Ortsarchiv Mondfeld (Bestand)
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Abt. Staatsarchiv Wertheim, S-O 11
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Wertheim (Archivtektonik) >> Stadtarchiv Wertheim >> Ortsarchive (O-Bestände)
1683-1992
Inhalt und Bewertung
Das Ortsarchiv Mondfeld umfaßt die Bände, Akten und Rechnungen der ehemaligen Gemeindeverwaltung Mondfeld. Das Ortsarchiv enthält mehrere Rechungsreihen, die bis ins 17. Jahrhundert zurückgehen, neben den Bürgermeister-/Gemeinderechnungen z. B. die Heiligen- bzw. Kirchenfondsrechnungen. Die Mehrzahl der Archivalien ist jedoch im 19./20. Jahrhundert entstanden.
Vorbemerkung: Die Gemeinde Mondfeld wurde im Jahr 1214 als Mahenvelt = Mohnfeld erstmals erwähnt. Die Ortsherrschaft besaßen die Grafen von Wertheim, von deren Erben sie 1381 an den Deutschen Orden, Amt Prozelten, überging. Die Zenthoheit lag beim mainzischen Amt Bürgstadt, das 1485 durch Tausch auch die Ortsherrschaft in Mondfeld erwarb. Der Schenkenwald war eigenes Gemarkungsgebiet und zählte nicht zur Gemeinde. 1803 ging der Ort als Entschädigung für verlorene linksrheinische Gebiete vom mainzischen Oberamt Miltenberg an die Grafen von Löwenstein-Wertheim-Virneburg über, die sich aber nur kurz über ihre neue Besitzung freuen konnten, denn bereits 1806 kam Mondfeld durch die Mediatisierung an das Großherzogtum Baden. Seit 1813 gehörte der Ort behördenmäßig zum Stadt- und Landamt Wertheim und damit zur Kreisregierung Mannheim, von 1840 bis 1938 zum Bezirksamt Wertheim. 1972 wurde Mondfeld nach Wertheim eingemeindet. Über die Einwohnerzahl von Mondfeld in früherer Zeit ist wenig bekannt. Im Zins- und Gültregister der Deutschordenskommende Prozelten von 1379 sind mehrere Mondfelder und Mondfelderinnen erwähnt, die dem Deutschen Orden zins- und gültpflichtig waren, doch läßt sich daraus nicht auf die Gesamteinwohnerzahl Mondfelds zu dieser Zeit schließen. 1838 hatte die Gemeinde 374 Einwohner, von denen die meisten in der Landwirtschaft tätig waren. Bis 1888 stieg die Einwohnerzahl auf 448. Im Jahr der Eingemeindung 1972 zählte Mondfeld 750 Bürger und Bürgerinnen.
Literatur: Karl H. Lampe: Das Zins- und Gült-Register der Deutschordenskommende Prozelten. - Würzburg : Schöningh, 1965 (= Veröffentlichungen der Gesellschaft für Fränkische Geschichte / Reihe 10 : Quellen zur Wirtschaftsgeschichte Frankens ; 6) Das Land Baden-Württemberg: amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. - Stuttgart : Kohlhammer, 1980, Bd. IV, S. 369 Richard Trabold: Mondfeld ; in: Sagen und statistisch-topographische Beiträge zu einzelnen Orten des ehemaligen Landkreises Tauberbischofsheim. - [ca. 1965], S. 210-211 (StAWt-S S 8 Nr. 2)
Bearbeiterbericht: Die erste fachliche Sichtung des Gemeindearchivs Mondfeld wurde wohl zwischen 1884-1889 von dem damaligen Archivpfleger der Badischen Historischen Kommission für den Amtsbezirk Wertheim, Herrn Dr. Karl Wagner, vorgenommen. Wagner schrieb in seinen Aufzeichnungen, dass in der Gemeindeverwaltung keine Archivalien vorhanden seien. Dies verwundert nicht weiter, da der Großteil der Unterlagen des heutigen Gemeindearchivs erst im 19. Jahrhundert entstanden