In der Auseinandersetzung um die in den Herrschaften Stein, Elsloo und Leut gelegenen Stock- und Stammgüter aus dem Erbe des Johann Winen appelliert Reiner Lemmers im Namen seiner Frau Gertrud Winen, der Schwester des Verstorbenen, an das RKG. Nach dem Tod Johann Winens waren diese Güter zunächst an dessen 6 Monate nach dem Tod des Vaters geborenen Sohn gefallen, der jedoch ebenfalls bereits 14 Tage nach seiner Geburt starb. Während Helene Winen, die Witwe des Verstorbenen, die Erbgüter ihres Mannes auf der Grundlage des gemeinen Rechtes beanspruchte, erklärte Reiner Lemmers seine Frau Gertrud zur Eigentümerin der Güter: Gemäß dem in den Herrschaften Stein, Elsloo und Leut üblichen Rückfallrecht stünden die Güter seiner Frau als Schwester des Verstorbenen zu. Die Gerichte zu Leut und Aachen wären mit ihren zugunsten der Witwe Helene Winen gefällten Entscheidungen von ihrer sonst üblichen Urteilspraxis abgegangen.
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In der Auseinandersetzung um die in den Herrschaften Stein, Elsloo und Leut gelegenen Stock- und Stammgüter aus dem Erbe des Johann Winen appelliert Reiner Lemmers im Namen seiner Frau Gertrud Winen, der Schwester des Verstorbenen, an das RKG. Nach dem Tod Johann Winens waren diese Güter zunächst an dessen 6 Monate nach dem Tod des Vaters geborenen Sohn gefallen, der jedoch ebenfalls bereits 14 Tage nach seiner Geburt starb. Während Helene Winen, die Witwe des Verstorbenen, die Erbgüter ihres Mannes auf der Grundlage des gemeinen Rechtes beanspruchte, erklärte Reiner Lemmers seine Frau Gertrud zur Eigentümerin der Güter: Gemäß dem in den Herrschaften Stein, Elsloo und Leut üblichen Rückfallrecht stünden die Güter seiner Frau als Schwester des Verstorbenen zu. Die Gerichte zu Leut und Aachen wären mit ihren zugunsten der Witwe Helene Winen gefällten Entscheidungen von ihrer sonst üblichen Urteilspraxis abgegangen.
AA 0648, 256 - W 3861
AA 0648 Reichskammergericht, Teil X: Prozessakten des Hauptstaatsarchivs Düsseldorf im Rijksarchief Maastricht
Reichskammergericht, Teil X: Prozessakten des Hauptstaatsarchivs Düsseldorf im Rijksarchief Maastricht >> 21. Buchstabe W
1772-1776
Enthaeltvermerke: Kläger: Reiner Lemmers, Bürgermeister zu Stein, im Namen seiner Frau Gertrud Winen, (Bekl.) Beklagter: Helene Winen, Witwe des Johann Winen, Stein, (Kl.) Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Josef Flach 1772 - Subst.: Lic. Fidel Karl Amand Goll Prokuratoren (Bekl.): Lic. Ferdinand Wilhelm Brandt 1773 - Subst.: Hofmann jun. Prozeßart: Appellationis Instanzen: 1. Gericht der Reichsherrschaft Leut 1765-1766 - 2. Königlicher Schöffenstuhl zu Aachen 1766-1771 - 3. RKG 1772-1776 Beweismittel: Attestate betreffend das in der Herrschaft Stein gültige Erbrecht (Q 8). Acta priora una cum rationibus decidendi (Q 13*), darin u.a.: Zahlreiche Protokollauszüge aus am Gericht der Reichsherrschaft Leut und am Aachener Schöffenstuhl verhandelten Erbschaftsprozessen. Auszug aus dem Schöffenprotokoll und nach Einholung des Rates auswärtiger Rechtsgelehrter am Aachener Schöffenstuhl gefälltes Urteil in Sachen Magister und Gerichtsprokurator Peter Ludwig Schilling im Namen seiner Frau ./. Vormünder der Kinder von Johanna Katharina Müller, 1772 (Q 15- 16). Beschreibung: 2 Bde., 11,5 cm; Bd. 1: 3,5 cm, lose, 93 Bl., Q 1-12, 14- 22, 1 Beilage; Bd. 2: 8 cm, gebunden, 552 Bl., Q 13* (acta priora, nur im Protokoll quadranguliert).
Sachakte
Sonstiges: Für die Nutzung gesperrt bis 9999
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
21.04.2026, 09:57 MESZ
Hierarchie
Hierarchie Detailansicht
- Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Rheinland
- Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland (Archivtektonik)
- 1. Behörden und Bestände vor 1816 (Tektonik)
- 1.4. Reichsbehörden (Tektonik)
- 1.4.1. Reichskammergericht (Tektonik)
- Reichskammergericht, Maastricht AA 0648 (Bestand)
- 21. Buchstabe W (Gliederung)