Pfarrarchiv der Apostelkirche Hannovers (Bestand)
Show full titleLandeskirchliches Archiv der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
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H 13
Landeskirchliches Archiv Hannover (Archivtektonik) >> Gliederung >> Landeskirchliches Archiv >> H - Kirchen und kirchliche Einrichtungen in der Stadt Hannover (Stadtkirchenarchiv)
1780-2001
Bestandsgeschichte: Bis zum Beginn der Industrialisierung und der damit zusammenhängenden Stadterweiterung konnten die Pfarrkirchen in der Altstadt und in der Calenberger Neustadt die kirchlichen Bedürfnisse in Hannover erfüllen. Doch machte das schnelle Anwachsen der Bevölkerung die Gründung von Kirchengemeinden und den Bau von Kirchen in den eingemeindeten Vororten nötig. Der 1864 eingeweihten Christuskirche folgten bis 1914 weitere 16 Kirchenneubauten in Hannover und Linden, die eine imposante kirchliche Anwort auf die Anforderungen der neuen Zeit geben. Sehr schnell wuchs auch der Bezirk der Christus-Kirchengemeinde, die Ende der 1870er Jahre 40.000 Gemeindeglieder zählte. Damit war die Aufteilung der Kirchengemeinde und die Abtrennung einer neuen Parochie nicht zu umgehen, die am 1. Mai 1884 in die Selbständigkeit entlassen wurde. Der neu gegründeten Apostel-Kirchengemeinde wurde die 1880-1884 erbaute Kirche an der Celler Straße zur Benutzung überwiesen, die am 28. September 1884 als Apostelkirche eingeweiht wurde. Die nächsten Eingemeindungen nach Hannover ließen die Apostel-Kirchengemeinde von 7.000 auf 30.000 Seelen anwachsen, so dass eine ausreichende geistliche Versorgung nicht mehr möglich war und Abhilfe geschaffen werden mußte und wurde: 1901 stand die Lukaskirche als zweites Gotteshaus zur Verfügung, das an die zum 1. April 1909 abgetrennte Lukas-Kirchengemeinde überging. Die neu geschaffenen Strukturen zerstörten auch das soziale Gefüge. Das eng bebaute und dicht bewohnte Gebiet der Apostel-Kirchengemeinde galt als "sozial schwierig". Prostitution und Kriminalität stiegen an, viele Familien zerbrachen und eine große Anzahl Gemeindeglieder trat aus der Kirche aus. Diesen Entwicklungen trat Pastor Eduard Fehly fest entgegen, der die Geschicke der Gemeinde von 1913-1933 leitete. Nach 1933 kam es zu Auseinandersetzungen mit den Deutschen Christen. Der deutsch-christliche Kirchenvorstand mußte zurücktreten und wurde vom Kirchenkreisvorstand durch einen kommissarischen ersetzt. Die Jahre nach 1945 standen unter dem Zeichen des Wiederaufbaus, da die Kirchengemeinde und die kirchlichen Gebäude stark durch Bombenangriffe gelitten hatten. Als markante Ereignisse in der Nachkriegszeit seien hier das 75jährige Kirchenjubiläum 1959 und das 100jährige im Jahre 1984 genannt. Die Festpredigt am 18. Oktober 1959 hielt Landesbischof Lilje, dessen Vater jahrzehntelang in der Apostel-Kirchengemeinde als Küster und Diakon beschäftigt war. Diese kurze Skizze der Entwicklungslinien der Apostel-Kirchengemeinde Hannover läßt sich durch den vorliegenden Archivbestand vervollständigen und erweitern, um so ein abgerundetes Bild der Geschichte zu erhalten. Der Bestand (9 lfd. Meter) ist aufgeteilt in Repositur, Kirchenrechnungen, Sonstige Handschriften und in Zeichnungen und Skizzen. Er umfaßt den Zeitraum von der Gründung der Kirchengemeinde bis etwa 1980, die Rechnungen reichen darüber hinaus bis 1994. Die Akten der Repositur sind nach der Schriftgutordnung mit Aktenplan der Evangelischen Kirche von 1980 geordnet. Die gängigen Aktenzeichen finden sich im Findbuch unter der Rubrik "alte Signatur" wieder. Das Archiv der Apostelkirche ist im August 1997 von der Kirchengemeinde als Depositum zur Aufbewahrung in der Abteilung "Stadtkirchenarchiv" übergeben und 1998 und 1999 geordnet und verzeichnet worden. Im Januar 2003 konnte der Bestand durch die Übernahme von weiterem Schriftgut im Umfang von 0,4 Regalmetern vervollständigt und aktualisiert werden. Verwiesen sei nochmals auf den Bestand H 12 (Pfarrarchiv der Christuskirche Hannover). Darin befinden sich fast alle Archivalien über den Bau der Apostelkirche und weitere Akten über die Gründung der Apostel-Kirchengemeinde.
9,5 lfd. M.
Bestand
Literatur: Die Apostelkirchengemeinde. 75jähriges Kirchenjubiläum. Hannover 1959; 100 Jahre Apostelkirche Hannover 1884-1984. Hannover 1984; Richard Greve: Die Christuskirche zu Hannover. Hannover 1909; Max Meißner: 25 Jahre Lukaskirche. Hannover 1926.
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
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01.04.2025, 1:47 PM CEST
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