G 129 - Evangelisches Pfarramt Hengstfeld (Bestand)
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G 129
Landeskirchliches Archiv Stuttgart (Archivtektonik) >> G - Pfarrarchive >> Orte mit H
1497-2000
Einleitung: ===== Ortsgeschichte =====
Der Ort Hengstfeld wird 1230 urkundlich genannt. In diesem Jahr beschwor Heinricus de Hengesfeldt den Röttinger Vertrag, einen Ausgleich im Haus Hohenlohe. Der Ortsname ist als Ableitung eines Personennamens oder als 'Hengstwiese' zu deuten. Die Siedlung dürfte in der jüngeren Ausbauzeit des 13. Jh. entstanden sein. Auf der Hengstfelder Gemarkung liegen auch die Weiler Roßbürg, Schönbronn und Asbach. 1359 verkauften die Dürre, eine Seitenlinie der Familie von Crailsheim, das Wasserhauß Hengstfeld samt Güterzubehör, Untertanen und Rechten an die Herren von Wollmershausen, die damit den Ausgangspunkt für ihr Rittergut Hengstfeld gelegt hatten, das in der Fühen Neuzeit dem Ritterkanton Odenwald inkorporiert war. Die Hochgerichtsbarkeit war zwischen Ansbach und den Herren von Wollmershausen strittig. Als 1708 der letzte männliche Vertreter der Familie von Wollmershausen starb, setzte die Markgrafschaft Brandenburg-Ansbach ihre Ansprüche über den gesamten Ort durch. Ihr Rechtsnachfolger Preußen musste aufgrund der Niederlage gegen Napoleon 1806 auch Hengstfeld an Bayern abtreten. Der Ort wurde 1810 württembergisch und dem Oberamt Blaufelden zugeordnet, das 1811 nach Gerabronn umzog. 1938 wurde Hengstfeld dem Landkreis Crailsheim und nach seiner Auflösung 1973 dem Landkreis Schwäbisch Hall zugeteilt. Am 1. Juli 1974 schlossen sich die Gemeinden Hengstfeld, Wallhausen und Michelbach an der Lücke zur Einheitsgemeinde Wallhausen zusammen.
Die Pfarrei ist erstmals 1285 in den Quellen belegt. Erst 1756 wurde das Patrozinium St. Lambertus genannt. Die Herren von Crailsheim führten 1521 die Reformation ein. Hengstfeld gehörte 1796 zum ansbachischen Dekanat Crailsheim. Nach dem Übergang an Württemberg erfolgte 1810 die Errichtung des Dekanats Blaufelden, dem Hengstfeld zugeordnet wurde.
1547 brannte das Kirchenschiff ab und wurde 1592 ersetzt. 1837 wurde das ruinöse Kirchenschiff abgerissen und unter Einbeziehung des alten Turms neu erbaut. Die Obergeschosse des alten Turms wurden 1901 aufgestockt und mit der heutigen Haube abgeschlossen. Die letzte umfassende Restaurierung fand 1970 statt.
Der erste Schulmeister hatte vor 1572 amtiert. Der Schulunterricht fand in der Kirche oder in Privaträumen statt.1619 wurde das ehemalige Beinhaus zum Schulgebäude umgebaut, das bis ins 19. Jahrhundert als Schulhaus diente. 1896 wurde ein neues Schulhaus westlich der Kirche errichtet.
Mit der Durchsetzung der ansbachischen Ortsherrschaft beginnt nach 1708 die Geschichte der Juden in Hengstfeld. Bis 1735 wuchs die jüdische Gemeinschaft auf 15 Familien an; um 1800 waren kanpp 10 % der rund 650 Einwohnern Juden. Eine erste Synagoge wurde 1739 in einem Privathaus eingerichtet. 1811 wurde eine Synagoge erbaut. Die Gemeinde zählte 1870 noch 80 Mitglieder. 1904 erlosch sie mit dem Wegzug der letzten Familie. 1905 wurde die Synagoge abgerissen.
===== Bestandsgeschichte =====
Aufgrund eines Kirchengemeinderatsbeschlusses wurde das Archiv der Kirchengemeinde Hengstfeld 2005 zur Verwahrung und Verwaltung an das Landeskirchliche Archiv Stuttgart abgegeben. Die Archivalien sind daraufhin 2006 von Mareike Ritter geb. Dreger geordnet und verzeichnet worden. 2009 erfolgte die Abschlussredaktion durch Bertram Fink.
