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Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen (Bestand)
Form und Inhalt: 1 "Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen" (Einleitung)
Der "Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen e.V." (Kunstverein) mit Sitz in Düsseldorf ist ein gemeinnütziger und eingetragener Verein, der sich heute der Präsentation, Vermittlung und Diskussion zeitgenössischer Kunst widmet. Er wurde 1829 in Düsseldorf gegründet und ist einer der ältesten bestehenden deutschen Kunstvereine. Seit 1967 verfügt der Kunstverein gemeinsam mit der neu errichteten Düsseldorfer "Kunsthalle" über ein großes Ausstellungsgebäude am Grabbeplatz.(1)
1.1 Geschichte des Kunstvereins 1829 bis 1945 (2)
Der "Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen" (Kunstverein) wurde am 23.01.1829 in Düsseldorf gegründet. Die Stadt Düsseldorf war zu dieser Zeit nicht nur ein politisch aufstrebendes Verwaltungszentrum der preußischen Rheinprovinz, sondern setzte auch durch die (Wieder )Einrichtung und Konsolidierung der "Düsseldorfer Kunstakademie" und nicht zuletzt durch die Ausbildung der "Düsseldorfer Malerschule" künstlerisch-kulturelle Maßstäbe.
Zu den Gründungsvätern des Kunstvereins gehörten bedeutende Künstler und Professoren aus dem Umfeld der Kunstakademie, allen voran der damalige Akademiedirektor und berühmte Maler Wilhelm von Schadow sowie der Akademie-Professor Karl Josef Ignatz Mosler, sowie bereits von Anfang an auch regionale und überregionale adlige und bürgerliche Honoratioren. (3)
Hauptzweck des Vereins war nach Art. 1 der Satzung: "die Kunst zu befördern - daher die Künstler und Kunstjünger in ihren Bestrebungen aufzumuntern und zu unterstützen, allgemeine Theilnahme für das Schöne anzuregen, und dahin zu wirken, daß die Kunst vorzugsweise dem Schmucke des öffentlichen Lebens sich widme und so Gelegenheit erhalte, die würdigsten Denkmale ihres Strebens der Zukunft zu überliefern." (4)
Dazu sollten sowohl Kunstwerke von in Düsseldorf wirkenden als auch von überregionalen Künstlern angekauft und im Kreise der Mitglieder verlost bzw. der Öffentlichkeit übergeben werden. Daneben wollte der Verein aber auch von sich aus aktiv werden und durch Bestellung von neuen und dem Einsatz für die Erhaltung von bestehenden Kunstwerken das öffentliche Leben künstlerisch bereichern. (5)
Die Räumlichkeiten des Kunstvereins befanden sich zunächst in direkter Nachbarschaft zur Kunstakademie im "Düsseldorfer Schloss" am Burgplatz. Von dort musste der Verein allerdings nach einem schweren Brand im März 1872 ausziehen und residierte auf Vermittlung von Fürst Karl Anton von Hohenzollern danach für mehrere Jahre im Düsseldorfer "Schloss Jägerhof" bzw. nutze Räumlichkeiten der "Tonhalle" in der Schadowstraße 91. Anfang 1881 siedelte der Kunstverein in einige Räume des neu fertiggestellten Baus der damaligen Düsseldorfer "Kunsthalle" am Friedrichplatz (heute Grabbeplatz) über und richtete dort seine Büro- und Ausstellungsräume ein. Im Jahr 1919 kaufte der Kunstverein dann nach längerer Suche die Immobilie der ehemaligen Kunsthandlung Eduard Schulte (Hindenburgwall 42, heute Heinrich-Heine-Allee) und verfügte damit zum ersten Mal über ein eigenes Haus mit Platz für Vereins- und Ausstellungsräume. (6)
Von Anfang an war das Vereinsleben des Düsseldorfer Kunstvereins stets auch durch künstlerische und kulturpolitische Auseinandersetzungen mit den Düsseldorfer Verhältnissen und dem allgemeinen Kunstgeschmack der Zeit geprägt. Wiederholt war der Kunstverein daher Ort und mitunter auch Anlass für verschiedene und teilweise heute vergessene "Kunst- und Künstlerkämpfe", etwa zwischen der "Düsseldorfer Kunstakademie" und der unabhängigen Künstlerschaft in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Gleichwohl entwickelte sich der Mitgliederbestand des Kunstvereins in dieser ersten Phase seines Bestehens insgesamt sehr positiv, so hatte der Verein 1920 über 14.000 Mitglieder. Insbesondere das allgemeine künstlerische Ansehen der an die Mitglieder ausgegebenen Jahresgaben und die besonders nach 1919 stark zunehmende Ausstellungstätigkeit steigerten den Ruf des Kunstvereins weit über die Grenzen Düsseldorfs hinaus. In den ersten gut hundert Jahren seiner Existenz, war es dem Kunstverein erfolgreich gelungen zu einer in der Stadt Düsseldorf, im gesamten Rheinland und Westfalen sowie weit darüber hinaus bekannten und wichtigen Größe in der deutschen Kulturlandschaft zu werden. (7)
Nach der Regierungsübertragung auf die NSDAP Anfang 1933 und der folgenden nach und nach vollzogenen "Gleichschaltung" des deutschen Kulturlebens sah sich auch der Düsseldorfer Kunstverein dem Zwang ausgesetzt, sich den neuen Verhältnissen inhaltlich und organisatorisch anzupassen. Zum 01.11.1933 wurden alle deutschen Kunstvereine zwangsweise zu einer Mitgliedschaft im "Bund Deutscher Kunstvereine e.V." als dem entsprechenden Fachverband der "Reichskammer der bildenden Künste" innerhalb der "Reichskulturkammer" verpflichtet. Die Vorsitzenden der Kunstvereine sollten darüber hinaus nicht länger durch die Vereinsmitglieder bzw. -organe selbst gewählt, sondern in Zukunft durch den Präsidenten der "Reichskulturkammer" berufen bzw. ausdrücklich bestätigt werden.
