Kernforschungszentrum Karlsruhe: Projekt Heißdampfreaktor (Bestand)
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Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 69 KfK-PHDR
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe (Archivtektonik) >> Nichtstaatliches Archivgut >> Archive von Anstalten, Körperschaften und Stiftungen >> Bildung, Kultur und Forschung >> Kernforschungszentrum Karlsruhe
1961-1995
Überlieferungsgeschichte: Der vorliegende Bestand enthält die Akten und Berichte des Projektes "Heißdampfreaktor-Sicherheitsprogramm" (PHDR), die nach Abschluss des Programms in einem Kellerraum des Mehrzweckforschungsreaktors Karlsruhe (MZFR) auf dem Gelände des KIT-Campus Nord gelagert wurden. Im April 2014 erfolgte die Einlieferung in das Generallandesarchiv Karlsruhe. Das PHDR wurde unter der Projektträgerschaft der Gesellschaft für Kernforschung Karlsruhe (GfK) als Forschungsvorhaben des Bundesministeriums für Forschung und Technologie (BMFT) unter der Bezeichnung "HDR-Sicherheitsprogramm" im Dezember 1973 gegründet und auf Anregung der Materialprüfanstalt in Stuttgart (MPA) in das 4. Atomprogramm (1973-1976) im Rahmen des Forschungsprogramms "Komponentensicherheit" aufgenommen. Das Projekt hatte das Ziel, am Heißdampfreaktor in Großwelzheim (HDR) die Sicherheit von Leichtwasserreaktorkomponenten unter betriebsähnlicher Belastung und bei Störfällen experimentell zu untersuchen. Das PHDR garantierte somit die weitere Nutzung der HDR-Anlage, die nach nur kurzer Betriebszeit (1969-1971) aufgrund gravierender Brennelementeschäden hatte abgeschaltet werden müssen. An der Programmausführung waren maßgeblich das Institut für zerstörungsfreie Prüfverfahren Saarbrücken, die MPA Stuttgart und das Battelle-Institut Frankfurt beteiligt. Die Möglichkeit, unter nahezu realen Bedingungen Komponenten, Rechenmodelle und theoretisches Wissen zu überprüfen, stieß auch im Ausland auf großes Interesse. Zu bilateralen Vertragsabschlüssen zur Zusammenarbeit kam es u.a. mit der US Nuclear Regulatory Commission (USNRC), dem Electric Power Research Institute (EPRI), dem Oak Ridge National Laboratory und der Firma ANCO Engineers. Weitere Projektbeteiligte waren das Schweizer Paul Scherrer Institut (PSI) in Würenlingen, das finnische VTT Technical Research Center in Helsinki und das französische Commissariat à l'Énergie Atomique (CEA) in Paris. An den Gesamtkosten in Höhe von ca. 300 Mio. DM waren die amerikanischen Vertragspartner und das Kernforschungszentrum Karlsruhe mit jeweils 50 Mio. DM beteiligt. Das Programm umfasste einen Zeitraum von ca. 20 Jahren und gliederte sich in drei Phasen, wobei die praktischen Experimente am HDR von 1975 bis 1992 durchgeführt wurden. Bestandteile des Sicherheitsprogramms waren zerstörungsfreie Prüfungen, Versuche am Reaktordruckbehälter (RDB) und den Rohrleitungen, Blowdown-Untersuchungen, Erdbeben- und Flugzeugabsturzsimulationen, Leckratenuntersuchungen und Brandversuche. Ein Programmschwerpunkt lag auf der systematischen Untersuchung des gesamten Lastspektrums (Druckprobe, Temperaturschichtung, Transienten), welches in den atomrechtlichen Genehmigungsverfahren als beherrschbar nachgewiesen werden musste. Mit der Einstellung des Programms wurden von 1992 bis 1995 in einem ersten Schritt die verwendeten Versuchsanlagen demontiert und entsorgt. Nach der Demontage der Restgebäude und der Freimessung des Geländes wurde die HDR-Anlage 1998 aus dem Geltungsbereich des Atomgesetzes entlassen.
Inhalt und Umfang: Der Bestand umfasst 856 Verzeichnungseinheiten und enthält im Wesentlichen die im Projektverlauf verfassten Arbeitsberichte. Diese wurden in 130 technischen Fach- und Jahresberichten zusammengefasst, die nahezu im kompletten Umfang übernommen wurden. Ein Verzeichnis dieser Berichte findet sich unter den Bestellnummern 661 und 468. Darüber hinaus sind 14 Statusberichte enthalten. Während der Aufbau der Anlage nicht dokumentiert ist, bildet der Bestand die Projektorganisation und die Genehmigung der einzelnen Projektphasen durch das BMFT bis hin zur Stilllegung ab. Darüber hinaus sind Kooperationen mit der Industrie und dem Ausland gut dokumentiert. Karlsruhe, im April 2016 Simone Dahringer-Boy Daniela Zinober
Inhalt und Umfang: Der Bestand umfasst 856 Verzeichnungseinheiten und enthält im Wesentlichen die im Projektverlauf verfassten Arbeitsberichte. Diese wurden in 130 technischen Fach- und Jahresberichten zusammengefasst, die nahezu im kompletten Umfang übernommen wurden. Ein Verzeichnis dieser Berichte findet sich unter den Bestellnummern 661 und 468. Darüber hinaus sind 14 Statusberichte enthalten. Während der Aufbau der Anlage nicht dokumentiert ist, bildet der Bestand die Projektorganisation und die Genehmigung der einzelnen Projektphasen durch das BMFT bis hin zur Stilllegung ab. Darüber hinaus sind Kooperationen mit der Industrie und dem Ausland gut dokumentiert. Karlsruhe, im April 2016 Simone Dahringer-Boy Daniela Zinober
830 Archivalieneinheiten
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
03.04.2025, 11:03 MESZ
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