Vor Zeugen und vor dem unterzeichnenden Notar lässt Tobias Awer von Winkhl (1) zu Gessenperg (2) und Wollckhenstorf (3), salzburgischer Hauptmann, bei schwachem Leib, doch klarem Verstand in der Khüzmäglischen Behausung in Salzburg beim Stadtrathaus in der Trägassen sein Testament verlesen und darüber ein Instrumentarium verfassen. Er verfügt, in der Familiengrablege bei der Pfarrkirche St. Martin in Wäging (4) standesgemäß begraben zu werden, wofür er der dortigen Kirche ein Messgewand und den Hausarmen von Waging 20 Metzen Korn als Almosen stiftet. Seine Ehefrau Sanderine, geborene von Weinhorst (!), soll neben ihrem Heiratsgut von 1000 Gulden weiteres Barvermögen bekommen und zudem die Nutznießung an dem neuen Gebew und dem Anger um das Haus [in Waging ?], neben dem obern Weyer, auf der Hengwisen und am Wägingerfeldt sowie an dem gemeinsam erworbenen Halmperger (5) Zehnt lebenslänglich in usum fructum erhalten, dazu kostenlos Licht und Holz. Außerdem erstattet er ihr die 100 Gulden, die sie dem Vinzenz Schuester zu Waging aus ihrem Vermögen geliehen hatte. Neben Kleidung und Frauen Zier erbt sie ein Drittel der Fahrnis nach ihrer Wahl, wozu auch das Silbergeschmeidt gehört. Zudem soll sie die Vormundschaft über die gemeinsamen Kinder ausüben. Als Alleinerben setzt er seinen Sohn Geörg Christoph und seine Tochter Anna Susanna ein, denen nach dem Tod der Mutter auch die Proprietät an den der Ehefrau überlassenen Nutznießungen zufällt. Zeugen: Sigmundt Wibmer, Eisenhändler, Hanß Forstlechner, Hanß Stainperger und Adam Lehrperger, alle Handelsleute, Thomas Trumbl, Gastgeb, Eraßmuß Sehrapächer, Federschmuckher und Christoph Lehrl, Zinngießer, alle sieben Bürger zu Salzburg. Magister Godtfrüdt Hueber, Notar, bestätigt seine Anwesenheit bei der mündlichen Aufrichtung des Testaments, die Anwesenheit der genannten Zeugen und die Ausfertigung des Testaments nach seinen Notizen und beglaubigt dieses mit seinem Notariatszeichen und seiner Unterschrift
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Vor Zeugen und vor dem unterzeichnenden Notar lässt Tobias Awer von Winkhl (1) zu Gessenperg (2) und Wollckhenstorf (3), salzburgischer Hauptmann, bei schwachem Leib, doch klarem Verstand in der Khüzmäglischen Behausung in Salzburg beim Stadtrathaus in der Trägassen sein Testament verlesen und darüber ein Instrumentarium verfassen. Er verfügt, in der Familiengrablege bei der Pfarrkirche St. Martin in Wäging (4) standesgemäß begraben zu werden, wofür er der dortigen Kirche ein Messgewand und den Hausarmen von Waging 20 Metzen Korn als Almosen stiftet. Seine Ehefrau Sanderine, geborene von Weinhorst (!), soll neben ihrem Heiratsgut von 1000 Gulden weiteres Barvermögen bekommen und zudem die Nutznießung an dem neuen Gebew und dem Anger um das Haus [in Waging ?], neben dem obern Weyer, auf der Hengwisen und am Wägingerfeldt sowie an dem gemeinsam erworbenen Halmperger (5) Zehnt lebenslänglich in usum fructum erhalten, dazu kostenlos Licht und Holz. Außerdem erstattet er ihr die 100 Gulden, die sie dem Vinzenz Schuester zu Waging aus ihrem Vermögen geliehen hatte. Neben Kleidung und Frauen Zier erbt sie ein Drittel der Fahrnis nach ihrer Wahl, wozu auch das Silbergeschmeidt gehört. Zudem soll sie die Vormundschaft über die gemeinsamen Kinder ausüben. Als Alleinerben setzt er seinen Sohn Geörg Christoph und seine Tochter Anna Susanna ein, denen nach dem Tod der Mutter auch die Proprietät an den der Ehefrau überlassenen Nutznießungen zufällt. Zeugen: Sigmundt Wibmer, Eisenhändler, Hanß Forstlechner, Hanß Stainperger und Adam Lehrperger, alle Handelsleute, Thomas Trumbl, Gastgeb, Eraßmuß Sehrapächer, Federschmuckher und Christoph Lehrl, Zinngießer, alle sieben Bürger zu Salzburg. Magister Godtfrüdt Hueber, Notar, bestätigt seine Anwesenheit bei der mündlichen Aufrichtung des Testaments, die Anwesenheit der genannten Zeugen und die Ausfertigung des Testaments nach seinen Notizen und beglaubigt dieses mit seinem Notariatszeichen und seiner Unterschrift
Domkapitel Salzburg Urkunden, BayHStA, Domkapitel Salzburg Urkunden 342
Personenselekt Karton 15 Auer von Winkel
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1615 Dezember 12
Fußnoten:
1) Winkl (Gde. Grabenstätt, Lkr. Traunstein)
2) Wolkersdorf (Gde. Kirchanschöring o. Gde. Traunstein, beide Lkr. Traunstein)
3) Gessenberg (Schloss, Gde. Waging a. See, Lkr. Traunstein)
4) Waging a. See (Lkr. Traunstein)
5) Halmberg (Gde. Waging a. See, Lkr. Traunstein)
1) Winkl (Gde. Grabenstätt, Lkr. Traunstein)
2) Wolkersdorf (Gde. Kirchanschöring o. Gde. Traunstein, beide Lkr. Traunstein)
3) Gessenberg (Schloss, Gde. Waging a. See, Lkr. Traunstein)
4) Waging a. See (Lkr. Traunstein)
5) Halmberg (Gde. Waging a. See, Lkr. Traunstein)
Domkapitel Salzburg Urkunden
Perg.