Durch die sehr schlechte Überlieferungs- (8) und Forschungslage zum Düsseldorfer Kunstverein im Zeitraum von 1933 bis 1945 ist es leider bis jetzt nur sehr unzureichend möglich, genauere Aussagen zu den Entwicklungen und Tendenzen im Kunstverein in dieser Phase zu treffen. Fest steht, dass der Kunstverein seine Vereinsarbeit auch trotz der Kriegseinflüsse bis Anfang 1945 aufrechterhalten konnte, ebenso hat der Kunstverein bis Ende 1943 Ausstellungen ausgerichtet. (9) Inwieweit der Kunstverein den von außen herangetragenen Zwängen, Erwartungen und Versuchungen einer organisatorischen und besonders auch inhaltlichen Gleichschaltung entgegengetreten oder entgegengekommen ist und wie erfolgreich bzw. erfolglos diese Anstrengungen letztlich gewesen sind lässt sich nach Stand der Forschung bis heute noch nicht abschließend beurteilen. (10)
1.2 Geschichte des Kunstvereins 1945 bis 1967 (11)
Nach Kriegsende konnte der Kunstverein seine Vereinstätigkeit sehr rasch wieder aufnehmen, so liegen heute etwa noch ein Protokoll einer Generalversammlung am 14.01.1946 und der zugehörige Erlaubnisschein der britischen Militärverwaltung vom Dezember 1945 vor. (12) Mit der Ausstellung "Kunst der Urmenschen. Bilder der Steinzeit aus der Felsbildergalerie des Frobenius-Institutes Frankfurt a. M." (11.07. bis 01.08.1948) nahm der Kunstverein dann auch seine Ausstellungstätigkeit wieder auf. (13) Nach einer folgenden Gedächtnisausstellung für den Bildhauer Georg Kolbe (01.08. bis 10.10.1948) in der Ausstellungshalle am Ehrenhof, bezog der Kunstverein mit einer Ausstellung von Werken des Malers Christian Rohlfs (17.09. bis 14.10.1949) Räumlichkeiten im Erdgeschoss der Ruine der städtischen "Kunsthalle" am Grabbeplatz. Die dortigen Räume waren dem Verein durch die Stadt Düsseldorf als Provisorium zugewiesen worden, beherbergten aber nichtsdestotrotz letztlich bis 1967 die Büro- und Ausstellungsräume des Kunstvereins. (14)
1947 wurde Dr. Hildebrand Gurlitt zum ersten Geschäftführer der Nachkriegszeit ernannt. Der umtriebige und gut vernetzte Gurlitt setzte in den nächsten Jahren sehr erfolgreich ein ambitioniertes und durchaus "modernes" Ausstellungsprogramm um, das dem Kunstverein national wie international zu großer Beachtung verhalf. Allgemein spielte im Ausstellungskonzept des Kunstvereins auch nach dem Krieg weiterhin die Präsentation von "klassischen" Werken deutscher und europäischer Kunst eine sehr große Rolle, nicht zuletzt um auch die Erwartungen des überwiegend eher konservativ eingestellten Publikums zu erfüllen und langfristig an den Kunstverein zu binden. Vor allem die Jubiläumsausstellung zur Feier des 125-jährigen Bestehens des Kunstvereins im Jahre 1954 "Meisterwerke aus dem Museu de Arte in Sao Paulo" war mit über 130.000 Besuchern ein in dieser Zeit sehr beachtetes Ausstellungsprojekt. Daneben wurden aber immer wieder auch Ausstellungen zum Werk von "modernen" Künstlern ausgerichtet, die im Nationalsozialismus verfolgt, verboten bzw. abgelehnt worden waren, u.a. zu Marc Chagall (1949), Lovis Corinth (1950), Max Beckmann (1950), Aristide Maillol (1951), Max Ernst (1951), Karl Schmidt Rotluff (1951), Ewald Mataré (1952), Fernand Léger (1952), Pablo Picasso (1953), Ernst Wilhelm Nay (1953), Emil Nolde (1953), Max Liebermann (1954), Ernst Ludwig Kirchner (1960) u.v.m. So nahm der Kunstverein besonders in dieser frühen Phase auch aus dem eigenen Selbstverständnis heraus die schwierige Aufgabe wahr, das Düsseldorfer bzw. nachkriegsdeutsche Publikum (wieder) mit den Werken der "Moderne" vertraut zu machen.
