Der preussische Sergeant und Deserteur Gottfried Bisnack in Hirschbach
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E 49/II Nr. 2325
E 49/II Holzschuher/Akten und Rechnungen
Holzschuher/Akten und Rechnungen
15.08.1784 - 19.05.1785
Enthält:
1784 August 15: Schreiben des (Schulmeisters) Johann Jacob Wolf aus Hirschbach an Herrn Verwalter (Ulrich Nikolaus Volland in Nürnberg).
Über den Bisenack (= Bisnack) kann Folgendes mitgeteilt werden: Erst war er evangelisch, nach seiner Heirat katholisch, inzwischen ist er wieder evangelisch, außerdem ist er ein preussischer Deserteur. Er versuchte, im Bayerischen, speziell im Sulzbachischen unterzukommen, weil er Angst vor den Werbern hatte, und nur, weil er dort nicht angenommen wurde, versucht er es jetzt im Nürnbergischen.
Es gibt im Hammer schon viele Katholiken, wenn das so weiter geht, wird der Hammer noch ganz katholisch. Was wird geschehen, wenn ein Katholik stirbt? Werden dann die Katholiken wieder in den Hammer einfallen, um den Toten wegzunehmen, wie schon einmal geschehen? (s. Nr. 2265) - Ehepaar Bisnack sind Handelsleute, welche Schmalz und Eier nach Nürnberg führen und weiter könen sie nichts.
1784 November 10: Schreiben des Verwalters Johann Conrad Gröschel aus Artelshofen an die Ebnerische Fideikommissadministration in Nürnberg.
Darin u.a.: Der Bisnack von Achtel hat sich hier gemeldet und mitgeteilt, er werde diese Woche beim Hammermüller (Hans) Prechtel in Hirschbach einziehen.
1785 Februar 21: Schreiben Gröschels, wie vor.
Darin u.a.: Das Pflegamt Velden hatte laut Mitteilung des Einwohners im Hammer zu Hirschbach, Gottfried Bisenack, dessen Frau und Schwiegervater Hans Wolf, ebenda, und später auch die Schwiegermutter in Arrest legen lassen, weil sie zusammen mit einem blinden Mann, Georg Finck von Klausen, gestohlen haben sollen.
1785 Mai 19: Schreiben der Ebnerischen Fideikommissadministration, Nürnberg, an die Frau des Hans Wedel in Hirschbach.
Anna Katharina, Frau des Gottfried Bisnack, saß einige Zeit lang hier (!) im Arrest, wurde aber ungestraft entlassen. Sie darf daher weiterhin im Hammer zu Hirschbach wohnen.
1784 August 15: Schreiben des (Schulmeisters) Johann Jacob Wolf aus Hirschbach an Herrn Verwalter (Ulrich Nikolaus Volland in Nürnberg).
Über den Bisenack (= Bisnack) kann Folgendes mitgeteilt werden: Erst war er evangelisch, nach seiner Heirat katholisch, inzwischen ist er wieder evangelisch, außerdem ist er ein preussischer Deserteur. Er versuchte, im Bayerischen, speziell im Sulzbachischen unterzukommen, weil er Angst vor den Werbern hatte, und nur, weil er dort nicht angenommen wurde, versucht er es jetzt im Nürnbergischen.
Es gibt im Hammer schon viele Katholiken, wenn das so weiter geht, wird der Hammer noch ganz katholisch. Was wird geschehen, wenn ein Katholik stirbt? Werden dann die Katholiken wieder in den Hammer einfallen, um den Toten wegzunehmen, wie schon einmal geschehen? (s. Nr. 2265) - Ehepaar Bisnack sind Handelsleute, welche Schmalz und Eier nach Nürnberg führen und weiter könen sie nichts.
1784 November 10: Schreiben des Verwalters Johann Conrad Gröschel aus Artelshofen an die Ebnerische Fideikommissadministration in Nürnberg.
Darin u.a.: Der Bisnack von Achtel hat sich hier gemeldet und mitgeteilt, er werde diese Woche beim Hammermüller (Hans) Prechtel in Hirschbach einziehen.
1785 Februar 21: Schreiben Gröschels, wie vor.
Darin u.a.: Das Pflegamt Velden hatte laut Mitteilung des Einwohners im Hammer zu Hirschbach, Gottfried Bisenack, dessen Frau und Schwiegervater Hans Wolf, ebenda, und später auch die Schwiegermutter in Arrest legen lassen, weil sie zusammen mit einem blinden Mann, Georg Finck von Klausen, gestohlen haben sollen.
1785 Mai 19: Schreiben der Ebnerischen Fideikommissadministration, Nürnberg, an die Frau des Hans Wedel in Hirschbach.
Anna Katharina, Frau des Gottfried Bisnack, saß einige Zeit lang hier (!) im Arrest, wurde aber ungestraft entlassen. Sie darf daher weiterhin im Hammer zu Hirschbach wohnen.
Archivale
Indexbegriff Person: Bisenack, N siehe Bisnack
Indexbegriff Person: Bisnack, Anna Katharina geb Wolf
Indexbegriff Person: Bisnack, Gottfried
Indexbegriff Person: Bisnack, N siehe Gottfried Bisnack
Indexbegriff Person: Fink, Georg (Klausen)
Indexbegriff Person: Gröschel, Johann Konrad
Indexbegriff Person: Prechtel, Hans (Hammermüller Hirschbach)
Indexbegriff Person: Volland, Ulrich Nikolaus
Indexbegriff Person: Wedel, Hans
Indexbegriff Person: Wolf, Hans (Hirschbach)
Indexbegriff Person: Wolf, Johann Jakob
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Vogteiliche Rechte
Indexbegriff Person: Bisnack, Anna Katharina geb Wolf
Indexbegriff Person: Bisnack, Gottfried
Indexbegriff Person: Bisnack, N siehe Gottfried Bisnack
Indexbegriff Person: Fink, Georg (Klausen)
Indexbegriff Person: Gröschel, Johann Konrad
Indexbegriff Person: Prechtel, Hans (Hammermüller Hirschbach)
Indexbegriff Person: Volland, Ulrich Nikolaus
Indexbegriff Person: Wedel, Hans
Indexbegriff Person: Wolf, Hans (Hirschbach)
Indexbegriff Person: Wolf, Johann Jakob
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Vogteiliche Rechte
Achtel
Artelshofen
Bayern
Hirschbach
Hirschbach, Hammergut
Hirschbach, Hammermühle
Klausen
Preußen
Sulzbach
Velden
Schulmeister, Hirschbach
Sergeant, preussischer
Katholik
evangelisch
Konfessionswechsel
Deserteur, preussischer
Werber
Flucht
Hammergut
Schmalzhandel
Eierhandel
Verwalter Artelshofen
Ebnerische Fideikommiss-Administration
Einzug
Pflegamt Velden
Arrest
Blindheit
Diebstahl
Haftentlassung
Wohnrecht
Müller, Hirschbach
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.06.2025, 13:01 MESZ