Bulle Papst Martin V. an den Dekan der Kirche zu Konstanz wegen der widerrechtlichen Besitzergreifung der dem Kloster Rot eingegliederten Kirche in Haisterkirch mit deren Tochterkirchen in Hardgau, Gwigg und Molbrechtshaus durch Leonhard, Truchseß von Waldburg; dieser hatte es verstanden durch die Behauptung, die Kirche sei unbesetzt, er sei ein Geistlicher dieser Diözese und Bischof Balthasar von Tusculum, von dem er Briefe vorwies, habe darüber zu bestimmen, von Papst Johann XXIII. seine Einsetzung in die Kirche Haisterkirch zu erwirken. Indem er sich weigert, sie wieder zu verlassen, fügt er dem Kloster Rot großen materiellen Schaden zu, da er die Einkünfte der Kirche in Höhe von 60 Mark und des Klosters in Höhe von 80 Mark Silber für sich behält. Auf Bitten des Klosters bestätigt der Papst daher die Eingliederung der Kirchen und beauftragt den Dekan der Konstanzer Kirche mit der Wiedereinsetzung des Klosters in seine Rechte und der Entfernung des Leonhard Truchseß. Gegeben zu Florenz. VII. Iden des Juli, im 3. Jahr des Pontifikats. Orig. Perg., 1 Bleisiegel anh.
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Bulle Papst Martin V. an den Dekan der Kirche zu Konstanz wegen der widerrechtlichen Besitzergreifung der dem Kloster Rot eingegliederten Kirche in Haisterkirch mit deren Tochterkirchen in Hardgau, Gwigg und Molbrechtshaus durch Leonhard, Truchseß von Waldburg; dieser hatte es verstanden durch die Behauptung, die Kirche sei unbesetzt, er sei ein Geistlicher dieser Diözese und Bischof Balthasar von Tusculum, von dem er Briefe vorwies, habe darüber zu bestimmen, von Papst Johann XXIII. seine Einsetzung in die Kirche Haisterkirch zu erwirken. Indem er sich weigert, sie wieder zu verlassen, fügt er dem Kloster Rot großen materiellen Schaden zu, da er die Einkünfte der Kirche in Höhe von 60 Mark und des Klosters in Höhe von 80 Mark Silber für sich behält. Auf Bitten des Klosters bestätigt der Papst daher die Eingliederung der Kirchen und beauftragt den Dekan der Konstanzer Kirche mit der Wiedereinsetzung des Klosters in seine Rechte und der Entfernung des Leonhard Truchseß. Gegeben zu Florenz. VII. Iden des Juli, im 3. Jahr des Pontifikats. Orig. Perg., 1 Bleisiegel anh.
Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, B 486 U 787
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, B 486 Rot an der Rot, Prämonstratenserkloster
Rot an der Rot, Prämonstratenserkloster >> Urkunden >> II. Beziehungen zu Papst und Bischöfen >> 1. Päpstliche Bullen usw.
1420 Juli 8
Urkunden
Konstanz, Bischof von
Tusculum, Balthasar; Bischof
Waldburg, Leonhard (Lienhard) von; Truchsess, Priester, Pfarrer, Haisterkirch, Biberach
Florenz, Reg. Toskana [I]
Gwigg : Bergatreute RV
Haidgau : Bad Wurzach RV
Haisterkirch : Bad Waldsee RV
Molpertshaus : Wolfegg RV
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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- II. Beziehungen zu Papst und Bischöfen (Classification)
- 1. Päpstliche Bullen usw. (Classification)