Pfarrer Artur Girolstein (Bestand)
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7NL 222
Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland (Archivtektonik) >> 7NL Nachlässe >> 7NL 222 Pfarrer Artur Girolstein
Bestandsbeschreibung: Artur Girolstein wurde am 20. November 1920 in Dümpten Mühlheim an der Ruhr geboren. Sein Vater war der Pfarrer Karl Girolstein, der ihn am 4. Januar 1921 in Dümpten taufte. Ab 1927 leitete er die Gemeinde Lüttringhausen II, wo er in der Gemeindezeitung u.a. regelmäßig das Wort zum Sonntag veröffentlichte. Nach dem Besuch der Lüttringhauser Volksschule, lernte er ab Ostern 1931 im Röntgen-Realgymnasium Lennep, das er am 3. März 1939 mit der Reifeprüfung abschloss. Es folgte der Arbeitsdienst bis Oktober 1939 und die Einberufung zum Wehrdienst am 1. Dezember. G. wollte ursprünglich zur äußeren Mission, tendierte aber wegen seiner techni-schen Affinität und der schwierigen außenpolitischen Situation Deutschlands zum Medizinstudium, um eventuell später als Missionsarzt tätig zu werden. Die Zulas-sung von der Universität Bonn schon in den Händen, entschied er sich doch direkt zum Theologiestudium und begann mit den Sprachsemestern in Wuppertal. Ab dem Wintersemester 1946/47 studierte er die letzten 2 Jahre in Bonn. Nach dem ersten Staatsexamen wurde er nach einer dreimonatigen Tätigkeit als fliegender Vikar in Beyenburg, Solingen und Opladen am 15. August 1951 als Lehrvikar in der Deutschen Gemeinde in Malmö/Schweden eingesetzt und diente dort auch dem Superintendenten in Koppenhagen /Dänemark. In Malmö wurde er am 14. Juni 1953 ordiniert. Obwohl sich Artur Girolstein die schwedische Um-gangssprache aneignete, war es doch immer sein Ziel, in die Gemeinden der rheinischen Kirche zurückzukehren, blieb dann aber aufgrund laufender Aufgaben doch länger. Am 7. April 1963 wurde er zum ersten Pfarrer der neugegründeten Gemeinde in Bergisch-Born berufen, wo er bis zu seinem Ruhestand am 1. Dezember 1985 die Gemeinde gemeinsam mit seiner Frau Irmgard Erika geb. Hasenburg, wie schon die dt. Gemeinde in Malmö, führte. Am 10. Januar 2009 verstarb Pfarrer i.R. Ar-tur Girolstein in Remscheid. Der Nachlass besteht größtenteils aus seiner theologischen Arbeit. Lebensdoku-mente sind bis auf Studienunterlagen keine vorhanden. Die Pfarrerkalender sind lückenlos von 1953 bis 1985 überliefert, enthalten aber nur Termine und kurze Notizen. Eine umfangreiche Predigtsammlung aus seinen Gottesdiensten ist teil-weise chronologisch in Büchern verzeichnet, ein anderer Teil besteht aus losen Blättern, der thematisch bzw. nach Bibelstellen strukturiert ist. Die bereits beste-hende Ordnung wurde weitestgehend beibehalten, allerdings konnte sie bei den losen Blättern nicht immer nachvollzogen werden. War weder Bibelstelle noch Datum erkennbar, sind diese unter Fragmente/lose Mitschriften zusammenge-fasst. Neben Kasualien sind die Bibelarbeiten akribisch dokumentiert. Auch hier ergibt sich eine thematische Gliederung bzw. die Auflistung nach Bibelstellen. An Werken sind neben den Predigten nur die Vorträge zu nennen, die G. im Rotary Club Remscheid in regelmäßigen Abständen hielt. Artur Girolstein hat den Nachlass seines Vaters ebenfalls gepflegt. Hier ist dieser unter Fremdprovenienz aufgeführt. Von Karl Girolstein sind mehr Lebensdoku-mente erhalten, neben Zeugnissen und Bescheinigungen z.B. auch ein Tagebuch aus der Zeit als Lazarettprediger in Dümpten. Sonntags schrieb Karl Girolstein zwischen 1930 und 1960 regelmäßig das Wort zum Sonntag im Lüttringhauser Anzeiger, wovon sein Sohn eine umfangreiche Sammlung an Ausschnitten und ganzen Zeitungen verwahrte. Theologisch fällt im Nachlass des Vaters besonders die seelsorgerischen Tätig-keiten ins Auge, so sein Engagement beim Blauen und Weißen Kreuz und die Mission bei Schaustellern und Gefangenen. Als Pfarrer in der Nachkriegszeit bescheinigte er seinen Gemeindemitgliedern den rechten Glauben für Persilscheine oder bürgte für ihre Reisen über die Zonen-grenzen. Bereits im Ersten Weltkrieg hat er über Briefe für die Kameraden an der Front seelsorgerische Pflichten übernommen. Die Unterlagen der Fremdprovenienz sind für eine Nutzung freigegeben, Teile des eigentlichen Nachlasses von Artur Girolstein unterliegen hingegen noch einer Sperrfrist bis 2033. Kassiert wurden einige Druckschriften, die zur Vorbereitung von Vorträgen dien-ten, und Werbebriefe sowie Rechnungen. Aus den Unterlagen Karl Girolsteins wurde lediglich ein Exemplar der Proklama-tion Nr. 1 - Zweisprachige Bekanntmachung des Obersten Befehlshabers der alliierten Streitkräfte Dwight D. Eisenhower - in die Plakatsammlung gegeben. Ergänzende Bestände: Personalakte 1OB009, 180 Personalakte 1OB009, 092
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.11.2025, 13:59 MEZ