Der Bestand umfasst insgesamt 344 Bestellnummern; er erstreckt sich über 7 m mit einer Laufzeit von 1521 (Verkauf eines Anteils am Pfarrlehen) bis 19933 (Familienregister). Die historische Überlieferung der Kirchengemeinde Hengstfeld gliedert sich in die drei Hauptgattungen Bände, Akten (ältere Abteilung und jüngere Abteilung) und Rechnungsunterlagen. Sie wird ergänzt durch Quellen kommunaler Provenienz.
Das Pfarrarchiv Hengstfeld zeichnet sich durch seine reichhaltigen frühneuzeitlichen Quellenbestand aus. Von besonderer Bedeutung sind die geschichtlichen Darstellungen der Kirchengeschichte Hengstfelds von Pfarrer Balthasar Nicolaus Mützel (1681-1769), die Archivalien zu Kirchenzucht und Ehe sowie zur jüdischen Gemeinschaft.
Bis auf die historischen Kirchenbücher können die Archivalien während der Öffnungszeiten des Landeskirchlichen Archivs im Lesesaal eingesehen und erforscht werden. Vereinzelt müssen dabei Sperrfristen beachtet werden. Die Originalkirchenbücher sind dagegen für die Benutzung aus Bestandserhaltungsgründen gesperrt. Dafür stehen allen Forscherinnen und Forschern die verfilmten Kirchenbücher im Mikrofilmlesesaal des Landeskirchlichen Archivs zur Verfügung, die auch ausgeliehen werden können.
Weitere Quellen zur Kirchengeschichte Hengstfelds im Landeskirchlichen Archiv befinden sich in den Orts- und Personalakten der Kirchenleitung und im Dekanatsarchiv Blaufelden.
Einleitung: Der Ort Hengstfeld wird 1230 urkundlich genannt. In diesem Jahr beschwor Heinricus de Hengesfeldt den Röttinger Vertrag, einen Ausgleich im Haus Hohenlohe. Der Ortsname ist als Ableitung eines Personennamens oder als 'Hengstwiese' zu deuten. Die Siedlung dürfte in der jüngeren Ausbauzeit des 13. Jh. entstanden sein. Auf der Hengstfelder Gemarkung liegen auch die Weiler Roßbürg, Schönbronn und Asbach. 1359 verkauften die Dürre, eine Seitenlinie der Familie von Crailsheim, das Wasserhauß Hengstfeld samt Güterzubehör, Untertanen und Rechten an die Herren von Wollmershausen, die damit den Ausgangspunkt für ihr Rittergut Hengstfeld gelegt hatten, das in der Fühen Neuzeit dem Ritterkanton Odenwald inkorporiert war. Die Hochgerichtsbarkeit war zwischen Ansbach und den Herren von Wollmershausen strittig. Als 1708 der letzte männliche Vertreter der Familie von Wollmershausen starb, setzte die Markgrafschaft Brandenburg-Ansbach ihre Ansprüche über den gesamten Ort durch. Ihr Rechtsnachfolger Preußen musste aufgrund der Niederlage gegen Napoleon 1806 auch Hengstfeld an Bayern abtreten. Der Ort wurde 1810 württembergisch und dem Oberamt Blaufelden zugeordnet, das 1811 nach Gerabronn umzog. 1938 wurde Hengstfeld dem Landkreis Crailsheim und nach seiner Auflösung 1973 dem Landkreis Schwäbisch Hall zugeteilt. Am 1. Juli 1974 schlossen sich die Gemeinden Hengstfeld, Wallhausen und Michelbach an der Lücke zur Einheitsgemeinde Wallhausen zusammen.
Die Pfarrei ist erstmals 1285 in den Quellen belegt. Erst 1756 wurde das Patrozinium St. Lambertus genannt. Die Herren von Crailsheim führten 1521 die Reformation ein. Hengstfeld gehörte 1796 zum ansbachischen Dekanat Crailsheim. Nach dem Übergang an Württemberg erfolgte 1810 die Errichtung des Dekanats Blaufelden, dem Hengstfeld zugeordnet wurde.
