Stadt-Cassa (Bestand)
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03.04-02
Archiv der Hansestadt Lübeck (Archivtektonik) >> 03 Behörden bis 1937 >> 03.04 Finanzwesen und Liegenschaften
1665-1810
Erschließungszustand, Umfang: erschlossen
36 lfm
Verwandte Verzeichnungseinheiten: ASA Interna Cassa sowie Landwehren und Landgüter in Sachsen
Literaturhinweis: Carl Friedrich Wehrmann, Das Schuldenwesen der Stadt Lübeck nach Errichtung der Stadtkasse, in: HGBll 1888, 17, S. 65-97.
Vorwort: Die Kriege des 17. Jh.s hatten die Stadt zwar nicht unmittelbar betroffen, aber mittelbar durch Zahlungen an Heerführer, Verstärkung der Stadtbefestigung, Zahlungen an den Kaiser, Satisfaktionsgelder an Schweden u.a. finanziell in Bedrängnis gebracht. Kurzfristige finanzielle Engpässe wurden durch Anleihen überbrückt. Im Jahre 1661 war die Stadt nicht mehr in der Lage, die dafür benötigten Zinsen aufzubringen. Der Rat war nun bemüht, durch eine Abgabenerhöhung (= Mehrbelastung der Bürger bei den Verbrauchssteuern!) zu Mehreinnahmen zu kommen. Er traf auf den Widerstand der Bürger, und erst nach mehrjährigen Verhandlungen zwischen Rat und Bürgerschaft kam es im sog. Kassa-Rezeß vom 26. Juli 1665 zu einer Einigung. Danach waren sämtliche Einkünfte, außer den Gerichts- und Wettebußen, an die Stadt-Cassa abzuführen. Die Hauptaufgabe der Cassa war die Schuldentilgung, und so war sie während ihrer Tätigkeit immer bemüht, die Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung, bes. der Stadtgüter, zu steigern.
Die Behörde bestand aus zwei (später vier, seit 1751 zwölf) Ratsherren und vierundzwanzig Bürgern. Sie waren niemals alle zugleich in Tätigkeit, sondern immer, nach einem festgesetzten Turnus, je vier eine Woche hindurch. Einer der Bürger führte das Wochen- oder Bürgerbuch. Die einzelnen Eintragungen, getrennt nach Einnahmen und Ausgaben, wurden in das Journal und in das Hauptbuch übertragen.
Für die Schuldenverwaltung gab es Rente-Hauptbücher; die Zinsen wurden in den Rentenbüchern verbucht. Daneben gab es die Riscontro-Bücher über bezahlte Renten.
Den "Herren und Bürgern" waren ein Cassa-Schreiber und ein Cassa-Diener (seit 1752 zwei) beigeordnet. Der Schreiber sollte "denen ... verordneten Herren und Bürgern fleißig aufwarten, und was ... dieselben befohlen werden, getreulich verrichten, auch alles, so in der bewilligten Cassa einkommt und wieder ausgegeben wird, richtig anschreiben und nichts versäumen, auch alle Jahr aus den Haupt-Büchern eine richtige bilance und Schuld-Rechnung, die Einem Hochweisen Rath könne eingeliefert werden, machen, ... " Die Bedienten durften neben ihrem "Cassae-Dienst keine Neben-Bedienung haben, widrigenfalls" sie entlassen wurden.
1779 wurde der Dr. jur. Georg David Richertz zum Cassa-Protocollisten und Registrator angenommen. Seine Aufgaben waren im Cassa-Protokoll vom 8. Febr. 1779 niedergelegt: "... besonders aber der Stadt Cassa Registrator mit der von Zeit zu Zeit anwachsenden Scripturen unterhalten muss. Also soll er für die ganze Einrichtung der Cassae Registratur auf dem ehemaligen Hanseatischen Archiv, wozu er das eine Paar Schlüssel empfängt, das andere Paar aber an der Stadt-Cassa im Schrancken verwahrt bleibt, und was Behuefts er die ihm nötigen Schriften und Bücher, insoferne nur daraus der Status der Stadt Cassae nicht erhellet, allenfalls mit sich nach Hause nehmen darf, nach Maßgabe der darauf gewandten Mühwaltung ein für allemahl vergnüget werden." Im April 1780 war das noch vorliegende dreibändige Cassa-Register (Nr. 1231 ff.) fertig. R. legte sein Amt 1790 nieder, zum Nachfolger wurde der Dr. iur. Paul Christian Nicolaus Lembke erwählt. Dessen Nachfolger wurde der Dr. iur. Christian Gerhard Oberbeck (Okt. 1808).
