Pfarrarchiv Schwarzenhasel (Bestand)
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E 1 Schwarzenhasel
Landeskirchliches Archiv Kassel (Archivtektonik) >> Kirchengemeinden, Gesamtverbände >> Kirchspiele und Kirchengemeinden (Pfarrarchive)
Bestandsbeschreibung: I. Vorwort
Bestandsbeschreibung und Benutzungshinweise
Das Pfarrarchiv Schwarzenhasel umfasst 6,4 lfm Archivalien in 372 Verzeichnungseinheiten mit einer Gesamtlaufzeit von 1582 bis 2002, wobei der Überlieferungsschwerpunkt im 19. und 20. Jahrhundert liegt.
Der Gesamtbestand, als Depositum an das Landeskirchliche Archiv Kassel abgegeben, wurde zusammen mit der laufenden Registratur durch die Unterzeichner im August 2010 verzeichnet. Hierbei wurden ca. 3 lfm nach den Richtlinien der "Verwaltungsordnung über das Ausscheiden wertlosen Schriftgutes (Kassationsordnung)" vom 27. Februar 1970 (Stand 1981) entfernt, alle Akten entmetallisiert, in säurefreie Archivdeckel eingelegt bzw. umgebunden und in 58 säurefreie Archivkartons verpackt. Die Klassifikation beruht auf einer ergänzten und erweiterten Form des "Aktenplanes für die Kirchengemeinden der EKKW" (Stand 2007).
Das Findbuch wurde mit AUGIAS - Archiv 8.1 erstellt. Für jede Akte sind Bestellnummer, Aktentitel (teilweise ergänzt durch Enthält - Vermerk), Laufzeit und eine fortlaufende Indexnummer angegeben. Die Begriffe der Sach-, Orts- und Personenindizes sind mit Indexnummern verknüpft; mit ihrer Hilfe können die dazugehörenden Archivalien mit der jeweiligen Bestellnummer erschlossen werden.
Bei der Benutzung des Pfarrarchivs müssen die Bestimmungen des Archivgesetzes der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck eingehalten werden. Insbesondere wird auf den Personen- und Datenschutz hingewiesen sowie auf die gesetzlichen Sperrfristen, die bei der Herausgabe von Akten zu beachten sind.
Es ist zu zitieren: Landeskirchliches Archiv Kassel, Pfarrarchiv (PA) Schwarzenhasel, Nr. ... .
Kassel, im August 2010
(Steve Tomusch) (Marcel Glaser)
II. Geschichte der Kirchengemeinde Schwarzenhasel (Kirchenkreis Rotenburg)
Schwarzenhasel
Im Jahr 1061 wird Schwarzenhasel erstmals in einer Urkunde namentlich erwähnt. Hierzu ist zu erwähnen, dass der Name sich im Laufe der Zeit wandelte von Schwartzen Haßel und Haßel zur heutigen Ortsbezeichnung Schwarzenhasel. Die heutigen Filialgemeinden Dankerode, Seifertshausen, Erkshausen und deren Muttergemeinde Schwarzenhasel liegen im Tal Haselgrund entlang des Baches Hasel im Kreis Rotenburg.
Die Pfarrei Schwarzenhasel gehörte im Hoch- und Spätmittelalter zum katholischen Archipresbyterat (Erzpriestersprengel) Braach. Der erste katholische Priester (Pleban) in Schwarzenhasel wurde 1273 erwähnt. Als hessisches Lehen bekam die adlige Familie von Holzheim das Patronat über Schwarzenhasel (1457-1522). Der Theologe Friedrich Lucae datiert die Lehensübergabe auf das Jahr 1371, wobei er bemerkt, dass Schwarzenhasel aus zwei adligen Lehensgütern, davon ein Burgsitz besteht.
Ab 1522 wurde das Lehen dann an die Familie von Trott übertragen, nachdem der letzte Nachfahre der Familie von Holzheim verstorben war. Lucae datierte diese Übergabe auf das Jahr 1527. Er erwähnt auch, dass das eigentliche Patronat über die Kirche Schwarzenhasel erst ab 1573 durch den Abt zu Hersfeld vergeben wurde. Zur Pfarrei Schwarzenhasel zählten ab 1569 die Filialen Asmushausen, Braunhausen und Rautenhausen. Erste eigenständige Kirchenbücher wurden ab 1679 in Schwarzenhasel geführt. Ab 1791 wurden dann auch in den Filialgemeinden Asmushausen, Braunhausen und Rautenhausen eigene Kirchenbücher geführt. Desweiteren war Schwarzenhasel ab 1558 der Superintendentur (Rotenburg) Allendorf untergeordnet, ab 1929 dem Kirchenkreis Rotenburg im Südsprengel der Landeskirche Hessen-Kassel.
