Barbara Ammann, Witwe des früheren Stadtschreibers zu Nürnberg ("Nürenberg") Bartholomäus Neithardt, und ihr Sohn Johann Neithardt, Bürger zu Ulm, bekennen: Ihr verstorbener Ehemann bzw. Vater hat vor seinem Tod den Wunsch geäußert, im Franziskanerkloster ("der Mindern Bru/e/dern zu/o/ den Barfu/o/sen") in Ulm [abgegangen, Bereich westlicher Münsterplatz, Lagerbuch Nr. 150] begraben zu werden. Er hat auch 90 Pfund Heller zum Erwerb eines jährlichen Zinses von 4 Pfund Heller an die Franziskaner zur Feier eines Jahrtages für ihn, seine Familienangehörigen und seine Vorfahren übergeben. Dabei hat er sich allerdings ausbedungen, dass, sofern er nicht bei ihnen begraben werden sollte, sie von dem Geld 44 Pfund Heller zurückgeben sollen, womit von dem Zins 2 Pfund Heller abgelöst sein sollen. Dies wurde so in seiner über diese Stiftung am 27. November ("vf mitwochen vor sant Andres des hailigen zwolffbotten tag") 1448 ausgestellten Urkunde festgelegt. Nachdem nun Bartholomäus Neithardt tatsächlich nicht im Franziskanerkloster in Ulm begraben wurde, haben ihnen Guardian und Konvent die 44 Pfund Heller wie vereinbart zurückgezahlt und damit von dem Zins 2 Pfund Heller abgelöst. Sie quittieren ihnen den Erhalt des Geldes und verpflichten sich, keinerlei weitere Ansprüche an das Franziskanerkloster zu richten. Diesem verbleiben von dem Zins 2 Pfund Heller, wofür dort der erwähnte Jahrtag begangen werden soll.