Die Cassa-Schreiber waren in der Mehrzahl Kaufmann oder Krämer gewesen, zwei waren Schreib- oder Schreiber- und Rechenmeister, einmal wurde ein Cassa-Diener zum Schreiber angenommen.
Mit der Versieglung und Besitznahme der öffentlichen Kassen durch die franz. Militärbehörde am 2. Januar 1811 hörte die Stadt-Cassa zu bestehen auf. Nach Wiederherstellung der Selbstständigkeit wurde die Kassenverwaltung und Rechnungsführung vom Finanzdepartement wahrgenommen.
Die Registratur der Stadt-Cassa wurde bei Einrichtung des Finanzdepartements von diesem übernommen und ist trotz ihres ausführlichen Repertoriums (s.o.) nicht geschlossen erhalten geblieben. Zum größten Teil wurde sie bei ihrer Ablieferung durch das Finanzdepartement von C. F. Wehrmann pertinenzmäßig mit den Senatsakten vereinigt und in diese eingeordnet, von G. Fink bei der Neuordnung der Senatsakten Interna ausgeschieden, mit diesem kriegsbedingt ausgelagert und erst 1987 bzw. 1990 zurückgeführt. Der geringe Teil wurde bei Ordnungsarbeiten vor der Rückführung als bei der Stadt-Cassa entstandenen identifiziert. Diese "Reste" wurden jetzt mit den rückgeführten Teilen vereinigt.
Die Akten und Bücher waren in alphabetischer Reihenfolge nach Sachbetreffen verzeichnet, beginnend mit Accise und endend mit dem Zehnten vor den Thören. Die zahlreichen Rechnungsbücher und die Protokollbände waren unter der Rubrik "Cassa" verzeichnet. Es handelt sich eben um Cassa-Renten-Bücher bzw. um Cassa-Protokoll-Bücher.
Bei der Neuordnung wurde der Bestand in Akten (Nr. 1-1000) und Bücher (ab Nr. 1001) gegliedert.
Die Akten haben folgende Gliederung erhalten:
Behörde: Personal, Protokolle, Lokal, Bilanzen;
Einnahmen: Verpachtung und Vermietung von Häusern, Ländereien, Gehöften, Gütern und Dörfern;
Abgaben: Akzise, Contributionen; Lotterien, Münzwesen, Postwesen, Verlehnungen;
Ausgaben: Zahlungen an Agenten, Residenten, Konsuln, Gesandtschaften, Reisekosten, Porto u.a.
Abrechnungen mit anderen Behörden: Bauhof, Waldoffizium, Marstall, Kämmerei, Wette.
Reichssteuer.
Schuldwesen.
Der Schriftverkehr mit den Gläubigern der Stadt wegen Rückzahlung der Renten bzw. Zahlung der Zinsen findet sich im Alten Senatsarchiv Interna, Cassa, Konv. 79 ff.
Die Bücher gliedern sich wie folgt:
Bürger- oder Wochenbücher
Cassa-Bücher (Journale)
Hauptbücher
Intradenbücher
Officiantenbücher
Kontrakten-Bücher
Rente-Hauptbücher
Rentebücher
sonstige Bücher
Die Protokollbücher und Kontraktenbücher wurden aus dem Handschriftenbestand herausgelöst und zum Bestand "Stadt-Cassa" genommen (Nr. 13 ff., Nr. 1211-1217).