Allgemein betrachtet nahm der Kunstverein für das Düsseldorfer Kulturleben besonders bis Ende der 1960er Jahre eine geradezu zentrale Rolle ein. Bis zur Wiedereinrichtung der städtischen "Kunsthalle" im Jahre 1967 war der Kunstverein zusammen mit dem "Kunstmuseum" am Ehrenhof der einzige Ausrichter von großen öffentlichen Ausstellungen bildender Kunst in Düsseldorf. Darüber hinaus gehörte der Kunstverein seit 1949 als prägendes Mitglied zur Düsseldorfer "Arbeitsgemeinschaft kultureller Organisationen" (AKO) (15). Von 1949 bis 1974 gab es mit der AKO eine institutionalisierte Form der freiwilligen Zusammenarbeit und Abstimmung der wichtigsten privaten Kulturvereine in Düsseldorf, die im Bereich der Musik, Literatur und der bildenden Kunst tätig waren. Die AKO konnte lange Zeit erfolgreich ihr Ziel verwirklichen, durch Organisation, Ausrichtung und Finanzierung von Kulturveranstaltungen aller Art, das kulturelle Leben in Düsseldorfer, von rein privater Seite her, zu fördern und insbesondere auch für neuere Entwicklungen zu öffnen. (16) Regelmäßige von der AKO unterstützte oder organisierte Veranstaltungen waren Konzerte, Lesungen und besonders die sehr beliebten Vortrags- bzw. Diskussionsveranstaltungen im Rahmen der sog. "Studio-Abende", die sich thematisch oft direkt auf Ausstellungen des Kunstvereins bezogen. (17)
Nach Gurlitts Tod in Folge eines Verkehrsunfalls im November 1956 wurde zunächst dessen Stellvertreter Dr. Karl-Heinz Hering zum kommissarischen Nachfolger bestellt. Von 1959 bis 1961 war Hering zusammen mit Dr. Ewald Rathke, sowie dann von 1961 bis 1986 alleiniger Geschäftsführer des Düsseldorfer Kunstvereins. Mit der Ausstellung "Dada. Dokumente einer Bewegung" (1958) organisierten die beiden jungen Kunsthistoriker Hering und Rathke in Zusammenarbeit mit den thematisierten Künstlern Hanna Höch, Max Ernst und Man Ray eine bundesweit sehr stark und kontrovers rezipierte, erste umfassende Gesamtwürdigung des Dadaismus. (18) Dieses Ausstellungsprojekt brachte im Rückblick betrachtet nicht nur diese oft verdrängte Kunstrichtung zurück ins bundesdeutsche Bewusstsein und in das Zentrum der kulturell-künstlerischen Auseinandersetzung, sondern ebnete nicht zuletzt auch den Weg zur Rehabilitierung dieser gerade in Deutschland bis dahin oft abgelehnten Kunstauffassung. Zentrale Bedeutung für die heutige Ausrichtung des Kunstvereins hatten daneben vor allem auch die in dieser Phase ausgerichteten Ausstellungen von bereits bekannten bzw. teilweise auch zu dieser Zeit in Deutschland noch weitgehend unbekannten zeitgenössischen nationalen und internationalen Künstlern, u.a. zu Sam Francis (1959), Tadeusz Kantor (1959), Renato Birolli (1959), Lasar Segall (1960), Maurice Estève (1961), Jackson Pollock (1961), Piero Dorazio (1961), Jean Lurçat (1961), George Rickey (1962), Hans Hartung (1963), Roberto Sebastian Matta (1963), Viktor Vasarely (1964), Bernhard Luginbühl (1965), Eva Hesse (1965), Fritz Winter (1966), Horst Janssen (1966), Alan Davie (1968), Max Bill (1968), Jésus Rafael Soto (1968), Niki de Saint Phalle (1968) u.v.m.
Ungefähr ab Mitte der 1950er Jahre dachte die Führung des Kunstvereins konkreter über die Möglichkeit des Baus eines eigenen Ausstellungsgebäudes auf einem Vereinsgrundstück an der Breite Straße nach. Dieser Plan wurde nach einiger Zeit aber verworfen, da die Stadt Düsseldorf mittlerweile den Entschluss gefasst hatte, ein neues zentrales Ausstellungsgebäude am Grabbeplatz zu errichten, um dort wieder eine städtische "Kunsthalle" anzusiedeln. (19) Dem Kunstverein sollte als Mieter der Stadt die Möglichkeit gegeben werden, ebenfalls umfangreiche Vereins- und Ausstellungsräume im Neubau zu beziehen. Die Planungen und Verhandlungen mit dem Kunstverein wurden maßgeblich von Prof. Friedrich Tamms in seiner damaligen Doppelfunktion als Leiter des Hochbauamtes und Beigeordnetem der Stadt (bis zum 31.06.1960 auch Kulturdezernent) vorangetrieben. Die Fertigstellung der neuen "Kunsthalle", im architektonisch-ästhetisch ambitionierten Stil des Brutalismus nach Entwürfen von Konrad Beckmann ausgeführt, dauerte bis Mitte 1966. (20) Am 30.04.1967 wurde das Haus feierlich eingeweiht und am Folgetag mit einer in Zusammenarbeit mit der "Kunsthalle" ausgerichteten Ausstellung "Kunst des 20. Jahrhunderts aus rheinisch-westfälischem Privatbesitz. Malerei, Plastik, Handzeichnung" der Öffentlichkeit übergeben.
1.3 Geschichte des Kunstvereins 1967 bis 2011 (21)
Auch in den neuen Ausstellungsräumen konnte der Kunstverein seine erfolgreiche Ausstellungstätigkeit ungebrochen weiterführen. Zu den wichtigsten bis 1979 ausgestellten Künstlern gehörten u.a. Gotthard Graubner (1969), Arman (1969), Tetsumi Kudo (1970), Peter Brüning (1970), Ger¬hard Richter (1971), Gilbert & George (1971), Emil Schumacher (1971), Erwin Heerich (1972), Magdalena Abakanowicz (1972), César Domela (1972), Günter Weseler (1974), Robin Page, (1974), Klaus Rinke (1975), Kriwet (1975), Hede Bühl (1976), Jagoda Buic (1977), Bert Gerresheim (1978), Christian Megert (1979) u.v.m. Im September 1979 konnte der Düsseldorfer Kunstverein dann mit der großen Jubiläumsausstellung "5 x 30. Düsseldorfer Kunstszene aus fünf Generationen. 150 Jahre Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, 1829-1979" sein 150-jähriges Bestehen feierlich begehen. (22)
Durch die am 14.03.1986 eröffnete und ebenfalls am Grabbeplatz angesiedelte "Kunstsammlung Nordrhein Westfalen" (ab Frühjahr 2002 ”K 20“) wurde die Düsseldorfer Museumslandschaft einer grundlegenden Neugliederung unterzogen. Durch den Ausstellungsbetrieb des großen landeseigenen Ausstellungshauses mit seiner bedeutenden Sammlung von Werken der "klassischen Moderne" nahmen die Besucherzahlen der Ausstellungen des Kunstvereins in der Folge sukzessive ab und führten dadurch langfristig auch zu einer spürbaren Verschlechterung der Einnahmensituation des Vereins. (23) Erschwerend kam darüber hinaus dazu, dass auch der Düsseldorfer Kunstverein durch eine allgemeinen Bedeutungsverlust der Institution der Kunstvereine ab den 1970er Jahren einen Rückgang seiner Mitgliederzahlen hinnehmen musste. (24)
Diese Entwicklungen machten in den nächsten Jahren eine Anpassung der Vereinsaktivitäten an die neuen Rahmenbedingungen nötig. Spätestens ab Mitte der 1980er beschränkte sich der Kunstverein in seiner Ausstellungstätigkeit daher immer stärker und letztlich ausschließlich auf die Präsentation von zeitgenössischer Kunst. Ab Ende der 1990er Jahre wurden dann vor allem zeitgenössische Künstler aus Düsseldorf ausgestellt, ohne allerdings auf Veranstaltungen mit überregionalen bzw. internationalen Künstlern vollkommen zu verzichten. Zu den wichtigsten Ausstellungen bis 2010 gehörten u.a. "Perspektiven 1/2/3" (1979/1980/1985), Lothar Wolleh (1980), Tomi Ungerer (1981), Konrad Klapheck (1983), Sandro Chia (1984), Anatol (1985), Ilja Kabakow (1986); Joseph Beuys (1986); BiNATIONALE (1988), Scott Burton (1989), "Kubismus in Prag" (1991), Ansel Adams (1993), Umbo (1995), Henri Cartier-Bresson (1998), Bridget Riley (1999), "Zero Gravity" (2001), OHIO (2004), Teresa Margolles (2007), Blinky Palermo (2008) u.v.m. 2001 ist der Kunstverein für sein auf aktuelle Kunst und Künstler ausgerichtetes Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm mit dem Preis "Junge Kunst in Kunstvereinen" der "Jürgen Ponto-Stiftung" ausgezeichnet worden.
