Vor dem Notar Michael Bayer von Owen läßt der auf dem Krankenbett liegende Andreas von Oberbach ein Vermächtnis folgenden Inhalts verlesen und bestätigen: Er überträgt dem Herzog Friedrich von Württemberg seine Behausung zu Kochersteinsfeld in der Niederau, die mit einem steinernen Stockwerk umfangen ist, 6 Stuben und Stüblein enthält und folgendes Zubehör hat: Bad- und Waschstube im Garten, ein Finkenhäuslein mit Finkenherd, einen Springbrunnen, einen steinernen Röhrkasten im Hof, Scheune (mit einem gewölbten Keller), Roß- und Viehställe, einen umzäunten, über 4 Morgen großen Garten mit 111 Apfel- und Birnbäumen, 3 Bienenkästen, 2 Maulbeerbäumen, einigen ungarischen Zwetschgenbäumen, einigen großen indianischen Quittenstauden, außerdem drei Viertel Acker. Oberbach behält sich auf Lebenszeit die Wohnung im unteren Boden und die Mitbenützung des Gartens vor. Dem Herzog soll das Haus mit dem Garten bereits jetzt als Jagdhaus offenstehen und nach seinem Tod als Eigentum gehören. Seiner Magd Margretha Münch vermacht er ein Wohnrecht, seine übrige Hinterlassenschaft soll, wie er es anordnete, verteilt werden. Diese Übertragung geschieht aus Dankbarkeit für Wohltaten des württembergischen Hauses und weil er als der letzte seiner Familie keinen Leibeserben hat. Als er, Oberbach, Forstmeister in Neuenstadt gewesen war und ein Haus bauen wollte, hatte ihm Herzog Christoph für sein Bauvorhaben das alte Schloß und Amthaus in Neuenstadt mit Holzwerk, Brettern, Türen, Fenstern, Schlössern, Eisenwerk, Ziegel und anderem Material geschenkt.