Nachlass Löber (Bestand)
Vollständigen Titel anzeigen
Abt. Staatsarchiv Wertheim, S-N 19
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Wertheim (Archivtektonik) >> Stadtarchiv Wertheim >> Nachlässe, sonstige Hinterlegungen und Schenkungen (N-Bestände) >> Nachlässe
1960-1965
Inhalt und Bewertung
Der Bestand enthält den Schriftwechsel, den der Wertheimer Ehrenbürger Dr. Johannes Löber in seiner Funktion als Sprecher des Aktionausschusses zur Errichtung eines öffentlichen Schwimmbads in Wertheim Privatpersonen und Behörden führte.
Einleitung: Dr. Johannes Löber wurde am 4. April 1900 als Sohn des Pfarrers Ernst Löber geboren. Nach kurzem Kriegseinsatz studierte er von 1919 bis 1924 Physik in Jena. Nach Abschluss seiner Promotion war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt in Berlin und anschließend im Landesamt für Maße und Gewichte in Ilmenau tätig. 1928 wurde ihm die Leitung der thüringischen Landesfachschule für Glasinstrumentetechnik übertragen. Im Jahre 1930 übernahm der die technische Leitung der Firma Alt, Eberhardt und Jäger. 1932 wurde er alleiniger Vorstand dieser Gesellschaft bis der Betrieb 1945 verstaatlicht wurde. Dr. Löber blieb dort nach einer von der Belegschaft angesetzten Wahl bis 1947 als Betriebsleiter tätig. Nach seiner Flucht in den Westen baute er mit Rudolf Brand, Dr. Fritz und Dr. Josef Friedrichs die Glashütte Wertheim auf. Dr. Johannes Löber war Mitbegründer der Interessengemeinschaft Wertheimer Glas. Die von ihm ebenfalls mitbegründete Forschungsgemeinschaft für technisches Glas leitete er als Vorsitzender von 1960 bis 1971. Die Hauptinitiative zur Errichtung des Glasmuseums ging ebenfalls von ihm aus. Dr. Löber gehörte lange Zeit dem Kreisvorstand der CDU an. Von 1959 bis 1966 war er auch Mitglied des Wertheimer Gemeinderats. Zu seinem 75. Geburtstag verlieh ihm die Stadt Wertheim die Ehrenbürgerwürde. Er starb am 27.01.1978. Der vorliegende Bestand, der nur aus einem Faszikel besteht, enthält im Wesentlichen die schriftliche Überlieferung des Aktionsausschusses zur Errichtung eines öffentlichen Schwimmbades in Wertheim, dessen Sprecher und treibende Kraft Dr. Johannes Löber war. Wann das Aktenfaszikel in das Stadtarchiv gelangte ist nicht bekannt. 1999 wurde es von Herrn Karl-Heinz Niklas im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, die die Verzeichnung aller im Stadtarchiv Wertheim liegenden Nachlässe zum Ziel hatte, verzeichnet.
Der Bestand enthält den Schriftwechsel, den der Wertheimer Ehrenbürger Dr. Johannes Löber in seiner Funktion als Sprecher des Aktionausschusses zur Errichtung eines öffentlichen Schwimmbads in Wertheim Privatpersonen und Behörden führte.
Einleitung: Dr. Johannes Löber wurde am 4. April 1900 als Sohn des Pfarrers Ernst Löber geboren. Nach kurzem Kriegseinsatz studierte er von 1919 bis 1924 Physik in Jena. Nach Abschluss seiner Promotion war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt in Berlin und anschließend im Landesamt für Maße und Gewichte in Ilmenau tätig. 1928 wurde ihm die Leitung der thüringischen Landesfachschule für Glasinstrumentetechnik übertragen. Im Jahre 1930 übernahm der die technische Leitung der Firma Alt, Eberhardt und Jäger. 1932 wurde er alleiniger Vorstand dieser Gesellschaft bis der Betrieb 1945 verstaatlicht wurde. Dr. Löber blieb dort nach einer von der Belegschaft angesetzten Wahl bis 1947 als Betriebsleiter tätig. Nach seiner Flucht in den Westen baute er mit Rudolf Brand, Dr. Fritz und Dr. Josef Friedrichs die Glashütte Wertheim auf. Dr. Johannes Löber war Mitbegründer der Interessengemeinschaft Wertheimer Glas. Die von ihm ebenfalls mitbegründete Forschungsgemeinschaft für technisches Glas leitete er als Vorsitzender von 1960 bis 1971. Die Hauptinitiative zur Errichtung des Glasmuseums ging ebenfalls von ihm aus. Dr. Löber gehörte lange Zeit dem Kreisvorstand der CDU an. Von 1959 bis 1966 war er auch Mitglied des Wertheimer Gemeinderats. Zu seinem 75. Geburtstag verlieh ihm die Stadt Wertheim die Ehrenbürgerwürde. Er starb am 27.01.1978. Der vorliegende Bestand, der nur aus einem Faszikel besteht, enthält im Wesentlichen die schriftliche Überlieferung des Aktionsausschusses zur Errichtung eines öffentlichen Schwimmbades in Wertheim, dessen Sprecher und treibende Kraft Dr. Johannes Löber war. Wann das Aktenfaszikel in das Stadtarchiv gelangte ist nicht bekannt. 1999 wurde es von Herrn Karl-Heinz Niklas im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, die die Verzeichnung aller im Stadtarchiv Wertheim liegenden Nachlässe zum Ziel hatte, verzeichnet.
Bestand
Zeitungsartikel "Dr. Johannes Löber - Motor der neuen Glasindustrie, Ehrenbürger der Stadt Wertheim und Museumsinitiator" in: Fränkische Nachrichten vom 30.01.1978, S. 13
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 14:40 MEZ