1547 brannte das Kirchenschiff ab und wurde 1592 ersetzt. 1837 wurde das ruinöse Kirchenschiff abgerissen und unter Einbeziehung des alten Turms neu erbaut. Die Obergeschosse des alten Turms wurden 1901 aufgestockt und mit der heutigen Haube abgeschlossen. Die letzte umfassende Restaurierung fand 1970 statt.
Der erste Schulmeister hatte vor 1572 amtiert. Der Schulunterricht fand in der Kirche oder in Privaträumen statt.1619 wurde das ehemalige Beinhaus zum Schulgebäude umgebaut, das bis ins 19. Jahrhundert als Schulhaus diente. 1896 wurde ein neues Schulhaus westlich der Kirche errichtet.
Mit der Durchsetzung der ansbachischen Ortsherrschaft beginnt nach 1708 die Geschichte der Juden in Hengstfeld. Bis 1735 wuchs die jüdische Gemeinschaft auf 15 Familien an; um 1800 waren kanpp 10 % der rund 650 Einwohnern Juden. Eine erste Synagoge wurde 1739 in einem Privathaus eingerichtet. 1811 wurde eine Synagoge erbaut. Die Gemeinde zählte 1870 noch 80 Mitglieder. 1904 erlosch sie mit dem Wegzug der letzten Familie. 1905 wurde die Synagoge abgerissen.
Aufgrund eines Kirchengemeinderatsbeschlusses wurde das Archiv der Kirchengemeinde Hengstfeld 2005 zur Verwahrung und Verwaltung an das Landeskirchliche Archiv Stuttgart abgegeben. Die Archivalien sind daraufhin 2006 von Mareike Ritter geb. Dreger geordnet und verzeichnet worden. 2009 erfolgte die Abschlussredaktion durch Bertram Fink.
Der Bestand umfasst insgesamt 344 Bestellnummern; er erstreckt sich über 7 m mit einer Laufzeit von 1521 (Verkauf eines Anteils am Pfarrlehen) bis 19933 (Familienregister). Die historische Überlieferung der Kirchengemeinde Hengstfeld gliedert sich in die drei Hauptgattungen Bände, Akten (ältere Abteilung und jüngere Abteilung) und Rechnungsunterlagen. Sie wird ergänzt durch Quellen kommunaler Provenienz.
Das Pfarrarchiv Hengstfeld zeichnet sich durch seine reichhaltigen frühneuzeitlichen Quellenbestand aus. Von besonderer Bedeutung sind die geschichtlichen Darstellungen der Kirchengeschichte Hengstfelds von Pfarrer Balthasar Nicolaus Mützel (1681-1769), die Archivalien zu Kirchenzucht und Ehe sowie zur jüdischen Gemeinschaft.
Bis auf die historischen Kirchenbücher können die Archivalien während der Öffnungszeiten des Landeskirchlichen Archivs im Lesesaal eingesehen und erforscht werden. Vereinzelt müssen dabei Sperrfristen beachtet werden. Die Originalkirchenbücher sind dagegen für die Benutzung aus Bestandserhaltungsgründen gesperrt. Dafür stehen allen Forscherinnen und Forschern die verfilmten Kirchenbücher im Mikrofilmlesesaal des Landeskirchlichen Archivs zur Verfügung, die auch ausgeliehen werden können.
Weitere Quellen zur Kirchengeschichte Hengstfelds im Landeskirchlichen Archiv befinden sich in den Orts- und Personalakten der Kirchenleitung und im Dekanatsarchiv Blaufelden.