2004 hat der "Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen" sein 175-jähriges Vereinsjubiläum begangen (25) und ist bis heute neben der "Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen", dem "Museum Kunstpalast" und der "Kunsthalle Düsseldorf" einer der bedeutenden Kunstaussteller und Förderer der zeitgenössischen bildenden Kunst in Düsseldorf und darüber hinaus.
2 Übernahme und Verzeichnung
Am 15.12.2009 wurde zwischen dem ”Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen“ und dem "Stadtarchiv der Landeshauptstadt Düsseldorf" (StaD) ein Depositalvertrag geschlossen. Es wurde vereinbart, die zu archivierenden Akten und sonstigen Materialien des Kunstvereins dem StaD zur Archivierung als Depositum anzuvertrauen. Zur Wahrung der gesetzlichen Sperrfrist von mind. 30 Jahren wurden Ende 2009 zunächst die Vereinsunterlagen bis einschließlich 1979 übergeben, die weiteren Übergaben von Materialien nach Ablauf der Sperrfrist, sollen im 10 Jahresrhythmus an das StaD erfolgen.
Für die Benutzung des Depositums gilt die Satzung für das Archiv der Landeshauptstadt Düsseldorf vom 15.11.2001.
Im StaD bilden die Akten des Kunstvereins den Bestand "4-159 Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen"; die Plakate sind in einem separaten Plakatbestand "5-4-6" verzeichnet. Separat abgegebene Publikationen sind in die Bibliothek des Stadtarchivs übernommen worden.
Die Verzeichnung der Unterlagen bis 1979 und die Erstellung eines ersten Findbuchs ist zwischen Oktober 2010 und Juni 2011 durch Thomas Lienkamp im Rahmen eines Honorarvertrags durchgeführt worden.
2.1 Übergabe (2010)
Bei der ersten Übergabe von Materialien an das StaD im Oktober 2009 war das Archivgut in insgesamt 212 Aktenordner, 6 Schnellheftern, 2 Planmappen und 3 Kartons weitgehend geordnet abgelegt. Die umfangreiche Pressesammlung zur Arbeit des Kunstvereins bestand aus auf Pappe aufgezogenen und jahrgangsweise sortierten Zeitungsartikeln in ca. 35 Bänden. Daneben waren noch ein Karton mit Tiefdruckplatten sowie zwei Kartons mit losen Akten bzw. Druckwerken des Kunstvereins vorhanden. Zusätzlich wurde separat eine größere Anzahl von Publikationen und Plakaten zu Veranstaltungen des Kunstvereins bis 2009 übernommen.
Die übernommenen nicht archivfähigen Aktenordner, Hefter, Mappen und Kartons sowie sämtliche Metallteile und Plastikhüllen in den Akten sind entsorgt und durch archivgerechtes Verpackungsmaterialien ersetzt worden. Auf eine Kassation von Unterlagen konnte verzichtet werden.
2.2 Überlieferung und Lücken
Schwerpunkt der bisher an das StaD abgegebenen Überlieferung des Kunstvereins ist der Zeitraum von 1948 bis 1979.
Die Vereinsakten des Zeitraums vor 1947 sind allem Anschein nach nur in sehr geringem Umfang erhalten geblieben. (26) So waren bereits 1872 bei einem großen Brand (19./20.03.) in den damaligen Räumlichkeiten des Kunstvereins im "Düsseldorfer Schloss" sehr große Verluste im Vereinsarchiv entstanden. (27) Zu Pfingsten 1943 brannte das Haus des Kunstvereins mitsamt des dort eingerichteten Vereinsarchivs in Folge des großen Bombenangriffs auf Düsseldorf (11./12.06.) dann abermals vollkommen aus. (28)
Die Überlieferung der reinen Verwaltungsakten für den Zeitraum 1948 bis 1979 weist insgesamt nur kleinere Lücken auf, demgegenüber sind allerdings große Leerstellen im Bestand der Ausstellungsakten bis 1979 festzustellen. Bei der durch den Bearbeiter mit Hilfe der vorliegenden Ausstellungsakten (vgl. StaD 4-159-2), der Ausstellungsplakate (vgl. StaD 5 4 6) und den Angaben in der Sekundärliteratur (29) zusammengestellten oben beigegebenen Auflistung der Ausstellungen im Zeitraum von 1948 bis 1979 wurde deutlich, dass zu den bisher insgesamt 325 nachgewiesenen Ausstellungen (30) [Auflistung ist nur im ausgedruckten Findbuch verfügbar] nur zu ca. 59 % (191) Aktenmaterial vorliegt. Zu den restlichen ca. 41 % (134) sind keine Ausstellungsakten nachzuweisen.
