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Darlehen und Schulden (Bestand)
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Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Altwürttembergisches Archiv >> Auslesebestände über die Landesverwaltung, Kabinett und Hofbehörden >> Wirtschaft und Finanzen
(1306-1485) 1501-1818
Inhalt und Bewertung
Der Bestand setzt sich aus verschiedenen seit dem 16. Jahrhundert angelegten Membra (Unterabteilungen) des herzoglich-württembergischen Archivs zusammen. Er ist nach Urkunden, Akten und Bänden geordnet und jeweils chronologisch sortiert. Bei den Bänden handelt es sich um sogenannte Gültstaatbücher, in welchen Zinszahlungen verschiedener Schuldner an weltliche und geistliche Ämter der Herrschaft Württemberg festgehalten wurden, geordnet nach Ämtern (17./18. Jh.)
1. Zur Geschichte und Verzeichnung des Bestandes: Der Bestand A 55 Darlehen und Schulden umfasste bis zur vorliegenden Neuverzeichnung vier voneinander nicht eindeutig abgegrenzte Abteilungen, welche z.T. bereits im 16. und 17. Jahrhundert als sogenannte Membra angelegt worden waren. Die Einrichtung solcher Membra geht zurück auf die Grundordnung des herzoglich-württembergischen Archivs durch Jakob Ramminger (1520-1532), welcher die Archivalien auf drei Hauptabteilungen, die er Titel nannte, und zahlreiche Unterabteilungen (Membra) verteilte. Bei den Abteilungen des Bestandes A 55 handelte es sich um Serien gleichartiger Archivalien zu den Betreffen Darlehen und Schulden Württembergs (ehemals Abt. I des Bestandes), Darlehen Württembergs (Abt. II), Herrschaftliche Kapitalien (Abt. III) sowie Gültstaatbücher (Abt. IV). Für die Abteilungen I und II existiert ein Altrepertorium in Form handschriftlicher Karteikarten und für Abteilung III ein im Jahr 1794 oder wenig später angelegtes handschriftliches Repertorium, während Abteilung IV gänzlich unverzeichnet war. Bei der Neuverzeichnung des Bestandes wurden nun die einzelnen Abteilungen zusammengefasst bzw. aufgelöst und die Archivalien allein nach der Überlieferungsform (Urkunden, Büschel und Bände) geordnet. Der Urkundenbestand von A 55 wird jetzt im wesentlichen aus Archivalien der früheren Abteilung I sowie dreier Urkunden der früheren Abteilung II (U 107 - U 109) gebildet. Er umfasst insgesamt 109 Urkunden (v.a. Schuldbriefe der Herzöge von Württemberg) aus der Zeit von 1501 bis 1707, für welche jeweils Kurzregesten unter Hinzuziehung des Altrepertoriums und der Beschriftung der Umschläge erstellt wurden. Die Namen der Aussteller, die Datierung, der Ausstellungsort, die Besiegelung und die etwaige Entwertung der Urkunden durch Schnitte wurden bei der Neuverzeichnung jeweils verifiziert, der Inhalt der Urkunden jedoch nur in Ausnahmefällen. Die Urkunden, die vor 1501 datieren, waren bereits in der Vergangenheit den Württembergischen Regesten (A 602 Nr. 2098-3744) zugeordnet worden. Der Aktenbestand setzt sich v.a. aus den Unterlagen der ehemaligen Abteilungen II und III zusammen. Daneben wurden jedoch auch jene Archivalien aus Abteilung I, welche nicht dem Urkundenbestand zugewiesen werden konnten, zu Büscheln zusammengefasst und als solche verzeichnet (Bü 27 und 28). Für die in dem neu gebildeten Büschel 27 enthaltenen Urkundenabschriften von Schuldbriefen der Herzöge von Österreich und der Grafen von Württemberg aus dem 14. Jahrhundert, deren Originale nicht im Bestand A 602 enthalten sind, wurden Kurzregesten erstellt. Wo es möglich war, wurde bei der Neuverzeichnung die ursprüngliche Numerierung der Büschel beibehalten, um damit auch die herkömmliche Zitierweise weiter zu verwenden. Die Akten enthalten vor allem Schriftstücke über die Anwerbung, Aufnahme oder Rückzahlung von Darlehen durch die Grafen und Herzöge von Württemberg, darunter bemerkenswerterweise auch Unterlagen über eine Bürgschaft Herzog Friedrichs I. von Württemberg für den Alchemisten und Kaufmann Nikolaus Wasserhuhn sowie Gutachten zu alchemistischen Rezepten Wasserhuhns (Bü 4). Insgesamt