Während des 30 jährigen Krieges litten viele Städte und Dörfer unter den Kriegsfolgen und der Pest. So wurde zum Beispiel Schwarzenhasel 1633 mit Ausnahme seiner Kirche komplett niedergebrannt. 1858 wurde die Kirche in Schwarzenhasel neugebaut, da sie zu klein geworden war. Der neue Saalbau mit östlichem Frontturm (spätklassizistisch, romanisierende Details) wurde durch Landbaumeister Wilhelm Caesar erstellt.
Heute gehört das Kirchspiel Schwarzenhasel zum Kirchenkreis Rotenburg im Sprengel Hersfeld und befindet sich somit im Einzugsbereich der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. 1975 wurde das Kirchspiel Seifertshausen aufgehoben und dessen frühere Muttergemeinde sowie die zugehörigen Orte Erkshausen und Dankerode dem Kirchspiel Schwarzenhasel hinzugefügt. Die früheren Filialgemeinden Asmushausen, Braunhausen und Rautenhausen wurden zum 1.5.1911 aus dem Kirchspiel ausgelöst, und in das neuaufgestellte Kirchspiel Asmushausen eingegliedert. Zur gleichen Zeit kam Lispenhausen zum Kirchspiel Schwarzenhasel hinzu und blieb dort bis 1953. 1953 wurde die Filialgemeinde Lispenhausen selbstständig .
Am 1. Januar 1972 wurden die Orte Atzelrode, Braach und Mündershausen und am 1. August die Orte Dankerode, Seifertshausen, Erkshausen, Schwarzenhasel sowie Lispenhausen als neue Stadtteile in den Stadtverband Rotenburg eingegliedert.
Seifertshausen
Seifertshausen wird 1259 erstmals urkundlich erwähnt. Die Namensgebung könnte nach Lucae von einem Kriegsereignis bei Seifertshausen her stammen. Nach dem Friedensschluss wurde der Ort mit dem Namen Siegfriedhausen benannt. Eine zweite Möglichkeit wäre, dass der Ort nach seinem Begründer Siegfried auf den Namen Siegfertshausen getauft wurde. Später wandelte sich dann der Name zu Seifertshausen.
Nach Lucae stammt die Kirche von Seifertshausen aus dem Mittelalter, im 14. Jahrhundert wurde die Kirche als Ersatz für den kleineren Vorgängerbau erbaut. Seifertshausen musste unter den Folgen des 30-jährigen Krieges stark leiden, so zum Beispiel brannte die Ortschaft in dieser Zeit bis auf 10 Häuser nieder und auch die Kirche wurde schwer beschädigt, so dass 1654 ein Neubau errichtet werden musste. Die Kirche ist seitdem auf einer Anhöhe in der Ortsmitte gelegen. Das heutige Kirchenschiff ist im Kern romanisch, der dreiseitig geschlossene Chor spätgotisch. 1780 wurde der einschiffige Saalbau der Kirche durch Philipp Noll erneuert und der Westturm ab 1869 erweitert.
Im Mittelalter gehörte Seifertshausen wie Schwarzenhasel zum Erzpriestersprengel in Braach. Der erste katholische Priester (Pleban) in Seifertshausen wurde 1259 erwähnt. Noch im 16. Jahrhundert war der Landgraf selbst Patron über Seifertshausen. Im selben Jahrhundert waren die Orte Dankerode und Erkshausen der Kirchengemeinde Seifertshausen zu geordnet.
Eigene Kirchenbücher wurden in Seifertshausen ab 1765, in Erkshausen und Dankerode ab 1762 geführt. Seifertshausen war ab 1558 der Superintendentur (Rotenburg) Allendorf untergeordnet, ab 1929 dem Kirchenkreis Rotenburg im Südsprengel der Landeskirche Hessen-Kassel. Heute gehört Seifertshausen zum Kirchspiel Schwarzenhasel, nachdem (wie schon bei Schwarzenhasel erwähnt) das Kirchspiel Seifertshausen 1975 aufgelöst wurde.