Urkunden
ger
Besiegelung/Beglaubigung: Notariatszeichen des Gottfried Hueber
Überlieferung: Or.
Sprache: dt.
Ausstellungsort: Salzburg
Vermerke: RV: Testament Tobias Auers von Winkl, Salzburgischen Hauptmanns
Originaldatierung: 1615 ... sambstags den 12. tag decembris
Medium: A = Analoges Archivalie
Jahr: 1615
Monat: 12
Tag: 12
Äußere Beschreibung: Notariatsinstrument
Überlieferung: Or.
Sprache: dt.
Ausstellungsort: Salzburg
Vermerke: RV: Testament Tobias Auers von Winkl, Salzburgischen Hauptmanns
Originaldatierung: 1615 ... sambstags den 12. tag decembris
Medium: A = Analoges Archivalie
Jahr: 1615
Monat: 12
Tag: 12
Äußere Beschreibung: Notariatsinstrument
Auer: Tobias, zu Winkl, Gessenberg u. Wolkersdorf\ Salzburgischer Hauptmann
Auer: Tobias, zu Winkl, Gessenberg u. Wolkersdorf\ Ehemann v. Alexandrina
Wienhart: Alexandrina von, verh. Auer
Auer: Alexandrina, geb. von Wienhart, Ehefrau v. Tobias
Auer: Tobias, zu Winkl, Gessenberg u. Wolkersdorf\ Vater v. Georg Christoph u. Anna Susanna
Auer: Georg Christoph\ Sohn v. Tobias
Auer: Georg Christoph\ Bruder v. Anna Susanna
Auer: Anna Susanna\ Tochter v. Tobias
Auer: Anna Susanna\ Schwester v. Georg Christoph
Huber: Gottfried, Notar
Wibmer: Sigmund, Bürger, Salzburg\ Eisenhändler
Forstlechner: Hans, Bürger u. Handelsmann, Salzburg
Steinberger: Hans, Bürger u. Handelsmann, Salzburg
Lehrberger: Adam, Bürger u. Handelsmann, Salzburg
Trumbl: Thomas, Bürger u. Gastwirt, Salzburg
Sehrapächer: Erasmus, Bürger u. Federschmücker, Salzburg
Lehrl: Christoph, Zinngießer, Salzburg
Wolkersdorf (Gde. Kirchanschöring o. Gde.Traunstein, beide Lkr. Traunstein)
Gessenberg (Schloss, Gde. Waging a. See, Lkr. Traunstein)
Waging a. See (Lkr. Traunstein), Pfarrei: Pfarrkirche St. Martin
Waging a. See (Lkr. Traunstein): Anger
Waging a. See (Lkr. Traunstein): Haus d. Tobias Auer
Waging a. See (Lkr. Traunstein): Oberer Weiher
Waging a. See (Lkr. Traunstein): Flurnamen\ Hengwiese
Waging a. See (Lkr. Traunstein): Flurnamen\ Wägingerfeld
Halmberg (Gde. Waging a. See, Lkr. Traunstein): Zehnt
Salzburg (krfr.St., Salzburg, A): Khüzmäglisches Haus, Tra(d)gasse
Salzburg (krfr.St., Salzburg, A): Tra(d)gasse
Winkl (Gde. Grabenstätt, Lkr. Traunstein)
Salzburg (krfr.St., Salzburg, A), Erzstift: Hauptmänner\ Tobias Auer von Winkl
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
03.04.2025, 13:41 MESZ
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