Wilckens, Familie (Bestand)
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7.269
Staatsarchiv Bremen (Archivtektonik) >> Gliederung >> 7. Nichtamtliche Überlieferung >> 7.1. Nachlässe von Einzelpersonen und Familien >> Nachlässe T - Z
1773-2013
Enthält: Geschäftsbücher aus der Kattundruck- und -handelsfirma Wilckens 1799-1806 - Genealogische Materialien
Geschichte des Bestandsbildners: Die Familie Wilckens betrieb ab Ende des 17. Jahrhunderts rund 150 Jahre lang eine Kattundruckerei, durch sie zu Wohlstand und Einfluss gelangte. Die Handelskontakte reichten dabei u.a. nach England, Frankreich und Jamaika.
Als erster bedeutender Wilckens ist der zunächst mittellose Färber Henrich Wilckens (1616-1668) zu nennen, der bis 1660 im Keller unter dem Schütting gelebt haben soll. Durch die nur wenigen bekannte Kunst, die damals vom Mittelstand viel getragenen blauen Schürzen mit weißen Punkten und Mustern zu verzieren, vergrößerte er seine Kattundruckerei, kaufte 1661 das Haus Am Markt 16 und betrieb zusätzlich einen Kattunhandel. Sein Sohn Martin Wilckens, geb. 1658, führte den Betrieb fort. Dessen Sohn war der Schottherr Henrich Wilckens (1689-1755), der den Betrieb, der seine Baumwollrohstoffe nun u.a. aus England bezog, weiter vergrößerte. Um 1740 baute er das Haus am Geeren 24/26. Schottherr Henrich Wilckens hinterließ sieben Kinder, darunter den Senator Hermann Wilckens (1719-1774), den Kaufmann Peter Wilckens (1735-1809) sowie den Schottherrn Martin Wilckens (1721-1777), der die Kattundruckerei fortführte, nachdem zunächst die Witwe Henrich Wilckens Anna Margarethe Baer (1695-1772) das Geschäft übernommen hatte. Er heiratete 1752 Margaretha Bagelmann (1733-1793). Ihr Sohn Johann Wilckens (1756-1827) war unter dem Firmennamen "Johann Wilckens Martins Sohn" eine Zeit lang eigenständig im Kattunhandel tätig, trat später jedoch als Teilhaber in den Familienbetrieb ein. Anfang des 19. Jahrhunderts waren die Geschäfte in den Wirren der Franzosenzeit und im Zuge der Kontinentalsperre nicht mehr fortzuführen. Die Nachkommen der Familie wandten sich anderen kaufmännischen Zweigen (u.a. Tabakhandel) sowie juristischen und medizinischen Laufbahnen zu. Durch Heiraten entstanden verwandtschaftliche Beziehungen u.a. zu den Familien Adami, Castendyk, Donandt, Gildemeister und Oelrichs.
Bestandsgeschichte: Der zwei Kartons umfassende Bestand wurde am 16.12.2015 gemeinsam mit einer Reihe Bremensien, die der Bibliothek zugeführt wurden, von einem Nachfahren der Familie dem Staatsarchiv übereignet. Er umfasst Schriftgut verschiedener Mitglieder der Familie mit einer Laufzeit von 1773-2013. Besonders hinzuweisen ist auf die Briefkopiebücher (Signaturen -4 bis -7), die am Beispiel der Familie Wilckens internationale Familien- und Handelskontakte um 1800 detailliert dokumentieren. Aussagekräftig sind zudem die Geschäftsbücher (Signaturen -3 und -8).
Der Bestand wurde 2016 bearbeitet.
Geschichte des Bestandsbildners: Die Familie Wilckens betrieb ab Ende des 17. Jahrhunderts rund 150 Jahre lang eine Kattundruckerei, durch sie zu Wohlstand und Einfluss gelangte. Die Handelskontakte reichten dabei u.a. nach England, Frankreich und Jamaika.
Als erster bedeutender Wilckens ist der zunächst mittellose Färber Henrich Wilckens (1616-1668) zu nennen, der bis 1660 im Keller unter dem Schütting gelebt haben soll. Durch die nur wenigen bekannte Kunst, die damals vom Mittelstand viel getragenen blauen Schürzen mit weißen Punkten und Mustern zu verzieren, vergrößerte er seine Kattundruckerei, kaufte 1661 das Haus Am Markt 16 und betrieb zusätzlich einen Kattunhandel. Sein Sohn Martin Wilckens, geb. 1658, führte den Betrieb fort. Dessen Sohn war der Schottherr Henrich Wilckens (1689-1755), der den Betrieb, der seine Baumwollrohstoffe nun u.a. aus England bezog, weiter vergrößerte. Um 1740 baute er das Haus am Geeren 24/26. Schottherr Henrich Wilckens hinterließ sieben Kinder, darunter den Senator Hermann Wilckens (1719-1774), den Kaufmann Peter Wilckens (1735-1809) sowie den Schottherrn Martin Wilckens (1721-1777), der die Kattundruckerei fortführte, nachdem zunächst die Witwe Henrich Wilckens Anna Margarethe Baer (1695-1772) das Geschäft übernommen hatte. Er heiratete 1752 Margaretha Bagelmann (1733-1793). Ihr Sohn Johann Wilckens (1756-1827) war unter dem Firmennamen "Johann Wilckens Martins Sohn" eine Zeit lang eigenständig im Kattunhandel tätig, trat später jedoch als Teilhaber in den Familienbetrieb ein. Anfang des 19. Jahrhunderts waren die Geschäfte in den Wirren der Franzosenzeit und im Zuge der Kontinentalsperre nicht mehr fortzuführen. Die Nachkommen der Familie wandten sich anderen kaufmännischen Zweigen (u.a. Tabakhandel) sowie juristischen und medizinischen Laufbahnen zu. Durch Heiraten entstanden verwandtschaftliche Beziehungen u.a. zu den Familien Adami, Castendyk, Donandt, Gildemeister und Oelrichs.
Bestandsgeschichte: Der zwei Kartons umfassende Bestand wurde am 16.12.2015 gemeinsam mit einer Reihe Bremensien, die der Bibliothek zugeführt wurden, von einem Nachfahren der Familie dem Staatsarchiv übereignet. Er umfasst Schriftgut verschiedener Mitglieder der Familie mit einer Laufzeit von 1773-2013. Besonders hinzuweisen ist auf die Briefkopiebücher (Signaturen -4 bis -7), die am Beispiel der Familie Wilckens internationale Familien- und Handelskontakte um 1800 detailliert dokumentieren. Aussagekräftig sind zudem die Geschäftsbücher (Signaturen -3 und -8).
Der Bestand wurde 2016 bearbeitet.
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Bestand
Literatur: Bernhard Johann Wilckens: Die Entstehung und das Aufblühen der Industrie der Kattun-druckerei in Bremen unter der Familie Wilckens im 17. und 18. Jahrhundert, in: Jahrbuch des Club zu Bremen 1932/1933, S. 37-60. Friedrich Wilckens: Niederländische und bremische Tabakplantagen auf Sumatra im 19. Jahrhundert, Bonn 1997. Henrich Wilckens (Hrsg.): Fritzi, Henry und Irmchen - Irmchens Tagebuch 1932-1935, Braunschweig 2013. Bremische Biographie 1912-1962, S. 558 f. Bremen-Lexikon, S. 987.
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
30.06.2025, 11:55 MESZ