2.3 Verzeichnung der Akten
Die Verzeichnung des Aktenbestands ist in zwei Arbeitsschritten durchgeführt worden. Zunächst wurde die gesamte Überlieferung gesichtet und vorsortiert, danach wurden Unterbestände gebildet und die Archivalien entsprechend zugeordnet. Bei der Sortierung bzw. Bildung der Unterbestände ist grundsätzlich an der vorgefundenen inhaltlichen und chronologischen Grundsystematik des Vereinsarchivs festgehalten worden. Insgesamt wurden die Unterbestände so strukturiert, dass inhaltliche und chronologische Zusammenhänge sinnvoll nachvollziehbar bleiben. Die einzelnen Akten bzw. sonstige Materialien sind chronologisch fortlaufend der vorgefundenen Ablagepraxis entsprechend eingeordnet worden.
Die Akten selbst sind inhaltlich unverändert übernommen und verzeichnet worden, Beigaben wie Fotografien, Broschüren usw. sind archivgerecht verpackt in den jeweiligen Akten verblieben. Lediglich beiliegende großformatige Plakat sind im Interesse der Bestandserhaltung und besseren Benutzbarkeit entnommen und in den aus den separat abgegebenen Plakaten gebildeten Bestand 5-4-6 eingefügt worden, entsprechende Angaben sind in den jeweiligen Datenbankeinträgen der Archiveinheiten zu finden.
Durch die Beibehaltung der ursprünglichen Sortierung nach der streng chronologischen Ablagepraxis soll vor allem eine Rekonstruktion der voranschreitenden und parallelen Entscheidungs- und Arbeitsprozesse innerhalb der Vereinsarbeit möglich bleiben. Dadurch treten sowohl die Vereinsgremien als auch Einzelpersonen, besonders in den teilweise erhaltenen Handakten, in ihrer Arbeit klar in Erscheinung.
2.4 Gliederung des Bestands "4-159"
Die übernommenen Akten und sonstigen Materialien wurden, entsprechend der ursprünglichen Vereinsregistraturordnung, in vier Unterbestände strukturiert:
4-159-1 Verwaltungsakten
Dieser Unterbestand beinhaltete zunächst einige wenige originale Schriftstücke zur Geschichte des Kunstvereins vor 1945. (31) Daneben schwerpunktmäßig die Verwaltungsakten zur Vereinsarbeit der verschiedenen Gremien bzw. Funktionsträger des Kunstvereins im Zeitraum von ca. 1947 bis 1979 (bes. Vorsitzender, Geschäftsführer, Verwaltungsrat, Ausschuss, Generalversammlung) sowie einige Unterlagen zu Immobilien- bzw. Bauangelegenheiten und zum Mitgliederwesen. Ferner Akten zur Mitarbeit in der Düsseldorfer "Arbeitsgemeinschaft kultureller Organisationen" von 1949 bis 1979 sowie im "Verband deutscher Kunstvereine" von 1965 bis 1968.
4-159-2 Ausstellungen
Dieser Unterbestand beinhaltet Akten zur Planung, Organisation und Durchführung von Ausstellungen des Kunstvereins von 1948 bis 1979. Die Akten sind dabei chronologisch nach den jeweiligen Ausstellungszeiträumen sortiert verzeichnet.
4 159 3 Kritiken
Dieser Unterbestand beinhaltet eine umfangreiche chronologische Sammlung von Zeitungsartikeln zu den Ausstellungen des Kunstvereins sowie zu allgemeinen regionalen und überregionalen kulturellen Themen im Zeitraum von 1949 bis 1980.
4 159 4 Drucksachen
Dieser Unterbestand beinhaltet zunächst einige Druckwerke insbesondere verschiedenen Vereinszeitschriften bzw. "Jahresberichte" (32) und daneben gedruckte Werbematerialien für Ausstellungen bzw. Veranstaltungen des Kunstvereins sowie Druckvorlagen für die Vereinskorrespondenz.
5-4-6 Plakate
Um die Plakate plan lagern zu können, wurde für die Plakate des Kunstvereins ein eigener Bestand gebildet. Es handelt sich, bis auf wenige Ausnahmen, um Plakate zu den einzelnen Ausstellungen des Kunstvereins. Es wurden jeweils bis zu zwei Exemplare pro Ausstellung archiviert. 2016 kam es zu einer weiteren Ablieferung der neueren Plakate.
2.5 Ergänzende Überlieferungen zum Kunstverein in anderen Beständen des StAD und in anderen Archiven
"Stadtarchiv der Landeshauptstadt Düsseldorf":
0-1-2 "Allgemeine Verwaltungsakten, 1815-1876"
u.a.: 0-1-2-615: Kunstverein für die Rheinlande und Westphalen, Generalia, 1829-1873, 1907 u.a.: Korrespondenz, Statuten, Übersichten; 0-1-2-616: Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Spezialia, 1829-1891
0-1-3"Allgemeine Verwaltungsakten, 1876-1933"
u.a.: 0-1-3-871.0000 bis 873.0000, Laufzeit insgesamt: 1891 bis 1919
0-1-4"Allgemeine Verwaltungsakten, ab 1933"
u.a.: 0-1-4-3918.0000, Laufzeit: 1937-1943.
0-1-20 "Vereine"
Im Bestand sind u.a. die Akten der "Arbeitsgemeinschaft kultureller Organisationen" Düsseldorf, in welcher der Kunstverein führend engagiert war, als Depositum zusammengefasst.
4-2-0"Nachlass Hermann Heinrich Becker"
Der Maler und Kunsthistoriker Hermann H. Becker (*1817; 1885) setzte sich stark für die Belange der unabhängigen Düsseldorfer Künstlerschaft u.a. im Rahmen des ”Vereins der Düsseldorfer Künstler zu gegenseitiger Unterstützung und Hilfe“ ein. Dabei geriet er zeitweise in einen Gegensatz zur ”Düsseldorfer Kunstakademie“ und dem ihr nahestehenden Kunstverein. Bes. dazu ist eine größere Anzahl von Briefen mit Funktionsträgern des Kunstvereins überliefert.