Durch die Auslagerung sind folgende Bücher als verloren zu betrachten: 1003, 1009, 1011, 1019, 1044, 1047, 1051, 1080, 1107, 1312, 1313, 1325, 1429, 1431, 1487, 1564, 1565, 1587. Zahlreiche Bücher sind infolge der Auslagerung so stark beschädigt, dass sie nicht vorgelegt werden können.
Der Bestand reicht von 1665 bis 1811 und umfasst ca. 40 Meter.
Lübeck, den 17. Juli 1997
Wiehmann
Die Verzeichnungseinheiten des Bestandes Stadt-Cassa sind durch Frau Birgit Graack in AUGIAS-Archiv aufgenommen worden. Die handschriftlichen Nachträge im Findbuch von 1997 wurden eingearbeitet. Die nach der Rückführung bis heute nicht wieder aufgefundenen Akten und Bücher sind nicht in der Datenbank erfasst worden. Die Klassifikation wurde geringfügig verändert.
Zitierweise = Bestellsignatur
Lübeck, den 24. April 2006 Meike Kruse
Eingrenzung und Inhalt: Akten: Behörde, Personal, Protokolle, Lokal, Bilanzen; Einnahmen aus Verpachtung und Vermietung: Häuser, Ländereien, Gehöfte, Güter und Dörfer; Abgaben: Akzise, Contributionen; Lotterien, Münzwesen, Postwesen, Verlehnungen; Ausgaben: Zahlungen an Agenten, Residenten, Konsuln, Gesandtschaften, Reisekosten, Porto u.a.; Abrechnungen mit anderen Behörden: Bauhof, Waldoffizium, Marstall, Kämmerei, Wette, Reichssteuer, Schuldenwesen, Bücher: Einnahmen, Ausgaben, Hauptbücher, Rentebücher, Kontraktenbücher, Riskontobücher über bezahlte Renten u.a.
Verwaltungsgeschichte/biographische Angaben: Die Kriege des 17. Jh. hatten die Stadt zwar nicht unmittelbar, aber mittelbar durch Zahlungen an die Heerführer, Verstärkung der Stadtbefestigung, Zahlungen an den Kaiser, Satisfaktionsgelder an Schweden u.a. betroffen. Kurzfristige finanzielle Engpässe wurden durch Anleihen überbrückt. Im Jahre 1661 war die Stadt nicht mehr in der Lage, die dafür benötigten Zinsen aufzubringen. Der Rat war nun bemüht, durch Abgabenerhöhung (= Mehrbelastung der Bürger bei Verbrauchssteuern!) Mehreinnahmen zu erzielen und traf damit auf den Widerstand der Bürger. Nach mehrjährigen Verhandlungen zwischen Rat und Bürgerschaft kam es im sogenannten Cassa-Rezeß vom 26. Juli 1665 zu einer Einigung. Danach waren sämtliche Einkünfte außer den Gerichts- und Wettebußen an die Stadt-Cassa, bestehend aus vier Ratsherren und 24 Cassa-Bürgern, abzuführen. Der Schoß verblieb aber bei der Kämmerei, die daraus die Kompetenzgelder der Ratsherren und höheren Beamten zu leisten hatte. Die Hauptaufgabe der Stadt-Cassa war die Schuldentilgung, und so war sie während ihrer Tätigkeit immer bemüht, die Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung, besonders der Stadtgüter, zu steigern.
Die Registratur der Stadt-Cassa wurde bei Einrichtung des Finanzdepartements von diesem übernommen und ist trotz ihres ausführlichen Repertoriums (drei Bände) nicht geschlossen erhalten geblieben. Zum größten Teil wurde sie bei ihrer Ablieferung durch das Finanzdepartement von Carl Friedrich Wehrmann mit den Senatsakten vereinigt und in diese eingeordnet, von Georg Fink bei der Neuordnung der Senatsakten
Interna ausgeschieden, mit diesen ausgelagert und kehrte erst 1987 bzw. 1990 zurück. Ein bei früheren Ordnungsarbeiten gefundener Rest des Stadt-Cassa-Bestandes wurde jetzt mit den zurückgeführten Teilen vereinigt.