ist, damals also noch zur Gemeinderegistratur zählte. Bemerkenswert ist, dass die Gemeinderechnungen ursprünglich bis in das Jahr 1626 zurückreichten, wie aus einer Aufstellung in der Gemeinderechnung 1830/31 (StAWt-S O 11 R 177) hervorgeht, doch fehlten die Rechnungen 1626-1691 schon damals. Die Gemeinderechnung 1683 wurde 1997 von Mitgliedern des Clubs Linsenrainer e.V. bei Sanierungsarbeiten auf dem Dachboden des altes Rathauses gefunden, die Übrigen blieben bis heute verschollen. Im Oktober 1989 wurde der Großteil des Ortsarchivs Mondfeld ins Stadtarchiv Wertheim verbracht, es handelte sich hierbei um die älteren Akten, Rechnungen und Bände. Eine zweite Abgabe erfolgte 1991, die vor allem aus Rechnungsbeilagen der 1960er Jahre und Druckschriften bestand. Für beide Abgaben wurden summarische Ablieferungsverzeichnisse angelegt. 1993 wurde von der Archivangestellten Elfriede Zurstraßen unter Anleitung von Archivoberinspektorin Ulrike Kühnle mit der systematischen Ordnung und Verzeichnung der Mondfelder Archivalien begonnen. Die bisher schon vorhandene Trennung in die Archivaliengattungen Akten, Bände und Rechnungen wurde beibehalten. Da sich die sogenannten Heiligenrechnungen als Vorläufer der späteren Kirchenfondsrechnungen erwiesen, wurde daraus eine Rechnungsreihe gebildet. Innerhalb der Archivaliengattungen wurde nach Bär´schem Prinzip verzeichnet. Die von Frau Elfriede Zurstraßen erstellten Titelaufnahmen wurden in Midosa (Mikrocomputergestützes Informations- und Dokumentationssystem für Archive) eingegeben. Mit Hilfe dieses Programms erfolgte auch die Erstellung des vorliegenden Findbuchs, einschließlich der Sach-, Personen- und Ortsindices. In den Indices wird jeweils auf die Ordnungsnummern verwiesen. Die Klassifikation folgt dem Külby-Aktenplan. Kassationen wurden nur in geringem Umfang, vor allem Dubletten und Blankoformulare, vorgenommen. Das Ortsarchiv Mondfeld umfaßt, einschließlich der Karten und Pläne, 2022 Archivalieneinheiten in 28,6 lfd. m. Bronnbach, im August 2000 Ulrike Kühnle
Ergänzung zum Bearbeiterbericht: In den Jahren 2008-2009 wurden im Rahmen einer Erschließungsmaßnahme einschlägige Akten auf darin enthaltene Karten und Pläne von Erika Ratzka durchgesehen und diese mit eigenen Titelaufnahmen erschlossen. In der Signatur kommt dies über den Hinweis "S-O 11_in StAWt-S O 11 A ... Karte ..." zum Ausdruck. Aus konservatorischen Gründen den Akten entnommene Karten erhielten eine fortlaufende Nummerierung innerhalb der Kartensignatur "StAWt-S O 11 K ...". Im Zuge der Vorbereitung für die Online-Stellung des Findmittels im Jahre 2014 wurden diese Kartenverzeichnungen in die Klassifikation eingebunden und einige bisher unverzeichnete Einheiten erfasst, wodurch der Bestand nun 2301 Einheiten umfasst. Bronnbach, im November 2014 Anna Spiesberger
Das Ortsarchiv Mondfeld umfaßt die Bände, Akten und Rechnungen der ehemaligen Gemeindeverwaltung Mondfeld. Das Ortsarchiv enthält mehrere Rechungsreihen, die bis ins 17. Jahrhundert zurückgehen, neben den Bürgermeister-/Gemeinderechnungen z. B. die Heiligen- bzw. Kirchenfondsrechnungen. Die Mehrzahl der Archivalien ist jedoch im 19./20. Jahrhundert entstanden.