5-4-1"Plakatsammlung 1945 bis 2000"
Enthält vereinzelt auch Plakate des Kunstvereins.
5-10"Autographensammlung"
Korrespondenz mit und über den Düsseldorfer Kunstverein besonders im 19. Jahrhundert.
7-2-10 "Thematische und sonstige Findbücher des Stadtarchivs"
Vgl. die Findbücher zu den Ausstellungen bis 1944: 1. "Ausstellungen Kunstverein 1831-1900, Kunsthalle 1881-1900" in StaD 7-2-10-14.0000 und 2. "Ausstellungen Kunstverein 1901-1944, Kunsthalle 1901-1944" in StaD 7-2-10-15.0000.
"Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland"
RW 16 "Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen"
6. Bde. 1898-1935: Enthält: Sitzungen (1906-1919) und Mitglieder des Ausschusses und des Verwaltungsrates; Ausschmückung von Kirchen und öffentlichen Gebäuden; gestiftete und geförderte Kunstwerke; Rundschreiben des Bundes Deutscher Kunstvereine.
"Landeshauptarchiv Koblenz":
Abt. 403 "Oberpräsidium der Rheinprovinz" Nr.14069 und Nr.14070
Vgl. dortige Akten des rheinischen Oberpräsidiums zum Kunstverein für den Zeitraum von 1828 bis 1913. Eine größere Anzahl von Kopien aus den Beständen ist in StaD 4-159-1-3 vorhanden.
2.6 Literatur und Internetquellen
Literatur:
BERG, STEPHAN: Where do we go from here? Kunstvereine im Spannungsfeld zwischen Damals und Heute, in: Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine (Hrsg.): 201 Positionen zur Kunst. Kunstvereine in Deutschland, 2001, S. 2-12. (Online unter: http://www.kunstvereine.de/web/fileadmin/mitarbeiter/Text_Berg.pdf (30.06.2011)).
BIEDERMANN, BIRGIT: Bürgerliches Mäzenatentum im 19. Jahrhundert. Die Förderung öffentlicher Kunstwerke durch den Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Petersberg 2001.
HAUG, UTE: Der Kölnische Kunstverein im Nationalsozialismus: Struktur und Entwicklung einer Kunstinstitution in der kulturpolitischen Landschaft des ”Dritten Reichs“, Diss. an RWTH Aachen, Aachen 1998 (Onlinepublikation: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:82-opus-3337).
KUNSTVEREIN FÜR DIE RHEINLANDE UND WESTFALEN (Hrsg.): Zur Feier des fünfzigjährigen Bestehens des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf 1879. (Digitalisat der ULB Düsseldorf: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:061:1-29648).
KUNSTVEREIN FÜR DIE RHEINLANDE UND WESTFALEN (Hrsg.): 5 x 30. Düsseldorfer Kunstszene aus 5 Generationen. 150 Jahre Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen. 1829 1979, Düsseldorf 1979.
KUNSTVEREIN FÜR DIE RHEINLANDE UND WESTFALEN (Hrsg.): 175 Jahre Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf 2004.
KUNSTVEREIN FÜR DIE RHEINLANDE UND WESTFALEN (Hrsg.): Jahresberichte
LANDESHAUPTSTADT DÜSSELDORF, STADTMUSEUM (Hrsg.): Düsseldorfer Kunstszene 1933-1945. 1937, Europa vor dem 2. Weltkrieg. Ein Gemeinschaftsprojekt Düsseldorfer Kulturinstitute, September 1987 - Januar 1988, Ausstellungskatalog, Düsseldorf 1987.
OTTEN, MARIE-LUISE (Hrsg.): Von Dada bis Beuys. 30 Jahre Kunstverein für die Rheinlande und Westfa¬len mit Karl-Heinz Hering, Ratingen 1998.
SCHIEFFER, HANS HUBERT: Neue Musik in Düsseldorf seit 1945. Ein Beitrag zur Musikgeschichte und zum Musikleben der Stadt, = Schriftenreihe des Freundeskreises Stadtbüchereien Düsseldorf, Bd.4, Düs¬seldorf 1998.
[Signatur: StaD G 130 (4)]
Im Bestand der Bibliothek des StaD befinden sich eine große Anzahl von Publikationen zu Ausstellungen des Kunstvereins, die über den Katalog zu ermitteln sind (vgl. Hinweise in Tab. 2 und Tab. 3). S. a.: Findbücher 7-2-10-14.0000 und 7-2-10-15.0000.
www:
• http://www.kunstverein-duesseldorf.de (offizielle Website des Kunstvereins)
• http://de.wikipedia.org/wiki/Kunstverein_Düsseldorf (Artikel auf wikipedia.de)
• http://d-nb.info/gnd/39238-8 (Literatur von und über den ”Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen“ im Katalog der ”Deutschen Nationalbibliothek“)
(1) Vgl. einführend KUNSTVEREIN FÜR DIE RHEINLANDE UND WESTFALEN (Hrsg.): 5 x 30. Düsseldorfer Kunstszene aus 5 Generationen. 150 Jahre Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen. 1829 1979, Düsseldorf 1979. (Kurztitel: KUNSTVEREIN FÜR DIE RHEINLANDE UND WESTFALEN: 5 x 30.); KUNSTVEREIN FÜR DIE RHEINLANDE UND WESTFALEN (Hrsg.): 175 Jahre Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf 2004. (Kurztitel: KUNSTVEREIN FÜR DIE RHEINLANDE UND WESTFALEN: 175 Jahre.); http://www.kunstverein-duesseldorf.de/lang-de/institution-/ueberblick.html (30.06.2011); http://de.wikipedia.org/wiki/Kunstverein_Düsseldorf (30.06.2011).