36 lfm
Verwandte Verzeichnungseinheiten: ASA Interna Cassa sowie Landwehren und Landgüter in Sachsen
Literaturhinweis: Carl Friedrich Wehrmann, Das Schuldenwesen der Stadt Lübeck nach Errichtung der Stadtkasse, in: HGBll 1888, 17, S. 65-97.
Vorwort: Die Kriege des 17. Jh.s hatten die Stadt zwar nicht unmittelbar betroffen, aber mittelbar durch Zahlungen an Heerführer, Verstärkung der Stadtbefestigung, Zahlungen an den Kaiser, Satisfaktionsgelder an Schweden u.a. finanziell in Bedrängnis gebracht. Kurzfristige finanzielle Engpässe wurden durch Anleihen überbrückt. Im Jahre 1661 war die Stadt nicht mehr in der Lage, die dafür benötigten Zinsen aufzubringen. Der Rat war nun bemüht, durch eine Abgabenerhöhung (= Mehrbelastung der Bürger bei den Verbrauchssteuern!) zu Mehreinnahmen zu kommen. Er traf auf den Widerstand der Bürger, und erst nach mehrjährigen Verhandlungen zwischen Rat und Bürgerschaft kam es im sog. Kassa-Rezeß vom 26. Juli 1665 zu einer Einigung. Danach waren sämtliche Einkünfte, außer den Gerichts- und Wettebußen, an die Stadt-Cassa abzuführen. Die Hauptaufgabe der Cassa war die Schuldentilgung, und so war sie während ihrer Tätigkeit immer bemüht, die Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung, bes. der Stadtgüter, zu steigern.
Die Behörde bestand aus zwei (später vier, seit 1751 zwölf) Ratsherren und vierundzwanzig Bürgern. Sie waren niemals alle zugleich in Tätigkeit, sondern immer, nach einem festgesetzten Turnus, je vier eine Woche hindurch. Einer der Bürger führte das Wochen- oder Bürgerbuch. Die einzelnen Eintragungen, getrennt nach Einnahmen und Ausgaben, wurden in das Journal und in das Hauptbuch übertragen.
Für die Schuldenverwaltung gab es Rente-Hauptbücher; die Zinsen wurden in den Rentenbüchern verbucht. Daneben gab es die Riscontro-Bücher über bezahlte Renten.
Den "Herren und Bürgern" waren ein Cassa-Schreiber und ein Cassa-Diener (seit 1752 zwei) beigeordnet. Der Schreiber sollte "denen ... verordneten Herren und Bürgern fleißig aufwarten, und was ... dieselben befohlen werden, getreulich verrichten, auch alles, so in der bewilligten Cassa einkommt und wieder ausgegeben wird, richtig anschreiben und nichts versäumen, auch alle Jahr aus den Haupt-Büchern eine richtige bilance und Schuld-Rechnung, die Einem Hochweisen Rath könne eingeliefert werden, machen, ... " Die Bedienten durften neben ihrem "Cassae-Dienst keine Neben-Bedienung haben, widrigenfalls" sie entlassen wurden.
1779 wurde der Dr. jur. Georg David Richertz zum Cassa-Protocollisten und Registrator angenommen. Seine Aufgaben waren im Cassa-Protokoll vom 8. Febr. 1779 niedergelegt: "... besonders aber der Stadt Cassa Registrator mit der von Zeit zu Zeit anwachsenden Scripturen unterhalten muss. Also soll er für die ganze Einrichtung der Cassae Registratur auf dem ehemaligen Hanseatischen Archiv, wozu er das eine Paar Schlüssel empfängt, das andere Paar aber an der Stadt-Cassa im Schrancken verwahrt bleibt, und was Behuefts er die ihm nötigen Schriften und Bücher, insoferne nur daraus der Status der Stadt Cassae nicht erhellet, allenfalls mit sich nach Hause nehmen darf, nach Maßgabe der darauf gewandten Mühwaltung ein für allemahl vergnüget werden." Im April 1780 war das noch vorliegende dreibändige Cassa-Register (Nr. 1231 ff.) fertig. R. legte sein Amt 1790 nieder, zum Nachfolger wurde der Dr. iur. Paul Christian Nicolaus Lembke erwählt. Dessen Nachfolger wurde der Dr. iur. Christian Gerhard Oberbeck (Okt. 1808).