besteht der Aktenbestand jetzt aus 35 Büscheln mit einer Laufzeit vom Beginn des 16. Jahrhunderts bis ins Jahr 1818. Die vorliegende Bändereihe entspricht im wesentlichen dem Bestand der ehemaligen Abteilung IV, mit Ausnahme zweier Bände, die zuvor in Abteilung III untergebracht waren. Bei den 14 (zuvor unverzeichneten) Bänden handelt es sich um Gültbücher bzw. Gültstaatbücher, in welchen Zinszahlungen verschiedener Schuldner an weltliche und geistliche Ämter der Herrschaft Württemberg festgehalten wurden. Eines der Gültbücher (Bd. 2) ist in eine Urkunde von 1495 eingebunden, für welche ein Kurzregest erstellt wurde (vgl. A 602 Nr. 718). Angelegt wurden die Gültbücher in aller Regel vom 16. bis zum 18. Jahrhundert, jedoch finden sich auch nachträglic h vorgenommene Eintragungen über frühere Zinszahlungen (v.a. 15. Jahrhundert), sowie einige Nachträge aus dem 19. Jahrhundert. Die Archivalien des Bestandes A 55 sind nun nach Urkunden, Akten und Bänden geordnet, innerhalb der jeweiligen Überlieferungsform wurde mit vorliegendem Findmittel eine chronologische Sortierung vorgenommen. Eine feinere Sortierung der mit MIDOSA 95 verzeichneten Archivalieneinheiten (etwa nach Monaten) konnte systembedingt nicht erfolgen. Laufzeiten, die in eckige Klammern gesetzt wurden, verweisen auf Schriftstücke, die nur in Abschriften vorliegen, Jahreszahlen in runden Klammern stehen für Eintragungen, die über die Hauptlaufzeit der Bände hinaus reichen. Die Verzeichnung des Bestandes erfolgte im Rahmen der Ausbildung zum höheren Archivdienst durch Kathrin Borrmann, Alexandra Lutz, Benedikt Mauer und Frank Teske unter Anleitung von Dr. Peter Rückert. Die Neuverpackung und Signierung des Bestandes besorgte Mauro Caudali. Die erwähnten Altrepertorien wurden dem Bestand A 605 zugeordnet. Weitere einschlägige Unterlagen zu den Bereichen Darlehen und Schulden vom 16. bis 18. Jahrhundert finden sich vor allem in den Beständen A 248 bis 251 (Rentkammer) und A 258 (Quittungen), des weiteren in A 211 und 213 (Oberrat), sowie schließlich in A 202 (Geheimer Rat) und A 242 (Schuldenzahlungsdeputation). Der vorliegende Bestand A 55 umfaßt jetzt 109 Urkunden, 35 Büschel und 14 Bände im Umfang von 3,9 lfd. m. Stuttgart, im Dezember 2001 Dr. Peter Rückert
2. Literatur: Willi A. Boelcke: Wirtschaftsgeschichte Baden-Württembergs von den Römern bis heute, Stuttgart 1987. Das Haus Württemberg. Ein biographisches Lexikon, hrsg. von Sönke Lorenz, Dieter Mertens und Volker Press, Stuttgart, Berlin, Köln 1997 Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden, 8 Bde., Stuttgart 1975 ff. Übersicht über die Bestände des Hauptstaatsarchivs Stuttgart. Altwürttembergisches Archiv (A-Bestände), 2. erweiterte Aufl., bearb. von Hans-Martin Maurer, Stephan Molitor und Peter Rückert (Veröffentlichungen der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg 32), Stuttgart 1999.
Verwandte Bestände:
Weitere Unterlagen zum Bereich "Darlehen und Schulden" vom 16. bis 18. Jahrhundert finden sich vor allem in den Beständen A 248 bis 251 (Rentkammer) und A 258 (Quittungen), des weiteren in A 211 und 213 (Oberrat) sowie schließlich in A 202 (Geheimer Rat) und A 242 (Schuldenzahlungsdeputation).
Schuldbriefe von 1331-1500 finden sich in A 602 WR 2098-3744.
Gesetze und Verordnungen nach 1806 in E 20.
Literatur:
- Willi A. Boelcke: Wirtschaftsgeschichte Baden-Württembergs von den Römern bis heute, Stuttgart 1987.
- Das Haus Württemberg. Ein biographisches Lexikon, hrsg. von Sönke Lorenz, Dieter Mertens und Volker Press, Stuttgart, Berlin, Köln 1997.
- Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden, 8 Bde., Stuttgart 1975 ff.
- Übersicht über die Bestände des Hauptstaatsarchivs Stuttgart. Altwürttembergisches Archiv (A-Bestände), 2. erweiterte Aufl., bearb. von Hans-Martin Maurer, Stephan Molitor und Peter Rückert (Veröffentlichungen der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg 32), Stuttgart 1999.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.