Bestandsbeschreibung und Benutzungshinweise
Das Pfarrarchiv Schwarzenhasel umfasst 6,4 lfm Archivalien in 372 Verzeichnungseinheiten mit einer Gesamtlaufzeit von 1582 bis 2002, wobei der Überlieferungsschwerpunkt im 19. und 20. Jahrhundert liegt.
Der Gesamtbestand, als Depositum an das Landeskirchliche Archiv Kassel abgegeben, wurde zusammen mit der laufenden Registratur durch die Unterzeichner im August 2010 verzeichnet. Hierbei wurden ca. 3 lfm nach den Richtlinien der "Verwaltungsordnung über das Ausscheiden wertlosen Schriftgutes (Kassationsordnung)" vom 27. Februar 1970 (Stand 1981) entfernt, alle Akten entmetallisiert, in säurefreie Archivdeckel eingelegt bzw. umgebunden und in 58 säurefreie Archivkartons verpackt. Die Klassifikation beruht auf einer ergänzten und erweiterten Form des "Aktenplanes für die Kirchengemeinden der EKKW" (Stand 2007).
Das Findbuch wurde mit AUGIAS - Archiv 8.1 erstellt. Für jede Akte sind Bestellnummer, Aktentitel (teilweise ergänzt durch Enthält - Vermerk), Laufzeit und eine fortlaufende Indexnummer angegeben. Die Begriffe der Sach-, Orts- und Personenindizes sind mit Indexnummern verknüpft; mit ihrer Hilfe können die dazugehörenden Archivalien mit der jeweiligen Bestellnummer erschlossen werden.
Bei der Benutzung des Pfarrarchivs müssen die Bestimmungen des Archivgesetzes der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck eingehalten werden. Insbesondere wird auf den Personen- und Datenschutz hingewiesen sowie auf die gesetzlichen Sperrfristen, die bei der Herausgabe von Akten zu beachten sind.
Es ist zu zitieren: Landeskirchliches Archiv Kassel, Pfarrarchiv (PA) Schwarzenhasel, Nr. ... .
Kassel, im August 2010
(Steve Tomusch) (Marcel Glaser)
II. Geschichte der Kirchengemeinde Schwarzenhasel (Kirchenkreis Rotenburg)
Schwarzenhasel
Im Jahr 1061 wird Schwarzenhasel erstmals in einer Urkunde namentlich erwähnt. Hierzu ist zu erwähnen, dass der Name sich im Laufe der Zeit wandelte von Schwartzen Haßel und Haßel zur heutigen Ortsbezeichnung Schwarzenhasel. Die heutigen Filialgemeinden Dankerode, Seifertshausen, Erkshausen und deren Muttergemeinde Schwarzenhasel liegen im Tal Haselgrund entlang des Baches Hasel im Kreis Rotenburg.
Die Pfarrei Schwarzenhasel gehörte im Hoch- und Spätmittelalter zum katholischen Archipresbyterat (Erzpriestersprengel) Braach. Der erste katholische Priester (Pleban) in Schwarzenhasel wurde 1273 erwähnt. Als hessisches Lehen bekam die adlige Familie von Holzheim das Patronat über Schwarzenhasel (1457-1522). Der Theologe Friedrich Lucae datiert die Lehensübergabe auf das Jahr 1371, wobei er bemerkt, dass Schwarzenhasel aus zwei adligen Lehensgütern, davon ein Burgsitz besteht.
Ab 1522 wurde das Lehen dann an die Familie von Trott übertragen, nachdem der letzte Nachfahre der Familie von Holzheim verstorben war. Lucae datierte diese Übergabe auf das Jahr 1527. Er erwähnt auch, dass das eigentliche Patronat über die Kirche Schwarzenhasel erst ab 1573 durch den Abt zu Hersfeld vergeben wurde. Zur Pfarrei Schwarzenhasel zählten ab 1569 die Filialen Asmushausen, Braunhausen und Rautenhausen. Erste eigenständige Kirchenbücher wurden ab 1679 in Schwarzenhasel geführt. Ab 1791 wurden dann auch in den Filialgemeinden Asmushausen, Braunhausen und Rautenhausen eigene Kirchenbücher geführt. Desweiteren war Schwarzenhasel ab 1558 der Superintendentur (Rotenburg) Allendorf untergeordnet, ab 1929 dem Kirchenkreis Rotenburg im Südsprengel der Landeskirche Hessen-Kassel.