Vorbemerkung: Die Gemeinde Mondfeld wurde im Jahr 1214 als Mahenvelt = Mohnfeld erstmals erwähnt. Die Ortsherrschaft besaßen die Grafen von Wertheim, von deren Erben sie 1381 an den Deutschen Orden, Amt Prozelten, überging. Die Zenthoheit lag beim mainzischen Amt Bürgstadt, das 1485 durch Tausch auch die Ortsherrschaft in Mondfeld erwarb. Der Schenkenwald war eigenes Gemarkungsgebiet und zählte nicht zur Gemeinde. 1803 ging der Ort als Entschädigung für verlorene linksrheinische Gebiete vom mainzischen Oberamt Miltenberg an die Grafen von Löwenstein-Wertheim-Virneburg über, die sich aber nur kurz über ihre neue Besitzung freuen konnten, denn bereits 1806 kam Mondfeld durch die Mediatisierung an das Großherzogtum Baden. Seit 1813 gehörte der Ort behördenmäßig zum Stadt- und Landamt Wertheim und damit zur Kreisregierung Mannheim, von 1840 bis 1938 zum Bezirksamt Wertheim. 1972 wurde Mondfeld nach Wertheim eingemeindet. Über die Einwohnerzahl von Mondfeld in früherer Zeit ist wenig bekannt. Im Zins- und Gültregister der Deutschordenskommende Prozelten von 1379 sind mehrere Mondfelder und Mondfelderinnen erwähnt, die dem Deutschen Orden zins- und gültpflichtig waren, doch läßt sich daraus nicht auf die Gesamteinwohnerzahl Mondfelds zu dieser Zeit schließen. 1838 hatte die Gemeinde 374 Einwohner, von denen die meisten in der Landwirtschaft tätig waren. Bis 1888 stieg die Einwohnerzahl auf 448. Im Jahr der Eingemeindung 1972 zählte Mondfeld 750 Bürger und Bürgerinnen.
Literatur: Karl H. Lampe: Das Zins- und Gült-Register der Deutschordenskommende Prozelten. - Würzburg : Schöningh, 1965 (= Veröffentlichungen der Gesellschaft für Fränkische Geschichte / Reihe 10 : Quellen zur Wirtschaftsgeschichte Frankens ; 6) Das Land Baden-Württemberg: amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. - Stuttgart : Kohlhammer, 1980, Bd. IV, S. 369 Richard Trabold: Mondfeld ; in: Sagen und statistisch-topographische Beiträge zu einzelnen Orten des ehemaligen Landkreises Tauberbischofsheim. - [ca. 1965], S. 210-211 (StAWt-S S 8 Nr. 2)
Bearbeiterbericht: Die erste fachliche Sichtung des Gemeindearchivs Mondfeld wurde wohl zwischen 1884-1889 von dem damaligen Archivpfleger der Badischen Historischen Kommission für den Amtsbezirk Wertheim, Herrn Dr. Karl Wagner, vorgenommen. Wagner schrieb in seinen Aufzeichnungen, dass in der Gemeindeverwaltung keine Archivalien vorhanden seien. Dies verwundert nicht weiter, da der Großteil der Unterlagen des heutigen Gemeindearchivs erst im 19. Jahrhundert entstanden ist, damals also noch zur Gemeinderegistratur zählte. Bemerkenswert ist, dass die Gemeinderechnungen ursprünglich bis in das Jahr 1626 zurückreichten, wie aus einer Aufstellung in der Gemeinderechnung 1830/31 (StAWt-S O 11 R 177) hervorgeht, doch fehlten die Rechnungen 1626-1691 schon damals. Die Gemeinderechnung 1683 wurde 1997 von Mitgliedern des Clubs Linsenrainer e.V. bei Sanierungsarbeiten auf dem Dachboden des altes Rathauses gefunden, die Übrigen blieben bis heute verschollen. Im Oktober 1989 wurde der Großteil des Ortsarchivs Mondfeld ins Stadtarchiv Wertheim verbracht, es handelte sich hierbei um die älteren Akten, Rechnungen und Bände. Eine zweite Abgabe erfolgte 1991, die vor allem aus Rechnungsbeilagen der 1960er Jahre und Druckschriften bestand. Für beide Abgaben wurden summarische Ablieferungsverzeichnisse angelegt. 