Die Cassa-Schreiber waren in der Mehrzahl Kaufmann oder Krämer gewesen, zwei waren Schreib- oder Schreiber- und Rechenmeister, einmal wurde ein Cassa-Diener zum Schreiber angenommen.
Mit der Versieglung und Besitznahme der öffentlichen Kassen durch die franz. Militärbehörde am 2. Januar 1811 hörte die Stadt-Cassa zu bestehen auf. Nach Wiederherstellung der Selbstständigkeit wurde die Kassenverwaltung und Rechnungsführung vom Finanzdepartement wahrgenommen.
Die Registratur der Stadt-Cassa wurde bei Einrichtung des Finanzdepartements von diesem übernommen und ist trotz ihres ausführlichen Repertoriums (s.o.) nicht geschlossen erhalten geblieben. Zum größten Teil wurde sie bei ihrer Ablieferung durch das Finanzdepartement von C. F. Wehrmann pertinenzmäßig mit den Senatsakten vereinigt und in diese eingeordnet, von G. Fink bei der Neuordnung der Senatsakten Interna ausgeschieden, mit diesem kriegsbedingt ausgelagert und erst 1987 bzw. 1990 zurückgeführt. Der geringe Teil wurde bei Ordnungsarbeiten vor der Rückführung als bei der Stadt-Cassa entstandenen identifiziert. Diese "Reste" wurden jetzt mit den rückgeführten Teilen vereinigt.
Die Akten und Bücher waren in alphabetischer Reihenfolge nach Sachbetreffen verzeichnet, beginnend mit Accise und endend mit dem Zehnten vor den Thören. Die zahlreichen Rechnungsbücher und die Protokollbände waren unter der Rubrik "Cassa" verzeichnet. Es handelt sich eben um Cassa-Renten-Bücher bzw. um Cassa-Protokoll-Bücher.
Bei der Neuordnung wurde der Bestand in Akten (Nr. 1-1000) und Bücher (ab Nr. 1001) gegliedert.
Die Akten haben folgende Gliederung erhalten:
Behörde: Personal, Protokolle, Lokal, Bilanzen;
Einnahmen: Verpachtung und Vermietung von Häusern, Ländereien, Gehöften, Gütern und Dörfern;
Abgaben: Akzise, Contributionen; Lotterien, Münzwesen, Postwesen, Verlehnungen;
Ausgaben: Zahlungen an Agenten, Residenten, Konsuln, Gesandtschaften, Reisekosten, Porto u.a.
Abrechnungen mit anderen Behörden: Bauhof, Waldoffizium, Marstall, Kämmerei, Wette.
Reichssteuer.
Schuldwesen.
Der Schriftverkehr mit den Gläubigern der Stadt wegen Rückzahlung der Renten bzw. Zahlung der Zinsen findet sich im Alten Senatsarchiv Interna, Cassa, Konv. 79 ff.
Die Bücher gliedern sich wie folgt:
Bürger- oder Wochenbücher
Cassa-Bücher (Journale)
Hauptbücher
Intradenbücher
Officiantenbücher
Kontrakten-Bücher
Rente-Hauptbücher
Rentebücher
sonstige Bücher
Die Protokollbücher und Kontraktenbücher wurden aus dem Handschriftenbestand herausgelöst und zum Bestand "Stadt-Cassa" genommen (Nr. 13 ff., Nr. 1211-1217).
Durch die Auslagerung sind folgende Bücher als verloren zu betrachten: 1003, 1009, 1011, 1019, 1044, 1047, 1051, 1080, 1107, 1312, 1313, 1325, 1429, 1431, 1487, 1564, 1565, 1587. Zahlreiche Bücher sind infolge der Auslagerung so stark beschädigt, dass sie nicht vorgelegt werden können.
