Sixt Borsch, Bürger und Notar zu Augsburg, beurkundet eine im Haus des Jakob Villinger, kaiserlicher Schatzmeister und Pfandherr der Herrschaft Syflsperg (=Seifriedsberg), am Weinmarkt erfolgte Requisition und Protestation in Rechtssache zwischen Gerwig [Blarer], Abt von Weingarten, und Antoni Nusshart. Der Streit betraf den Empfang zweier vom Kloster Weingarten lehenrühriger und nach Ziemetshausen gerichtbarer Güter in Muttershofen in der genannten Herrschaft. Nusshart hatte gegen ein für den Abt günstiges Urteil des Gerichts Ziemetshausen an Villinger als Pfand- und obersten Gerichtsherrn appelliert. Dieser hatte die Appellation angenommen und das Urteil erster Instanz kassiert. Er hatte die Parteien auf den 21. Februar geladen und Gegenwart folgender Personen einen Gütetermin abgehalten: Dr. Jakob Heinrichmann, Generalvikar zu Augsburg sowie Richter der Prälaten, Grafen, Herren und vom Adel des Schwäbischen Bundes, Laux Meuting, Meister Balthasar Layman, Nussharts Advokat, und Johann Kneußlin, Kapitalschreiber des Domstifts Augsburg. Villinger hatte in dem Termin einen aus drei Punkten bestehenden Spruch verkündet. Im ersten wurde der Rechtsstreit für aufgehoben erklärt. Sodann sollte Nusshart die beiden Güter wie herkömmlich vom Abt empfangen. Drittens sollte der Abt dem Nusshart für erlittene Schäden und Kosten 66 fl 15 x bezahlen. Als der Notar von Villinger eine besieglete Urkunde über diesen Vertrag verlangte, weigerte sich dieser mit verschiedenen Ausflüchten. Darauf protestierte der Notar gegen die Verweigerung der Requisition und widerrief zugleich namens des Abts die dem Franciscus Fries als Anwalt erteilte Vollmacht.
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Sixt Borsch, Bürger und Notar zu Augsburg, beurkundet eine im Haus des Jakob Villinger, kaiserlicher Schatzmeister und Pfandherr der Herrschaft Syflsperg (=Seifriedsberg), am Weinmarkt erfolgte Requisition und Protestation in Rechtssache zwischen Gerwig [Blarer], Abt von Weingarten, und Antoni Nusshart. Der Streit betraf den Empfang zweier vom Kloster Weingarten lehenrühriger und nach Ziemetshausen gerichtbarer Güter in Muttershofen in der genannten Herrschaft. Nusshart hatte gegen ein für den Abt günstiges Urteil des Gerichts Ziemetshausen an Villinger als Pfand- und obersten Gerichtsherrn appelliert. Dieser hatte die Appellation angenommen und das Urteil erster Instanz kassiert. Er hatte die Parteien auf den 21. Februar geladen und Gegenwart folgender Personen einen Gütetermin abgehalten: Dr. Jakob Heinrichmann, Generalvikar zu Augsburg sowie Richter der Prälaten, Grafen, Herren und vom Adel des Schwäbischen Bundes, Laux Meuting, Meister Balthasar Layman, Nussharts Advokat, und Johann Kneußlin, Kapitalschreiber des Domstifts Augsburg. Villinger hatte in dem Termin einen aus drei Punkten bestehenden Spruch verkündet. Im ersten wurde der Rechtsstreit für aufgehoben erklärt. Sodann sollte Nusshart die beiden Güter wie herkömmlich vom Abt empfangen. Drittens sollte der Abt dem Nusshart für erlittene Schäden und Kosten 66 fl 15 x bezahlen. Als der Notar von Villinger eine besieglete Urkunde über diesen Vertrag verlangte, weigerte sich dieser mit verschiedenen Ausflüchten. Darauf protestierte der Notar gegen die Verweigerung der Requisition und widerrief zugleich namens des Abts die dem Franciscus Fries als Anwalt erteilte Vollmacht.
Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, B 522 III U 1369
10280
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, B 522 III Weingarten, Benediktinerkloster: Urkunden III
Weingarten, Benediktinerkloster: Urkunden III >> Urkunden >> 16. Jahrhundert
1528 März 28 (uff sambstag den achtundzwaintzigisten tag dess monats Marcii)
51,4 x 32,8 (Höhe x Breite)
Urkunden
Deutsch
Literatur: Vgl. Nr. 1363.
Ausstellungsort: Augsburg
Aussteller: Sixt Borsch, Bürger und Notar zu Augsburg
Empfänger: Gerwig [Blarer], Abt von Weingarten
Zeugen: Kaspar Tradel, Schulmeister zu St. Moritz, Hans Rotenstein ("Rottenstain"), beide "literaten" und Bürger zu Augsburg
Überlieferungsart: Ausfertigung
Vermerke: Rückvermerk: "Dise handlung ist zue letst vertragen worden[,] sind brief vorhanden."
Beglaubigungs- und Notarzeichen: Signet des Notars Sixt Borsch von Augsburg
Ausstellungsort: Augsburg
Aussteller: Sixt Borsch, Bürger und Notar zu Augsburg
Empfänger: Gerwig [Blarer], Abt von Weingarten
Zeugen: Kaspar Tradel, Schulmeister zu St. Moritz, Hans Rotenstein ("Rottenstain"), beide "literaten" und Bürger zu Augsburg
Überlieferungsart: Ausfertigung
Vermerke: Rückvermerk: "Dise handlung ist zue letst vertragen worden[,] sind brief vorhanden."
Beglaubigungs- und Notarzeichen: Signet des Notars Sixt Borsch von Augsburg
Borsch, Sixt; Notar
Frieß, Franz d.J., Notar
Kneußlin, Johann, Kapitelschreiber
Laymann, Balthasar
Meuting, Laux
Nusshart, Antoni
Rotenstein, Hans
Tradel, Kaspar, Schulmeister
Villinger, Jakob; Kaiserlicher Rat und Schatzmeister, um 1512-1543
Augsburg A
Augsburg A; Domstift; Kapitelschreiber
Augsburg A; Einwohner
Augsburg A; Generalvikar
Augsburg A; Notare
Augsburg A; Schulmeister
Augsburg A; St. Moritz
Muttershofen : Ziemetshausen GZ
Schwaben, Bund zu, Richter
Schwäbischer Bund s. Schwaben, Bund zu
Seifriedsberg : Ziemetshausen GZ; Herrschaft
Ziemetshausen GZ
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
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21.11.2025, 3:28 PM CET
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- Weingarten, Benediktinerkloster (Archival holding)
- Weingarten, Benediktinerkloster: Urkunden III (Archival holding)
- Urkunden (Classification)
- 16. Jahrhundert (Classification)