Der Ort Hengstfeld wird 1230 urkundlich genannt. In diesem Jahr beschwor Heinricus de Hengesfeldt den Röttinger Vertrag, einen Ausgleich im Haus Hohenlohe. Der Ortsname ist als Ableitung eines Personennamens oder als 'Hengstwiese' zu deuten. Die Siedlung dürfte in der jüngeren Ausbauzeit des 13. Jh. entstanden sein. Auf der Hengstfelder Gemarkung liegen auch die Weiler Roßbürg, Schönbronn und Asbach. 1359 verkauften die Dürre, eine Seitenlinie der Familie von Crailsheim, das Wasserhauß Hengstfeld samt Güterzubehör, Untertanen und Rechten an die Herren von Wollmershausen, die damit den Ausgangspunkt für ihr Rittergut Hengstfeld gelegt hatten, das in der Fühen Neuzeit dem Ritterkanton Odenwald inkorporiert war. Die Hochgerichtsbarkeit war zwischen Ansbach und den Herren von Wollmershausen strittig. Als 1708 der letzte männliche Vertreter der Familie von Wollmershausen starb, setzte die Markgrafschaft Brandenburg-Ansbach ihre Ansprüche über den gesamten Ort durch. Ihr Rechtsnachfolger Preußen musste aufgrund der Niederlage gegen Napoleon 1806 auch Hengstfeld an Bayern abtreten. Der Ort wurde 1810 württembergisch und dem Oberamt Blaufelden zugeordnet, das 1811 nach Gerabronn umzog. 1938 wurde Hengstfeld dem Landkreis Crailsheim und nach seiner Auflösung 1973 dem Landkreis Schwäbisch Hall zugeteilt. Am 1. Juli 1974 schlossen sich die Gemeinden Hengstfeld, Wallhausen und Michelbach an der Lücke zur Einheitsgemeinde Wallhausen zusammen.
Die Pfarrei ist erstmals 1285 in den Quellen belegt. Erst 1756 wurde das Patrozinium St. Lambertus genannt. Die Herren von Crailsheim führten 1521 die Reformation ein. Hengstfeld gehörte 1796 zum ansbachischen Dekanat Crailsheim. Nach dem Übergang an Württemberg erfolgte 1810 die Errichtung des Dekanats Blaufelden, dem Hengstfeld zugeordnet wurde.
1547 brannte das Kirchenschiff ab und wurde 1592 ersetzt. 1837 wurde das ruinöse Kirchenschiff abgerissen und unter Einbeziehung des alten Turms neu erbaut. Die Obergeschosse des alten Turms wurden 1901 aufgestockt und mit der heutigen Haube abgeschlossen. Die letzte umfassende Restaurierung fand 1970 statt.
Der erste Schulmeister hatte vor 1572 amtiert. Der Schulunterricht fand in der Kirche oder in Privaträumen statt.1619 wurde das ehemalige Beinhaus zum Schulgebäude umgebaut, das bis ins 19. Jahrhundert als Schulhaus diente. 1896 wurde ein neues Schulhaus westlich der Kirche errichtet.
Mit der Durchsetzung der ansbachischen Ortsherrschaft beginnt nach 1708 die Geschichte der Juden in Hengstfeld. Bis 1735 wuchs die jüdische Gemeinschaft auf 15 Familien an; um 1800 waren kanpp 10 % der rund 650 Einwohnern Juden. Eine erste Synagoge wurde 1739 in einem Privathaus eingerichtet. 1811 wurde eine Synagoge erbaut. Die Gemeinde zählte 1870 noch 80 Mitglieder. 1904 erlosch sie mit dem Wegzug der letzten Familie. 1905 wurde die Synagoge abgerissen.
===== Bestandsgeschichte =====
Aufgrund eines Kirchengemeinderatsbeschlusses wurde das Archiv der Kirchengemeinde Hengstfeld 2005 zur Verwahrung und Verwaltung an das Landeskirchliche Archiv Stuttgart abgegeben. Die Archivalien sind daraufhin 2006 von Mareike Ritter geb. Dreger geordnet und verzeichnet worden. 2009 erfolgte die Abschlussredaktion durch Bertram Fink.
Der Bestand umfasst insgesamt 344 Bestellnummern; er erstreckt sich über 7 m mit einer Laufzeit von 1521 (Verkauf eines Anteils am Pfarrlehen) bis 19933 (Familienregister). Die historische Überlieferung der Kirchengemeinde Hengstfeld gliedert sich in die drei Hauptgattungen Bände, Akten (ältere Abteilung und jüngere Abteilung) und Rechnungsunterlagen. Sie wird ergänzt durch Quellen kommunaler Provenienz.
Das Pfarrarchiv Hengstfeld zeichnet sich durch seine reichhaltigen frühneuzeitlichen Quellenbestand aus. Von besonderer Bedeutung sind die geschichtlichen Darstellungen der Kirchengeschichte Hengstfelds von Pfarrer Balthasar Nicolaus Mützel (1681-1769), die Archivalien zu Kirchenzucht und Ehe sowie zur jüdischen Gemeinschaft.