(2) Die folgenden Ausführungen zur Vereinsgeschichte beruhen falls nicht anders vermerkt bis 1929 auf KURT KARL EBERLEIN: Der Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen 1829-1929, in: KUNSTVEREIN FÜR DIE RHEINLANDE UND WESTFALEN: 5 x 30, o.S. Für den Zeitraum bis 1945 auf HEINRICH SCHMIDT: Der Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen 1929-1954, in: KUNSTVEREIN FÜR DIE RHEINLANDE UND WESTFALEN: 5 x 30, o.S.
(3) Zu den Gründungsmitgliedern bzw. zum ersten Ausschuss bzw. Verwaltungsrat von 1829 gehörten: ”[Philipp] von Pestel, Reg. Präsident, Vorsitzender; [Franz Anton] Graf von Spee; [Georg Arnold] Jacobi, Geh. Reg. Rath; Dr. [Karl Wilhelm] Kortüm, Consist. Rath; W[ilhelm] [von] Schadow, Dir. der Akademie; [Karl Josef Ignatz] Mosler, Prof. u. Secret. der Akademie; [Karl Leberecht] Immermann, Land. Ger. Rath.; [Georg] Fr[iedrich] Fallenstein, Reg. Secr., Secretär; [Theodor] Brüggemann, Dir. des Gymnasiums; Büsen, Maler, Schatzmeister.“ KURT KARL EBERLEIN: Der Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen 1829-1929, in: KUNSTVEREIN FÜR DIE RHEINLANDE UND WESTFALEN: 5 x 30, o.S. (Hervorhebungen im Original).
(4) ”Statut des Kunst-Vereins für die Rheinlande und Westphalen“ mit Stand vom 23.01.1829, in StaD 4-159-1-2.0000.
(5) Vgl. dazu BIEDERMANN, BIRGIT: Bürgerliches Mäzenatentum im 19. Jahrhundert. Die Förderung öffentlicher Kunstwerke durch den Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Petersberg 2001.
(6) Vgl. dazu mit Abbildungen der verschiedenen Gebäude KUNSTVEREIN FÜR DIE RHEINLANDE UND WESTFALEN: 175 Jahre, S.14-16.
(7) Die frühen Vereinsunterlagen für den Zeitraum von 1829 bis 1933 sind offenbar weitestgehend verlorengegangen. Ausnahme sind eine Reihe von Einzelstücken in StaD 4 159 1 1.0000ff. Einige Akten liegen im Lan-desarchiv NRW Abteilung Rheinland (Vgl. unten Punkt "2.5 Sonstige Überlieferungen zum Kunstverein"). Vgl. allgemein unten "2.2 Überlieferung und Lücken".
(8) Die Originalunterlagen für den Zeitraum von 1933 bis 1945 sind offenbar verlorengegangen bzw. vernichtet worden. Ausnahme sind eine Reihe von nachträglich angefertigten Abschriften (nach 27.02.1954) von nicht vorliegenden Originalakten aus dieser Zeit in StaD 4 159 1 4.0000. Vgl. allgemein unten "2.2 Überlieferung und Lücken".
(9) 1933 wurden mindestens zwei prominente NSDAP-Mitglieder in den Ausschuss des Kunstvereins gewählt, erstens der Düsseldorfer Oberbürgermeister Hans Wagenführ und zweitens der damalige Gauvorsitzende für "Westfalen-Niederrhein" der "Reichskammer der bildenden Künste" Ludwig Siekmeyer. Vgl. LANDESHAUPTSTADT DÜSSELDORF, STADTMUSEUM (Hrsg.): Düsseldorfer Kunstszene 1933-1945. 1937, Europa vor dem 2. Weltkrieg. Ein Gemeinschaftsprojekt Düsseldorfer Kulturinstitute September 1987 - Januar 1988, Ausstellungskatalog, Düsseldorf 1987, S.45. Im Herbst 1934 ist der gesamte Verwaltungsrat aus unklaren Gründen wahrscheinlich im Zusammenhang mit einer größeren Satzungsänderung zurückgetreten vgl. dazu StaD 4 159 1 4.0000.
(10) Zum benachbarten "Kölnischen Kunstverein" liegt seit 1998 eine entsprechende Untersuchung vor, die ein sehr differenziertes und komplexes Bild der Handlungsmöglichkeiten eines Kunstvereins in dieser Zeit vermittelt. Vgl. UTE HAUG: Der Kölnische Kunstverein im Nationalsozialismus: Struktur und Entwicklung einer Kunstinstitution in der kulturpolitischen Landschaft des "Dritten Reichs", Diss. an RWTH Aachen, Aachen 1998 (Onlinepublikation: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:82-opus-3337).
(11) Die folgenden Ausführungen zur Vereinsgeschichte beruhen falls nicht anders vermerkt bis 1954 auf HEINRICH SCHMIDT: Der Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen 1929-1954, in: KUNSTVEREIN FÜR DIE RHEINLANDE UND WESTFALEN: 5 x 30, o.S. Und für den Zeitraum nach 1954 auf FRIEDRICH W. HECKMANNS: Der Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen 1955-1979, in: KUNSTVEREIN FÜR DIE RHEINLANDE UND WESTFALEN: 5 x 30, o.S. Und MARIE LUISE OTTEN (Hrsg.): Von Dada bis Beuys. 30 Jahre Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen mit Karl-Heinz Hering, Ratingen 1998. (Kurztitel: MARIE LUISE OTTEN: Von Dada bis Beuys.)
(12) Vgl. StaD 4-159-1-5.0000.
(13) Im Zuge der Verzeichnung konnte diese Ausstellung, entgegen bisheriger Darstellungen, als erste Ausstellung des Kunstvereins in der Nachkriegszeit identifiziert werden. Vgl. dazu das Ausstellungsplakat in StaD 5-4-1-857.0000 und mehrere zeitgenössische Artikel in der Regionalpresse. Eine Aktenüberlieferung zur Ausstellung liegt nicht vor.