1993 wurde von der Archivangestellten Elfriede Zurstraßen unter Anleitung von Archivoberinspektorin Ulrike Kühnle mit der systematischen Ordnung und Verzeichnung der Mondfelder Archivalien begonnen. Die bisher schon vorhandene Trennung in die Archivaliengattungen Akten, Bände und Rechnungen wurde beibehalten. Da sich die sogenannten Heiligenrechnungen als Vorläufer der späteren Kirchenfondsrechnungen erwiesen, wurde daraus eine Rechnungsreihe gebildet. Innerhalb der Archivaliengattungen wurde nach Bär´schem Prinzip verzeichnet. Die von Frau Elfriede Zurstraßen erstellten Titelaufnahmen wurden in Midosa (Mikrocomputergestützes Informations- und Dokumentationssystem für Archive) eingegeben. Mit Hilfe dieses Programms erfolgte auch die Erstellung des vorliegenden Findbuchs, einschließlich der Sach-, Personen- und Ortsindices. In den Indices wird jeweils auf die Ordnungsnummern verwiesen. Die Klassifikation folgt dem Külby-Aktenplan. Kassationen wurden nur in geringem Umfang, vor allem Dubletten und Blankoformulare, vorgenommen. Das Ortsarchiv Mondfeld umfaßt, einschließlich der Karten und Pläne, 2022 Archivalieneinheiten in 28,6 lfd. m. Bronnbach, im August 2000 Ulrike Kühnle
Ergänzung zum Bearbeiterbericht: In den Jahren 2008-2009 wurden im Rahmen einer Erschließungsmaßnahme einschlägige Akten auf darin enthaltene Karten und Pläne von Erika Ratzka durchgesehen und diese mit eigenen Titelaufnahmen erschlossen. In der Signatur kommt dies über den Hinweis "S-O 11_in StAWt-S O 11 A ... Karte ..." zum Ausdruck. Aus konservatorischen Gründen den Akten entnommene Karten erhielten eine fortlaufende Nummerierung innerhalb der Kartensignatur "StAWt-S O 11 K ...". Im Zuge der Vorbereitung für die Online-Stellung des Findmittels im Jahre 2014 wurden diese Kartenverzeichnungen in die Klassifikation eingebunden und einige bisher unverzeichnete Einheiten erfasst, wodurch der Bestand nun 2301 Einheiten umfasst. Bronnbach, im November 2014 Anna Spiesberger
Bestand
Karl H. Lampe: Das Zins- und Gült-Register der Deutschordenskommende Prozelten. - Würzburg : Schöningh, 1965 (= Veröffentlichungen der Gesellschaft für Fränkische Geschichte / Reihe 10 : Quellen zur Wirtschaftsgeschichte Frankens ; 6)
Das Land Baden-Württemberg: amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. - Stuttgart : Kohlhammer, 1980, Bd. IV, S. 369
Richard Trabold: Mondfeld ; in: Sagen und statistisch-topographische Beiträge zu einzelnen Orten des ehemaligen Landkreises Tauberbischofsheim. - [ca. 1965], S. 210-211 (StAWt-S S 8 Nr. 2)
Das Land Baden-Württemberg: amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. - Stuttgart : Kohlhammer, 1980, Bd. IV, S. 369
Richard Trabold: Mondfeld ; in: Sagen und statistisch-topographische Beiträge zu einzelnen Orten des ehemaligen Landkreises Tauberbischofsheim. - [ca. 1965], S. 210-211 (StAWt-S S 8 Nr. 2)
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 14:40 MEZ