Bis auf die historischen Kirchenbücher können die Archivalien während der Öffnungszeiten des Landeskirchlichen Archivs im Lesesaal eingesehen und erforscht werden. Vereinzelt müssen dabei Sperrfristen beachtet werden. Die Originalkirchenbücher sind dagegen für die Benutzung aus Bestandserhaltungsgründen gesperrt. Dafür stehen allen Forscherinnen und Forschern die verfilmten Kirchenbücher im Mikrofilmlesesaal des Landeskirchlichen Archivs zur Verfügung, die auch ausgeliehen werden können.
Weitere Quellen zur Kirchengeschichte Hengstfelds im Landeskirchlichen Archiv befinden sich in den Orts- und Personalakten der Kirchenleitung und im Dekanatsarchiv Blaufelden.
Einleitung: Der Ort Hengstfeld wird 1230 urkundlich genannt. In diesem Jahr beschwor Heinricus de Hengesfeldt den Röttinger Vertrag, einen Ausgleich im Haus Hohenlohe. Der Ortsname ist als Ableitung eines Personennamens oder als 'Hengstwiese' zu deuten. Die Siedlung dürfte in der jüngeren Ausbauzeit des 13. Jh. entstanden sein. Auf der Hengstfelder Gemarkung liegen auch die Weiler Roßbürg, Schönbronn und Asbach. 1359 verkauften die Dürre, eine Seitenlinie der Familie von Crailsheim, das Wasserhauß Hengstfeld samt Güterzubehör, Untertanen und Rechten an die Herren von Wollmershausen, die damit den Ausgangspunkt für ihr Rittergut Hengstfeld gelegt hatten, das in der Fühen Neuzeit dem Ritterkanton Odenwald inkorporiert war. Die Hochgerichtsbarkeit war zwischen Ansbach und den Herren von Wollmershausen strittig. Als 1708 der letzte männliche Vertreter der Familie von Wollmershausen starb, setzte die Markgrafschaft Brandenburg-Ansbach ihre Ansprüche über den gesamten Ort durch. Ihr Rechtsnachfolger Preußen musste aufgrund der Niederlage gegen Napoleon 1806 auch Hengstfeld an Bayern abtreten. Der Ort wurde 1810 württembergisch und dem Oberamt Blaufelden zugeordnet, das 1811 nach Gerabronn umzog. 1938 wurde Hengstfeld dem Landkreis Crailsheim und nach seiner Auflösung 1973 dem Landkreis Schwäbisch Hall zugeteilt. Am 1. Juli 1974 schlossen sich die Gemeinden Hengstfeld, Wallhausen und Michelbach an der Lücke zur Einheitsgemeinde Wallhausen zusammen.
Die Pfarrei ist erstmals 1285 in den Quellen belegt. Erst 1756 wurde das Patrozinium St. Lambertus genannt. Die Herren von Crailsheim führten 1521 die Reformation ein. Hengstfeld gehörte 1796 zum ansbachischen Dekanat Crailsheim. Nach dem Übergang an Württemberg erfolgte 1810 die Errichtung des Dekanats Blaufelden, dem Hengstfeld zugeordnet wurde.
1547 brannte das Kirchenschiff ab und wurde 1592 ersetzt. 1837 wurde das ruinöse Kirchenschiff abgerissen und unter Einbeziehung des alten Turms neu erbaut. Die Obergeschosse des alten Turms wurden 1901 aufgestockt und mit der heutigen Haube abgeschlossen. Die letzte umfassende Restaurierung fand 1970 statt.
Der erste Schulmeister hatte vor 1572 amtiert. Der Schulunterricht fand in der Kirche oder in Privaträumen statt.1619 wurde das ehemalige Beinhaus zum Schulgebäude umgebaut, das bis ins 19. Jahrhundert als Schulhaus diente. 1896 wurde ein neues Schulhaus westlich der Kirche errichtet.
Mit der Durchsetzung der ansbachischen Ortsherrschaft beginnt nach 1708 die Geschichte der Juden in Hengstfeld. Bis 1735 wuchs die jüdische Gemeinschaft auf 15 Familien an; um 1800 waren kanpp 10 % der rund 650 Einwohnern Juden. Eine erste Synagoge wurde 1739 in einem Privathaus eingerichtet. 1811 wurde eine Synagoge erbaut. Die Gemeinde zählte 1870 noch 80 Mitglieder. 1904 erlosch sie mit dem Wegzug der letzten Familie. 1905 wurde die Synagoge abgerissen.