(14) Vgl. Abbildungen in KUNSTVEREIN FÜR DIE RHEINLANDE UND WESTFALEN: 175 Jahre, S.17f.
(15) Im Juni 1949 bildeten neben dem Kunstverein, die "Gesellschaft der Musikfreunde", der "Bachverein", der "Düsseldorfer Museumsverein" und die Künstlervereinigungen "Rheinische Sezession" und "Neue Rheinische Sezession" die AKO.
(16) Vgl. zur AKO StaD 4 159 1 55.0000 bis StaD 4 159 1 67.0000; ergänzend HANS HUBERT SCHIEFFER: Neue Musik in Düsseldorf seit 1945. Ein Beitrag zur Musikgeschichte und zum Musikleben der Stadt, (= Schriftenreihe des Freundeskreises Stadtbüchereien Düsseldorf, Bd.4), Düsseldorf 1998, S.82ff.
(17) Vgl. zur Tätigkeit der AKO und besonders zur Rolle des Kunstvereins StaD 4 159 1 55.0000 bis StaD 4 159 1 67.0000.
(18) Vgl. zur zeitgenössischen Rezeption z.B. den Artikel o.V: DADA-Ausstellung. Sinn im Unsinn, in: Der Spiegel, 05.11.1958, 45/1958, S.68-71; Online unter http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41759577.html (30.06.2011).
(19) Vgl. MARIE LUISE OTTEN : Von Dada bis Beuys, S.63.
(20) Vgl. z.B. Abbildungen in KUNSTVEREIN FÜR DIE RHEINLANDE UND WESTFALEN: 175 Jahre, S.19ff.
(21) Die folgenden Ausführungen zur Vereinsgeschichte beruhen falls nicht anders vermerkt bis 1979 auf FRIEDRICH W. HECKMANNS: Der Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen 1955-1979, in: KUNSTVEREIN FÜR DIE RHEINLANDE UND WESTFALEN: 5 x 30, o.S. Für die Zeit bis 2011 auf MARIE LUISE OTTEN : Von Dada bis Beuys. Und KUNSTVEREIN FÜR DIE RHEINLANDE UND WESTFALEN: 175 Jahre.
(22) Vgl. Festschrift KUNSTVEREIN FÜR DIE RHEINLANDE UND WESTFALEN: 5 x 30.
(23) Diese Entwicklung war für den Kunstverein vor allem deswegen besonders bedeutend, da er bis dahin und auch noch danach, keine regelmäßigen finanziellen Zuwendungen von öffentlicher Seite erhalten hatte und im Gegenteil besonderen Wert auf eine weitgehende Eigenfinanzierung durch die Vereinstätigkeit bzw. durch Spenden aus der Düsseldorfer Bürgerschaft und Wirtschaft sowie aus dem Kreis seiner Mitglieder gelegt hatte.
(24) Vgl. zum generellen Bedeutungsverlust der Kunstvereine kurz STEPHAN BERG: Where do we go from here? Kunstvereine im Spannungsfeld zwischen Damals und Heute, in: Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine (Hrsg.): 201 Positionen zur Kunst. Kunstvereine in Deutschland, 2001, S. 2-12; Online unter http://www.kunstvereine.de/web/fileadmin/mitarbeiter/Text_Berg.pdf (30.06.2011).
(25) Vgl. Festschrift KUNSTVEREIN FÜR DIE RHEINLANDE UND WESTFALEN: 175 Jahre.
(26) Vgl. die vorhandene frühe Unterlagen in StaD 4-159-1-1.0000ff. die zum Teil Reproduktionen von Unterlagen zum Kunstverein aus "Staatsarchiv Koblenz" (heute "Landeshauptarchiv Koblenz") Abt. 403, Nr.14069 sind. Daneben gibt es ein kleines Depositum im Landesarchiv NRW Abt. Rheinland, vgl. unten "2.5 Sonstige Überlieferungen zum Kunstverein".
(27) Vgl. KURT KARL EBERLEIN: Der Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen 1829-1929, in: KUNSTVEREIN FÜR DIE RHEINLANDE UND WESTFALEN: 5 x 30, o.S.
(28) Vgl. HEINRICH SCHMIDT: Der Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen 1929-1954, in: KUNSTVEREIN FÜR DIE RHEINLANDE UND WESTFALEN: 5 x 30, o.S.
(29) Vgl. KUNSTVEREIN FÜR DIE RHEINLANDE UND WESTFALEN: 5 x 30, o.S. ["Ausstellungen des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen 1919-1979"]; MARIE LUISE OTTEN : Von Dada bis Beuys, S.220-500.
(30) Es wurden nur Ausstellungen aufgenommen die unter alleiniger bzw. Mitverantwortung des Kunstvereins in Düsseldorf veranstaltet bzw. geplant wurden. Die ab 1966 jährlich mitorganisierten sog. "Städtebund-Ausstellungen" sind nicht aufgenommen worden, nach oberflächlicher Durchsicht liegen zu diesen Ausstellungen in aller Regel keine Ausstellungsakten in StaD 4-159-2 vor.
(31) Vgl. StaD 4-159-1-1.0000ff.
(32) Das offizielle Publikationsorgan des Kunstvereins erschien unter einer Vielzahl von verschiedenen Formaten und Titeln so von 1829 bis 1845 als "Verhandlungen des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen", von 1845 bis 1865 als "Correspondenzblätter und Verhandlungen des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen zu Düsseldorf", von 1868 bis [?] als "Jahresbericht", ab 1929 bis [?] als "Mitteilungen des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen" und ab 2007 unter dem Titel "Béton Brut". Vgl. dazu bis 1929 KURT KARL EBERLEIN: Der Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen 1829-1929, in: KUNSTVEREIN FÜR DIE RHEINLANDE UND WESTFALEN: 5 x 30, o.S.; ergänzend 4-159-4.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person who submitted a compensation claim for damage caused by Nazi persecution. If the application was submitted by a person other than the persecuted person, this other person is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecuted person, if there is one, is noted. In the sources, the persecuted person is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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