Der Bestand reicht von 1665 bis 1811 und umfasst ca. 40 Meter.
Lübeck, den 17. Juli 1997
Wiehmann
Die Verzeichnungseinheiten des Bestandes Stadt-Cassa sind durch Frau Birgit Graack in AUGIAS-Archiv aufgenommen worden. Die handschriftlichen Nachträge im Findbuch von 1997 wurden eingearbeitet. Die nach der Rückführung bis heute nicht wieder aufgefundenen Akten und Bücher sind nicht in der Datenbank erfasst worden. Die Klassifikation wurde geringfügig verändert.
Zitierweise = Bestellsignatur
Lübeck, den 24. April 2006 Meike Kruse
Eingrenzung und Inhalt: Akten: Behörde, Personal, Protokolle, Lokal, Bilanzen; Einnahmen aus Verpachtung und Vermietung: Häuser, Ländereien, Gehöfte, Güter und Dörfer; Abgaben: Akzise, Contributionen; Lotterien, Münzwesen, Postwesen, Verlehnungen; Ausgaben: Zahlungen an Agenten, Residenten, Konsuln, Gesandtschaften, Reisekosten, Porto u.a.; Abrechnungen mit anderen Behörden: Bauhof, Waldoffizium, Marstall, Kämmerei, Wette, Reichssteuer, Schuldenwesen, Bücher: Einnahmen, Ausgaben, Hauptbücher, Rentebücher, Kontraktenbücher, Riskontobücher über bezahlte Renten u.a.
Verwaltungsgeschichte/biographische Angaben: Die Kriege des 17. Jh. hatten die Stadt zwar nicht unmittelbar, aber mittelbar durch Zahlungen an die Heerführer, Verstärkung der Stadtbefestigung, Zahlungen an den Kaiser, Satisfaktionsgelder an Schweden u.a. betroffen. Kurzfristige finanzielle Engpässe wurden durch Anleihen überbrückt. Im Jahre 1661 war die Stadt nicht mehr in der Lage, die dafür benötigten Zinsen aufzubringen. Der Rat war nun bemüht, durch Abgabenerhöhung (= Mehrbelastung der Bürger bei Verbrauchssteuern!) Mehreinnahmen zu erzielen und traf damit auf den Widerstand der Bürger. Nach mehrjährigen Verhandlungen zwischen Rat und Bürgerschaft kam es im sogenannten Cassa-Rezeß vom 26. Juli 1665 zu einer Einigung. Danach waren sämtliche Einkünfte außer den Gerichts- und Wettebußen an die Stadt-Cassa, bestehend aus vier Ratsherren und 24 Cassa-Bürgern, abzuführen. Der Schoß verblieb aber bei der Kämmerei, die daraus die Kompetenzgelder der Ratsherren und höheren Beamten zu leisten hatte. Die Hauptaufgabe der Stadt-Cassa war die Schuldentilgung, und so war sie während ihrer Tätigkeit immer bemüht, die Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung, besonders der Stadtgüter, zu steigern.
Die Registratur der Stadt-Cassa wurde bei Einrichtung des Finanzdepartements von diesem übernommen und ist trotz ihres ausführlichen Repertoriums (drei Bände) nicht geschlossen erhalten geblieben. Zum größten Teil wurde sie bei ihrer Ablieferung durch das Finanzdepartement von Carl Friedrich Wehrmann mit den Senatsakten vereinigt und in diese eingeordnet, von Georg Fink bei der Neuordnung der Senatsakten
Interna ausgeschieden, mit diesen ausgelagert und kehrte erst 1987 bzw. 1990 zurück. Ein bei früheren Ordnungsarbeiten gefundener Rest des Stadt-Cassa-Bestandes wurde jetzt mit den zurückgeführten Teilen vereinigt.
Bestand
Benutzungsbeschränkung: keine
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
30.06.2025, 10:12 MESZ