Aufgrund eines Kirchengemeinderatsbeschlusses wurde das Archiv der Kirchengemeinde Hengstfeld 2005 zur Verwahrung und Verwaltung an das Landeskirchliche Archiv Stuttgart abgegeben. Die Archivalien sind daraufhin 2006 von Mareike Ritter geb. Dreger geordnet und verzeichnet worden. 2009 erfolgte die Abschlussredaktion durch Bertram Fink.
Der Bestand umfasst insgesamt 344 Bestellnummern; er erstreckt sich über 7 m mit einer Laufzeit von 1521 (Verkauf eines Anteils am Pfarrlehen) bis 19933 (Familienregister). Die historische Überlieferung der Kirchengemeinde Hengstfeld gliedert sich in die drei Hauptgattungen Bände, Akten (ältere Abteilung und jüngere Abteilung) und Rechnungsunterlagen. Sie wird ergänzt durch Quellen kommunaler Provenienz.
Das Pfarrarchiv Hengstfeld zeichnet sich durch seine reichhaltigen frühneuzeitlichen Quellenbestand aus. Von besonderer Bedeutung sind die geschichtlichen Darstellungen der Kirchengeschichte Hengstfelds von Pfarrer Balthasar Nicolaus Mützel (1681-1769), die Archivalien zu Kirchenzucht und Ehe sowie zur jüdischen Gemeinschaft.
Bis auf die historischen Kirchenbücher können die Archivalien während der Öffnungszeiten des Landeskirchlichen Archivs im Lesesaal eingesehen und erforscht werden. Vereinzelt müssen dabei Sperrfristen beachtet werden. Die Originalkirchenbücher sind dagegen für die Benutzung aus Bestandserhaltungsgründen gesperrt. Dafür stehen allen Forscherinnen und Forschern die verfilmten Kirchenbücher im Mikrofilmlesesaal des Landeskirchlichen Archivs zur Verfügung, die auch ausgeliehen werden können.
Weitere Quellen zur Kirchengeschichte Hengstfelds im Landeskirchlichen Archiv befinden sich in den Orts- und Personalakten der Kirchenleitung und im Dekanatsarchiv Blaufelden.
Evangelisches Pfarramt Hengstfeld
7 lfd. m
Bestand
Ströbel, Otto: Hengstfeld. Leben in der ritterschaftlichen Pfarrgemeinde, hrsg. vom Gesangsverein 1865 e.V. Hengstfeld, Crailsheim 1990
Wallhausen, in: Der Landkreis Schwäbisch Hall Bd. 2 hrsg. vom Landesarchiv Baden-Württemberg in Verbindung mit dem Landkreis Schwäbisch Hall, Ostfildern 2005, S. 490-513
Dreger, Mareike: Kirche und Ehe im 18. Jh.. Hengstfeld 1706-1769, Magisterarbeit Universität Stuttgart 2006 (Landeskirchliche Zentralbibliothek AQ 7/555)
Baden-Württembergisches Pfarrerbuch, hrsg. im Auftrag des Vereins für Kirchengeschichte in der Evang. Landeskirche in Baden und des Vereins für Württ. Kirchengeschichte, Bd. 2 Pfarrerbuch Württembergisch Franken, Teil 1. Die Pfarreien, Stuttgart 1985, S. 114
Wallhausen, in: Der Landkreis Schwäbisch Hall Bd. 2 hrsg. vom Landesarchiv Baden-Württemberg in Verbindung mit dem Landkreis Schwäbisch Hall, Ostfildern 2005, S. 490-513
Dreger, Mareike: Kirche und Ehe im 18. Jh.. Hengstfeld 1706-1769, Magisterarbeit Universität Stuttgart 2006 (Landeskirchliche Zentralbibliothek AQ 7/555)
Baden-Württembergisches Pfarrerbuch, hrsg. im Auftrag des Vereins für Kirchengeschichte in der Evang. Landeskirche in Baden und des Vereins für Württ. Kirchengeschichte, Bd. 2 Pfarrerbuch Württembergisch Franken, Teil 1. Die Pfarreien, Stuttgart 1985, S. 114
Hengstfeld, Wallhausen, Landkreis Schwäbisch Hall
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
11.08.2025, 11:05 AM CEST