenen an seinen Bruder. 2) Bericht des E. von Karpfen und des J. von Ow an den Herzog, dass der Gefangene gemäß den übersandten Artikeln weiter verhört wurde. Datum: 1554 April 28. Unterschrieben von den Ausstellern. 3) Die zusätzlichen Artikel, insgesamt 14, nach denen der Gefangene befragt wurde. 4) Protokoll der Antwort des Gefangenen auf diese Artikel. 5) Begleitbrief des Erbschenken Christoph von Limpurg an den Grafen Ludwig zu Öttingen zur Kopie eines Schreibens der Anna von Limpurg (Frau von Bern) aus Schaffhausen. Datum: Gaildorf, 1554 Mai 4. Unterschrieben vom Aussteller. 6) Die genannte Kopie. 7) Brief Herzogs Christoph an Graf Ludwig von Öttingen mit der Bitte, die ihm überlassenen, den S. Raiser betreffenden Unterlagen zurückzuschicken. Datum: Stuttgart, 1554 Mai 6. Unterschrieben vom Aussteller. 8) Begleitschreiben des Erbschenken Christoph von Limpurg an Graf Ludwig von Öttingen zu den die "Frau Mutter" betreffenden Akten mit der Bitte um Rat, wie in der Angelegenheit zu handeln sei. Datum: Gaildorf, 1554 Mai 7. Unterschrieben vom Aussteller. 9) Kopie eines Schreibens des Herzogs an Herrn Christoph von Limpurg. Datum: 1554 Mai 8.

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Landesarchiv Baden-Württemberg
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