Während des 30 jährigen Krieges litten viele Städte und Dörfer unter den Kriegsfolgen und der Pest. So wurde zum Beispiel Schwarzenhasel 1633 mit Ausnahme seiner Kirche komplett niedergebrannt. 1858 wurde die Kirche in Schwarzenhasel neugebaut, da sie zu klein geworden war. Der neue Saalbau mit östlichem Frontturm (spätklassizistisch, romanisierende Details) wurde durch Landbaumeister Wilhelm Caesar erstellt.
Heute gehört das Kirchspiel Schwarzenhasel zum Kirchenkreis Rotenburg im Sprengel Hersfeld und befindet sich somit im Einzugsbereich der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. 1975 wurde das Kirchspiel Seifertshausen aufgehoben und dessen frühere Muttergemeinde sowie die zugehörigen Orte Erkshausen und Dankerode dem Kirchspiel Schwarzenhasel hinzugefügt. Die früheren Filialgemeinden Asmushausen, Braunhausen und Rautenhausen wurden zum 1.5.1911 aus dem Kirchspiel ausgelöst, und in das neuaufgestellte Kirchspiel Asmushausen eingegliedert. Zur gleichen Zeit kam Lispenhausen zum Kirchspiel Schwarzenhasel hinzu und blieb dort bis 1953. 1953 wurde die Filialgemeinde Lispenhausen selbstständig .
Am 1. Januar 1972 wurden die Orte Atzelrode, Braach und Mündershausen und am 1. August die Orte Dankerode, Seifertshausen, Erkshausen, Schwarzenhasel sowie Lispenhausen als neue Stadtteile in den Stadtverband Rotenburg eingegliedert.
Seifertshausen
Seifertshausen wird 1259 erstmals urkundlich erwähnt. Die Namensgebung könnte nach Lucae von einem Kriegsereignis bei Seifertshausen her stammen. Nach dem Friedensschluss wurde der Ort mit dem Namen Siegfriedhausen benannt. Eine zweite Möglichkeit wäre, dass der Ort nach seinem Begründer Siegfried auf den Namen Siegfertshausen getauft wurde. Später wandelte sich dann der Name zu Seifertshausen.
Nach Lucae stammt die Kirche von Seifertshausen aus dem Mittelalter, im 14. Jahrhundert wurde die Kirche als Ersatz für den kleineren Vorgängerbau erbaut. Seifertshausen musste unter den Folgen des 30-jährigen Krieges stark leiden, so zum Beispiel brannte die Ortschaft in dieser Zeit bis auf 10 Häuser nieder und auch die Kirche wurde schwer beschädigt, so dass 1654 ein Neubau errichtet werden musste. Die Kirche ist seitdem auf einer Anhöhe in der Ortsmitte gelegen. Das heutige Kirchenschiff ist im Kern romanisch, der dreiseitig geschlossene Chor spätgotisch. 1780 wurde der einschiffige Saalbau der Kirche durch Philipp Noll erneuert und der Westturm ab 1869 erweitert.
Im Mittelalter gehörte Seifertshausen wie Schwarzenhasel zum Erzpriestersprengel in Braach. Der erste katholische Priester (Pleban) in Seifertshausen wurde 1259 erwähnt. Noch im 16. Jahrhundert war der Landgraf selbst Patron über Seifertshausen. Im selben Jahrhundert waren die Orte Dankerode und Erkshausen der Kirchengemeinde Seifertshausen zu geordnet.
Eigene Kirchenbücher wurden in Seifertshausen ab 1765, in Erkshausen und Dankerode ab 1762 geführt. Seifertshausen war ab 1558 der Superintendentur (Rotenburg) Allendorf untergeordnet, ab 1929 dem Kirchenkreis Rotenburg im Südsprengel der Landeskirche Hessen-Kassel. Heute gehört Seifertshausen zum Kirchspiel Schwarzenhasel, nachdem (wie schon bei Schwarzenhasel erwähnt) das Kirchspiel Seifertshausen 1975 aufgelöst wurde.
Archivbestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
05.11.2025, 7:29 AM CET